Der Kirchenkreis Rotenburg

So ist Kirche hier im Kirchenkreis Rotenburg. Das macht sie. Dazu ist sie in unserer Welt nützlich und notwendig. Das sind die Menschen, die sich hier engagieren. Das sind ihre Erfahrungen, Ideen und Ziele. Und immer wieder wird deutlich: In dieser Kirche ist Platz, um selbst dabei zu sein, mitzuerleben und auch mitzugestalten.

Hilfen für Flüchtlinge koordiniert

„Es wird bereits sehr viel getan und es gibt noch mehr Ideen. Unsere Mitarbeitenden fragen uns immer wieder, was wir gemeinsam für Flüchtlinge tun können“, beschreibt Pastorin Jutta Wendland-Park, Vorstandsvorsitzende der Rotenburger Werke, die Situation in ihrer Einrichtung. Pastor Matthias Richter, Theologischer Direktor im AGAPLESION Diakonieklinikum Rotenburg, erlebt eine ähnlich große Hilfsbereitschaft im Krankenhaus. Deshalb lud er Vertreter der großen diakonischen Einrichtungen, des Diakonischen Werks und des Kirchenkreises Rotenburg ein, um über die gezielte Kooperation von Diakonie und Kirche eine noch effektivere Flüchtlingshilfe vor Ort zu erreichen.

Zunächst stellt die Runde fest, dass es bereits sehr viele Aktionen, Projekte und Hilfen von engagierten Unterstützerkreisen in den Kirchengemeinden gibt. Viele arbeiten in guter Koordination mit den Kommunen zusammen. „Ich bin dankbar und stolz darauf, was dort alles geleistet wird“, sagt Superintendentin Susanne Briese. Da gibt es Menschen, die Flüchtlinge zu Ämtern, Ärzten oder beim Einkaufen begleiten; Menschen, die Möbel und Wohnungsgegenstände mit ihren Anhängern bei Spendern abholen und zu den Flüchtlingen bringen; Menschen, die Sprachunterricht geben; Menschen, die internationale Begegnungen initiieren und vieles mehr. „Für uns Christen ist es eine moralische Verpflichtung, Menschen in Not zu helfen“, sagt Briese. Deshalb wurde auch vor kurzem im Diakonischen Werk des Kirchenkreises Rotenburg eine zusätzliche Stelle in der Flüchtlingsarbeit geschaffen. Seit August arbeitet Christina Golegos zusammen mit Eckhard Lang in der Flüchtlingsberatung. Zusätzlich hat der Kirchenkreis Gelder bewilligt, um konkrete Projekte der Flüchtlingsarbeit in den Kirchengemeinden finanziell zu unterstützen. „Es sind bereits Anträge eingegangen, die wir jetzt schnell bearbeiten“, sagt Eckhard Lang. Doch auch in den diakonischen Einrichtungen passiert schon viel. Beispielsweise wurde Wohnraum angeboten, aktuell absolvieren zwei Flüchtlingsfrauen ein Pflegehelferpraktikum im Diakonieklinikum.

Um der großen Hilfsbereitschaft der eigenen Mitarbeitenden in den diakonischen Einrichtungen Rechnung zu tragen, hat die Runde die Idee zu einem virtuellen Marktplatz entwickelt. Über zwei Ansprechpartnerinnen aus den diakonischen Einrichtungen wird eine Liste erstellt, wer welche Sachspenden abzugeben hat. Gehen dann Anfragen in der Flüchtlingsberatungsstelle des Diakonischen Werks ein, können die Mitarbeitenden dort die entsprechende Adresse weitergeben. „So können wir flexibel reagieren, wenn wieder neue Menschen in unsere Region kommen“, begrüßt Flüchtlingsberater Lang die Idee.

Ein weiterer Bereich, in dem die diakonischen Einrichtungen sehr gut unterstützen können, ist die Bereitstellung von Praktikumsplätzen für Flüchtlinge. „Das ist inzwischen fast ohne bürokratische Hürden leicht möglich“, sagt Manfred Kröger, stellvertretender Geschäftsführer des Diakonischen Werks im Kirchenkreis. Pastorin Sabine Sievers, Oberin im Diakonissenmutterhaus, nennt zahlreiche Arbeitsbereiche, in denen Flüchtlinge tätig werden können: „Da gibt es die Alten-, Behinderten- und Krankenpflege, Hauswirtschaftliche Dienste, Logistik, Verwaltung und vieles mehr.“ Die Flüchtlingsberater Lang und Golegos halten Praktika für einen wichtigen Schritt zur Integration. Deswegen hoffen alle Beteiligten, dass auch andere Unternehmen weitere Plätze bereitstellen.

Golegos stellt noch einmal heraus, wie wichtig Kommunikation und soziale Kontakte für die geflüchteten Menschen sind. Neben der Bereitstellung von Praktikumsplätzen sind deshalb die Aktivitäten vor Ort in den Flüchtlingsinitiativen der Kirchengemeinden von großer Bedeutung. Sie müssen nach dem Dafürhalten aller Anwesenden auch finanziell unterstützt werden, damit sie weiterhin flexibel und vor allem unbürokratisch helfen können. „Die Spenden unserer Mitarbeitenden für die Flüchtlingsarbeit vor Ort leiten wir weiter und legen selbst was oben drauf“, sagt Richter. Wendland-Park informiert die Runde, dass die Mitarbeitenden der Rotenburger Werke bereits in Aussicht gestellt hätten, einen Teil ihrer Rest-Cent-Aktion für die Flüchtlingsarbeit vor Ort geben zu wollen. Verteilt werden soll das Geld ebenfalls über die Flüchtlingsberatungsstelle des Diakonischen Werks. Wer spenden möchte, kann das tun auf das Spendenkonto des Kirchenkreises Rotenburg bei der Sparkasse Rotenburg-Bremervörde, IBAN DE40 2415 1235 0025 1585 85. Wer sich in den Unterstützerkreisen der Kirchengemeinden engagieren möchte, erfährt den Ansprechpartner über die jeweiligen Kirchenbüros.

„Es ist beeindruckend, was in unserer Region bereits läuft. Für uns in Kirche und Diakonie ist es selbstverständlich, hier zu unterstützen und Neues anzustoßen. Die gewachsene Rotenburger Verbundenheit von Kirchenkreis und den diakonischen Einrichtungen bewährt sich gerade bei solchen Herausforderungen“, freut sich Richter.

 

 

 

 

DATUM

25. September 2015

AUTOR

Anette Meyer
BILDER (1)
Hatten viele Ideen zur Unterstützung der Flüchtlingsarbeit: Matthias Richter (von links), Susanne Briese, Jutta Wendland-Park, Christina Golegos, Manfred Kröger, Eckhard Lang und Sabine Sievers.
Hatten viele Ideen zur Unterstützung der Flüchtlingsarbeit: Matthias Richter (von links), Susanne Briese, Jutta Wendland-Park, Christina Golegos, Manfred Kröger, Eckhard Lang und Sabine Sievers.
Hatten viele Ideen zur Unterstützung der Flüchtlingsarbeit: Matthias Richter (von links), Susanne Briese, Jutta Wendland-Park, Christina Golegos, Manfred Kröger, Eckhard Lang und Sabine Sievers.