Andachten

Kurz innehalten. Sich für einen Moment besinnen, woher wir eigentlich kommen, was wichtig ist im Leben. Dabei helfen uns kurze Andachten. Die Pastorinnen und Pastoren des Kirchenkreises Rotenburg verfassen jede Woche zwei Zeitungsandachten für die Rotenburger Rundschau und die Rotenburger Kreiszeitung. Wir veröffentlichen sie hier und schaffen damit ein Archiv, auf das Sie zurückgreifen können, wann immer Sie möchten. Denn: Ihre Zeitung werfen Sie irgendwann in den Papierkorb. Die Andachten behalten jedoch ihre Gültigkeit jenseits der Tagesaktualität.

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Datum
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Mi. 13.05.20
Wir sind umgezogen
Dr. Michael Blömer
Wir sind umgezogen
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Dr. Michael Blömer

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Superintendentur
Michael
Blömer
Superintendent
Goethestraße 20
27356
Rotenburg (Wümme)
Tel.: 
(04261) 630 39 10
Fax: 
(04261) 630 39 19
Sa. 02.05.20
“Der Herr ist mein Hirte”
Bernd Luttmann
“Der Herr ist mein Hirte”

An unserer Kirchentür hängen jede Woche kleine Tüten mit einer  Andacht die mich immer wieder erfreuen, am letzten Sonntag ging es um den Psalm 23. Der Herr ist mein Hirte, auch in der sogenannten „Corona-Zeit“? Diese Worte sind ein echter Evergreen. Für Generationen von Christen ist Psalm 23 einer der wichtigsten Texte. Und das sicher nicht ohne Grund. Wie Schafe eines Hirten dürfen die Menschen sich bei Gott behütet, beschützt und bewahrt wissen. Wie gehe ich in dieser Zeit mit diesem Psalm um? Wir leben alle mit Einschränkungen, die größte Einschränkung für mich ist, auf die sozialen Kontakte zu verzichten, das miteinander, die Freude aber auch die Trauer zu teilen.  Der Mai ist ein Monat, in dem die Pflanzen und Bäume uns mit frischem Grün erfreuen, in dem ich sonst mit der Familie und Freunden in der Natur spazieren gehe, oder auf verschiedenen Veranstaltungen ausgiebig feiere, vieles ist zurzeit nicht möglich. Ich glaube gerade in dieser Zeit gibt der Psalm mir ein Bild voller Trost und Geborgenheit. Kein Wunder also, dass das, was der Psalm ausdrückt, nicht nur mich, sondern viele Menschen anspricht. Wenn man Psalm 23 hört, dann entsteht im Kopf ein idyllisches Bild: Viele Schafe, die sich einträchtig und friedlich blökend auf einer grünen Wiese verteilen und sich unter den gütigen Augen des Hirten die Sonne auf den Pelz scheinen lassen. Was für ein schönes Bild im Kopf? Ich werde bei meinem nächsten Spaziergang mehr die Augen aufmachen, um die schöne frische Natur zu genießen, denn wie es im Psalm 23 steht: Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele.

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Bernd Luttmann

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Diakon/-innen
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Diakon/-innen
Bernd
Luttmann
Gemeindepädagoge i.A.
Dorfstraße 4
27386
Brockel
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04266-981332
Mo. 27.04.20
Die leere Schublade
Andrea Wauer-Höflich
Die leere Schublade

Wie geht es Ihnen mit leeren Schubladen? Überlegen Sie gleich, womit Sie sie befüllen können? Oder freuen Sie sich darüber, dass da ein freier Raum ist: Platz zwischen vollen Regalen, Kommoden, Schränken? Eine freie Fläche unter dem Küchentisch oder dem Schreibtisch.
In diesen Tagen und Wochen gehen wir mit Leere um, müssen damit umgehen.
Ich leide unter dem leeren Raum zwischen uns Menschen. Und ich freue mich über einen leeren Himmel, voller Blau, mache Pläne, wie ich die Zeit fülle, im Home Office. Vor allem aber in der Zeit danach,
wenn es keine erzwungene Leere mehr gibt. Und ich denke oft an Menschen, die unter der Leere dieser Zeit leiden, Vielfach und oft unaussprechlich.

