Andachten

Kurz innehalten. Sich für einen Moment besinnen, woher wir eigentlich kommen, was wichtig ist im Leben. Dabei helfen uns kurze Andachten. Die Pastorinnen und Pastoren des Kirchenkreises Rotenburg verfassen jede Woche zwei Zeitungsandachten für die Rotenburger Rundschau und die Rotenburger Kreiszeitung. Wir veröffentlichen sie hier und schaffen damit ein Archiv, auf das Sie zurückgreifen können, wann immer Sie möchten. Denn: Ihre Zeitung werfen Sie irgendwann in den Papierkorb. Die Andachten behalten jedoch ihre Gültigkeit jenseits der Tagesaktualität.

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Sa. 10.08.13
„Merci, dass es mich gibt!“
Thomas Steinke
„Merci, dass es mich gibt!“

Was sollen sie lernen, die über 72.000 Kinder, die heute niedersachsenweit eingeschult werden? „Lesen, schreiben, rechnen natürlich!“, ist der erste Impuls. Bei weiterem Nachdenken wird schnell klar, dass es im Leben doch um mehr als das ABC und das Einmaleins geht. Entscheidend ist nicht nur reine Wissensvermittlung. In den Lehrplänen der verschiedenen Schulformen wurde in den vergangenen Jahren mit Recht der Kompetenzerwerb betont: Dass Schülerinnen und Schüler z.B. Prozesse einüben, dass sie in vergleichbaren Situationen selbstständig Dinge sich erarbeiten oder gestalten können usw.
Andere Tendenzen wie verkürzte Schulzeiten, Fokussierung auf Noten und Abschlüsse oder später verschulte Studiengänge werfen bei mir allerdings die Frage auf: Welche Ziele verfolgen wir tatsächlich in unserem Bildungssystem, ja in unseren Familien und in unserer Gesellschaft überhaupt?
Für mich sind das lohnende Ziele bei der Erziehung von Kindern und Jugendlichen: Dass diese glücklich und selbstbewusst sind, kooperativ und verlässlich, dass sie zu verantwortungsbewussten Erwachsenen werden.
Das ist mein Wunsch fürs neue Schuljahr, dass wir die Heranwachsenden ermutigen: „Wie gut, dass wir verschieden sind!“ – „Du musst nicht immer die Beste, der Schnellste… sein!“ – „Gemeinsam schaffen wir’s, gemeinsam geht’s besser!“ – „Fehler gehören zum Lernen dazu!“

Im Einschulungsgottesdienst werde ich es den Erstklässlern jedenfalls zusagen: „Vergiss es nie: Dass du lebst, war keine eigene Idee, und dass du atmest, kein Entschluss von dir.

Vergiss es nie: Dass du lebst, war eines anderen Idee, und dass du atmest, sein Geschenk an dich. Du bist gewollt, kein Kind des Zufalls, keine Laune der Natur, ganz egal, ob du dein Lebenslied in Moll singst oder Dur. Du bist ein Gedanke Gottes, ein genialer noch dazu. Du bist du, das ist der Clou, ja der Clou. Ja, du bist du!“ (Jürgen Werth)
Und nicht nur den Einschulungskindern, sondern uns allen wünsche ich, dass wir Gott, unserem Schöpfer, so danken können: „Merci, dass es mich gibt!“ – oder wie es der Psalmbeter sagt: „Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin!“ (Psalm 139,14)

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Thomas Steinke

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Superintendentur
Thomas
Steinke
Pastor
Rotenburger Str. 11
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So. 14.07.13
Bittet, so wird euch gegeben!
Werner Hagedorn
Bittet, so wird euch gegeben!

„Bittet, so wird euch gegeben“, sagte Jesus. Wie ist das, wenn Menschen einander um etwas bitten? Bei Tisch kann ich sagen: „Reich mir doch bitte das Salz!“ Niemand wird antworten: „Hol's dir selber!“ Sondern die Person, die ich angesprochen habe, wird mir das Salzfässchen reichen. Wenn ich bei Tisch gebeten werde, jemand anders etwas zu reichen, freue ich mich. Gern erfülle ich die Bitte, und ich reiche nicht nur das Salzfässchen, sondern schenke dem andern auch noch einen freundlichen Blick und ein nettes Wort: „Aber gerne!“ Dagegen spreche ich nicht so gern eine Bitte aus. Ich möchte nicht stören, niemandem lästig werden. Bitten fällt schwer, trotz des Umkehrschlusses: Ich helfe andern gern, also helfen mir andere ebensogern. Wir leben in einer Gesellschaft, in der wir stark, erfolgreich und unabhängig sein sollen. An mir selber beobachte ich: Ich spiele lieber die Rolle dessen, der geben und helfen kann, als die Rolle dessen, der bitten muss.
 

Wie aber verhält es sich, wenn ein Mensch um Asyl bittet, also um Schutz für Leib und Leben? Möglicherweise hängt sein Leben von der Erfüllung der Bitte ab. Er richtet diese Bitte aber nicht an einen Menschen, sondern an eine Institution. Er bringt sie vor der zuständigen Stelle vor. Er muss sein Asyl beantragen. Was einem Menschen bei Tisch nicht einfallen würde: dem Gegenüber eine Bitte um etwas fast Belangloses abzuschlagen, das vollführen von Menschen eingerichtete Institutionen mit mechanischer Routine: Die Bitte ums Überlebendürfen abzuschlagen. Einer alleinerziehenden Mutter gelingt es nicht, ihre Kinder bis zum Monatsende zu versorgen. Ihre Anträge und Bitten werden abschlägig beschieden. Das menschliche Kollektiv erhört weder die Bitte, den Antrag der Mutter noch die stummen Bitten der Kinder. Trotz aller Sonntagsreden über die Bedeutung der Kinder für unser Land und unsere Zukunft.

 

„Bittet, so wird euch gegeben!“ Ich denke, Jesus prophezeite eine menschliche, eine lebenswerte und liebenswerte Gesellschaft. In ihr würde es um das Erfüllen des Willens Gottes gehen. Darum sind unsere Bitten an Gott: „unser tägliches Brot gib uns heute ...“ immer zugleich die Bitte um eine gerechte Gesellschaft. Für das Erhören der lauten und noch mehr der leisen Bitten sind Gott und Mensch gemeinsam verantwortlich.

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Werner Hagedorn

Werner
Hagedorn
Pastor i.R.
27356
Rotenburg
Mo. 08.07.13
Urlaub zu Hause?
Jens Ubben
Urlaub zu Hause?

Gehören Sie auch zu der Gruppe Menschen, die an unbekannten Orten kaum zu bremsen sind und eine Sehenswürdigkeit nach der anderen entdecken wollen? Da wird keine Attraktion ausgelassen, kein interessanter Platz ist mehr sicher. Fern von der Heimat ruft fast alles Neugierde hervor. Nur zu Hause, da wo ich wohne und lebe, habe ich bei weitem noch nicht alles erkundet, was es zu entdecken gibt. Manche Ziele steuere ich nur an, wenn ich sie Besuchern zeigen möchte. Komisch! Ob das was für mich wäre, zu Hause Urlaub zu machen?

