Andachten

Kurz innehalten. Sich für einen Moment besinnen, woher wir eigentlich kommen, was wichtig ist im Leben. Dabei helfen uns kurze Andachten. Die Pastorinnen und Pastoren des Kirchenkreises Rotenburg verfassen jede Woche zwei Zeitungsandachten für die Rotenburger Rundschau und die Rotenburger Kreiszeitung. Wir veröffentlichen sie hier und schaffen damit ein Archiv, auf das Sie zurückgreifen können, wann immer Sie möchten. Denn: Ihre Zeitung werfen Sie irgendwann in den Papierkorb. Die Andachten behalten jedoch ihre Gültigkeit jenseits der Tagesaktualität.

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Datum
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Name
So. 12.08.18
War es das jetzt?
Martin Söffing
War es das jetzt?

Soll es das gewesen sein? So oder so ähnlich klingen Fragen wenn etwas zu Ende geht, wenn es ums Abschied nehmen geht. Schon höre ich die Frage als nach gefühlt wochenlanger Hitze der Himmel wieder bedeckt ist und die Temperaturen sinken – war es das jetzt mit dem Sommer?

Ernster klingt die Frage wenn Menschen zurückschauen. Auf eine Zeit, die zu Ende geht, wenn klar wird dass das Leben fortan nicht mehr so sein wird wie früher. Wenn plötzlich alles anders ist. Ein Lebensabschnitt, der zu Ende geht. Wenn eine Krankheit alles verändert, wenn die Hoffnung auf Heilung schwindet. Dann schauen wir zurück, ziehen Bilanz. Oft wird dann, in der Rückschau erst deutlich, was wichtig war, was und wen ich geschätzt, geliebt habe, worauf ich nicht verzichten mag.

Dieses Bilanzieren ist wichtig, es kann zeigen, wofür ich dankbar bin, was bisher geglückt ist, womit ich zufrieden bin. Und zugleich ist da angesichts einer größeren Veränderung auch die Aufgabe, mich neu zu arrangieren. Zu versuchen, mich auf die Situation einzulassen. Wenn das gelingt, lässt sich neu entdecken, was anders zwar als bisher, was aber dennoch gut und reizvoll ist. Diese Bereitschaft zur Veränderung ist nicht immer leicht. Und zugleich wissen wir, dass es mit dem Hüttenbauen nicht klappt, dass unser Leben ein Unterwegssein, Veränderung bedeutet.

Man sagt am Ende wird alles gut
Und wenn es nicht gut ist, kann es auch nicht das Ende sein, so heißt es in einem Song von Casper.

Ist es wirklich so einfach? Vermutlich nicht. Mir gefällt die Widerständigkeit, mit der es dort weiter heißt:

Am Ende wird alles gut
Und ist es nicht gut, ist es verdammt nochmal nicht das Ende
Nein

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Martin Söffing

Martin
Söffing
Pastor Klinikseelsorge AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM
Elise-Averdieck-Straße 17
27356
Rotenburg
Tel.: 
(04261) 77 - 2003
Fax: 
(04261) 77 - 2029
Mobil: 
(0172) 8450895
Mo. 06.08.18
Sommer für die Seele
Hilke Bauermeister
Sommer für die Seele

Bis zum 8. August haben die Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen noch frei. Ferienzeit ist Urlaubszeit. Fahren Sie weg im Urlaub oder bleiben Sie zu Hause?

Was bedeutet eigentlich das Wort Urlaub? Im Wörterbuch steht, „Urlaub“ kommt von „Erlaubnis“. „Urlaub“ ist die „Erlaubnis, von der Berufsarbeit fernzubleiben“. Urlaub ist die Erlaubnis zum Ausspannen. Wer Urlaub hat, der darf für eine Weile aus dem Alltag aussteigen. Egal, ob man wegfährt oder zu Hause bleibt: Man kann sich all’ jenem widmen, was im täglichen Trott meistens unterbleibt: gemütlich frühstücken, ein gutes Buch lesen, lange Spaziergänge machen und nachdenken über sich und Gott und die Welt. – Sommer für die Seele hieße für mich, sich auch Zeit und Raum dafür zu gönnen, dem eigenen Dasein nachzuspüren: Die freie Zeit dafür nutzen, den Spuren nachzugehen, die Gott in unserem Leben hinterlassen hat. Da mag es Schönes und auch Schweres geben. Traurige Tage sind einem womöglich stärker im Gedächtnis als die schönen. Wir neigen schnell zum Vergessen. Das Schwere lässt vergessen, was es schon alles an Schönem und Gelungenem gab im Leben. In der Bibel heißt es: „Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“ (Psalm 103,2) Manchmal muss man einen Augenblick innehalten, um sich an die schönen Stunden zu erinnern. Manchmal muss man einen Moment überlegen, bis es einem einfällt, wie viel Glück und Wohlergehen es für uns schon gab – trotz so mancher schweren Stunde. Dass Ihnen vieles einfällt, was Sie froh stimmt, und wofür Sie Gott danken mögen, wünsche ich Ihnen für Ihre Augenblicke des Innehaltens.

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Hilke Bauermeister

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Hilke
Bauermeister
Pastorin
Berliner Ring 19
27356
Rotenburg
So. 08.07.18
Leg doch mal das Handy weg...
Harm Cordes
Leg doch mal das Handy weg...

Neulich in der Heide. Abendstimmung. Sonnenuntergang. Mir kommen zwei Reiter entgegen. Kann das Leben schöner sein? Denke ich, bis ich bei einem der Reiter eine typische Körperhaltung wahrnehme, die nicht zu meinem Bild vom Reiter auf dem Pferd passt: Kopf nach vorne geneigt. Richtung Handinnenfläche, die einen flachen Gegenstand hält.

Näher dran erkenne ich, dass wahr ist, was ich nicht glauben konnte: Der gute Mann ist mit Jeep und Pferdeanhänger aus dem Nachbarkreis in die Heide gefahren, um auf dem Pferd – mit seinem Handy rumzudaddeln. Geht`s noch?

