Andachten

Kurz innehalten. Sich für einen Moment besinnen, woher wir eigentlich kommen, was wichtig ist im Leben. Dabei helfen uns kurze Andachten. Die Pastorinnen und Pastoren des Kirchenkreises Rotenburg verfassen jede Woche zwei Zeitungsandachten für die Rotenburger Rundschau und die Rotenburger Kreiszeitung. Wir veröffentlichen sie hier und schaffen damit ein Archiv, auf das Sie zurückgreifen können, wann immer Sie möchten. Denn: Ihre Zeitung werfen Sie irgendwann in den Papierkorb. Die Andachten behalten jedoch ihre Gültigkeit jenseits der Tagesaktualität.

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So. 01.09.19
Suche Frieden und jage ihm nach!
Anja Bohling
Suche Frieden und jage ihm nach!

Heute vor 80 Jahren begann der zweite Weltkrieg mit dem Angriff Deutschlands auf Polen. Dokumentationen allerorts erinnern an diesen Tag, von dem an Millionen von Menschen sterben sollten. Noch mehr litten an den furchtbaren Folgen und leiden immer noch. Manche mögen genervt sein, immer wieder daran erinnert zu werden, was „damals“ war. Ich gehöre gern zu den Nervenden, weil ich ins Bewusstsein rufen möchte, dass Frieden zerbrechlich ist. Die politische Stimmung in aller Welt ist brisant, so manches Pulverfass brodelt. Und bei uns im Land stellt sich die Frage, wie stark der Einfluss der AfD nach den heutigen Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg sein wird? Anfang September schon fast vergessen, aber täglich aktuell ist die Jahreslosung für dieses Jahr: „Suche Frieden und jage ihm nach!“ (Psalm 34,15). Wir hatten dieses Motto auf unserer Jugendfreizeit „ticket to go!!“ in den Sommerferien: Wir haben Orte in Niedersachsen aufgesucht, die mit (Un-)Frieden zu tun haben: Wilhelmshaven mit seiner militärischen Vergangenheit und seiner Marine der Gegenwart. Friedland mit seinem Grenzdurchgangslager und dem Museum, das von den Menschen erzählt, die Krieg erlebt haben und auf der Suche nach Frieden waren bzw. sind. An allen Orten sind wir zu dem Schluss gekommen, dass Frieden nur bei uns selbst beginnen kann. Ich muss da aktiv werden, wo ich im Kleinen etwas für den Frieden tun kann: Mich heute mal nicht von meinem anstrengenden Nachbarn ärgern lassen. Im Straßenverkehr „defensiv Auto fahren!“ wie es mein Fahrlehrer gern gesagt hat. Der Freundin die neuen Schuhe gönnen. Nichtiger Kleinkram? Nein. Schwer umzusetzen? So manches Mal... Aber nötig! Denn Frieden kann nur bei mir anfangen. Wenn ich mit mir selbst und meinem nahen Umfeld Frieden schließen kann. Wo fangen Sie heute an, Frieden zu suchen?

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Anja Bohling

Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
Diakon/-innen
Anja
Bohling
Diakonin
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27367
Sottrum
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(04264) 836241
So. 25.08.19
Einatmen – Ausatmen
Alexa Wilke
Einatmen – Ausatmen

„Mann, ich bin schon wieder urlaubsreif!“, meine Freundin lässt sich auf den Stuhl neben mich fallen. „So blöd wie in diesem Jahr war es noch nie.“ Ich schaue sie an. Sie trägt noch Sommerbräune im Gesicht, aber um die Augen herum Müdigkeit. „Überall hakt es!“, schnaubt sie: „Die Kleine vermisst ihre Lehrerin und hat andauernd Vertretungen. Beim Großen fährt der Schulbus nicht mehr richtig. Gestern kam er fast ne Stunde später als sonst. Dann wollte ich einen Arzttermin machen – im April soll ich kommen! Ich dachte, ich spinne! Die war total pampig am Telefon! Und bei der Arbeit drehen auch alle am Rad. Eine Woche sind wir wieder da und ich weiß schon jetzt nicht mehr, wo mir der Kopf steht.“ Langsam beruhigt sie sich ein wenig. Aber die Müdigkeit um Ihre Augen herum bleibt. „Ich hatte mir so fest vorgenommen, mich dieses Jahr nicht so schnell mitziehen zu lassen in den Streß. Aber im Augenblick blick ich einfach nicht mehr durch.“

Das Gespräch geht mir nach. Auch deshalb, weil ich den Eindruck habe, meine Freundin ist nicht die einzige, der es so geht. Was ist los? Was kann ich tun? Was von alldem, was mir an den Nerven zerrt, ist wirklich ein Problem? Und was geht bloß einfach nicht nach meiner Nase, wird sich aber leicht von selbst regeln? Am Abend stolpere ich über ein Lied, das ich lange nicht mehr gesungen habe. „Weiß ich den Weg auch nicht, du weißt ihn wohl.“ Die Worte nehmen mir nicht die Aufgabe ab, mich zu entscheiden, mich aufzuregen, mich zu engagieren. Aber sie machen etwas mit meiner Stimmung.

Ich merke, dass ich sie in Gedanken sprechen kann und dabei ein- und ausatmen. Ich nehme sie mit in mein Kopfgepäck. Dankbar für diesen kleinen Ruhepol.

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Alexa Wilke

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Öffentlichkeitsarbeit
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Dr. Alexa
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(04261) 3061644
So. 11.08.19
Wie geht Nächstenliebe? Solidarität?…
Harm Cordes
Wie geht Nächstenliebe? Solidarität? Mitmenschlichkeit?

Triefnass steht meine Bekannte vor mir. Der Regen tropft ihr ins Gesicht. Ihr Pulli ist total durchnässt. Der Regenschauer hat sie voll erwischt. Jetzt huscht sie durch die Tür. Raus aus dem Regen. Hinein ins Trockene.