Die Frage können wir nur beantworten, wenn wir überlegen, warum wir eigentlich Urlaub machen. Meine Erfahrung: Wenn wir mit Menschen über Urlaub reden, erfahren wir etwas über Sehnsüchte. Denn fast alle wollen im Urlaub etwas erleben, was im Alltag nicht vorkommt.

Viele nutzen Urlaub, um von etwas wegzukommen. Mal weit weg sein dürfen. Vertrautes hinter sich lassen für eine Zeit. Das ist sicher wichtig, aber auch ein merkwürdiger Ansatz. Sollte Urlaub nicht weniger ein Wegkommen sein, sondern vielmehr ein Ankommen? Ein Ankommen bei mir selbst? Dabei kann es natürlich hilfreich sein, eine andere Umgebung anzusteuern, vielleicht einen Strand, Inspiration durch Kultur, Zeit für Lesen, Natur und vieles mehr. Aber das Drumherum ist ja nicht das Eigentliche. Am Ende des Urlaubs möchte ich sagen können: Ich bin mir selbst ein Stück näher gekommen!

Kennen Sie die biblische Geschichte von Jona? Der hatte so viel Angst davor, sich mit Gottes Herausforderungen beschäftigen. Und das heißt eben auch: Mich mit mir selbst beschäftigen, mit dem, was mich im Tiefsten ausmacht. Jona suchte lieber das Weite. Und buchte kurzerhand einen Platz auf dem nächsten Schiff. Doch seine Flucht klappte nicht: Er fiel über Bord, wurde von einem Wal verschluckt. Und genau da an Land gespuckt, wo er sich den Fragen seines Lebens stellen musste.

Urlaub heißt ankommen. Manchem, der lieber weit fährt, würde das vielleicht zu Hause sogar leichter fallen. Kommen Sie gut bei sich an!

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Jens Ubben

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Gemeindebrief
Pastor/-innen
Jens
Ubben
Pastor
Große Straße 16
27383
Scheeßel
Tel.: 
(04263) 4920
Fr. 21.06.13
Toleranz
Karin Klement
Toleranz

Wer die Bilder aus Istanbul sieht, erschrickt, empört sich. Zumeist junge Menschen, sogar Familien mit Kindern werden mit harten Wasserstrahlen der Polizei über die Straße gejagt. Tränengas brennt in ihren Augen. Mit Schlagstöcken prügeln Männer in Uniform wehrlose Frauen nieder. Öffentliche Proteste, Widerstand gegen den Abriss des symbolträchtigen Gezi-Parks erschüttern die langgepflegte Selbstherrlichkeit des türkischen Ministerpräsidenten. Widerspruch kann er nicht dulden; unzählige Oppositionelle wanderten bereits in Gefängnisse, Reporter werden massiv eingeschüchtert, Ärzte, die den Verletzten helfen, bekommen Druck von oben. Erdogan duldet keine Kritik an seiner Politik; er wehrt sich mit aller Macht, die ihm der Staat bietet.

Wer die Bilder aus Istanbul sieht, leidet mit, als ob er selbst die Schläge ertragen müsste. Zorn brennt auf, Wut, die zurückschlagen will. Jesus ging in den Tempel, trieb alle Verkäufer und Käufer heraus, stieß die Tische der Geldwechsler um und sprach zu ihnen: Gottes Haus soll ein Bethaus sein, ihr aber macht eine Räuberhöhle daraus!

Überall, wo Menschen sich ungerecht behandelt fühlen, äußern sie Protest, werden sogar handgreiflich. Ruhig zu bleiben fällt extrem schwer. Dennoch braucht es die Begrenzung der Gewalt; sie geht einher mit der Bereitschaft zum Erdulden. Toleranz ist eine geistige Einstellung, eine innere Haltung; ich kann sie nicht von anderen fordern, ohne mich selbst darum zu bemühen. Deeskalation fängt in mir – der innerlich Aufgewühlten – an.

Jesus sagt: Liebt eure Feinde. Denn Gott lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute, lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.

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Karin Klement

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
Pastor/-innen
Karin
Klement
Pastorin
Große Str. 8a
27374
Visselhövede
Tel.: 
(04262) 2824
So. 16.06.13
Sich trauen zu bitten
Matthias Richter
Sich trauen zu bitten

Ein Junge bemühte sich vergeblich, einen riesigen Stein hochzuheben. Der Schweiß rann ihm von der Stirn. Sein Vater schaute zu und sagte schließlich: „Du setzt ja nicht deine ganze Kraft ein!“ „Natürlich“, rief der Junge, „das siehst du doch!“. Der Vater widersprach: „Das stimmt nicht. Du hast mich noch nicht um Hilfe gebeten!“

Ich bin sicher, der Junge hat was gelernt. Denn wenn es wichtig und richtig ist, dass der Stein gehoben werden muss, dann ist es genauso richtig und wichtig, um Hilfe zu bitten und Unterstützer zu suchen.

Zu meiner Tätigkeit für Kirche und Diakonie gehört es, dass ich selbst viele Menschen bitte und Unterstützer suche für soziale Aktionen. Außerdem ermutige ich viele Gremien und Kirchenvorstände, dass sie es ihrerseits wagen zu bitten und sich Unterstützer für die Projekte suchen, die sie angehen wollen. Oft suchen wir Menschen, die uns Geld spenden. Häufig geht es auch um gespendete Zeit und praktische Hilfe, manchmal auch um konkrete Gegenstände. Gemeinsam lässt sich viel bewegen: Da können Schwerstbehinderte Ausflüge machen, auch wenn die Krankenkasse das nicht vorsieht. Da können Jugendliche von der Straße geholt und begleitet werden, auch wenn das Gemeindebudget das nicht hergibt. Da können Sterbende und ihre Angehörige so betreut werden, wie ich es auch einmal für mich erhoffe. Für all solche Projekte bitte ich andere um Hilfe, um Zeit und Geld.

„Ist Ihnen das nicht peinlich,“ werde ich manchmal gefragt, „die Leute so zu nerven?“ Nein, das ist es mir nicht. Denn wenn der Stein gehoben werden muss, dann darf man sich nicht zu schade sein, sich Unterstützer zu suchen. Und außerdem ist eine höfliche und transparente Bitte niemals peinlich oder nervend, sondern schlicht menschlich. Viele Aufgaben in der Kirche, in der Arbeit mit behinderten oder kranken Menschen sind eben nur mit Unterstützern zu lösen. Mit Menschen, die über sich selbst hinausdenken. Allen anderen Behauptungen zum Trotz: Viele Menschen helfen gerne, Gott sei Dank.

Wahrscheinlich ist es ein guter Weg, das Glück zu finden: Sich trauen zu bitten. Und auf solche Bitten zu antworten. Und am Ende ist der Stein gehoben.