Szenen, wie ich sie immer wieder beobachte: Eltern mit den Kindern auf dem Spielplatz. Die Kinder toben, lachen, rufen sogar: „Mama, guck mal …“. Doch die Eltern sind mit ihren Gedanken irgendwo in virtuellen Welten, anstatt wahrzunehmen, wie toll der Spielplatz ist: „Papa, jetzt guck doch endlich …!“

Bestes Bild zu diesem Thema: Ein kleiner Junge im Fernsehen. Er hat das große Glück, mit Papa bei einem Achtelfinal-Spiel der Fußball-Weltmeisterschaft dabei zu sein. Doch was macht der Junge: spielt mit seinem Handy! Papa steht daneben und sagt nichts. Und ich frage mich: Wer hat das arme Kind ins Stadion geschleppt? Und wenn der Junge freiwillig da ist: Warum nimmt ihm keiner das Handy weg. Erklärt ihm, was auf dem Spielfeld los ist?

Ich weiß: das alles klingt weltfremd. Technikfeindlich. Typisch Pastor.

Aber so ist es nicht gemeint. Ich weiß durchaus, was ein Handy ist. Freue mich an vielen Errungenschaften unseres Zeitalters. Komme manchmal aus dem Staunen nicht raus. Und werde trotzdem traurig, wenn ich merke, wie Menschen in virtuellen Welten versacken und das Leben um sich aus dem Blick verlieren.

„Alles hat seine Zeit“ heißt es im Prediger Salomo. Und meint vielleicht auch dieses: Manchmal darf das Handy auch Pause haben. Um den Sonnenuntergang live zu bestaunen und dabei den Schritt des Pferdes zu spüren. Um mit dem Kind zu toben, zu lachen und zu raufen, anstatt Bilder davon zu verschicken. Einfach mitzujubeln und zu leiden, anstatt allen und jedem zu schreiben: „Bin gerade im Stadion. Echt cool hier …“

Jetzt, in der Urlaubszeit, wär das doch mal ein Gedanke. Immer mal wieder das Handy zu Hause zu lassen. Und einfach loszugehen. Ganz da zu sein, wo ich doch extra hingefahren bin. Mit denen, die gerade dabei sind, zu erleben, weshalb wir unterwegs sind. Darum geht es doch eigentlich. Oder etwa nicht?

 

DIESE ANDACHT STAND VORÜBERGEHEND UNTER FALSCHEM NAMEN AUF DIESER HOMEPAGE. WIR BITTEN DIESEN FEHLER ZU ENTSCHULDIGEN.

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Harm Cordes

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Gemeindebrief
Kirchenvorstand
Pastor/-innen
Harm
Cordes
Pastor, Vorsitzender des Kirchenvorstands
Bruchstraße 3
29640
Schneverdingen
Tel.: 
(05193) 986860
So. 01.07.18
Sport ist gesund
Peter Handrich
Sport ist gesund

Die Weltmeisterschaft läuft. Nein, nicht die Go-Weltmeisterschaft oder die Weltmeisterschaft der Highland Games, sondern die Fußballweltmeisterschaft. Dem kann man ja nicht entgehen.

Schon Wochen vorher – besonders seit dem Ende der Bundesliga, dem Pokalfinale und dem Endpsiel der Champions-League – war von nichts anderem mehr die Rede. Wer fährt mit, wer darf nicht mit, wird Manuel Neuer fit sein? Und können „wir“ den Weltmeisterschaftstitel verteidigen, wenn wir schon gegen Österreich verlieren?

Ehrlich gesagt, das hat genervt. Außer Fußball gab es noch so viele andere sportliche Themen. In Kiel waren vor sechs Wochen die Special Olympics, und viele Sportlerinnen und Sportler aus Rotenburg haben viele Medaillen geholt. Ganz ohne Doping. Aus der Lebenshilfe und aus den Werken. Und der größte Spaß, haben mir gleich zwei Sportlerinnen versichert, war dabei die Sportlerdisco. OK, die Medaillen waren auch nicht schlecht, aber die Disco … Toll.

Für uns andere ist Sport manchmal gar nicht so spaßig, sondern eher mit Krieg zu vergleichen. Es muss gedopt werden, damit Höchstleistungen erzielt werden können. Und die Großen im Fußball dürfen auf keinen Fall gegen die Kleinen verlieren, sonst muss der Trainer weg. Und dass Deutschland in der Vorrunde ausscheiden könnte – undenkbar. Jedenfalls bis Mittwoch noch.

Dass jetzt im deutschen Team Köpfe rollen sollen, wie es am Donnerstag in fast allen Zeitungen zu lesen war, finde ich Quatsch. Das ist auch wieder so ein Kriegsgerassel. Man kann nicht zwei Weltmeisterschaften hintereinander so richtig gut sein, dass alles stimmt. Nicht, wenn man gerade schon mal Weltmeister war. Und ich finde: Das macht überhaupt nichts. Freuen wir uns, wenn diesmal Belgien Weltmeister wird. Oder Kroatien. Und Island dann 2022.

Dann würde es bestimmt eine großartige Fußball-Disco geben.

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Peter Handrich

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Peter
Handrich
Pastor in den Rotenburger Werken
Lindenstraße 14
27356
Rotenburg
Tel.: 
(04261) 920889
So. 24.06.18
Lichtwende
Hartmut Nack
Lichtwende

Das war`s schon wieder. Ab jetzt werden die Tage wieder kürzer. Die Zeit, in der die Sonne am Himmel zu sehen ist, wird weniger. Das bekommen wir so direkt gar nicht unbedingt mit. Die Abende, an denen wir noch draußen auf der Terrasse sitzen können, sind immer noch lang. Das Licht der Sonne sorgt für schöne Abendstunden.

Aber auf Dauer macht es sich doch bemerkbar. Die Nächte nehmen zu und die Tage nehmen ab.

Genau in dieser Zeit wird in vielen Kirchen der Johannistag gefeiert. Weihnachten ist zwar noch lange hin – ziemlich genau ein halbes Jahr – aber mitten im Sommer gibt es jetzt eine kurze Erinnerung an das, was im Dezember gefeiert wird. Dabei wird an Johannes den Täufer gedacht. Der ist nur ein paar Monate vor Jesus geboren und hat den Menschen damals auch schon etwas von Gott erzählt. Aber vor allem wollte er zeigen, dass mit Jesus noch etwas größeres als er selbst kommt: „Er muss wachsen, ich aber muss kleiner werden.“

Und so passiert im Glauben etwas, was auch in der Natur beobachtet wird. Die Dunkelheit wächst immer wieder an. Die Schwierigkeiten bei uns und in der Welt werden einfach nicht weniger. Stück für Stück wird es dunkler und ungemütlicher. Aber dann an dem Punkt, wo die Dunkelheit am größten ist, machen sich neue Lichtstrahlen bemerkbar. Endlich wird es wieder heller. Das Licht, das Jesus Christus uns bringt, setzt sich durch. Es kämpft gegen die Dunkelheit an und vertreibt sie. Das Blatt hat sich gewendet. Das Licht kommt zurück und bringt Wärme und Leben.