„Das tut mir leid“, sage ich. „Dass dieser Guss gerade jetzt runterkommen musste.“ Sie strahlt mich an: „Kein Problem. Ich habe meinen Schirm dem Herrn geliehen, der dahinten kommt. Er hatte ihn nötiger als ich.“ Ungläubig blicke ich an ihr vorbei und sehe einen älteren Mann auf uns zukommen. Über sich einen großen Regenschirm.

Bei uns angekommen, spricht er meine Bekannte an: „Sie hat ja wohl der Himmel geschickt. Ohne Ihren Schirm wäre ich komplett durchgeregnet.“ Sie sagt kein Wort, aber ich merke doch, wie sehr sie sich freut. Ein bisschen Regen auf ihrer eigenen Haut, ein verliehener Regenschirm und dieser glückliche Mann. So geschehen am Dienstagmorgen, mitten in Schneverdingen.

Wie geht Nächstenliebe? Solidarität? Mitmenschlichkeit? Offenbar auch so. Indem ich für einen kleinen Moment meine eigenen Interessen hinter die Bedürfnisse eines anderen zurückstelle. Und dem anderen ein kleines Zeichen von Gottes Güte mitten in seinem Alltag werde. So war ja der Dank des Herrn wohl gemeint: „Sie schickt der Himmel.“ Der Regenschirm war für ihn das Zeichen der Zuwendung Gottes, die er so dringend gebraucht hatte.

Geschenke, wie sie sich im Alltag immer wieder verteilen lassen: indem wir jemandem den Vortritt lassen, der so offensichtlich in Eile ist. Indem wir ein paar Minuten beim Suchen helfen, weil wir die Not des anderen erkennen, der sein Schlüsselbund verloren hat. Indem wir unser Telefon verleihen, weil der andere sein Guthaben aufgebraucht hat, oder, oder …

Es sind nicht immer die großen Gesten, die das Leben heller, die Liebe Gottes spürbar machen. Im Gegenteil: unsere Welt braucht mehr von diesen kleinen Momenten, die dem anderen gut tun. Gesten, die von dieser Botschaft bestimmt sind: Ich sehe Dich. Ich lasse Dich nicht im Regen stehen. Und Gott tut das schon gar nicht.

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Harm Cordes

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Gemeindebrief
Kirchenvorstand
Pastor/-innen
Harm
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Pastor, Vorsitzender des Kirchenvorstands
Bruchstraße 3
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(05193) 986860
So. 14.07.19
Einer trage des anderen Last
Kathrin Frost
Einer trage des anderen Last

Nun sitze ich in meinem Büro. Nur noch wenige Tage bis zum Jahresurlaub. Mein Kalender hat sich tatsächlich geleert und ich habe Zeit, Aufgaben abzuschließen, über vergangene Veranstaltungen noch mal nachzudenken und auch ein paar neue zu planen.
Mein Schreibtisch ist schon recht gut aufgeräumt, und allmählich merke ich, wie sich nach und nach Entspannung breit macht. In diesem Jahr habe ich das geschafft, von vielen anderen Kollegen weiß ich, dass es bei denen noch sehr hektisch und mit vielen Terminen vor dem Urlaub zugeht.
Das 1. Halbjahr 2019 ist – gefühlt – wieder sehr schnell vergangen. Es gab viele Höhepunkte, die ich fröhlich und mit Motivation erleben konnte. Zum Glück war ich nie allein. Es gab immer ein Team, das mit vorbereitet und durchgeführt hat. Menschen, die an den Veranstaltungen mitgewirkt und teilgenommen haben und so viel Freude daran hatten.
Es ist so schön, wenn man merkt, was alles möglich ist, wenn mehrere Menschen gemeinsam etwas anpacken und erleben.

Nun sitze ich also in meinem Büro und freue mich über das, was geschafft ist, auf meinen bevorstehenden Urlaub und die zweite Jahreshälfte mit all ihren Herausforderungen.

Während ich diese Zeilen schreibe, schaue ich auf der Internetseite www.kirchenjahr-evangelisch.de welche Bibeltexte für den kommenden Sonntag dran sind. Und als Bibelvers für die kommende Woche lese ich Worte, die aus einem Brief von Paulus an eine der ersten Christengemeinden stammen. Worte, die so passend sind zu meinen gerade geschilderten Gedanken.
„Einer trage des anderen Last“: Gemeinsam unterwegs sein, gemeinsam die Aufgaben schaffen, den Weg finden und sich freuen, dass man gemeinsam Hindernisse und Aufgaben bewältigt kann.

So ist der Wochenspruch aus dem Galaterbrief für die kommende Woche – für mich – immer wieder praktisch erlebbar. Ich wünsche Ihnen, dass auch Sie das in ihrem Alltag erleben.

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Kathrin Frost

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Kathrin
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So. 23.06.19
Was für ein Vertrauen …
Peter Handrich
Was für ein Vertrauen …

Was für ein Vertrauen … Unter diesem Motto haben sich in diesen Tagen rund hunderttausend Menschen getroffen. Beim Deutschen Evangelischen Kirchentag haben sie miteinander gesungen, gefeiert, diskutiert und einander von den guten Projekten erzählt, die es landauf, landab unter dem Dach der Kirche und auch nebenan alle so gibt.

Das Motto hat vor gut 2.600 Jahren in einem Krieg eine Rolle gespielt – Assyrien bedroht das übrig gebliebene südliche Israel, genannt Juda, mit einer überwältigenden Heeresmacht. Juda ist ein winziger Kleinstaat, der im nahen Osten zwischen allen Regionalmächten steht.

Aber der König Hiskia gibt nicht auf und betet zu Gott. Das ist immer eine fragwürdige Handlung, jedenfalls, wenn es ums Gewinnen eines Krieges geht, denn die Soldaten auf der anderen Seite sind schließlich auch Menschen. Und es ist im Krieg nie Gott, der auf der Seite der einen steht und nicht auf der Seite der anderen, es ist immer nur eine Idee vom eigenen Volk, die Krieg überhaupt erst auslöst – vom eigenen Volk, das natürlich wichtiger auf der Welt ist als alle anderen Völker. Gott hat nichts damit zu tun.

