Der Kirchenkreis Rotenburg

So ist Kirche hier im Kirchenkreis Rotenburg. Das macht sie. Dazu ist sie in unserer Welt nützlich und notwendig. Das sind die Menschen, die sich hier engagieren. Das sind ihre Erfahrungen, Ideen und Ziele. Und immer wieder wird deutlich: In dieser Kirche ist Platz, um selbst dabei zu sein, mitzuerleben und auch mitzugestalten.

Berichte aus dem Kirchenkreistag

Der Kirchenkreistag Rotenburg traf sich zu seiner letzten Sitzung in dieser Legislaturperiode. Wichtige Themen waren die Verabschiedung des Finanzplans für 2019/2020, der Bericht des Superintendenten sowie die Übergabe der Urkunden für die geförderten Projekte aus dem Innovationsfonds.

 

Gute Basis für die Zukunft“

Kirchenkreistag verabschiedet Finanzplan für die nächsten zwei Jahre

Einstimmig hat der Kirchenkreistag Rotenburg auf seiner jüngsten Sitzung im Finteler Gemeindezentrum den Wirtschaftsplan für die Jahre 2019/2020 verabschiedet. Änne Böhling vom Kirchenamt in Verden hat ihn den Delegierten vorgestellt.

Danach umfasst der Etat für 2019 ein Volumen von rund 4,82 Millionen Euro. Die Gelder fließen in die Kirchengemeinden sowie in die Institutionen des Kirchenkreises. So gehen beispielsweise im nächsten Jahr 336.000 Euro aus Kirchensteuermitteln direkt in das Diakonische Werk des Kirchenkreises mit seinem Beratungsangebot für Menschen in Notlagen.

Der Gesamtetat liegt für 2019 allerdings höher als zunächst veranschlagt. Das liegt laut Böhling an allgemeinen Tarifsteigerungen und auch daran, dass die Landeskirche Hannovers jetzt auch für Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter auf den Tarifvertrag Öffentlicher Dienst Sozial- und Erziehungsdienst (TVöD SuE) umgestellt hat. Das war 2017 bereits für Erzieherinnen und Erzieher in kirchlichen Kita-Einrichtungen erfolgt. Für diese Mehrausgaben stellt die Landeskirche aber die zusätzlichen erforderlichen Mittel von 100.000 Euro zur Verfügung, so dass Einnamen und Ausgaben wieder ausgeglichen sind.

„Für das Jahr 2019 erreichen wir eine schwarze Null“, ist das Fazit der stellvertretenden Leiterin des Kirchenamts Verden. Besonders erfreulich ist dabei in ihren Augen, dass nach Wegfall der Diakonenstelle für Seniorenarbeit in der Region Rotenburg durch den Eintritt der Mitarbeiterin in den Ruhestand die Stelle nicht eingespart wird, sondern eine neue für Besuchsdienstarbeit geschaffen werden soll.

Ebenfalls sieht der Finanzplan nach ihrer Einschätzung auch für 2020 nicht schlecht aus. Dort liegen die Planungen bei einem Volumen von 4,77 Millionen Euro. Allerdings wird in jenem Jahr möglicherweise auf Rücklagen zurückgegriffen werden müssen. Sie werden für zusätzliche Projekte und die Finanzierung des Innovationsfonds benötigt und betragen 33.000 Euro. „Der Betrag reduziert sich aber, wenn die Personalkostensteigerung nicht in eingeplanter Höhe eintritt oder die Refinanzierung durch die Landeskirche höher ausfällt als jetzt veranschlagt“, sagt Böhling.

Eine genaue Berechnung der landeskirchlichen Zuweisungen sei im Moment noch nicht möglich, da diese nach einem bestimmten Schlüssel erfolgen, der erst noch bekannt gegeben wird. Als positiv bewertet Böhling aber, dass die Rücklagenentnahme für 2020 um 5.000 Euro geringer ausfallen wird, als sie im Gesamtplan von 2015/2016 ursprünglich vorgesehen war. „Mit dieser Wirtschaftsplanung hat der Kirchenkreis Rotenburg eine gute Basis für die Jahre 2021 und 2022 geschaffen, in denen die Landeskirche ihre Zuweisungen reduzieren wird“, ist Böhlings Fazit.