Ich sehe meine leere Schublade.
Sie ist wie schaumbekrönte Wellen, die auf dunkel - feuchtem Sand auslaufen.
Ist wie ockerfarbene Seide, über die ich mit der Hand streichen möchte
Ist voller Luft.
Ist voll von Erinnerungen - ich lasse sie in Ruhe und frage nicht.
Ist von 5 Seiten von Eichenholz begrenzt - ich streiche nicht darüber.
Sie hat zwei schwarze Stielaugen.
Mit denen könnte ich sie bewegen
- tu ich aber nicht.
Ich stehe vor der Leere meiner Schublade.
Ein wenig fange ich an zu wanken - vorwärts und rückwärts und vorwärts und rückwärts,
meditierend über die Leere.
So könnte es lange weiter gehen.
Leere macht mich still.
Lehrt mich Stille beten?

Søren Kierkegaard sagt:
„Als mein Gebet
immer andächtiger und innerlicher wurde,
da hatte ich immer weniger und weniger zu sagen.
Zuletzt wurde ich ganz still.
Ich wurde,
was womöglich noch ein größerer Gegensatz
zum Reden ist,
ich wurde ein Hörer.
Ich meinte erst, Beten sei Reden.
Ich lernte aber,
daß Beten nicht bloß Schweigen ist,
sondern hören.
So ist es:
Beten heißt nicht sich selbst reden hören.
Beten heißt:
Still werden und warten,
bis der Betende Gott hört.

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Andrea Wauer-Höflich

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Pastor/-innen
Andrea
Wauer-Höflich
Pastorin
Im Specken 3
27367
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So. 19.04.20
Viel Gutes in einer beklemmenden Zeit
Rolf Hirte
Viel Gutes in einer beklemmenden Zeit

Vorsicht ist geboten! Es könnte auch mich treffen. Besser zu Hause bleiben. Angst ist da und die bange Frage: “Wann werden sich die Zeiten wieder bessern?“ Ich glaube viele von uns wissen wie sich das anfühlt, was ich da gerade beschrieben habe.

So oder ähnlich – denke ich – werden sich damals vor 2000 Jahren die Menschen in Jerusalem gefühlt haben, die Jesus gefolgt waren. Er, auf den sie große Hoffnungen gesetzt hatten, war hingerichtet worden. Und nun hatten seine Anhänger Angst, dass Ihnen das gleiche Schicksal drohen könnte.

Doch ab dem dritten Tag nach seiner Kreuzigung verbreitet sich die Nachricht, dass der Gekreuzigte wieder da sei, dass er lebe, dass er auferstanden sei. Und die Anhänger und Freunde Jesu fangen an seine Botschaft von dem menschenfreundlichen Gott weiterzusagen.

Deshalb können wir heute den uns liebenden Gott als Vater anreden, deshalb feiern wir auch hier bei uns Ostern; auch wenn es dieses Jahr anders war als sonst, manches fehlte.

Doch das Wichtigste, weshalb wir ja überhaupt Ostern feiern, hat ja stattgefunden: Die Osterbotschaft, dass das Leben über den Tod siegt, ist ja weitergetragen worden:

Ich sehe viel Gutes, was in dieser für viele so beklemmenden Zeit ja auch geschieht: Menschen achten auf einander, helfen gerade den Schwächsten, verzichten auf manches, was ihnen Spaß macht, damit die, die durch das Coronavirus besonders gefährdet sind, bessere Chancen haben, diese Krise zu überstehen. Großartig!

Für mich sind das Dinge, die mich in meinem Glauben stärken: Gott lässt das, was Leben fördert, triumphieren über das, was Leben einschränkt und kaputtmacht.

 

Gott geleite Sie durch diese Zeit,

Pastor Rolf Hirte

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Rolf Hirte

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Diakonische Einrichtungen
Rolf
Hirte
Klilnikseelsorger am AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM ROTENBURG
Elise-Averdieck-Straße 17
26365
Rotenburg (Wümme)
Tel.: 
(04261) 77-36 63
So. 12.04.20
Ostern fällt nie aus
Dr. Michael Blömer
Ostern fällt nie aus

Am frühen Ostermorgen entdeckten sie es. Die Grabeshöhle war leer. Der Leichnam nicht mehr da. Am Abend saßen die engsten Freunde von Jesus zusammen. Nach wie vor fassungslos. Schweigend und voll Sorge. Ihr Meister am Kreuz gescheitert. Ihre Hoffnungen dahin. Alles schien verloren.