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Matthias Richter

Matthias
Richter
Theologischer Direktor des Agaplesion Diakonieklinikums
Elise-Averdiek-Straße 17
27356
Rotenburg
Tel.: 
(04261) 77-0
Mo. 10.06.13
Mensch ärgere dich nicht!
Werner Hagedorn
Mensch ärgere dich nicht!

„So kommen wir nie los!“ ärgert sich die Mutter. Ihre kleine Tochter sucht nach den Schuhen. „Ich habe dir doch vorhin Bescheid gesagt, dass wir gehen wollen! Nie hast du deine Sachen beieinander!“ Die Stimmung ist im Keller. Ärger hat von der Mutter Besitz ergriffen.

 

Ist Ihnen schon einmal der genaue Sinn des kleinen Satzes aufgefallen: „Ich ärgere mich?“ Wer ärgert wen? Das kleine Mädchen seine Mutter? Nein! Die Mutter ärgert sich selbst! Sie geht nicht auf ihre Tochter ein, sondern lässt ihre eigene schlechte Laune auf sie los. Sie bildet sich ein, die Tochter ärgere sie. Die war in Gedanken vielleicht noch bei ihrem abgebrochenen Spiel. Der selbstgemachte Ärger vergiftet der Mutter den Stoffwechsel und außerdem ihrer Tochter und ihr selber den Tag. Wir selber sind es, die uns ärgern!

 

„Nun bleib doch gleich stehen!“ blafft der Mann auf dem Beifahrersitz seine Frau an. Seine Hand ist geschient, die Frau muss fahren. Vorsichtig steuert sie dicht an der endlosen Lkw-Schlange entlang. Dem Mann geht es zu langsam. Er verurteilt an seiner Frau, was er an ihrer Stelle selber täte: Mit der Geschwindigkeit nach dem eigenen Gefühl zu gehen. Die Frau tut nichts Verwerfliches, sondern genau das Richtige. Nicht sie ärgert ihren Mann, sondern er sich selbst. Damit verdirbt er sich und seiner Frau das Zusammensein.

 

Ärger ist ein Aggressionsmittel. Er schüchtert die andern ein. Sie sollen sich nach dem Willen des ärgerlich Gewordenen, nicht nach ihrem eigenen Willen verhalten. Die Situation wird als unbefriedigend empfunden und soll im eigenen Sinn verbessert werden. Aber der Ärger verschlimmert sie. Der Mensch, der sich ärgert, geht nicht geduldig und liebevoll ein auf das, was ist. Er ist nicht im Kontakt. Wäre die Mutter bei ihrer Tochter und sähe, was mit ihr los ist, könnte sie sie necken und aus dem Suchen der Schuhe ein Spiel machen. Das würde schneller zum Ziel führen. Der Mann würde die Anspannung seiner Frau wahrnehmen und ihr beim anstrengenden Fahren beistehen, indem er zum Beispiel sagt: „Schon mühsam, diese vielen Lkws!“ Dann würden er und seine Frau während der Fahrt ihre Gemeinsamkeit genießen.

 

„Eure Rede sei Ja, ja; nein, nein. Alles darüber ist von Übel“, sagte Jesus. Wir sollen einander durchaus mitteilen, was wir denken. Unser Ärger aber trägt dazu nie etwas Produktives bei. Der Name des alten Spieles bringt eine große Lebensweisheit zum Ausdruck: „Mensch ärgere Dich nicht!“

 

Werner Hagedorn

Pastor der Auferstehungsgemeinden Rotenburg

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Werner Hagedorn

Werner
Hagedorn
Pastor i.R.
27356
Rotenburg
Mo. 10.06.13
Sitzenbleiben kann jede(r)
Sitzenbleiben kann jede(r)

In gut zwei Wochen gibt es in Niedersachsen Zeugnisse. Für die einen bedeutet das 'weitergehen', für die anderen 'wiederholen'. Denn jährlich bleiben in Deutschland etwa eine Viertelmillion Schülerinnen und Schüler sitzen.

Ist Sitzenbleiben nun eine notwendige Chance, ein wirksames Druckmittel? Oder ist es letztlich nur demotivierend und teuer?

Es ist sicherlich wichtig, über das Sitzenbleiben neu nachzudenken, wie es ja auch die neue Landesregierung tut. Denn Sitzenbleiben klingt wie 'sich nicht bewegen, sich nicht verändern'. Und das kann und darf es nicht sein! Sitzenbleiben macht nur dann Sinn, wenn dadurch etwas oder jemand neu in Bewegung kommt.

So bin ich in diesem Zusammenhang noch auf eine ganz andere Geschichte gestoßen: Genau vor 100 Jahren, am 04.02.1913, wurde die Afroamerikanerin Rosa Parks in Alabama geboren. Sie wuchs in einer Welt auf, die strikt in Schwarz und Weiß geteilt war.

Berühmt wurde sie als 'Frau, die sitzen blieb'. Rosa Parks weigerte sich im Dezember 1955, ihren Platz in einem Linienbus für einen Weißen zu verlassen. Wie schon vor ihr andere Frauen wurde sie deshalb verhaftet. Doch ihr Widerstand verwandelte den Kampf um die Bürgerrechte in eine Massenbewegung, die Amerika veränderte.

Mit ihrem Sitzenbleiben hat sie viele und vieles in Bewegung gebracht. Christina Brudereck drückt das in ihrem Gedicht "Rosa Parks" so aus:

 

Vor 50 Jahren

blieb sie nicht alleine

andere widersetzten sich

setzen sich und standen auf

und der Bus wurde ein Bus-Boykott

und der Bus-Boykott wurde eine Bus-Boykott-Bewegung

und die Bus-Boykott-Bewegung führte zur Befreiung

Vor 50 Jahren

1. Dezember 1955, Amerika

heute, hier

den Moment verstehen

die Würde hüten

eine Welle auslösen

das richtige Wort sagen

Nein! oder Ja!

andere mitreißen

bewegen, befreien

 

Ich wünsche Ihnen und mir, dass wir uns von Rosa Parks ermutigen lassen für neue Schritte und klare Positionen. Denn „sitzenbleiben kann jede(r)“.

 

Ruth Stieber

Mo. 03.06.13
Die Narben einer Stadt
Die Narben einer Stadt

An einem der regnerischen Tage dieser Woche leuchtete ein überraschend sonniger Abend. Die große romanische Kirche wurde in magisches Licht getaucht. St. Michaelis in Hildesheim gilt als Weltkulturerbe –das erschien in diesem Moment unmittelbar einleuchtend. Der Abendblick auf die Basilika war der Abschluss eines Rundgangs durch Hildesheim, das ich einige Jahre nicht gesehen hatte. An manchen Stellen wurden inzwischen alte Gebäude der Stadt restauriert. In den Lücken dazwischen ist auch interessante neue Architektur entstanden. Nach der Renovierung von St. Michaelis zur 1000-Jahr-Feier vor drei Jahren wird jetzt der ganze Dombezirk renoviert. 2015 soll alles fertig sein.