Hiskias Gebet ist ganz konventionell. Die Prediger der Kaiserzeit hätten es im Ersten Weltkrieg genau so formuliert.

Aber Gott hört aus diesem Gebet offenbar etwas ganz anderes. Die Assyrer ziehen ab. Sie zerstören Jerusalem nicht. So steht es nicht nur in der Bibel, so kann man es auch archäologisch nachweisen.

Warum ziehen sie ab? Haben sie verstanden, dass Frieden ein wichtigeres Gut ist als Vorherrschaft? Glauben sie plötzlich nicht mehr an »Assur first«? Oder sind sie es einfach nur Leid und wollen nach Hause zu den Frauen und Kindern?

Was für ein Vertrauen ...

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Peter Handrich

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Pastor/-innen
Peter
Handrich
Pastor in den Rotenburger Werken
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So. 09.06.19
Pfingstwunder
Pfingstwunder

Wie verbringen Sie die Pfingsttage? Gibt es bei Ihnen Spargel am Pfingstsonntag? Oder machen Sie vielleicht eine Radtour am Tag darauf? Wünschen Sie den Menschen, die Sie treffen, frohe Pfingsten?

Die Bibel erzählt vom Pfingstwunder. Mit Windesbrausen kam der Geist Gottes über die Jünger und brachte sie dazu, so von Jesus zu erzählen, dass einfach jeder verstehen konnte, was sie sagten. Jesu enge Vertraute empfingen den Heiligen Geist wie eine Gabe vom Himmel her. Und dann geschah etwas, das die ganze große Stadt Jerusalem erfasste. Menschen aus verschiedenen Ländern hörten die Jünger so von Jesus sprechen, dass eine jede und ein jeder die eigene Muttersprache hörte. Jeder, der den Jüngern zuhörte, konnte verstehen, worum es ging, als sie von Jesus, dem Sohn Gottes, predigten.

Das ist das Pfingstwunder. Sprachbarrieren werden überwunden. Grenzen fallen weg. Was Menschen voneinander trennt, das wird nichtig und klein. Gottes guter Geist ist da, und die Menschen finden zueinander. In einem Kirchenlied aus alter Zeit wird der heilige Geist so beschrieben: „Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit, willst nicht, dass uns betrübe Zorn, Zank, Has, Neid und Streit. Der Feindschaft bist du feind, willst, dass durch Liebesflammen sich wieder tun zusammen, die voller Zwietracht seind.“ (Evangelisches Gesangbuch 133, Strophe 7)

Bei den Pfingstgottesdiensten tun sich Christinnen und Christen zusammen, um daran zu denken, dass so viel Gutes durch Gottes Geist in der Welt ist. Am Pfingstmontag ist um 11 Uhr Gottesdienst unter freiem Himmel auf dem Pferdemarkt in Rotenburg. Dazu sind Sie herzlich eingeladen!

So. 02.06.19
Outfit für das Herz
Jutta Wendland-Park
Outfit für das Herz

Ich saß neben einem jungen Mädchen und sagte: „Sie sind hübsch angezogen!“ Sie lächelte und antwortete: „Das habe ich mir zusammenstellen lassen für diesen speziellen Anlass.“ Und dann zeigte sie mir, wie man bei bestimmten Anbietern online seine Daten eingibt und den Anlass nennt, zu dem man perfekt angezogen sein will. Dort wird man von erfahrenen Stylisten beraten, welches Outfit passt und wie man den eigenen Stil damit unterstreichen kann. „Und dann kommt das Paket mit allem, was man haben wollte“, erklärte sie abschließend. Zugegeben, es hatte funktioniert.

Viele Menschen legen großen Wert auf ihr äußeres Erscheinungsbild. Doch dabei wird nur auf das geachtet, was vor Augen steht. Und wie steht es mit dem inneren Erscheinungsbild? Mit den Charaktereigenschaften und den Werten, die einem Menschen wichtig sind? Was wäre, wenn wir uns ein Paket schicken lassen könnten, wo Dinge wie Zufriedenheit, Kraft, Geduld und Liebe zusammengestellt würden. Genauso, wie wir es bräuchten, um selbst glücklich zu leben und die Welt ein wenig besser zu machen.

In der Bibel spielt das Aussehen keine Rolle, sondern der Blick ruht auf dem Innenleben eines Menschen. Dort wird sozusagen ein Outfit für das Herz angegeben. Im Kolosserbrief im 3. Kapitel heißt es: „So zieht nun an ... herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld! Über alles aber zieht an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit.“

Zwar lässt sich dieses Paket nicht in gewohnter Weise online bestellen, aber Gott hat die Verheißung gegeben, dass er den Menschen ein neues Herz und einen neuen Geist zu schenken vermag. Ich finde das ebenso eine attraktive Idee. Beides zusammen wäre perfekt.

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Jutta Wendland-Park

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Diakonische Einrichtungen
Jutta
Wendland-Park
Pastorin, Geschäftsführerin der Rotenburger Werke gGmbH
Lindenstraße 14
27356
Rotenburg
Tel.: 
(0426) 920212
Fax: 
(0426) 920200
So. 26.05.19
Entscheidungsträger
Achim Blackstein
Entscheidungsträger

Wenn ich das Wort „Trendsetter“ höre, denke ich direkt an eine Hunderasse. Dabei waren Trendsetter Menschen, die ein Gespür für das hatten, was dann bald zur allgemeinen Mode wurde. Heute nennt man diese Menschen „Influencer“ und sie präsentieren ihren Spürsinn vor allem in Videos im Internet. Damit influencen, also  beeinflussen sie Millionen von uns und machen kleine Ideen oder Trends weltweit bekannt.

Am Sonntag sind wir selbst aufgerufen, zum Trendsetter zu werden. Bei der Europawahl haben wir die Chance, die Politik der nächsten Jahre zu beeinflussen. Wir dürfen Influencer sein, weil wir die Entscheidungsträger sind. Wir dürfen wählen.