Und dann war er mit einem Mal da. Mitten unter ihnen. Als Lebender. Fast 2000 Jahre ist es her. Wie ist die Begegnung mit dem auferstandenen Jesus von Nazareth vorstellbar? Wir wissen es nicht. Aber sie hat seine Anhänger völlig verändert. Ihre Erstarrung gelöst, ihre Angst genommen und sie mit Freude erfüllt. Aus dieser kleinen Jüngerschar ist eine große Bewegung geworden, die heute die ganze Erde umspannt. Kein Ereignis hat die Geschichte der Welt mehr geprägt.

Jedes Jahr zu Ostern feiern Christen dieses Wunder des Lebens. Seit 2000 Jahren. Sie rufen und singen: „Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden.“

Nun fallen die Gottesdienste zu Ostern in vielen Ländern aus. Zum ersten Mal in der Geschichte der Christenheit.

Aber Ostern fällt nicht aus. Gerade in diesen Tagen ist es wichtiger denn je. Es erinnert mich daran: Gott trägt und begleitet mich. Im Leben und im Sterben. Und auch darüber hinaus. Das gibt mir Kraft für mein Leben. Im Osterlicht leuchtet Hoffnung für diese Welt.

Ich wünsche Ihnen ein frohes Osterfest

Ihr Michael Blömer, Superintendent

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Dr. Michael Blömer

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Superintendentur
Michael
Blömer
Superintendent
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Sa. 11.04.20
Verschlossene Türen
Haike Gleede
Verschlossene Türen

Sie saßen hinter verschlossenen Türen, mieden den Kontakt zu Außenstehenden und warteten ab. Die Jüngern hatten sich nach dem Tod Jesu zurückzogen. Sie waren verwirrt und bedrückt über die Ereignisse der letzten Tage.

Die Zukunft schien ungewiss, beängstigend.

 

Verschlossene Türe, leere Straßen - Städte und Einkaufszentren sind verwaist.

Da wo sonst das Leben pulsiert, herrscht unheimliche Leere. Grenzen schließen, Reiseverbot, Kontaktverbot – Abstand ist geboten. Wir wissen: Es ist zu unserem Schutz. Die Sorge ist groß, die Gefahr unsichtbar und doch so tückisch.

Wie soll es weitergehen? Welche Folgen hat diese Pandemie für unser Leben und für unsere Gesellschaft.

 

Als einige Frauen am dritten Tag nach Jesu Bestattung zum Friedhof gehen, fragen sie sich: „Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür?“

 

Wir fragen uns gerade, wann sich Türen wieder öffnen. Wann bekommen wir unsere Freiheit zurück, unsere Unbeschwertheit?

Wann feiern wir wieder Gottesdienste, Freudenfeste, gehen shoppen oder ins Theater, essen im Restaurant und treffen uns mit Freunden auf einen Kaffee?

 

Als die Frauen an Jesu Grab ankommen, ist es bereits offen und leer. Ein Engel verkündet: „Fürchtete euch nicht! Jesus ist auferstanden!“

Danach war nicht sofort alles gut. Es dauerte noch lange bis diese Nachricht um die Welt gereist war. Und noch immer ringen wir darum, was sie für unser Leben bedeutet.

 

Diese Krise wird nicht spurlos an uns vorbeigehen. Noch lange werden wir unsere Toten betrauern und mancher steht vor den Trümmern seiner Existenz.

Ich hoffe, dass die Botschaft: „Der Herr ist auferstanden!“, unsere Gemeinschaft stärkt. Ich wünsche mir, dass wir feinfühlig und mit viel Geduld miteinander nach Lösungen suchen, das Leben neu sortieren und erkennen, was wichtig und richtig ist und was die Zeit von uns fordert. Ich möchte zuversichtlich in die Zukunft gehen und denen helfen, die Hilfe brauchen, im Vertrauen darauf, dass wir getragen werden von dem, der die Welt überwunden hat.

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Haike Gleede

Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
Pastor/-innen
Haike
Gleede
Pastorin
Kirchstraße 6
27367
Horstedt
Tel.: 
(04288) 320
So. 15.03.20
Blickwechsel
Ralf Altebockwinkel
Blickwechsel

Corona! Darüber musst du jetzt schreiben. Nein. Sind nicht eigentlich die Flüchtlinge an der griechisch-türkischen Grenze ein viel wichtigeres Thema? Beides erhitzt doch gerade die Gemüter und setzt starke Emotionen, auch Ängste frei. Und auch Kirche hat dazu was zu sagen, oder? Worüber, Jesus, soll ich schreiben?