Ich bin beeindruckt von dem Aufwand, der bis heute betrieben wird. Die Stadt soll noch immer etwas zurückbekommen von der Schönheit, die sie früher einmal berühmt machte: das „Nürnberg des Nordens“. Das Ereignis, das solche Anstrengung bis heute nötig macht, liegt mehr als zwei Generationen zurück: Am frühen Morgen des 22. März 1945 warfen 250 Flugzeuge innerhalb von 15 Minuten über 1000 Tonnen Bomben auf die Stadt und zerstörten sie zu 75 %. Die bewunderte Altstadt lag in Schutt und Asche, 1500 Menschen waren gestorben.

Während ich Hildesheim erlebe, gehen meine Gedanken zu zwei anderen Weltkulturerbe-Städten, – beide noch viel bedeutsamer. Damaskus gilt als die älteste durchgängig bewohnte Stadt in der Geschichte der Menschheit, und in Aleppo hat der Legende nach schon Abraham eine Kuh gemolken. Die, die heute in diesen Städten kämpfen, haben für sich selbst gute Gründe. Wahrscheinlich meinen sie, nicht anders zu können. Was sind alte Gebäude gemessen an dem Unrecht, das man bekämpft oder zu bekämpfen glaubt. Und doch werden die Ruinen in diesen Städten noch Generationen später von der Gewalt unserer Gegenwart erzählen, von der Hilflosigkeit der Völker, die zusehen und keinen anderen Weg finden, von der Brutalität, zu der Menschen ganz augenscheinlich fähig sind. Wo erst einmal Krieg ist, gibt es keine Begrenzung mehr.

Ich denke, dass wir auch in unserem Land wieder konsequenter zu der Einsicht in den Ruinen zurückkehren müssen: Krieg darf um der Menschen und um Gottes willen nicht sein! Und mit Kriegswaffen verdient man anständiger Weise kein Geld.

Sa. 25.05.13
„… dem dreimal einen Gott“
Dr. Matthias Wilke
„… dem dreimal einen Gott“

Nach Pfingsten folgt der Trinitatissonntag. Da wird die Majestät des dreieinigen Gottes gefeiert. Wir Christen glauben an einen Gott, der sich in verschiedener Weise uns Menschen zeigt: Gott zeigt sich als Schöpfer des Universums. Gott zeigt sich im kleinen Kind im Stall von Bethlehem, das als Erwachsener gekreuzigt wurde und wieder auferstanden ist, Jesus Christus. Gottes Geist erfüllt uns mit den Gaben des Vertrauens, der Hoffnung und der Liebe. Es ist derselbe und gleiche Gott, der sich in unendlich verschiedener Weise zu erkennen gibt. Man hat versucht, drei Grundströmungen der göttlichen Offenbarung zu erkennen: die Offenbarung Gottes in der Schöpfung, in der Erlösung durch Jesus und in der Heiligung durch den Heiligen Geist.

 

Gern betrachte ich große alte Bäume mit ihrem satten Grün. Sie erinnern mich an die alte Vorstellung vom Lebensbaum. Übertragen auf die Dreieinigkeit Gottes stelle ich mir vor, dass die Wurzel dieses Lebensbaumes Gott, der schaffende Vater selbst ist, welcher alles ins Leben gerufen hat und alles Leben trägt und erhält! Der Baumstamm dieses Lebensbaumes ist der Sohn, Jesus Christus. Die Größe eines Baums erkennen wir am besten durch seinen Stamm. Die Größe Gottes erahnen wir am besten durch seinen Sohn, der in diese Welt gekommen ist, um sie zu erlösen! Der Stamm trägt die Äste und Zweige. Den Lebenssaft eines Baums sehen wir natürlich nicht! Wir sehen aber die schönen Blätter und Früchte! Blätter und Früchte sind ohne den Lebenssaft eines Baumes undenkbar. Diesen Lebenssaft des Lebenssaftes möchte ich mit dem Geist Gottes vergleichen, seine Früchte sind Glaube, Hoffnung, Liebe.

 

Ein Kirchenvater, Gregor von Nazianz, versucht die Dreieinigkeit Gottes so zu erklären: Da ist eine Quelle.Ihr Wasser sammelt sich zu einem kleinen Bach. Dieser Bach gräbt sich nun seinen Weg den Hang hinunter, bis weit hinein in das Tal. Und er wächst dabei, wird größer und mächtiger und wird endlich zu einem richtigen Fluss. Und so haben wir eine Quelle, einen Bach und einen Fluss. Alle drei führen das gleiche Wasser.

 

Genau genommen ist die Lehre von der Dreieinigkeit Gottes nur ein Versuch, das geheimnisvolle Wesen Gottes in Worte zu fassen. Die Legende erzählt vom Begründer der Trinitätslehre, Augustin, dass dieser am Strand ein Kind beobachtete. Dieses Kind lief immer wieder zum Meer, schöpfte Wasser in eine Muschel und goss es in ein Loch. Augustin machte sich über das Kind lustig; „Du willst doch nicht etwa das ganze Meer ausschöpfen?“ Das Kind entgegnete: „Und du willst mit deinem menschlichen Verstand die Dreieinigkeit Gottes erfassen?“

 

Wenn wir nun diesen Trinitatissonntag feiern, sind wir eingeladen, über diese Frage nachzudenken: wo – wie – wann haben wir Gott erfahren. Vielleicht kommen wir sogar mit unseren Mitmenschen darüber ins Gespräch.

 

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Dr. Matthias Wilke

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
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Matthias
Wilke
Pastor
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27386
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(04269) 9320121
Fax: 
04269-2187
So. 19.05.13
Begeistert
Begeistert

Wie gelingt Veränderung? Veränderung ist notwendig in vielen Bereichen. Man müsste alles auf den Kopf stellen, noch einmal von vorn anfangen. Grundsätzlich, andere Strukturen, Erneuerung auf ganzer Linie:, im Finanzgebaren, in der Politik, vor allem in der materiellen Grundorientierung dieser Gesellschaft und auch in der Kirche. Gier, Machtgehabe und Mogelei – das muss anders werden. Wenn nichts Grundlegendes geschieht, wird es sich nicht bessern. Nur leider, was kann ein einzelner Mensch tun?

Gottes Geist begeistert Menschen. Er fährt nicht in Strukturen, er zeigt sich nicht im großen Ganzen, sondern immer in Menschen aus Fleisch und Blut. Begeisterte. Begabte. Und es ist keine Masse. Zwölf Leute waren es an dem Anfang, von dem die Bibel erzählt. Und einer von ihnen wie Petrus ist so begabt, dass er den Mund aufmacht und deutet, was geschieht. Veränderung ereignet sich, indem Gottes Geist in die Menschen kommt. Ein Einfall. Inspiration. Innovation. Und die, die sich dem öffnen, teilen miteinander, was sie begeistert. Die Jungen erzählen den Alten von ihren Zukunftsideen. Die Alten verstecken nicht länger verschämt ihre Träume, die ja noch immer da sind. Sie reden miteinander von dem, was möglich ist. Und sie tun, was sie im Inneren begeistert.