Gott sagt: „Heute stelle ich euch vor die Entscheidung zwischen Glück und Unglück, zwischen Leben und Tod“ (5. Mose 30,15). Natürlich sagt er das nicht direkt zur Europawahl, sondern zum Volk Israel, aber trotzdem passt es auch jetzt. Denn, dass wir wählen können ist allein schon ein Privileg, das vielen noch immer auf der Welt verwehrt wird. Nutzen wir es! Unglück gibt es um uns herum genug: Klimawandel, Rassismus, Antisemitismus, Spaltung, Hass, Neid, Lüge,…

Alle Religionen sind sich darin einig, dass Geben besser als Nehmen, Frieden besser als Hass, Großzügigkeit besser als Engherzigkeit und Vergebung besser als Nachtragen ist. Stärken wir darum dem Glück und dem Leben den Rücken. Und vergessen wir dabei nicht, dass wir auch für die mitwählen, die aktuell noch gar nicht wählen dürfen, weil sie zu jung sind – viele Kinder und Enkel. Am Sonntag haben wir die Chance Einfluss zu nehmen, damit auch ihr Glück ein breiter Trend mit Zukunft wird.

Achim Blackstein
 

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Achim Blackstein

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Schulpastor/-innen
Achim
Blackstein
Pastor an der BBS Rotenburg
So. 19.05.19
Christliche Werte
Rolf Hirte
Christliche Werte

Christliche Werte“, was ist das eigentlich? Immer wieder, und in Zeiten des Wahlkampfes besonders, hört man von manchen Politikern, wir müßten unsere christlichen Werte verteidigen. Was genau sie damit meinen, wird meist nicht gesagt. Ich habe so manches Mal den Eindruck, dass es nicht in erster Linie um Dinge des Glaubens geht, sondern eher um eine bestimmte traditionelle Lebensweise. Meiner Meinung nach müsste aber alles, was christlich genannt wird, daraufhin befragt werden, wie es sich zu dem, was Jesus Christus gelehrt und gelebt hat, verhält. Da selten danach gefragt wird, scheint mir das Argument der Verteidigung christlicher Werte oft nur vorgeschoben zu sein, um ganz eigene Interessen durchzusetzen.

Darum, so finde ich, ist Vorsicht geboten bei so manchen „Verteidigern des christlichen Abendlandes“. Denn bei ihnen handelt es sich nicht um Menschen, die sich an der Person und dem Handeln Jesu  Christi orientieren. Jesus hat nicht nur den Menschen Gerechtigkeit widerfahren lassen, sondern darüber hinaus hat er immer wieder versucht, Menschen, die unverschuldet oder auch selbst verschuldet aus der Gemeinschaft herausgefallen sind, zurückzuholen zu den anderen. Er hat geholfen, vergeben, versöhnt, geheilt. Daran müßte sich meiner Meinung nach alles orientieren, was sich christlich nennt.

Wer an der Klärung der Frage, was denn christlich sei, interessiert ist, könnte die Gemeinschaft anderer Christen suchen, z.B. im Gottesdienst, könnte in der Bibel, in den Evangelien nachlesen und mit anderen darüber diskutieren. Denn nur durch aufeinander zugehen und mit einander reden kommen wir weiter.

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Rolf Hirte

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Diakonische Einrichtungen
Rolf
Hirte
Klilnikseelsorger am AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM ROTENBURG
Elise-Averdieck-Straße 17
26365
Rotenburg (Wümme)
Tel.: 
(04261) 77-36 63
So. 05.05.19
Kennen Sie Ihren Konfirmationsspruch noch?
Olaf Feuerhake
Kennen Sie Ihren Konfirmationsspruch noch?

Wir sind in der Konfirmationszeit. In den Kirchengemeinden finden an den kommenden Wochenenden festliche Gottesdienste statt, die Gaststätten sind ausgebucht, und in den Konfirmanden-Familien herrscht Geschäftigkeit.

Wenn der Konfirmandenunterricht zu Ende geht und das große Fest bevorsteht, gibt es vieles zu erledigen. Eine Aufgabe für die Konfirmanden besteht darin, sich einen Konfirmationsspruch auszusuchen. Er soll ein Begleiter für den Lebensweg sein, spielt aber auch im Konfirmationsgottesdienst eine große Rolle. Die meisten Konfirmanden nehmen diese Aufgabe sehr ernst. Welcher Vers passt zu mir? Welche Botschaft ist mir wichtig?

Ich kann mich noch gut an meine eigene Konfirmation erinnern. Mich hatte ein Vers ins Herz getroffen: „Lass Dich durch nichts erschrecken und verliere nie den Mut. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin bei dir, wohin Du auch gehst.“ Dieser Satz steht im Alten Testament (Josua 1,9), und mir war klar, er soll mich durchs Leben begleiten. Im übrigen eine ziemlich typische Wahl. Konfirmanden wählen oft Bibelverse, die von Gottes Schutz und Begleitung sprechen. Kein Wunder, schließlich ist der Blick in die Zukunft für Jugendliche unbewusst mit viel Unsicherheit verbunden. Sie suchen nach Halt und Zuspruch – bei gleichzeitigem Freiheitsbedürfnis. Das können Eltern und Pädagogen sich nicht oft genug klarmachen.

Wenn ich im Schulunterricht mit älteren Schülern – Jahre nach ihrer Konfirmation – über ihre Erfahrungen mit Kirche und Konfirmandenunterricht spreche, frage ich oft auch nach dem Konfirmationsspruch. Viele Schüler können ihn dann tatsächlich noch aufsagen. Es ist erstaunlich, welche Bedeutung so ein kleiner Vers haben kann! Meiner begleitet mich seit 35 Jahren. Wie ist es bei Ihnen? Können Sie sich noch an Ihren erinnern?