„Seht euch die Vögel an! Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln keine Vorräte, und euer Vater im Himmel ernährt sie doch. Wer von euch kann dadurch, dass er sich Sorgen macht, sein Leben auch nur um eine einzige Stunde verlängern? Macht euch keine Sorgen um den nächsten Tag! Der nächste Tag wird für sich selbst sorgen. Es genügt, dass jeder Tag seine eigene Last mit sich bringt.“

Ernsthaft, Jesus? Über Vögel soll ich schreiben? Na gut. Wenn du meinst… Vögel. Haben Sie es schon gemerkt? Sie sind wieder da. Die vielen Singvögel, die frühmorgens ihr Konzert anstimmen. Die sich des Lebens freuen und voller Leichtigkeit ihrem Tagewerk nachgehen. Futtersuche, Partnersuche, Nestbau… es gibt immer etwas Sinnvolles zu tun. Nur eines, das können Vögel nicht: sich sorgen um Morgen.

Tut irgendwie gut. Danke, Jesus. Danke für den Blickwechsel. Weg von meinen Sorgen, hin zur Leichtigkeit der Vögel. Wie befreiend! Befreiend, weil ich endlich wieder sehe, was gerade wunderbares um mich herum passiert: Der Frühling ist wieder da! Befreiend, weil ich doch auch so viel Sinnvolles tun kann: regelmäßig Händewaschen, meinen syrischen Nachbarn zum Teetrinken einladen, meinen Dauerauftrag bei „Ärzte ohne Grenzen“ aufstocken…

Mein Leben wird sich dadurch nicht verlängern, aber es gibt vieles, was ich heute tun kann, anstatt mich um Morgen zu sorgen.

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Ralf Altebockwinkel

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Kirchenvorstand
Pastor/-innen
Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
Kirchengemeindeverband
Pastor/-innen
Ralf
Altebockwinkel
Pastor + stellv. Vorsitzender Kirchenvorstand
Kirchstraße 3
27386
Brockel
Tel.: 
04266/955565
Mobil: 
(0151) 18941641
So. 16.02.20
Im Licht gehen
Alexa Wilke
Im Licht gehen

Wann ist es endlich richtig hell? Eine echte Februarfrage. Tag um Tag wird es heller – und doch – es fehlt noch eine Menge bis zum Wohlbefinden. Einer erzählt: „Mir ist neulich was aufgefallen. Beim Autofahren. Vor mir das Auto – da hat das linke Rücklicht nicht funktioniert. Als er abgebogen ist, bin ich hinterher. Ich hab ihm das gesagt mit dem Rücklicht. Der hat sich ganz nett bedankt. Dann fahre ich weiter und keine fünf Minuten später schon wieder: Diesmal hat der vor mir seine Nebelschlussleuchte an. Das war vielleicht anstrengend, der hat so geblendet. Ich war total froh, als ich die Ausfahrt nehmen konnte und nicht mehr in dieses grelle Licht reinschauen musste.“ Der Freund hält inne: „Ich habe da nachher noch drüber nachgedacht. Die anderen Lichter waren alle heile. Also das andere Rücklicht, Bremslicht und Blinker – aber ich habe die ganze Zeit nur auf das dunkle und auf das zu grelle Licht gestarrt.“

Licht. Hier zu wenig. Da zu viel. Nicht nur beim Autofahren. „Nicht wirklich helle“, sagt einer über einen und zuckt grinsend die Schultern. „Immer nur GlitzerGlitzerblingbling“, ahmt eine genervt die Bekannte nach, die ihr irgendwie zu grell ist. Und – wieviel Licht sehe ich? Hier zu wenig, zu leise, zu langsam. Da zu schrill, zu laut, zu viel. Wirklich. Oder? Wenn es mit uns ist, wie mit den Autos? Also, dass ich immer nur auf die kaputten Lichter schaue und den Rest komplett aus dem Blick verliere? Wann ist es eigentlich richtig hell? Wenn einer das gute Licht erkennt, das auch da ist neben dem kaputten Rücklicht und hinter dem grellen Strahler. Vielleicht ist ja das gemeint, wenn Jesaja sagt, „lasst uns im Licht wandeln“ (Jesaja 2,5)?