Nicht jede Inspiration verändert die Welt. Aber ohne Inspiration geschieht nichts Lebendiges. Pfingsten erinnert an diese tiefe Wahrheit. Ohne Begeisterung wird sich nichts zum Besseren verändern, - durch den Geist, nicht durch Gewalt.

Manche glauben, früher gab es mehr von Gottes Geist. An dem ursprünglichen Pfingstfest z.B. mit Brausen und Feuerflammen. Aber heute sind wir von guten Geistern verlassen. Ich glaube nicht, dass Gott in unserer Zeit weniger gegenwärtig ist als in anderen. Er geizt nicht ausgerechnet heute und bei uns mit dem Geist, den er auf die Jünger so freigiebig ausgegossen hat. Wir müssen aber den Blick schärfen und Platz lassen für die Begeisterung eines Menschen. In der Begeisterung liegt eine Kraft, die auch uns anstecken kann. Und wir sollten mehr Raum geben für das, was uns selbst inspiriert.

Wenn zwölf ihre Begeisterung teilen, geschieht ein Aufbruch. Mit Gewissheit. Pfingsten heute. Da wird nicht alles anders, aber vieles wird neu in der Kirche, in der Politik und auch im eigenen Leben. In jedem Fall. Es ist gut, wenn wir dabei sind. Gott segne Ihr Pfingstfest!

 

Di. 09.04.13
Die eiserne Lady
Matthias Richter
Die eiserne Lady

Die eiserne Lady ist tot. Am letzten Montag ist die frühere britische Premierministerin Margaret Thatcher im Alter von 87 Jahren gestorben. Davor war sie lange dement, lebte zurückgezogen.

Eigentlich ist das kaum eine Nachricht, die zu großen Gefühlen Anlass gibt. Sie hatte ein langes Leben. Und die großen Zeiten der umstrittenen Dame liegen über 20 Jahre zurück. Für die einen repräsentierte sie die Stärke ihrer Nation. Eine Frau, die anpackt, die endlich mal aufräumt. Für die anderen steht sie für sozialen Kahlschlag und für die Absurdität des Falklandkrieges. Und sie haben nicht ihre Nibelungentreue zum chilenischen Diktator Pinochet vergessen, den sie als aufrechten Kommunistenhasser verehrte.

Jetzt ist sie tot. Eigentlich ein guter Anlass, um noch einmal fair Bilanz zu ziehen. Wären da nicht die Gefühle. Die einen steigern nun ihre Verehrung für eine große Staatsmännin, blenden alles Kritische aus. Sie reduzieren die Lady auf den eindrucksvollen Einsatz ihrer Handtasche und ihre pfiffige Schlagfertigkeit. Die anderen verbrennen öffentlich Porträts von ihr, singen "Ding Dong, die Hex' ist tot!" und schmähen sie posthum als Schlampe.

Natürlich erklärt sich solche fortdauernde Polarisierung mit ihrem Leben, das früher schon nur wenige kalt ließ. Und natürlich wird auch manche Reaktion durch die Medien aufgebläht. Und dennoch beschäftigen mich die Berichte - vielleicht weil ich daran denke, was einmal über mich gesagt wird?

Vielleicht geht es manchen so wie mir, dass sie sich wünschen würden: „Wenn ich einmal soll scheiden, dann erinnert Euch an mich. Seid ruhig ehrlich dabei. Ja, ich habe manches verbockt, habe vieles falsch eingeschätzt. Manchmal war ich kein hilfreicher Zeitgenosse, und es war nicht leicht mit mir. In manchen Sachen war ich aber auch richtig gut. Ein paar Mal war ich wirklich selbstlos. Einige Male konnte man sich ein Vorbild an mir nehmen. Licht und Schatten eben – traut Euch und sprecht über beides. Ich hoffe, dass Euer letztes Urteil nachsichtig ist. Aber wenn das nicht geht, ist es eben auch so. Auf jeden Fall werde ich im Himmel viel über mich selbst lernen – und mit Euch noch viel zu diskutieren haben.“

 

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Matthias Richter

Matthias
Richter
Theologischer Direktor des Agaplesion Diakonieklinikums
Elise-Averdiek-Straße 17
27356
Rotenburg
Tel.: 
(04261) 77-0
Do. 04.04.13
Nimm Dir das Leben!
Jutta Wendland-Park
Nimm Dir das Leben!

Nimm Dir das Leben!

 

Nimm dir das Leben, so heißt es in einem Lied von Udo Lindenberg. Darin erzählt er von einer Freundschaft zwischen zwei „Typen“, die sich einst unsterblich fühlten. Und heute?

„Heut’ stehst du mit einem Bein im Grab

die Welt da draußen macht dich fertig

und du sagst, du hast genug“ so heißt es im Text.

 

Vielleicht fühlen Sie sich bei diesen Zeilen angesprochen, weil das Leben es auch gerade nicht gut mit Ihnen meint. Weil Ihnen alles über den Kopf gewachsen ist; Sie müde und kraftlos geworden sind.

Dann sollten Sie hören, wie es in dem Lied weitergeht. Dort heißt es nämlich:

„Nimm dir das Leben und lass es nicht mehr los

greif’s dir mit beiden Händen

mach’s wieder stark und groß.

Nimm dir das Leben

Und gibt’s nie wieder her

Denn wenn man es mal braucht

Dann findet man’s so schwer.“

 

Das sind hoffnungsvolle Worte. Sie fordern auf, das Leben nicht aufzugeben, weil es so kostbar ist. Und so einzigartig.

Genau das ist die Osterbotschaft. Auch sie beginnt mit der Verzweiflung und Mutlosigkeit der Jünger, als Jesus Christus am Kreuz stirbt und alles verloren scheint.

Doch dann, an jenem Ostermorgen, wird deutlich: Das Grab ist leer.

Das Leben hat gesiegt gegen den Augenschein.

Und sie, die Jünger, verspüren plötzlich neue Kraft. Sie nehmen ihr Leben wieder selbst in die Hand und begreifen: Gott will das Leben. Wir haben eine Zukunft!

 

Gott will das Leben. Er ist das Leben. Mit ihm an der Seite kann es gelingen, immer wieder aufzustehen und einen neuen Anfang zu wagen. Mit ihm an der Seite werden wir zu Protestleuten gegen den Tod, wie es ein Theologe formulierte.

 

Deshalb...

Nimm dir das Leben und lass es nicht mehr los

greif’s dir mit beiden Händen

mach’s wieder stark und groß.

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Jutta Wendland-Park

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Diakonische Einrichtungen
Jutta
Wendland-Park
Pastorin, Geschäftsführerin der Rotenburger Werke gGmbH
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Fax: 
(0426) 920200
Fr. 29.03.13
Das Kreuz mit dem Kreuz
Jutta Wendland-Park
Das Kreuz mit dem Kreuz

Es ist ein Kreuz mit den Kreuzen. Mit den Kreuzen, die Menschen zu tragen haben. Seit Tausenden von Jahren, hier und überall auf dieser Erde.