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Olaf Feuerhake

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Pastor/-innen
Olaf
Feuerhake
Schulpastor am Gymnasium Sottrum
27367
Sottrum
Mo. 08.04.19
Alles hat seine Zeit
Ralf Altebockwinkel
Alles hat seine Zeit

Seit Jahren ist es Tradition in unserer Kirchengemeinde, dass in der Fastenzeit alte Kleidung für das Hilfswerk in Bethel gesammelt wird. Immer wieder begegne ich dann Menschen am Gemeindehaus, die säckeweise ihre Altkleider für diesen guten Zweck abgeben. Besonders berührt mich, dass ich auch einige Witwer und Witwen sehe, von denen ich weiß, dass sie vor kurzem ihren Partner oder ihre Partnerin verloren haben. Was für Erinnerungen wohl in diesen Säcken stecken, denke ich mir dann. Welche Überwindung es wohl gekostet hat, die alten Schränke auszusortieren, die Säcke zuzuschnüren und dann wegzubringen. Was wiegt schwerer? Der Schmerz der Trennung oder die Freiheit nun Platz für Neues zu haben, das das Leben füllen kann?

Worte aus der Bibel kommen mir in den Sinn: „Alles hat seine Zeit: Suchen hat seine Zeit, Verlieren hat seine Zeit; Behalten hat seine Zeit, Wegwerfen hat seine Zeit.“ Das Leben ist immer voll von Aufbrüchen und auch von Abschieden – vom Aufbauen und auch wieder vom Einreißen. Das mag auf den ersten Gedanken ernüchtern: Jede Wurzel, die wir schlagen, muss irgendwann ausgerissen werden. Wir können das nicht ändern, das hat Gott so bestimmt, „damit wir in Ehrfurcht zu ihm aufschauen“, wie es im Buch Kohelet in der Bibel weiter heißt.

Aber wir können versuchen, die Zeit, die gerade dran ist, auch wahrzunehmen und anzunehmen. Darin, so scheint mir, liegt die hohe Kunst des Lebens – in den Worten Kohelets: „Da merkte ich, dass es nichts Besseres dabei gibt als fröhlich sein und sich gütlich tun in seinem Leben. Denn ein jeder Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut bei all seinem Mühen, das ist eine Gabe Gottes.

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Ralf Altebockwinkel

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Kirchenvorstand
Pastor/-innen
Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
Kirchengemeindeverband
Pastor/-innen
Ralf
Altebockwinkel
Pastor + stellv. Vorsitzender Kirchenvorstand
Kirchstraße 3
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Brockel
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04266/955565
Mobil: 
(0151) 18941641
So. 24.03.19
Spätes Ostern
Spätes Ostern

Dieses Jahr ist Ostern am 21./22. April. Normalerweise wäre Ostern aber schon am 21./22. März gewesen. Das es nicht so ist, liegt an einer Regeländerung auf der Synode (Kirchenversammlung) von Karthago im Jahr 525. Danach wird der Frühlingsbeginn auf den 21.März 0 Uhr festgesetzt und von einem gleichmäßig auf einer Kreisbahn umlaufenden Mond ausgegangen. Nach 19 Jahren wiederholen sich die Mondphasen zum selben Datum. Denn 235 Mondmonate entsprechen ziemlich genau 19 Jahren von Frühlingsbeginn bis Frühlingsbeginn. Der so errechnete zyklische Vollmond kann vom wahren astronomischen Vollmondzeitpunkt um einen Tag abweichen. Der erste Vollmond nach dem 21. März in diesem Jahr ist daher Freitag, der 19. April. Der folgende Sonntag, der 21. April, ist der Ostersonntag. Das letzte Mal kam es 1962 zu einer sogenannten Osterparadoxie. Die nächste wird im Jahr 2038 eintreten. Die ursprüngliche Regel, Ostern am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond zu feiern, wurde im Jahr 325 nach Chr. auf dem Konzil von Nicäa, einer Stadt in Kleinasien, dem heutigen Iznik in der Türkei, beschlossen. Konzile sind Versammlungen aller Bischöfe und kirchlicher Würdenträger zur Aussprache und Entscheidung über Angelegenheiten der Kirche. Die Beschlüsse der Konzilien gelten in den orthodoxen Kirchen und der römisch-katholischen Kirche als bindend. Die evangelischen Kirchen haben im Allgemeinen keine feste Liste anerkannter Konzilien, erkennen aber die Ergebnisse der ersten vier Zusammenkünfte aus den ersten fünf Jahrhunderten an. Auf Ostern bezogen hat man verkürzt gesagt beim 1. Konzil von Nicäa entschieden, dass alle Christen Ostern am gleichen Tag feiern sollten. Das Datum des Osterfestes wurde deswegen für alle verbindlich auf den ersten Sonntag nach Frühlingsvollmond festgelegt. Mit dem Beschluss waren aber die Schwierigkeiten nicht endgültig beseitigt, weil die genaue Festlegung des ersten Frühlingsvollmonds Probleme mit sich brachte. Die genaue Berechnung ist auch nicht so einfach zu verstehen. Früher gab es da auch erhebliche Abweichungen innerhalb der Kirchen. Schließlich setzte ein römischer Abt auf Veranlassung von Papst Johannes I. im Jahre 525 n.Chr. die gebräuchliche Rechnung durch, die bis heute Bestand hat.

So. 17.03.19
Freiheit
Matthias Richter
Freiheit

Sind Sie ein freier Mensch? Zugegeben, das ist eine schwierige Frage, weil Freiheit

so vielschichtig ist.

Wenn Sie die folgenden Fragen bejahen können, sind Sie wahrscheinlich tatsächlich frei:

Können Sie eine Anschuldigung auf sich sitzen lassen, ohne sich sofort rechtfertigen zu müssen?

Können Sie mit anderen zusammen sein, die klüger oder erfolgreicher

oder schöner oder sonst was sind, ohne neidisch zu werden?

Können Sie eine gute Tat für sich behalten, ohne es an die große Glocke zu hängen?

Können Sie einen Tag lang leben, ohne daran zu denken, was andere von Ihnen denken könnten?