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Hartmut Nack

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Gemeindegruppen
Mitarbeit im Gottesdienst
Pastor/-innen
Hartmut
Nack
Vikar in Kirchwalsede
So. 17.06.18
Grün
Hilke Bauermeister
Grün

Grün ist die Farbe der Natur und der Pflanzen. Im Internet kann man auch die Hinweise finden, Grün sei die Farbe der Frische und Natürlichkeit, und Grün sei die Farbe der Hoffnung und der Zuversicht. In alter Zeit war Grün auch das Sinnbild beginnender Liebe. In unserer Sprache gibt es noch Hinweise auf diese Bedeutung von früher: „Jemandem die grüne Seite zeigen,“ bedeutet, dass man sich freundlich und entgegenkommend verhält. Aber wenn man „jemandem nicht grün ist,“ dann heißt das, dass man den anderen nicht mag.

Ob es in den Ländern der Bibel auch viel Grün gibt? An der östlichen Mittelmeerküste? So viel grüne Natur wie bei uns? In Nordeuropa gibt es viele Wälder, viel Grün auch in Gärten und Parkanlagen. In der Bibel steht jedenfalls eine Geschichte über hervorsprießendes Pflanzengrün: „Jesus sprach: Womit wollen wir das Reich Gottes vergleichen, und durch welches Gleichnis wollen wir es abbilden? Es ist wie ein Senfkorn: wenn das gesät wird aufs Land, so ist’s das kleinste unter allen Samenkörnern auf Erden; und wenn es gesät ist, so geht es auf und wird größer als alle Kräuter und treibt große Zweige, so dass die Vögel unter dem Himmel unter seinem Schatten wohnen können.“ (Markus 4, 30-32)

Jesus spricht vom Hervorsprießen einer Senfstaude. Das Senfkorn ist überaus klein – man braucht mehr als 700 Samenkörner, bevor man nur 1 g beisammen hat – und aus diesen kleinen Körnchen wachsen Stauden von bis zu 3 m Länge hervor. So, sagt Jesus, so ist es auch mit dem Reich Gottes: Es ist da, klein und unscheinbar, und mit der Zeit wird es größer, bis es einmal groß und erhaben sein wird. Kleine Ursache, große Wirkung. – Bei Gott sind alle Dinge möglich.

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Hilke Bauermeister

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Hilke
Bauermeister
Pastorin
Berliner Ring 19
27356
Rotenburg
So. 10.06.18
Beten ist mein Antrieb
Ralf Altebockwinkel
Beten ist mein Antrieb

Es ist schönes Wetter, die Sonne lacht, Vögel zwitschern. Eigentlich ein Grund tief durchzuatmen und sich über die Schönheit von Gottes Schöpfung zu freuen. Aber ich bin befangen von einem mulmigen Gefühl. Im Hintergrund ist ein umzäuntes Gelände. Einige Rohre stechen aus dem Boden hervor. „Gas-Bohrstelle Z 11“ heißt dieser Platz. Ich bin der Einladung zu einem Schöpfungsgebet gefolgt. Wir singen, der Waffensener Bürgermeister hält eine bewegende Ansprache, Pastor Meyer macht auf eine erfrischende aber ernsthafte Art und Weise auf unsere Verantwortung für Gottes Schöpfung aufmerksam. Wir beten mit Worten von Papst Franziskus: „Heile unser Leben, damit wir Beschützer der Welt sind und nicht Räuber, damit wir Schönheit säen und nicht Verseuchung und Zerstörung.“

Im Anschluss bei Kaffee und Eis herrscht eine fröhliche aber auch kämpferische Stimmung. Ich erfahre einiges von Unfällen in der Vergangenheit, ungeklärten Krebsfällen, Trinkwassergefährdung. Ich weiß, auch ich bin Teil des Systems – auch ich brauche Energie für meinen hohen, verschwenderischen deutschen Lebensstandard. Es fällt mir schwer, den Finger auf bestimmte Menschen, selbst auf milliardenschwere Konzerne zu richten. Es sind nicht nur „die“, es ist auch „ich“. Aber eines ist mir deutlich geworden: Ich darf nicht einfach zuschauen und schweigen. Ich muss beten und das Beten ist mein Antrieb zum Handeln. Gott ist der Herr dieser Schöpfung, wir sind nur seine Verwalter. Mich im Gebet dieser Einsicht hinzugeben, verändert meinen Blick. Das ist nicht nur angenehm, denn das mulmige Gefühl bleibt. Doch ich weiß: Gott will mein Leben heilen, dass ich Beschützer der Welt und nicht Räuber bin.

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Ralf Altebockwinkel

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Kirchenvorstand
Pastor/-innen
Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
Kirchengemeindeverband
Pastor/-innen
Ralf
Altebockwinkel
Pastor + stellv. Vorsitzender Kirchenvorstand
Kirchstraße 3
27386
Brockel
Tel.: 
04266/955565
Mobil: 
(0151) 18941641
So. 03.06.18
Knopf im Ohr
Thomas Steinke
Knopf im Ohr

Über 100 Jahre lang war der Knopf im Ohr ein Markenzeichen für Plüschtiere. Seit einiger Zeit hat er auch unsere Spezies erreicht: Mutieren wir immer mehr zum "Homo headsetiensis"? Das ist keine Ausnahme mehr, sondern wird für unsere Gesellschaft zunehmend prägend: Egal wo ich mich befinde, der Knopf im Ohr gehört dazu. Egal was hier gerade passiert, meine Aufmerksamkeit ist woanders – eben bei dem, was an mein Ohr dringt. Egal wer um mich herum ist, ich rede scheinbar vor mich hin – eben mit der Person, mit der ich über den Knopf verbunden bin; nur nicht mit derjenigen, die mir vielleicht sogar gegenübersitzt. Gerate ich durch die Technik, die uns doch miteinander verbinden soll, in Gefahr, mich zu isolieren? Verpasse ich im analogen Leben eine echte Begegnung von Angesicht zu Angesicht, weil die Band oder die Info oder die Frau oder der Mann im Ohr mich in Beschlag nimmt? Verpasse ich so vielleicht sogar manche Begegnung mit Gott selbst?
Im biblischen Leitspruch für die kommende Woche heißt es: "Christus spricht zu seinen Jüngern: Wer euch hört, der hört mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich." (Lukas-Evangelium 10,16)
Die Digitalisierung ist Realität und ich muss lernen, damit umzugehen. Die Technik verteufele ich nicht – ich nutze sie selbst täglich und bin froh über die Möglichkeiten, die sie mir bietet. Aber ich möchte wach sein für das, was gerade dran ist. Ich möchte nicht achtlos an denen vorbeilaufen, auf die ich treffe. Und ich will erwarten, dass Christus selbst mir in anderen begegnet und mir etwas zu sagen hat. Deshalb erbitte ich mir von Gott die Weisheit im Umgang mit der Technik, damit ich nicht im Digi-Tal versacke. Das würde dann auch unserem Namen als "Homo sapiens" alle Ehre machen.