Mitte Dezember letzten Jahres wird eine junge indische Studentin in Neu Dehli von mehreren Männern brutal in einem Bus vergewaltigt und danach blutend am Straßenrand liegen gelassen. Sie stirbt anderthalb Wochen später an den schweren Verletzungen im Krankenhaus.

Am 10. März diesen Jahres wird ein junger Mann an einer Bushaltestelle am Bahnhof in Kirchweyhe schwer verletzt, als er einen Streit zu schlichten versucht. Auch er stirbt wenige Tage später im Krankenhaus an seinen Kopfverletzungen.

Von manchen dieser Kreuze lesen wir in der Zeitung, erfahren wir aus dem Fernsehen oder wir erleben sie am eigenen Leib. Die meisten Kreuze, die Menschen zu tragen haben, kennen wir nicht. Sie erzählen von Menschen, die den Kampf mit einer tödlichen Krankheit verlieren, von denen, die Opfer von Unfällen, von Gewalt und Terror werden, die verzweifelt, einsam und verbittert sind.

Manchmal sehen wir ein Kreuz am Straßenrand, geschmückt mit Blumen.

Jeder hat sein Kreuz zu tragen, heißt es im Volksmund.

Und doch scheint die Last manchmal sehr ungerecht verteilt zu sein. An diesem Haus geht kein Kreuz vorbei, heißt es dann.

Es ist ein Kreuz mit den Kreuzen. Und mit diesem einen Kreuz, das uns besonders am Karfreitag vor Augen steht. Gott lässt seinen Sohn sterben, sterben am Kreuz. Sein Sohn geht diesen Weg für uns. Nur schwer nachvollziehbar. Vielen bleibt das Wort vom Kreuz eine Torheit.

Es ist ein Kreuz mit diesem Kreuz. Und das ist gut so.

Es öffnet uns die Augen für alles Leid dieser Welt.

Es erinnert an den, der mit seinem Tod am Kreuz ein Zeichen gesetzt hat für die Versöhnung Gottes mit uns und für Menschlichkeit unter uns. Es ermutigt uns, dafür einzutreten, dass Menschen von Kreuzen befreit werden, wo es möglich ist.

Und es ermutigt uns, Kreuze mit zu tragen, wo sie nicht genommen werden können.

So wird das Kreuz zum Zeichen der Hoffnung.

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Jutta Wendland-Park

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Di. 02.04.13
Andacht von Barbara Dieterich, Pastorin im…
Andacht von Barbara Dieterich, Pastorin im Diakoniekrankenhaus Rotenburg

Dienst und Dienen

 

Neben den verschiedenen Dienstleistungen, die im Krankenhaus gegen Bezahlung angeboten und in Anspruch  genommen werden wie etwa den Pflegedienst, den Sozialdienst oder den Notdienst, um nur einige zu nennen, gibt es bei uns im Diakoniekrankenhaus auch den „Evangelischen Seelsorgedienst im Krankenhaus“ (esdk). Das ist eine Gruppe von Menschen, die eine Ausbildung gemacht haben, um Patienten im Krankenhaus zu besuchen, ihnen zu begegnen, sie zu begleiten. Dieser Dienst ist ehrenamtlich, es gibt also kein Geld dafür.

Wenn die Ehrenamtlichen anderen von ihrer Tätigkeit erzählen, reichen die Reaktionen von völligem Unverständnis: „Das kannst du doch gar nicht! Hast du zuhause nicht genug Arbeit? Du bist ja verrückt! Warum machst denn gerade so etwas?“ bis zu Bewunderung: „Das ist ja toll! Das könnte ich nicht.“ oder Nachdenklichkeit: „Eigentlich müssten wir alle etwas tun.“

Die Beweggründe, weshalb die Ehrenamtlichen sich für Besuche zur Verfügung stellen, sind: „Ich bin dankbar, dass es mir gut geht und ich möchte etwas Sinnvolles tun. Und es ist beglückend, zu merken, wenn mein Besuch für mein Gegenüber entlastend oder erleichternd ist.“

Im Bibelspruch für die kommende Woche heißt es: „Der Menschensohn – Jesus – ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben zur Erlösung für viele.“ (Matthäus 20,28)

Aus Liebe zu den Menschen ist Jesus auf sie zugegangen und hat vielen neue Lebensmöglichkeiten eröffnet, er hat ihnen gedient – ein Ausdruck, den wir heute kaum noch gebrauchen, der aber im Wort Dienst enthalten ist. Auf ihre Weise dienen die Ehrenamtlichen den Menschen in der Nachfolge Jesu. Jede/r von uns kann überlegen, wie ihr/sein Dienst aussehen kann, denn dass unsere Mitmenschlichkeit gebraucht wird, das steht wohl außer Frage.

Mo. 18.03.13
Andacht von Jens Ubben, Pastor in Scheeßel
Andacht von Jens Ubben, Pastor in Scheeßel

Einfach mal ausprobieren

Einblick in einen Seminarraum. Die Teilnehmer konzentrieren sich auf die Ausführungen der Mentorin: „Seien Sie mit spürbarer Ernsthaftigkeit bei der Sache! Machen Sie die Augen zu und halten Sie diese unbedingt geschlossen, damit deutlich wird, dass Sie mit Eifer dabei sind! Versuchen Sie, eine ruhende Ausgangshaltung zu finden! Neigen Sie ein wenig den Kopf! Achten Sie nun auf die Sprachwahl: Welche Anrede ist für Sie am stimmigsten und passt zu Ihren Anliegen? Denken Sie bitte daran, dass Dank und Bitte in ausgewogenem Verhältnis stehen! Gratulation, das sieht schon sehr gut aus! Das Grundlagenseminar zum Thema Beten haben Sie erfolgreich absolviert!“

Eine Theaterszene, die im Rahmen der 30-Tage-Aktion „Expedition zum DU“ in einem Gottesdienst unserer Kirchenregion gespielt wurde. Was in der Szene augenzwinkernd daherkommt, hat seinen Sinn: Beten hat mit Übung zu tun! Das kommt meist nicht von ungefähr. Ich darf mit Gott ganz natürlich sprechen, aber meist braucht es das Einüben. Beten ausprobieren, das ist das Ziel der „Expedition zum DU“.

Das Buch, das die Aktion begleitet, gibt am Anfang drei Tipps:

Suchen Sie sich einen festen Gebetsort! Das heißt natürlich, dass ich weiterhin an jedem Ort beten darf. Aber wenn ich zu Hause bin, nutze ich gern eine bestimmte Ecke meines Wohnzimmers. Das hilft mir, Gedanken zu sammeln.

Suchen Sie sich eine bestimmte Uhrzeit! Auch das verstehe ich nicht als Zwang, sondern als Hilfe: Morgens um 8:30 Uhr ist meine Zeit für eine Gebetspause. Das hilft mir, das Gebet in meinen Alltag zu integrieren.