 

Ich bin überzeugt, dass wir selbst unser größter Sklaventreiber sind. Wir stecken so viel Kraft in unser Image: wie wir ankommen, was andere von uns denken.

Wir brauchen so viel Energie, dass andere uns so erleben, wie wir gern wären (und dann auch noch denken, wir seien wirklich so).

Wir brauchen so viel anstrengendes Versteckspiel, dass verborgen bleibt, was andere irritieren oder abschrecken könnte.

Damit sind wir leicht Sklaven unserer Angst, abgelehnt zu werden und anzuecken. Und Sklaven unseres Zwangs, zu gefallen und Anerkennung zu finden.

Wie wir mehr Freiheit gewinnen, ist ein Kernthema des christlichen Glaubens. Mein Wert steht fest, weil Gott mich so akzeptiert. Das heißt nicht, dass ich mich nicht verändern und entwickeln sollte.

Aber niemand hier hat das letzte Recht, mich zu bewerten oder zu beurteilen – außer eben Gott.

Deswegen ist das Vertrauen auf diesen Gott für mich der Weg zur Freiheit.

Der sagt zu mir (und Gott sei Dank nicht nur zu mir): Du bist wertvoll. Das ist die Quelle meiner Freiheit.

Wenn ich mich aber davon abhängig mache, was andere über mich denken, werde ich nie frei sein. Ich müsste mich jede Minute neu positionieren, um zu gefallen und Anerkennung zu finden.

Ein Kollege empfiehlt als Freiheitstraining heimliche gute Taten: Tun Sie immer wieder etwas Gutes, was garantiert verborgen bleibt, womit Sie weder Eindruck schinden noch Lob ernten. Machen Sie etwas Unpopuläres, was Sie sich nicht an die Brust heften können. Das ist ein Heilmittel gegen die Sucht zu gefallen und zu beeindrucken. Bei riesigen Nebenwirkungen wissen Sie, dass es anschlägt.

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Matthias Richter

Matthias
Richter
Theologischer Direktor des Agaplesion Diakonieklinikums
Elise-Averdiek-Straße 17
27356
Rotenburg
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(04261) 77-0
So. 10.03.19
Ein Chamäleon müsste man sein
Hartmut Nack
Ein Chamäleon müsste man sein

Jetzt ist es auf den Weg gebracht: Das EU-Parlament plant die Abschaffung der Zeitumstellung.

Nicht nur bei dieser jährlichen Umstellung wäre es hilfreich, wenn sich der Mensch einfach anpassen könnte, wie dieses bunte Kriechtier. Einfach die Farbe wechseln und mit den neuen Umständen verschmelzen. Doch in Wirklichkeit haben viele damit zu kämpfen, ihren Tagesrhythmus anzupassen.

Doch wir wollen nicht meckern. Es ist schon gut so, dass nicht immer alles „0815“ läuft. Es wäre doch schade, wenn ein Tag wie der andere wäre. Schließlich geschehen auch Dinge, die das Leben angenehm auf den Kopf stellen: Ein Heiratsantrag, die Geburt eines Enkel- oder Urenkelkindes oder eine neue Arbeitsstelle halten uns in Bewegung. Durch Begegnungen, neue Eindrücke und Herausforderungen bleibt unsere Welt in Bewegung und wir sind gefordert uns darauf einzustellen.

In aller Regel fällt das leicht. Manchmal fällt uns noch nicht einmal auf, dass sich etwas verändert hat. Aber es gibt auch Einschnitte, die den Atem anhalten lassen: Der Verlust eines lieben Menschen, eine Beziehungskrise oder die Erfahrung, hintergangen worden zu sein. Wie soll ein Mensch damit klar kommen? Abtauchen wie ein Maulwurf? Oder kühl darüber hinweg blenden wie eine stolze Katze?

Ich wäre am liebsten ein Chamäleon. Einfach die Farbe wechseln und eins werden mit den neuen Umständen. Aber wir sind nun einmal Menschen und Trauer, Schmerz und Ärger wiegen schwer. Aber zwei Dinge können wir von dem Kriechtier trotzdem lernen. Zum einen die langsam-tastenden Schritte des Chamäleons. Denn nur so, langsam und behutsam, können wir unser Leben wieder ordnen. Das braucht Zeit. Zum anderen ist es die lange, pfeilschnelle Zunge, um die nötige Wegzehrung zu fangen. Denn in schweren Zeiten ist es besonders wichtig, nicht trocken zu laufen.

„Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“ (2. Timotheus 1,7). Warum nicht die Zunge ausstrecken und die Kraft Gottes schmecken, die in uns ist. Vielleicht hilft’s dabei, wenn mein Leben mal wieder auf den Kopf gestellt wird und ich mich an neue Lebensumstände gewöhnen muss.

 

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Hartmut Nack

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Hartmut
Nack
Pastor
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27383
Scheeßel
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So. 03.03.19
„Mal ehrlich“ – sieben Wochen ohne Lügen
Anja Bohling
„Mal ehrlich“ – sieben Wochen ohne Lügen

Die weißen Spitzenkniestrümpfe, die ich von Tante Marga als Sechsjährige geschenkt bekam, mochte ich überhaupt nicht. Das sagte ich ihr ganz ehrlich, was meine Mutter nicht gut fand. Sie raunte mir zu, dass ich das so deutlich nicht sagen und mich lieber dafür bedanken muss.

Ich verstand nicht, was daran falsch war, die Wahrheit zu sagen. Sonst war es doch immer wichtig gewesen, ehrlich zu sein. Auch heute als Erwachsene sträube ich mich dagegen, aus Höflichkeit „diplomatisch“ zu sein. Da sind wir schnell beim Kern der Sache: Wann fange ich an, jemanden anzulügen?

Wenn ich höflich sein und Tante Marga nicht verletzten möchte? Wenn ich mir beim Sport einen Vorteil verschaffen will und das Handspiel dementiere? Wenn ich meine Nachbarin vor einer harten Wahrheit schützen will? Wenn ich feige bin und nicht zu dem stehe, was ich verbockt habe? Wenn ich jemandem bewusst schaden will und Unwahrheiten verbreite?

