Der Kirchenkreis Rotenburg

So ist Kirche hier im Kirchenkreis Rotenburg. Das macht sie. Dazu ist sie in unserer Welt nützlich und notwendig. Das sind die Menschen, die sich hier engagieren. Das sind ihre Erfahrungen, Ideen und Ziele. Und immer wieder wird deutlich: In dieser Kirche ist Platz, um selbst dabei zu sein, mitzuerleben und auch mitzugestalten.

Zuhörbude und Adventscafé gegen Einsamkeit

Weihnachten macht es sich besonders bemerkbar. Menschen, die allein leben und auch solche, die nicht so viel Geld zur Verfügung haben, wird ihre Situation besonders stark vor Augen geführt. „Die Panik geht bei einigen schon wieder los. Da kommen viele Gefühle hoch“, sagt Angela Hesse, Geschäftsführerin des Diakonischen Werks im Kirchenkreis Rotenburg.

Sie betreut Menschen mit seelischen Belastungen beim Frühstückstreffen und beim offenen Mittagstisch jeweils in Rotenburg und sie kennt viele Beispiele: Wer etwa alt und allein mit seinem Rollator über den Weihnachtsmarkt schiebt und keine fröhliche Familie an seiner Seite hat, spürt viel mehr, dass er einsam ist. „Wer reicht ist, bucht sich vielleicht eine Kreuzfahrt und hat dadurch Gesellschaft“, sagt Hesse. Auch Arbeitslose, die nicht im Kollegenkreis an einer Bude Glühwein trinken können, wird viel stärker vor Augen geführt, dass sie aus einem wichtigen Teil der Gesellschaft ausgeschlossen sind.

„Armut und Einsamkeit sind Themen, mit denen wir auch in Rotenburg zu tun haben“, sagt Hesse. Die Sozialpädagogin hatte deshalb die Idee, auf dem diesjährigen Rotenburger Weihnachtsmarkt eine Zuhörbude zu errichten. Sie wird durch ein Banner mit Aufschrift „Diakonisches Werk“ zu erkennen sein und neben der Bühne ihren Platz haben. In einem kleinen, geschützten Raum können Menschen bei Kaffee und Keksen über Dinge reden, die sie bewegen, stören oder die sie schon immer mal sagen wollten. „Wir wollen den Menschen zuhören, die sonst keine Stimme haben“, sagt Hesse, die den Stand zusammen mit der Kirchenkreissozialarbeiterin Ellen Keusen betreuen wird. Er ist geöffnet jeweils montags (3., 10., und 17. Dezember) von 15 bis 18 Uhr.

Ein weiteres Angebot in den Räumen der Kontaktstelle des Diakonischen Werks in der Goethestraße 19 ist das Adventscafé. Es ist zu erreichen über den Hinterhof. Dort gibt es die Möglichkeit, in gemütlicher Runde zusammen zu sein. Es gibt Gespräche und Angebote zum Malen, Basteln, Spielen oder Handarbeiten. Auch werden Geschichten gelesen oder es wird gesungen. „

Ralf Pekrun hat das Adventscafé vor rund 30 Jahren in seinem Wohnzimmer gegründet. „Er hatte bemerkt, dass es so vielen Menschen hier nicht gut geht“, erläutert Hesse. So lud der Altenpfleger aus Rotenburg erstmals zwölf Personen in seine Wohnung ein – mehr Platz hatte er nicht. Das war der Beginn des Adventscafés, zu dem er rund zehn Jahre zu sich Zuhause einlud. Als Anfang der 2000er Jahre die Kontaktstelle des Diakonischen Werks öffnete, zog Pekrun, der inzwischen auch Unterstützung durch seine Lebensgefährtin Sylvia Bandermann bekommen hatte, mit dem Café in diese Räumlichkeiten um und die beiden weiteten das Angebot aus. Sie betreiben dort mittwochs und samstags jeweils von 14 bis 17 Uhr einen Kreativ-Treff. An den vier Adventssamstagen bieten sie weiterhin das Café an. Dafür werden die Teilnehmenden gebeten, selber Kaffee oder Kuchen mitzubringen oder sich mit 1,50 Euro an den Unkosten zu beteiligen.

Sowohl die Zuhörbude als auch das Adventscafé erfordern keine Anmeldung. Jeder ist willkommen.

 

 

 

DATUM

30. November 2018

AUTOR

Anette Meyer
BILDER (1)
Angela Hesse möchte Menschen erreichen, die besonders in der Weihnachtszeit ihre Armut und Einsamkeit spüren
Angela Hesse möchte Menschen erreichen, die besonders in der Weihnachtszeit ihre Armut und Einsamkeit spüren
Angela Hesse möchte Menschen erreichen, die besonders in der Weihnachtszeit ihre Armut und Einsamkeit spüren

KONTAKTE

Angela Hesse

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Diakonisches Werk
Angela
Hesse
Geschäftsführerin
Glockengießerstr. 17
27356
Rotenburg-Wümme
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