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Thomas Steinke

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Mission, Ökumene und Partnerschaft
Thomas
Steinke
Pastor für Gemeindeinnovation in den Kirchenkreisen Rotenburg und Bremervörde-Zeven
Querweg 2a
29640
Schneverdingen
Tel.: 
(05193) 9662586
So. 20.05.18
Da weht ein frischer Wind
Rolf Hirte
Da weht ein frischer Wind

Menschen gehen auf die Straßen, und sagen, was sie glauben, hoffen, sich wünschen. Sie verstecken sich nicht mehr ruhig in ihren Häusern, fragen sich nicht ängstlich, was werden denn wohl die Nachbarn sagen, wie reagieren die anderen darauf? Hat mein Engagement etwa Nachteile für mich?

Manche setzen sich vielleicht einfach mal eine Kippa (Kopfbedeckung jüdischer Männer) auf, um zu zeigen: “Wir wollen, dass Juden hier bei uns sicher leben können, ohne angefeindet zu werden.“ Vielleicht demonstrieren sie auch für bessere Arbeitsbedingungen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, oder machen sich stark für eine gerechtere Wirtschaftsordnung, von der mehr Menschen profitieren als im Moment. Manchmal lassen Menschen sich begeistern. Dann sagen sie: “Da können wir etwas ändern.“ Dann gehen sie raus auf die Straßen und erzählen den anderen von ihren Hoffnungen und Träumen.

So ähnlich stelle ich mir das auch vor zu Pfingsten in Jerusalem vor etwa 2000 Jahren: Die nach der Kreuzigung Jesu verängstigten Jünger Jesu kommen aus ihren Verstecken und sprechen öffentlich über das, was sie glauben: Gottes Liebe ist stärker als alle Mächte des Chaos und der Zerstörung, ja sogar als der Tod. Das hat damals viele begeistert. Die ließen sich taufen und teilten alles, was sie hatten, damit keiner Not leiden mußte. Da wehte ein frischer Wind. Da bewegte Gottes Geist viele Menschen. Pfingsten hatte und hat es immer noch mit Begeisterung für Gottes neue Welt, mit Mut und Aufbruch zu tun.

Gesegnete Pfingsten

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Rolf Hirte

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Diakonische Einrichtungen
Rolf
Hirte
Klilnikseelsorger am AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM ROTENBURG
Elise-Averdieck-Straße 17
26365
Rotenburg (Wümme)
Tel.: 
(04261) 77-36 63
So. 13.05.18
Gib den Kindern Flügel
Frank Hasselberg
Gib den Kindern Flügel

„Wenn Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln, wenn sie groß werden, Flügel“ – so lautet eine tibetische Weisheit. Zahlreiche junge Menschen feiern in diesen Wochen nach Ostern das Fest ihrer Konfirmation. Sie werden flügge. Sie sind auf dem Weg in ihr eigenes Leben, nabeln sich Stück für Stück von den Eltern ab.

Früher bedeutete die Konfirmation den Einstieg ins Berufs- und Erwachsenenleben. So radikal ist dieser Einschnitt heutzutage nicht mehr. Und doch: Es bleibt ein wichtiger Schritt im Leben der jungen Menschen und ihrer Familien. Die Eltern müssen allmählich lernen loszulassen, die Jugendlichen stehen immer mehr auf eigenen Füßen. Das ist schön, bringt aber auch viele Fragen mit sich: Soll ich weiter zur Schule gehen oder lieber eine Ausbildung machen? Gehe ich mit X oder mit Y? Wichtig ist, dass die jungen Menschen wissen, wo sie hingehören. Dass sie immer zu ihren Eltern und Paten kommen können. Und dass sie wissen: Gott geht meine Wege mit. Er hilft mir auf, wenn ich mal strauchle, und er verzeiht mir, wenn ich einen Fehler mache.

Ich hoffe immer, dass ich das in der Konfirmandenzeit vermitteln konnte. Wenn ich da an meine eigene Konfirmation denke, war Vieles nicht so schön. Vorher gab es eine Prüfung, was mussten wir nicht alles auswendig lernen: Luthers Katechismus mit Erklärungen rauf und runter, dazu gefühlt das halbe Gesangbuch. Alles war so ernst und steif. Natürlich müssen die Konfirmanden auch heute noch einige Kernstücke des Glaubens wissen, sie sollen den Gottesdienst und das Leben ihrer Kirchengemeinde kennenlernen. Vor allem aber sollen sie erfahren, was und wer dahintersteckt: Gott selber nämlich. Auf ihn sollen sie vertrauen, ihn Vater nennen, so wie Jesus es uns beigebracht hat. Das ist wichtiger als stures Auswendiglernen. Darum habe ich meinen Konfirmanden in diesem Jahr ein Psalmwort mitgegeben auf ihren weiteren Lebensweg: „Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen.“ (Psalm 18, 30). Was braucht es mehr im Leben?!

 

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Frank Hasselberg

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Öffentlichkeitsarbeit
Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Frank
Hasselberg
Pastor, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis
Schneverdinger Straße 14
29640
Schneverdingen
Tel.: 
(05193) 4130
So. 22.04.18
Sehnsucht
Haike Gleede
Sehnsucht

„Da wohnt ein Sehnen tief in uns, o Gott, dich zu sehn, dir nah zu sein...“

Dieses moderne Kirchenlied ist beliebt und wird in vielen Gottesdiensten gesungen. Der Text rührt etwas in mir an, eine verborgene Sehnsucht, die in mir schlummert. Wonach?

Vor wenigen Wochen haben wir Ostern gefeiert – das Befreiungsfest der Christen. Am ersten Ostermorgen machten sich die Frauen auf zum Grab Jesu. Sie suchten nach Antworten auf ihre Trauer.