Ganz klar: Es gibt Abstufungen beim Lügen, schädliche und unschädliche Lügen. Ich weiß als Christin aber auch, was in den 10 Geboten steht: „Belügt einander nicht.“ Aber: Die Wahrheit zu sagen, ist oft ein Abwägen von Schaden und Bewahren. Es geht immer um menschliche Beziehungen und darum, welche Absicht ich mit dem verfolge, was ich sage. Das Gebot ist eine Grundlage für mich: Geh so mit anderen um, rede so mit anderen, dass du kein Unrecht tust und Beziehungen zerstörst.

Jedes Jahr gibt es von Aschermittwoch bis Ostern eine Fastenaktion der evangelischen Kirche. In diesem Jahr werden wir eingeladen, in den sieben Wochen bis Ostern aufs Lügen zu verzichten. Denn Fasten bedeutet Verzicht und soll frei machen. Probieren Sie es aus und versuchen Sie, sieben Wochen aufs Lügen zu verzichten. Wie das gehen kann, erfahren Sie unter https://7wochenohne.evangelisch.de/

Und ich nehme mir vor zu üben, wie man Höflichkeit und Wahrheit miteinander in Einklang bringen kann, damit ich auf künftige Geschenksituationen vorbereitet bin.

 

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Anja Bohling

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So. 24.02.19
Neustart mit Gänseblümchen
Alexa Wilke
Neustart mit Gänseblümchen

Die 13-Jährige schmeißt die Tür hinter sich zu und wirft sich mit einem Wutschrei aufs Bett. Einige Minuten später klopft es. „Lass mich in Ruhe“, klingt es von drinnen: „Ich will nichts hören!“ Draußen wird es ruhig. Die Tochter liegt auf dem Bett und horcht auf die Stille. Sie denkt an nichts und wartet. Wie war es zu dem Streit gekommen? Sie erinnert sich nicht. Aber wie es jetzt weitergeht, das ist klar. Wie immer. Drei Tage Sendepause und dann der nächste Streit. „Ich hau ab“, murmelt sie. „Ich halt das hier nicht mehr aus.“ Der neue Gedanke gibt ihr Energie. Sie steht auf, geht zum Schrank. Sucht Sachen zusammen. Als sie den Rucksack hochnimmt, fällt etwas raus. Trockene Blumen. Sie hockt sich auf den Boden. Sucht die Blüten zusammen. Ein zerdrückter Kranz aus Gänseblümchen. Sie erinnert sich an den Nachmittag im Sommer. Die Wiese in der Sonne. Ständig waren ihr die Stängel kaputtgegangen. Die Mutter hatte alle Ruhe der Welt gehabt und ihr immer wieder neu gezeigt, wie sie die Blumen zusammenstecken musste. Bis es dann endlich geklappt hatte. Sie wiegt die Blumen in der Hand. Steigt die Treppe runter. Legt den Rucksack auf den Tisch. „Wir waren ganz schön lange nicht mehr wandern“, sagt sie und spielt beiläufig an der Küchenmaschine. Die Mutter sieht sie an. Schaut auf den Rucksack. Sie lächelt. „Ja. Lass uns mal wieder zusammen losziehen.“

Toll, wenn ich eigentlich schon genervt weiß, was als nächstes kommt und dann höre oder sehe ich etwas, das die immer gleichen Bahnen durchbrechen hilft. „Heute sollt ihr auf das hören, was er euch zu sagen hat! Macht euch nicht total zu und stellt euer Herz auf Empfang.“ (Hebräer 3,15, zitiert nach der Volxbibel).

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Alexa Wilke

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Sa. 09.02.19
I want to hold your hand
Katharina Brühl
I want to hold your hand

Heute vor genau 55 Jahren hatten die Beatles ihren ersten Auftritt im amerikanischen Fernsehen mit den Liedern: „All my Loving“, „Till There was you“, „She Loves you“, „I saw her standing there“ und „I want to hold your Hand“.

Das Motiv des Hand-Haltens begegnet uns im Alltag - überall, wo wir hinkommen, werden wir mit einem Hände-schütteln begrüßt und meistens auch verabschiedet.

Wenn Paare - oft besonders Paare, die noch nicht allzu lange zusammen sind - durch die Straßen laufen, halten sie sich an den Händen. So fühlen sie sich besonders verbunden und zeigen nach außen allen, denen sie begegnen: Wir gehören zusammen!

Auch kleinere Kinder, die gemeinsam mit ihren Eltern unterwegs sind, werden häufig an der Hand gehalten - so können sie nicht verloren gehen und fühlen sich geborgen an der ihnen so sehr vertrauten Hand.

Dieser Wunsch wird oft in der Taufe weitergegeben: Die Eltern wünschen sich für ihr Kind, dass Engel „sie auf Händen tragen“ mögen.

Was für ein schönes Bild! Egal wohin ich gehe, Gott oder seine Engel sind immer um mich herum und reichen mir die Hand, wenn ich stolpere oder einfach Halt brauche.

Die Beatles haben in ihrem Lied eine ähnliche Botschaft verarbeitet: Ein Mann singt dieses Lied für seine Freundin. Er wünscht sich sehr, dass sie ihn zu ihrem Mann macht. Wenn er mit ihr zusammen ist, dann ist er glücklich - er möchte einfach nur ihre Hand halten können.

Ich wünsche uns allen, dass auch wir jemanden haben, bei dem wir dieses Gefühl erleben können - I want to hold your hand.

 

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So. 20.01.19
Kein Witz!
Dr. Matthias Wilke
Kein Witz!

Vorbei der ganze Zauber, denkt sich Claudia und packt etwas schweren Herzens alle Weihnachtssachen wieder ein. Zuletzt die Krippe – und das Jesuskind soll in Watte in eine Streichholzschachtel. War schön, dieses Jahr Weihnachten. Da kommt ihre kleine Tochter ins Zimmer, fragt ernst, warum Jesus denn wieder gehen muss, und erzählt, ohne die Antwort abzuwarten, einen Ostfriesenwitz, der ihr gerade wichtig ist.