Die Planungen für den nächsten Haushalt wird der Kirchenkreistag in dieser Zusammensetzung nicht mehr vornehmen. Seine Amtszeit endet mit dem Kalenderjahr 2018. Der neue Kirchenkreistag wird sich im Februar 2019 konstituieren. Der vom amtierenden Gremium verabschiedete Finanzplan für 2019/2020 liegt vom 17. bis 18. Januar in der Superintendentur öffentlich aus.

 

Kreativität ist gefragt

Kirchenkreistag Rotenburg: Superintendent Blömer spricht über Vakanzen

Seinen ersten Bericht aus dem Kirchenkreis Rotenburg gab Superintendent Michael Blömer während der jüngsten Sitzung des Kirchenkreistags in Fintel. Der 52-Jährige Theologe ist erst seit knapp vier Wochen im Amt. In dieser kurzen Zeit hat er versucht, viele Kolleginnen und Kollegen und viele der 16 Kirchengemeinden im Kirchenkreis kennenzulernen. „Ich habe viel Offenheit und Freundlichkeit gespürt. Ich bin hier herzlich willkommen. Das macht mir die Sache leicht“, sagt Blömer.

Wichtigstes Thema seiner jungen Amtszeit wird zunächst die Besetzung zahlreicher offener Pastorenstellen im Kirchenkreis Rotenburg sein. So gibt es beispielsweise in der Stadtkirchengemeinde Rotenburg seit zwei Wochen eine Vakanz, in der Rotenburger Michaelsgemeinde steht eine Pensionierung an, in Sottrum verlässt ein junger Kollege das Team, um seine Doktorarbeit zu schreiben, und in Schneverdingen wird in der Peter-und-Paul-Gemeinde eine Stelle frei, weil sich eine Theologin beruflich neu orientieren wird.

Viele dieser Stellen können für einen Übergang durch Gastdienstler besetzt werden. Das sind pensionierte Pastoren, die für eine gewisse Zeit eine Pfarrstelle übernehmen. Auch wird ab Anfang nächsten Jahres die Stelle des „Springerpastors“ im Kirchenkreis wieder besetzt.

Darüber hinaus plädiert Blömer für kreative Ideen. „Ich bin im Gespräch mit meinen Superintendenten-Kollegen in den benachbarten Kirchenkreisen. Vielleicht gibt es dort Pastorinnen oder Pastoren, die ihre Stelle gern aufstocken möchten und die wir ausleihen können“, ist eine Idee von ihm. Auch ist es in seinen Augen denkbar, den Stellenanteil von Pfarrsekretärinnen aufzustocken, um Pastoren von Verwaltungsarbeit zu entlasten. Zudem könnten Diakone und Religionslehrer an der einen oder anderen Stelle eingesetzt werden. „Da haben wir noch Möglichkeiten, die wir ausprobieren können“, sagt Blömer. Er freut sich, dass zumindest die vakante Stelle in Scheeßel zum Februar 2019 wieder besetzt sein wird.

Am Ende der Sitzung verabschiedete er die Mitglieder und die Stellvertreter des Kirchenkreistags Rotenburg, denn ihre Amtszeit endet mit Ablauf des Jahres. Es war die letzte Sitzung in dieser Zusammensetzung. In einem Gottesdienst danke der Superintendent den Delegierten für ihr Engagement für den Kirchenkreis Rotenburg. Der neue Kirchenkreistag konstituiert sich Anfang 2019.