Mit kostbaren Ölen wollten sie seinen Leichnam salben, ihm so noch einmal hautnah sein. Aber sein Grab war leer. Die Stimme des Engels zwang sie ihren Blick zu heben, sich aufzurichten, neu auszurichten. Er sprach: „Fürchtet euch nicht!“. Sie flohen vor Angst zitternd von dem Grab.

Aber diese Sehnsucht blieb und rührte sich in ihren Herzen mehr denn je.

So wagten sie zu glauben, was sie gehört hatten. „Der Herr ist auferstanden!“

Was rührt Ostern in mir an? Mit dem Frühling erwacht die Sehnsucht nach Wärme, nach Aufatmen, nach neuem Leben. Aber das Leben richtete sich nicht nach den Jahreszeiten.

In den letzten Monaten rollte eine Sterbewelle durchs Land, und eine nicht enden wollende Grippewelle sitzt noch vielen in den Knochen.

Sehnsucht nach Heilung und nach Trost ist vielerorts spürbar.

Wie können wir unter solchen Bedingungen die Osterbotschaft wahrnehmen? Wie können wir unseren Blick erheben, wenn wir erschöpft und niedergeschlagen sind? Wie dem „Fürchte dich nicht!“ vertrauen?

Es wohnt da diese Sehnsucht in mir – dass da einer ist, der die Angst und die Trauer sieht. Eine Sehnsucht nach etwas, das größer ist als alle menschlichen Grenzen. Was verlieren wir, wenn wir der Botschaft trauen? Nichts! Aber wir gewinnen alles! Darum gehe ich das Wagnis ein, glaube an den Auferstandenen und stimme ein in den Ruf, der nicht nur Ostern gilt:

„Der Herr ist auferstanden!“

 

Pastorin Haike Gleede, Horstedt

 

 

 

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Haike Gleede

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Notfallseelsorge
Öffentlichkeitsarbeit
Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
Pastor/-innen
Haike
Gleede
Pastorin
Kirchstraße
27367
Horstedt
Tel.: 
(04288) 320
Fax: 
(04288) 1382
So. 15.04.18
Neulich am Lottotresen
Dietmar Meyer
Neulich am Lottotresen

Als ich neulich am Lottotresen darauf warte, dass ich drankomme, steht Jesus hinter mir in der Schlange. Man soll‘s nicht glauben, aber er sieht tatsächlich genauso aus wie man ihn sich vorstellt. Überrascht bin ich trotzdem. „Was machst du denn hier, Jesus?“ frage ich. „Hätte nicht gedacht, dich ausgerechnet hier am Lottotresen zu treffen.“ Passt mir jetzt gar nicht so gut, denke ich. Habe ja den Lottoschein in der Hand und komme jeden Augenblick dran. Und muss noch überlegen, ob ich die 7 oder wie immer die 11 ankreuzen soll. Und nun das. Das letzte Kreuz muss ich noch setzen. „Ich nehme die 12!“ sage ich leise zu mir selbst. „12 Jünger, 12 Stämme Israel, 12 als Zahl für Vollkommenheit“. Vielleicht ist das ja ein Zeichen. Vor mir tut sich nichts. Dauert noch, bis ich dran bin. „Du spielst Lotto, Jesus?“ Ich wundere mich. Er hat das Geld doch gar nicht nötig. Ob er mir seine Zahlen nennt? Er müsste ja wissen, welche fallen werden. Ich drehe mich ganz zu ihm: „Ehrlich gesagt hätte ich nicht gedacht, dass dich der Jackpott reizt“ Ich erinnere ihn an seine eigenen Worte. „Hast Du nicht gesagt, es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr geht, als dass ein Reicher in den Himmel kommt?“ Jetzt bin ich gespannt, was er dazu sagt. Gar nichts. Er steht da. „Oder: Schafft Euch nicht Schätze auf der Erde, wo Motten und Rost sie fressen. Schafft Euch lieber Schätze im Himmel. Hm? Deine Worte!“ Jaja denke ich, sagen kann man also viel. Am Ende geht es doch ums Geld. Sogar bei Christus. Wie komme ich nur an seine Zahlen? „Das wär was: Den Jackpott knacken, oder Jesus? “ Christus kommt einen Schritt näher, und weist mit einer leichten Kopfbewegung nach vorne. Ah, die Schlange vor mir bewegt sich. Gleich bin ich dran. Dass Christus Lotto spielt, nee, ich werd verrückt! „Du weißt aber schon, dass die meisten Gewinner mit dem Geld unglücklich werden?!“ sage ich ihm über die Schulter. Dazu gibt es Studien. Außerdem stellt doch jeder, der auf den Gewinn hofft, sein bisheriges Leben in Frage. Überhaupt, du hast doch alles, was man braucht. Die ganze Welt gehört Dir doch. Sogar der Himmel.
Ich denke plötzlich an die Website, auf der kann man sehen, an welcher Stelle man weltweit mit seinem Einkommen rangiert (http://www.globalrichlist.com/). Mein Platz kann auf der Skala schon gar nicht mehr abgebildet werden, soweit oben rangiere ich. Sogar mit meinem BAFöG-Satz hätte ich damals schon unabbildbar vorne gestanden. „Wo würdest Du da erst stehen, Jesus?!“ Der braucht das doch wirklich nicht. Immer dasselbe, denke ich, je mehr man hat, umso mehr will man. Und wer nicht zufrieden ist, meint, er hätte nicht genug. „Was willst du denn mit dem Geld, Jesus? Noch mehr kaufen?! Noch mehr verbrauchen?! Glücklich werden?!“ Ich werde richtig ärgerlich. Hab ich mich so in Jesus getäuscht? Die anderen gucken schon. Ist mir egal. „Ich an Deiner Stelle würde das Geld lieber sinnvoller einsetzen“ brülle ich ihn an. „Und zufrieden sein!“ Dann ist er verschwunden. Und ich bin gleich an der Reihe.