Altbekannt und doch muss auch die Mama schmunzeln: Ein Ammerländer verlegt in Ostfriesland neue Überlandleitungen. Hoch oben arbeitet er an einem Mast, hoch über einer Weide. Kommt ein Ostfriese vorbei, lacht und geht weiter. Kommt ein zweiter, lacht ebenfalls und geht weiter. Dem nächsten aber, der grinsend an ihm vorbeigehen möchte, ruft der Ammerländer von oben herab zu: „Was gibt es denn da zu lachen?“ „Dumme Frage“, antwortet der Ostfriese. „Unter deinem Zaun laufen doch alle Kühe durch!“

Es gäbe wohl für alle viel weniger zu lachen, wenn wir immer verstehen würden, was der andere tut. Missverständnisse können einfach Freude machen. Wenn beide lachen. Lacht über längere Zeit nur einer, lacht oft bald keiner. Klug deshalb, wer fragt und sich befragen lässt.

Claudia packt weiter ihre Weihnachtssachen ein, aber nach dem Gespräch mit ihrer Tochter nun anders. Das Jesuskind bleibt da. Beide stellen es mit der kleinen Krippe hoch oben auf den Schrank. Da steht es nun an der Ecke, mehr zu ahnen als zu sehen. Aber sie beide wissen es und können sich beim „Unterdurchlaufen“ auch im Hochsommer immer mal wieder lächelnd daran erinnern: „Von Jesu Christus haben wir alle empfangen Gnade um Gnade“ (Johannes 1,16). Kein Witz – und immer wieder schön.

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Dr. Matthias Wilke

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So. 06.01.19
Wenn´s dir nicht gefällt: mach neu!
Martin Söffing
Wenn´s dir nicht gefällt: mach neu!

2019 ist frisch, verbreitet noch Neuwagenduft. Und viele haben gute Vorsätze; was soll nicht alles anders werden? Endlich rauchfrei, mehr Sport, gesünder essen, weniger Zeit mit Mobiltelefon und Tablet verdaddeln… Die Haltwertzeit solcher Vorhaben ist oft eher überschaubar.

Vielleicht macht es den Charme des Jahreswechsels aus: die Uhr auf null stellen und neu durchstarten. Ein reizvoller Gedanke. An Sylvester sieht alles so schön neu aus und glänzt noch unverbraucht. Und wenn´s dir nicht gefällt: mach neu.

Dabei tue ich dem Vergangenen leicht unrecht; zu entdecken, was im alten Jahr gut war, gelungen, wofür ich dankbar bin – das gehört für mich dazu. Ebenso wie der (selbst-)kritische Blick auf das, was ich mir anders wünsche, was sich gerne im neuen Jahr verändern darf.

Spannend finde ich die Frage, was ich selbst dazu beitragen kann. Es muss ja nicht gleich die Abrissbirne sein um alles neu zu machen, von Null auf Hundert quasi. Veränderungen fangen oft im Detail an, lassen sich im kleineren Format gut ausprobieren. Ein Neuanfang im H0-Maßstab? Warum nicht. Wichtig ist, die Gestaltungsräume zu entdecken – mögen sie am Anfang noch so klein erscheinen. Ein Hoch also auf die guten Vorsätze und die Sehnsucht nach Veränderung. Gerade wenn ich mir zugestehe dass nicht gleich alles neu und perfekt werden muss.

Und manchmal ist hilft nur eins: „Steig auf den Berg aus Dreck, weil oben frischer Wind weht.“ Dort lässt sich mit ein wenig Abstand entdecken, dass da mehr Glanz ist als es von unten betrachtet schien - … alles glänzt, so schön neu.

Ich wünsche ihnen viel Entdeckerfreude für das neue Jahr.

Ihr Martin Söffing

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Martin Söffing

Martin
Söffing
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Mo. 24.12.18
Nur nicht ja und Amen
Dr. Michael Blömer
Nur nicht ja und Amen

Ab Montag ist Weihnachten – das Fest des Friedens. Komischer Weise ist es das nicht, weil das Weihnachtsgeburtstagskind Jesus ein friedlicher Mensch war und vom Frieden gesprochen hat und friedlich mit seinen Zeitgenossinnen und -genossen umgegangen ist. Vielmehr ist Weihnachten das Fest des Friedens, weil dieser »holde Knabe im lockigen Haar« in diesem Stall unter diesen unheilbar romantisch anmutenden Bedingungen geboren worden ist. Dazu all dieses Halleluja und die Engel und die Hirten und der Weihrauch und die Weisen aus dem Morgenland.

Es spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle, dass eine Geburt im Stall schon aus hygienischer Sicht nur sehr scheinbar etwas Romantisches hat und die jungen Eltern mit ihrem Kind gleich nach der Geburt ziemlich unromantisch nach Ägypten fliehen mussten, weil der König des Landes dem Kind nach dem Leben trachtete – macht nichts, Weihnachten ist und bleibt, egal wie seine Randbedingungen auch waren, das Fest des Friedens.

Wenn wir natürlich nach Syrien oder in den Jemen sehen oder sogar ins Geburtsland des holden Knaben, dann werden wir auch in diesem Jahr feststellen müssen, dass wir zwar alle Jahre wieder das Fest des Friedens begehen und einander in ganz friedlicher Absicht Smartphones, Parfüms oder gar ein Buch schenken – dass allerdings der Friede in jedem Jahr, in dem wir ihn feiern, weit hinter den in ihn gesetzten Erwartungen zurück bleibt.

Daran können wir wie in jedem Jahr leider wenig ändern. Außer vielleicht: Einspruch einlegen, wenn wieder jemand schlecht über andere redet. Hinsehen, wenn alle anderen wegsehen. Protestieren, wenn Gewalt eine Lösung zu sein scheint.

Ganz kleine gute Dinge tun. Und niemals resignieren.

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Dr. Michael Blömer

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