Stellen Sie sich eine kleine persönliche Gebetssammlung zusammen! Das kann ein täglich gleichbleibendes Anfangsgebet sein, das überleitet zu einer Phase, in der ich einfach drauflos bete. Das können Texte sein, aus denen ich dann je nach Situation auswähle. Und da lassen sich Schätze heben: Das Evangelische Gesangbuch ab Nr. 812 ist eine wahre Fundgrube für unterschiedliche Lebenslagen. Die Psalmgebete aus dem ersten Teil der Bibel geben schon durch ihre Überschriften Hinweise, ob sie gerade zu mir passen. Die kann ich dann je nach Lage sprechen. Ein Vaterunser-Gebet kann mein Gebet abrunden.

Auch mal ausprobieren?

Mo. 04.03.13
Andacht von Astrid Lier, Pastorin in Sottrum
Andacht von Astrid Lier, Pastorin in Sottrum

Ostern mal anders

Überall in den Geschäften gibt’s schon lange jede Menge Dekoartikel und Osterleckereien. Ehrlich gesagt: Ich kann es nicht mehr sehen. Appetit auf Ostern macht mir das nicht und außerdem ist erst einmal Passionszeit. Das geht auch anders!

Gute Anregungen bietet die Fastenaktion „Riskier was, Mensch! Sieben Wochen ohne Vorsicht.“

Darüber hinaus hat mich noch eine andere Idee begeistert: Gartenfreunde aufgepasst!

Warum nicht einmal die Passions- und Ostergeschichte in Ihrem Garten in Szene setzen? Suchen Sie sich eine kleine Ecke, die Sie sowieso verschönern wollten und dann geht’s los. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Die ganze Szene wird auf dunkler Erde angelegt, mit Pflanzen, die dann nach und nach blühen.

Da könnte z.B. aus Steinen oder Holzklötzen die Stadt Jerusalem entstehen, erkennbar an einem Tor. Es müssen ja nicht alle Tore sein… Ein Weg aus hellem Sand führt dorthin. Und vielleicht findet sich unter dem alten Kinderspielzeug noch ein Esel, nämlich der auf dem Jesus nach Jerusalem ritt. Das letzte Stück des Weges könnte grün sein und für die Palmenzweige (Palmsonntag) stehen, mit denen Jesus jubelnd in der Stadt empfangen wurde. Und dort ein kleiner Platz und die Andeutung eines Lagerfeuers, wo Petrus Jesus verleugnete. Ein Hahn aus der Osterdekosammlung passt hier prima. Und neben der Stadt ein Hügel aus Sand: Golgatha.

Drei Kreuze gebastelt und aufgestellt – im Hintergrund kleine Osterglocken? Ein paar Dornen für die Dornenkrone und die Würfel der Soldaten?! Und dann das Grab, eine Höhle, geformt aus Steinen mit einem Teelicht darin. Am Ostersonntag wird dann als Höhepunkt vorm Ostereiersuchen das Licht entzündet, als Zeichen dafür, dass das Leben siegt.

Sie haben keinen Garten? Macht nichts. Eine große Kiste tut es auch oder eine ausgediente Schubkarre und dann wird alles im Miniformat gebaut! Wie bei der Weihnachtskrippe können wir die biblische Geschichte anschaulich nacherzählen. Ich verspreche Ihnen: Klein und Groß hat bei dieser Aktion viel Spaß. Und das Osterfest bekommt wieder seinen tieferen Sinn.

Riskieren Sie das doch mal!

Eine gesegnete Passions- und Osterzeit wünscht Astrid Lier (Pastorin in Sottrum)

Do. 07.02.13
Andacht von Anja Bohling, Diakonin in der…
Anette Meyer
Andacht von Anja Bohling, Diakonin in der Region Ahausen, Horstedt, Sottrum

„Riskier was, Mensch!“

„Riskier was, Mensch! Sieben Wochen ohne Vorsicht“ – so heißt das Motto der diesjährigen Fastenaktion der evangelischen Kirche, die in der kommenden Woche ab Aschermittwoch beginnt. Fasten? Oh nö, nicht schon wieder so ein Diätvorschlag… Nein, dieses Fasten hat nichts mit Abnehmen zu tun. Oder doch? Fasten im christlichen Sinne heißt zwar Verzicht, aber in diesem Zusammenhang soll der Verzicht uns Gutes tun. Auf etwas verzichten, das uns in Abhängigkeiten bringt, die uns den Blick und die Zeit für Wichtiges verstellen. Der Verzicht regt an, frei gewordene Zeit anders als gewohnt zu nutzen. Wenn ich beispielsweise meinen Fernsehkonsum einschränke oder bewusster genieße, habe ich Zeit für Freundinnen und Freunde. In der Regel gehe ich beschwingter aus dem Kontakt als nach einem Abend vor der Glotze. Ich kann mir auch Zeit für mich selbst nehmen. Wie war das nochmal, Zeit nur mit mir zu verbringen? Ganz schön riskant!

Die evangelische Kirche überschreibt die Fastenzeit, die 7 Wochen bis Ostersonntag dauert, jährlich mit einem anderen Thema. In diesem Jahr darf ich etwas riskieren! Nur was meint das? Darf ich mich nun verhalten wir ein Elefant im Porzellanladen? Nein, das wohl nicht… Wir werden stattdessen dazu eingeladen, mal etwas auszuprobieren, das wir uns sonst nicht trauen – mal etwas VERrücktes zu machen. Etwas, mit dem ich in Gedanken gespielt, es aber wieder verworfen habe – was würden die Leute denken? Soll ich jemanden Unbekannten auf der Straße zum Kaffee einladen? Meine Stimme erheben, wo ich Unrecht wahrnehme? Eine Sportart ausprobieren, die neu für mich ist? Ausgefallene Kleidung oder Schuhe außerhalb der Faschingszeit anziehen? Mich in einer sozialen Einrichtung ehrenamtlich engagieren?

Ermutigt dazu werde ich mit dem Bibelwort aus Josua 1,9: „Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und unverzagt seist.“ Ich wünsche Ihnen, dass Sie sich ermutigt fühlen, mindestens in den nächsten 7 Wochen etwas zu riskieren! Sie sind nicht der Typ dazu? Dann machen Sie mit beim „Riskier was“-Test auf der Homepage http://7wochenohne.evangelisch.de!

 

 

KONTAKT

Anette Meyer

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Öffentlichkeitsarbeit
Anette
Meyer
Referentin für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis Rotenburg
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27383
Scheeßel
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Do. 24.01.13
Andacht von Thomas Steinke, Pastor in Fintel
Anette Meyer
Andacht von Thomas Steinke, Pastor in Fintel

„… Holt mich hier raus!“ Es ist schon erstaunlich, dass das Dschungelcamp auch in der siebten Staffel auf eine so hohe Zuschauer-Resonanz stößt: Mit bis zu über 30% Einschaltquote landete das Format erneut auf den Spitzenplätzen. Bei der ersten Serie im Jahr 2004 gab es noch einen Aufschrei der Empörung – von verletzter Menschenwürde und von Verstoß gegen das Tierschutzgesetz etwa war die Rede und die Kommission für Jugendmedienschutz wurde eingeschaltet. Heute scheint das Dschungelcamp längst gesellschaftsfähig geworden zu sein. Man könnte sich wirklich fragen: Stört es uns nicht mehr, dass niederste Instinkte angesprochen werden, dass Ekel und Schadenfreude in Hochglanz in die Wohn- und Kinderzimmer einziehen und damit auch in unseren Köpfen und Herzen Platz finden, dass das Sadistische nicht mehr sozial geächtet wird? Sind wir schon so abgestumpft und auf Zerstreuung um jeden Preis aus, dass wir uns alles vorsetzen lassen?