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Dietmar Meyer

Dietmar
Meyer
Pastor
Kirchstraße 7
27367
Sottrum
Tel.: 
(04264) 422
So. 01.04.18
Normal ist das nicht
Dr. Matthias Wilke
Normal ist das nicht

„Ich hoffe bloß, dass bald Ostern ist!“ Meine Freundin ist genervt. „Gestern“, sagt sie, „Konferenz. Ich stell wie immer Schoki auf den Tisch. Da haut mich einer an, ob ich denn nicht wüsste, dass Fastenzeit ist. Ich so: ‚Zwing ich dich etwa, davon zu essen?‘“ Sie schnaubt: „Und dann haben sich alle gegenseitig erzählt, wie toll sie gerade fasten. Nicht zum Aushalten!“ Sie greift zu den Gummibärchen: „Es ist ja nicht nur die Fastenzeit. Es fängt im Januar an: Gute Vorsätze. Und in der Kantine mümmeln alle nur noch Salat. Im Februar jammern sie, dass sie nicht durchgehalten haben und warum sie schon seit zwei Wochen nicht mehr beim Sport waren. Und dann denkst du, du hast es hinter dir – und die Fastenzeit beginnt. Können die nicht einfach normal sein?“

Zuhause checke ich meine Mails. Wieder eine Nachricht mit Hinweisen für die Fastenzeit. Und ich komme ins Träumen. So wäre ich gerne. Ich will mich mutig für andere einsetzen, Strom sparen und auf Fleisch verzichten, will mehr an die Armen denken, die Frustschokolade drangeben oder am besten ganz auf Zucker pfeifen. Nicht normal sein, sondern gut. Wenigstens für sieben Wochen.

Neben dem Computer liegt ein Kreuz. Die Menschen um Jesus hatten ganz normal Sehnsucht nach einem, der ihnen hilft. Waren schrecklich normal mit ihrer feigen Sorge ums eigene Leben. Und ausgerechnet diese Menschen haben das erste Ostern erlebt. Dazu passt der Spruch für die nächste Woche (Römer 5,8): „Gott erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.“ Und ich steh da mit meinem Frust und meiner Sehnsucht nach gutem Leben. „Danke, Gott, dass du es in all dem Murks Ostern werden lässt!“

 

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Dr. Matthias Wilke

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
Pastor/-innen
Matthias
Wilke
Pastor
Westerwalseder Straße 7
27386
Kirchwalsede
Tel.: 
(04269) 9320121
Fax: 
04269-2187
Fr. 30.03.18
Durch alles geht ein Riss…
Pastorin Sabine Krüg…
Durch alles geht ein Riss…

In einem Lied von Leonard Cohen heißt es: “There’s a crack in everything, and that’s how the light gets in.” Übersetzt heißt das: Durch alles geht ein Riss, und nur so fällt das Licht hinein. Dieser Text kommt mir in den Sinn, wenn ich über Ostern nachdenke. Immer wieder durchziehen Risse unser Leben. Oft entstehen sie durch Enttäuschungen oder durch Kummer. Wenn etwas kaputt gegangen ist in meinem Leben, oder wenn ich vor meinen eigenen Scherben stehe. Dann zerreißt etwas in mir. Es entsteht ein Riss in meinem Leben. Und das tut weh.

Dennoch gehören diese Risse zu unserem Leben dazu. Sie machen uns menschlich. In den Rissen unseres Lebens will Gott uns begegnen. Dort, wo wir eigentlich niemanden hineinlassen. Er will uns berühren, wo der Schmerz liegt. Durch unsere Zerrissenheit kommt sein Licht in unser Leben. In seinem Licht kann Verwandlung entstehen, so können wir wachsen und reifen.

Jesus stirbt an einem Kreuz. Der Vorhang im Tempel zerreißt. Ein Vorzeichen für den Riss, der die Welt verändern wird. Denn am Ostermorgen erhält der Tod einen Riss. Die Mauern der Endgültigkeit zerbrechen. Durch diesen Riss scheint nun das Licht der Auferstehung in die Kammer des Todes.

Wir feiern Ostern, weil Christus von den Toten auferstanden ist. Seine Auferstehung gilt auch uns. Sie gilt uns nicht nur am Ende unseres Lebens, sondern schon jetzt. Es gibt sie immer wieder, diese kleinen oder großen Augenblicke, in denen Gottes Welt schon in unsere Welt hineinbricht. Es sind Momente, in denen unsere kleine Welt aufreißt und ein Riss entsteht hin zur Ewigkeit Gottes – im Gebet, durch sein Wort, das uns im Herzen trifft, in der Stille, auf unseren ganz banalen Wegen durch den Alltag, wenn wir es nur zulassen.

Durch alles geht ein Riss – auch durch unsere kleine Welt hin zur Ewigkeit – und nur so fällt das Licht hinein.

 

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Pastorin Sabine Krüger

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Gemeindegruppen
Kirchenvorstand
Pastor/-innen
Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
Pastor/-innen
Sabine
Krüger
Pastorin der Stadtkirchengemeinde
Am Kirchhof 8
27356
Rotenburg (Wümme)
Tel.: 
04261 4962
So. 25.03.18
Grenzerfahrungen
Roger Moch
Grenzerfahrungen

Es gibt Augenblicke, in denen ist nichts so, wie es scheint. Ein lachendes Gesicht überdeckt tiefe Trauer, wer Härte zeigt, kann auch nachsichtig sein, und hinter düsteren Aussichten verbergen sich manchmal neue Wege. Grenzmomente sind unsicher und zweifelhaft. Der Palmsonntag steuert in eine solche Grenzzeit hinein. Gerade noch schwingen die Hände des Volkes Palmzweige beim Einzug Jesu nach Jerusalem, kurze Zeit später sind sie zu Fäusten geballt. Das „Hosianna“ wird zu ohrenbetäubenden „Kreuzigt ihn“-Rufen, fröhliche Gesichter frieren zu Fratzen ein. Aber es ist gerade Jesu Tod am Kreuz, der den Menschen Leben bringt.

Sein Weg ins Dunkel war ein Weg ins Licht. Im Besiegten, im Verachteten war Gott ganz nah. Nur wenige erkannten das. Grenzerfahrungen können plötzlich und ungewollt über Menschen hereinbrechen. Bei Unfällen, Naturkatastrophen, plötzlichen Schicksalsschlägen wie dem Tod eines Angehörigen, in Nahtoderlebnissen. Und dazu gibt es die erdrückenden Grenzerfahrungen im alltäglichen, normalen Leben. Man fühlt sich an den Grenzen seiner Kraft, Beziehungen geraten in Sackgassen, Lebensziele lassen sich nicht verwirklichen. Das Leben wird enger. Die Luft wird dünner. Der Tod, der jedes Leben begrenzt, rückt näher.