 

Kreativ und nachahmenswert

Kirchenkreistag Rotenburg fördert Kirchengemeinden aus Innovationsfonds

Zum sechsten Mal hat der Kirchenkreis Rotenburg Projekte aus den Kirchengemeinden mit seinem Innovationsfonds unterstützt. Während der seiner Kirchenkreistagssitzung in Fintel übergab der Vorsitzende Hartmut Ladwig die Urkunden an die Projektträger.

Unterstützt werden laut Satzung Projekte und Initiativen, die neu sind im Kirchenkreis und von anderen nachgemacht werden können, oder die Menschen erreichen, die bisher von den Aktivitäten der Kirche in der Region nicht angesprochen wurden. Außerdem können solche mit einer Förderung rechnen, die von der Basis initiiert sind und vornehmlich von Freiwilligen getragen werden können und solche, die helfen, Ressourcen zu schonen. „Dabei orientiert sich die Höhe der Fördersumme nicht am Finanzierungsplan, sondern sie ist als Wertschätzung der Idee gedacht“, erläutert Ladwig. „Es können auch Projekte prämiert werden, die gar nichts kosten.“

In diesem Jahr wurde mit einem Betrag von 2.000 Euro die inklusive Sommerfreizeit der Evangelischen Jugend der Kirchenregion Brockel/Kirchwalsede/Visselhövede in Kooperation mit den Rotenburger Werken ausgezeichnet. Diakon Jörg Pahling und Bernd Luttmann, Gemeindepädagoge in Ausbildung, berichteten über die Durchführung. 42 jugendliche Teilnehmende mit und ohne Behinderungen waren zusammen nach Griechenland gereist und hatten dort an einem gemeinsamen Programm wie etwa Workshops, Wanderungen, Andachten aber natürlich auch Badespaß am Strand teilgenommen. Begleitet wurden sie von zwölf Mitarbeitenden. Dieser Personalschlüssel war besonders hoch, weil die Jugendlichen mit Behinderung besondere Betreuung benötigen. Auch die Vorbereitungszeit war viel höher als bei Freizeiten ohne Beteiligung von Menschen mit Behinderungen. Doch für Pahling steht fest: „Der Aufwand hat sich gelohnt.“

500 Euro bekam das Projekt „Kumm man röver“ der Kirchengemeinde Kirchwalsede. Sie möchte damit eine begehbare Telefonzelle als öffentlichen Bücherschrank einrichten. Das soll ein weiteres Element zur Belebung des Platzes rund um die Kirche werden. „Wir möchten diesen ehemaligen Friedhof als Kirchhof aufwerten“, erläuterte Almuth Quehl vom Kirchenvorstand Kirchwalsede den Mitgliedern des Kirchenkreistags. Der Bereich soll zu einem Ort der Begegnung mit Sitzgruppe, Bienenwiese und Obstbäumen werden.

Ebenfalls je 500 Euro erhielten das Projekt „Sing einfach“ der Kirchengemeinde Lauenbrück, mit dem Menschen niederschwellig zum Singen eingeladen werden sollen, sowie die Projekte „Volksfest meets Volkskirche“ zum Heideblütenfest und das „Buchenlabyrinth“ der Gemeinde Peter und Paul in Schneverdingen.

„Ich freue mich sehr über die vielen kreativen Ideen“, sagte Hartmut Ladwig als Vorsitzender des Kirchenkreistags. Er hofft auf viele neue Anträge für den nächsten Förderzeitraum.

 

DATUM

10. Dezember 2018

AUTOR

Anette Meyer
BILDER (3)
Änne Böhling, stellvertretende Leiterin des Kirchenamts in Verden stellt den Wirtschaftsplan vor
Superintendent Dr. Michael Blömer fühlt sich offen und freundlich im Kirchenkreis Rotenburg aufgenommen.Hatmut Ladwig, Vorsitzender des Kirchenkreistags Rotenburg (von links), verteilt Urkunden an Almuth Quehl, Bernd Luttmann und Jörg Pahling.
Änne Böhling, stellvertretende Leiterin des Kirchenamts in Verden stellt den Wirtschaftsplan vor

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