Mir geht es aber nicht nur um Medienkritik – ich bin noch an einer anderen Stelle „hängen geblieben“: Das Dschungelcamp ist eine professionell inszenierte Scheinwelt, in der sich die mehr oder weniger großen Stars und Sternchen beweisen müssen. Und wenn sie sich der Herausforderung doch nicht gewachsen fühlen, können sie jede Aufgabe mit dem Ausruf „Ich bin ein Star – holt mich hier raus!“ abbrechen. So einfach ist es im „echten“ Leben nicht. Da müssen wir im Dschungel der Meinungen und Richtungen Orientierung finden, da müssen wir die Aufgaben und manchmal schweren Prüfungen des Lebens bestehen. Die wahren „Stars“ sind für mich die Menschen, die ihre Grenzen akzeptieren und Hilfe suchen und annehmen, die trotz Niederlagen und Rückschlägen den Mut nicht verlieren, die anderen in großer Not beistehen und sich nicht zurückziehen. Und der größte „Star“ schlechthin ist für mich Jesus Christus: Er hat sich dem realen Leben mit allen Höhen und Tiefen gestellt. Er hat selbst das größte Leid und sogar den Tod erlitten und ist nicht geflohen, damit auch wir Hoffnung haben und die Gewissheit, dass er bei uns ist – alle Tage, bis ans Ende der Welt. Damit ist er der Morgenstern geworden, der mitten in der Nacht das Licht des anbrechenden Tages ankündigt.
Ich kann es auch so sagen: Christus ist viel mehr als ein Dschungelkönig, er ist der König der Könige. Und alle, die ihm vertrauen, sind Königskinder, kleine „Sternchen“, die sein Licht weitergeben!

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Fr. 18.01.13
Andach von Karin Ladwig, Prädikantin im…
Karin Ladwig
Andach von Karin Ladwig, Prädikantin im Kirchenkreis

Ein Glück: freie Wahl

"Es ist ein Glück wählen zu dürfen. Das ist der Besitz: eine Stimme. sie fällt ins Gewicht und beweist, dass ich lebe." Dieses Zitat von Günter Grass kam mir in den Sinn, bei einer Diskussion mit Freunden über die Landtagswahl in Niedersachsen. Es war das Wort "dürfen", was mich sofort angesprochen hat. Es schließt das Wort "müssen" aus, den Zwang. Es ist eine freiwillige Wahl. Doch die Möglichkeit, eine Stimme zu haben, die zählt, die Gewicht hat, verschafft das Gefühl wirksam zu sein. Vielleicht ist es das, was Grass meint, wenn er von einem Lebensbeweis spricht. Ganz wörtlich genommen erscheint mir der Schlusssatz des Zitates überzogen. Es gibt sicher noch andere bedeutsame Beweise, "dass ich lebe". Doch mit meiner lebendigen Stimme teilzunehmen an einer freien Wahl kann das Gefühl der Zugehörigkeit zu einem demokratischen Staat bestärken. Es bedeutet auch, mit seiner Stimme einzutreten für die christlichen Werte, die unmittelbar verbunden sind mit den freiheitlichen demokratischen Grundsätzen, die im Grundgesetzt verankert sind. Wählen heißt, politisch handeln, Anteil nehmen an der Verantwortung für das Leben in der Gemeinschaft. Für Hannah Arendt, jüdische deutsch-amerikanische Philosophin und politische Theoretikerin war Politik angewandte Nächstenliebe, Liebe zur Welt. Das ist eine wunderbare Utopie. Die eigene lebendige Stimme dafür abzugeben, dass wir uns dieser Utopie annähern erscheint mir absolut lohnenswert. Und: Gott sei Dank, wir haben die freie Wahl.

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Karin Ladwig

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Lektor/-innen und Prädikant/-innen
Karin
Ladwig
Prädikantin im Kirchenkreis
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Di. 01.01.13
Andacht von Matthias Richter, Pastor im…
Matthias Richter
Andacht von Matthias Richter, Pastor im Fundraisingbüro Rotenburg

Mein Autohaus schreibt: „Denken Sie an Ihre Winterreifen!“ Es ist gut, dass ich daran erinnert werde, weil ich solche Termine gerne vor mir herschiebe. Ich weiß natürlich, dass die Reifenart und die Profiltiefe wichtig sind, vielleicht sogar Leben retten. Meines und das der anderen. Und trotzdem bin ich in der Gefahr, in dieser Sache doch etwas leichtsinnig zu sein.

Sieben Millimeter Profil hat ein Reifen ungefähr, wenn er ganz neu ist. Mindestens zwei muss er noch haben, wenn die Polizei kontrolliert. Weniger ist halt gefährlich.

Auf wieviel Profil kann ein Mensch verzichten, ehe es gefährlich wird?

Ich erlebe manchmal die Angst vor dem eigenen Gesicht. Viele geben sich Mühe, gerade nicht aufzufallen und nicht anzuecken. Dann lieber mit der eigenen Überzeugung hinter dem Berg halten. Sonst macht man sich angreifbar. Es stimmt: Wer Gesicht zeigt, setzt sich aus. Viele wollen dann lieber mit Austauschgesichtern und Austauschmeinungen im Trend bleiben. Das nenne ich die Angst vor dem eigenen Gesicht. Und die wächst.

Ich finde das schade. Früher war es meiner Mutter manchmal zu viel, wenn wir uns am Tisch über Politik und Religion die Köpfe heißgeredet haben. „Hört auf, Euch zu streiten“, war ihr Beitrag zur Debatte. Dabei ging es nie um Streiterei oder um zwanghaftes Recht-Haben. Wir haben gerungen um Positionen und Werte. Ich habe manchmal den anderen einen Anstoß geben können und immer selbst daraus gelernt. Ich meine: Wenn Menschen ihr Profil zeigen, kommt eine Partnerschaft, eine Familie, eine Kirche eine Gesellschaft nach vorne. Klar, ein solches Miteinander kann anstrengend sein. Man muss Differenzen aushalten, ohne gleich das Tischtuch zu zerschneiden. Aber anders geht es nicht. Wer sich raushält, verweigert den anderen seine Meinung. Und die Chance, dass man sich gemeinsam weiterentwickelt. Ich finde es keinen schönen Gedanken, dass meine Reifen mehr Gripp haben könnten als ich selbst.

KONTAKT

Matthias Richter

Matthias
Richter
Theologischer Direktor des Agaplesion Diakonieklinikums
Elise-Averdiek-Straße 17
27356
Rotenburg
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(04261) 77-0

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