Grenzerfahrungen sind Erfahrungen mit Angst, Verzweiflung, Hass. Aber auch mit Vertrauen, Hoffnung und Liebe. Das Erleben von Grenzen und das Überschreiten von Grenzen gehört zu jedem Leben.
 Das Leben beginnt mit der Grenzerfahrung der Geburt und es endet mit der Grenzerfahrung Tod. Beide Ereignisse haben etwas Mächtiges und Extremes in sich. Und sind eben begleitet von Ängsten. Dagegen ist der Lebenstrieb darauf ausgerichtet, sich zu entfalten und lebenshemmende Grenzen zu überwinden. Ohne diesen Antrieb, der in jedem Leben steckt, gäbe es keine körperliche und seelische Entwicklung. Und das Heranwachsen eines Menschen ist eine Folge von Grenzerweiterungen.

Die Bibel erzählt, dass es diese Kraft in allen Lebensbereichen gibt und Jesus uns mit seinem Tod am Kreuz nicht allein gelassen hat. Darauf kann 
ich mich verlassen.

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Roger Moch

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Weltanschauungsfragen
Roger
Moch
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Westerwalsede
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(04269) 1899
So. 18.03.18
Ohne Worte
Jens Ubben
Ohne Worte

So manche Person, mit der ich in den letzten Wochen telefonierte, klang anders als sonst: Halsschmerzen waren noch die leichtere Variante. Bei manchen Gesprächen hörte ich nur ein Krächzen am anderen Ende der Leitung. Wenn die Stimme weg ist, helfen nur noch heißer Tee, Hausmittelchen und Geduld.

Wer freiwillig längere Zeit schweigt, etwa im Rahmen von Schweigetagen in einem Kloster, nimmt eine bewusste Herausforderung an. Wer krankheitsbedingt schweigen muss, trägt die Hoffnung auf baldige Genesung in sich. Wem es aber aus anderen Gründen die Sprache verschlägt, ist in großer Not. Wenn eine schlimme Diagnose im Raum steht oder Dinge im Leben auf den Kopf gestellt wurden, dann hilft kein heißer Tee, auch keine Tablette. Da bleibt die Stimme weg, und ein Mensch weiß einfach nicht, was er sagen soll.

Vom leidenden Hiob des Alten Testaments wird berichtet: „Als aber die drei Freunde Hiobs all das Unglück hörten, das über ihn gekommen war, kamen sie, ein jeder aus seinem Ort. Denn sie waren eins geworden hinzugehen, um ihn zu beklagen und zu trösten und saßen mit ihm auf der Erde sieben Tage und sieben Nächte und redeten nichts mit ihm; denn sie sahen, dass der Schmerz sehr groß war.“ (aus Hiob 2)

Von Hiobs Freunden lerne ich, wie gemeinsames Schweigen heilsam sein kann. Wie das gemeinsame Aushalten der Sprachlosigkeit plötzlich guttut. Das drückt oft mehr aus als vorschnell drauflosgesagte Lebensweisheiten.

Die Wochen vor Ostern laden ein, den Lebensweg Jesu anzuschauen: Am Anfang große Taten, kraftvolle Worte. Dazwischen freiwillige Momente der Stille und des Schweigens. Nun immer schweigsamere Zeiten auf dem Weg zu seiner Kreuzigung. Unterbrochen von schlagfertigen Momenten. Schließlich tiefste Verzweiflung und Gottesferne.

Die Osterereignisse wollen Hoffnung schenken: Am Ende behalten begeisterte, lebensfrohe Worte die Oberhand! Der Weg Jesu dorthin zeigt: Auch wenn die Stimme wegbleibt, ist mit Jesus einer da, der das kennt!

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Jens Ubben

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Gemeindebrief
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Jens
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So. 11.03.18
Wir sind alle kleine Sünderlein…
Frank Hasselberg
Wir sind alle kleine Sünderlein…

Zugegeben: Beim Abwaschen höre ich gern NDR 1, den sogenannten Hausfrauen (und -männer) -Sender. Neulich hat da jemand einen Uralt-Schlager herausgekramt. Und so drang Willi Millowitsch an mein Ohr mit dem Lied „Wir sind alle kleine Sünderlein, ´s war immer so…“ Das passt ja in die Passionszeit, schoss es mir durch den Kopf. Er hat recht: Wir sind alle Sünder. Dass es „immer so“ war, macht es nicht besser.

Aber empfinde ich mich wirklich als Sünder? Ich bin doch eigentlich ganz lieb. Naja, wer ist schon perfekt. Lässliche Sünden, kleine Laster, gelegentliche Schwächen – Schwamm drüber. Ich denke nicht, dass es die größten Sünden sind, wenn wir uns nach „hübschen Madeln“ umdrehen oder mal einem „großes Durstgefühl“ nachgeben, wie es in dem Lied heißt. Sünde ist alles das, was sich gegen Gott und meine Mitmenschen richtet, mein alltägliches, liebloses Handeln, wenn ich tatenlos zusehe, wie es einem anderen Menschen schlechtgeht, wenn ich mich an üblem Gerede, an bösem Tun in Worten und Taten beteilige.

Ehrlich, ich wäre gern schon hier auf Erden ein Engel. Aber ich weiß, dass ich es nicht schaffe. Mir wachsen keine Flügel, bisher nicht, leider. Doch ich weiß auch: Ich kann immer umkehren, meine Taten bereuen. Und dann wird Gott mir vergeben. Das ist seine große Versöhnungstat in Jesus Christus. Gott stellt unsere Sünden auf Null und ermöglicht einen Neuanfang. Dann sind wir offen für einen guten Weg in eine unbelastete Zukunft.

Wenn irgendwas an diesem alten Karnevalsschlager stimmt, dann der Satz: „Der Herrgott wird uns ganz bestimmt verzeih´n“! Darum: Ich will die Sünde ernst nehmen, meine Schuld vor Gott und meinen Mitmenschen. Aber vor allem will ich Gottes Liebe ernst nehmen. Denn „Gott erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.“

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Frank Hasselberg

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Öffentlichkeitsarbeit
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Frank
Hasselberg
Pastor, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis
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(05193) 4130
So. 18.02.18
Zeit zum Leben
Frank Hasselberg
Zeit zum Leben

Kaum hat ein neues Jahr begonnen, da geht es auch schon wieder zu Ende – zumindest in Gedanken. Der zweite Monat ist fast rum, und ich sehe, wie sich mein Terminkalender für 2018 längst wieder füllt. Geburtstage, Konfirmation, Urlaub, Weihnachten – alles verplant. Manchmal habe ich das Gefühl, dass mir die Zeit unter den Händen zerrinnt. Wenn ich mich umhöre, geht es vielen Menschen ähnlich. Muss das so sein? Woher kommt der Eindruck, dass die Zeit immer schneller vergeht?

Ein Europäer wollte einmal von einem chinesischen Weisen wissen, welches der wesentliche Unterschied sei zwischen einem westlichen und einem östlichen Menschen. Der Chinese antwortete: „Ihr Abendländer lasst euch ständig hetzen und nehmt euch keine Zeit zu leben. Wenn du am Morgen aufwachst, planst du schon. Wenn du frühstückst, liest du nebenbei die Zeitung. Während du zur Arbeit fährst, bist du in Gedanken schon dort. Und so manches kannst du kaum erwarten. Am Morgen freust du dich auf den Feierabend, am Abend wartest du auf den folgenden Tag, zu Beginn der Woche sehnst du dich nach dem Wochenende, und am Sonntag gönnst du dir auch keine Ruhe.“

„Und wie machst du es?“ fragte der Europäer den Weisen. „Ganz einfach: Wenn ich aufwache am Morgen, bin ich dankbar, dass mir ein neuer Tag geschenkt ist. Wenn ich mich an den Tisch setze, genieße ich den Geschmack der Speisen. Wenn ich mich auf den Weg mache, betrachte ich neugierig, was mir begegnet. Ich lebe in der Gegenwart, ohne mich allzu sehr darum zu sorgen, was gestern war und was morgen sein wird. Dies ist das Geheimnis der Ruhe und inneren Gelassenheit.“

Vielleicht ein guter Vorsatz für das noch recht neue Jahr: Ich will – bei aller notwendigen Planung – die Zeit mehr genießen, bewusster erleben, sie wieder als Geschenk begreifen. Kein Biergarten am Karfreitag, kein Spekulatius im August, kein Stress am Sonntag, sondern alles zu seiner Zeit. Machen Sie mit? Einen Versuch ist es wert!

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Frank Hasselberg

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Frank
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Pastor, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis
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So. 11.02.18
Ungeschminkt
Peter Thom
Ungeschminkt

Egal wo und wie – die Menschen feiern gerne Fasching. Nicht nur Kinder verkleiden sich mit Vergnügen und spielen Prinzessin oder Hexe, Seeräuber oder Batman. Auch Erwachsene setzen sich Hütchen auf, singen, schunkeln und lachen von Herzen. Und das ist so wichtig in einer Zeit, in der es ansonsten nicht viel zu lachen gibt.

Der Karneval macht’s möglich, einmal ganz anders zu sein, sich in einer neuen Rolle auszuprobieren. Dann dürfen auch die kleinen Leute nach Herzens Lust und ungestraft „die da oben“ verspotten.

Aschermittwoch ist alles vorbei. Aus der Hexe wird wieder das artige Mädchen und aus Batman der kleine Junge. Auch die Erwachsenen dürfen alle Verkleidungen ablegen und wieder so sein, wie sie wirklich sind. Das närrische Rollenspiel hat ein Ende.

Aber es ist gut, sich ausprobieren zu dürfen, um dann umso bewusster die eigene Rolle zu spielen. Verstecken gilt nicht, auch nicht hinter den Masken von Frohsinn und Heiterkeit. Ungeschminkt kann ich sagen, was mir Sorgen macht. Ich treffe dann andere, die ähnliche Erfahrungen machen. Miteinander über die Zumutungen dieser Zeit oder über den persönlichen Kummer zu reden, entlastet.

Nach Aschermittwoch beginnt die Passionszeit. Als Christen erinnern wir den Kreuzweg Jesu und setzen uns mit dem Leiden auseinander. Unterwegs lernen wir: Nicht dass wir aus Sorgen und Kummer herausgenommen sind, glauben wir, sondern dass wir immer wieder Mut bekommen, das Schwere zu überwinden. Es hat keinen Zweck so zu tun, als wäre alles easy. Ist es eben nicht.

Wir können unseren Weg durch alle Schwierigkeiten und Zumutungen hindurch gehen, weil wir wissen: Wir sind nicht allein. Gott geht mit.

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Peter Thom

Peter
Thom
Pastor i. R.
Lüdinger Str. 5
27374
Visselhövede
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04260 951159
So. 04.02.18
Gibt es Gott?
Dr. Matthias Wilke
Gibt es Gott?

Als Gunnar Barbarotti - Kriminalkommissar in Hakan Nessers Roman „Mensch ohne Hund“ – von seiner Ehefrau verlassen wurde, kam er auf die Idee, einen Deal mit Gott zu machen: Wenn Gott wirklich existierte, meinte Barbarotti, dann bestünde eine seiner wichtigsten Aufgaben darin, den Gebeten der armen Menschheit zu lauschen – und diese soweit zu erhören, wie es angemessen erschien. Gunnar Barbarotti seinerseits konnte sich nicht daran erinnern, ein einziges Mal in seinem Leben erhört worden zu sein. Tatsächlich?, hatte Gott erwidert. Und wie viele Gebete hast du reinen, ernsten Herzens zu mir herauf geschickt, du agnostische Kanaille? Barbarotti musste zugeben, dass er darüber keinen genauen Überblick hatte, aber so schrecklich viele konnten es nicht gewesen sein…

Ich finde es großartig, wie Hakan Nesser seinen Kommissar theologische Denkversuche unternehmen lässt. Gunnar Barbarotti machte einfach mutig einen Handel mit Gott. Und Gott ließ sich im Roman darauf ein: Barbarotti betete und immer dann, wenn ein Gebet erhört wird, bekam Gott von ihm einen Punkt. War der Punktestand hoch, dann wollte Barbarotti gern glauben, dass es Gott gibt. Anfangs standen die Aussichten für einen guten Punktestand eher schlecht. Doch das konnte auch daran liegen, dass Gunnar Barbarotti im Beten noch ungeübt war. Mehr und mehr erhöhte sich die Zahl auf Gottes Punktekonto und Gunnar Barbarotti musste einsehen, dass Gott da ist.

Ob es Gott gibt oder nicht – diese Frage bewegt viele Menschen. Nicht alle können an ihn glauben oder schaffen es, am Glauben fest zu halten und – besonders in Krisenzeiten – aus ihm Kraft zu gewinnen. Doch Gott ist da und trägt mit. Auf verborgene Weise. Und man kann mit ihm sprechen. Er wird es hören. Das konnte sogar Kommissar Gunnar Barbarotti erkennen. Einen Versuch ist es doch also wert, nicht wahr?

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Dr. Matthias Wilke

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Superintendentur
Matthias
Wilke
stellv. Superintendent
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