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Alexa Wilke

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Öffentlichkeitsarbeit
Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
Pastor/-innen
Dr. Alexa
Wilke
Pastorin der Stadtkirchengemeinde, Fundraisingbeauftragte im Kirchenkreis Rotenburg
Am Kirchhof 9
27356
Rotenburg //Postadresse: Westerwalseder Str. 7, 27386 Kirchwalsede
Tel.: 
(04261) 3061644
Mo. 03.02.20
Die Zeit läuft
Haike Gleede
Die Zeit läuft

„Der Mensch denkt, Gott lenkt.“ – sagt ein Sprichwort oder auch:

„Der Mensch dachte und Gott lachte.“

Das neue Jahr läuft. Die Planungen auch. Der Terminkalender füllt sich.

Der Januar ist schon vorbei. Der zweite Monat geht seinen Gang. Die Zeit läuft.

An vielen Stellen zeichnen sich Veränderungen ab. Umbrüche, Abbrüche und Aufbrüche wecken uns aus dem normalen Trott.

Aber mancher Umbruch fällt schwer – Altes, Vertrautes zurückzulassen, das ist nicht so einfach. Da blickt mancher doch wehmütig zurück auf jahrzehntelanges Engagement. Und nun ist keiner da, der diese Arbeit weiterführt.

Gut, wer dankbar zurückblickt und loslassen kann.

Nichts bleibt wie es ist. Alles hat seine Zeit. Für jede Tür, die sich schließt, öffnet sich eine neue und zeigt ungeahnte Wege.

Andere freuen sich auf die anstehende Veränderung. Nach dem Schulabschluss eine Berufsausbildung anfangen, studieren, das Leben selbst in die Hand nehmen. Das ist spannend. Wohin wird der Weg führen?

Noch ist das Jahr jung. Wer weiß, was es noch bringen wird.

In der Bibel steht ein weiser Spruch, den ich mir zu Herzen nehme:

„Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg; aber der HERR allein lenkt seinen Schritt.“ (Sprüche 16, 9)

Das macht mir Mut. Es erinnert mich daran, dass ich nicht allein darüber entscheide, wie mein Leben weitergeht. Gott hat auch einen Plan für mich und einen Weg, den ich noch nicht kenne. Er verspricht zwar nicht, dass der Weg immer leicht zu begehen ist, aber er wird mich begleiten.

Und manchmal lohnt es sich, mal in sich zu gehen, auf Gottes Stimme zu lauschen und zu hören, wo er mich haben will.

 

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Haike Gleede

Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
Pastor/-innen
Haike
Gleede
Pastorin
Kirchstraße 6
27367
Horstedt
Tel.: 
(04288) 320
Mo. 27.01.20
AN-DENKEN – das Geheimnis der Erlösung heißt…
Karin Klement
AN-DENKEN – das Geheimnis der Erlösung heißt Erinnerung

„Denk an uns! Wenn du ankommst, schick uns eine Karte.“ Letzte Worte beim Abschied auf eine weite Reise. Sie klingen nach, verbinden mit freundlichen Gesichtern, einer liebevollen Umarmung. Sie sagen: Du bist nicht allein; in Gedanken sind wir bei dir.

Ein paar schöne Muscheln vom Strand, ein besonderer Stein von einer Bergwanderung, eine getrocknete Blume. An-Denken tun uns gut, egal, ob mit Worten oder handfesten Dingen. Sie schaffen Zusammenhalt entgegen aller Trennung. Ich weiß, wohin ich gehöre, habe Anteil an meinen Mitmenschen. Ich bin kein loser Papierfetzen, flatternd im Wind, sondern ein Stein, den andere wahrnehmen, auf den sie bauen können. Meine Verbundenheit gibt mir Stärke und Verantwortung zugleich.

„Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst?“ (Psalm 8,5) fragt der Psalmbeter Gott. Und staunt über den großen Gott, der niemals einen Menschen vergisst. In Gottes Gedanken bleiben Schöpfer und Geschöpf verbunden. Nichts trennt uns; selbst unser Vergessen, Verdrängen oder unsere Gedankenlosigkeit nicht.

Der 27. Januar ist ein deutscher und internationaler Gedenktag. Vor 75 Jahren befreite die Rote Armee die letzten Überlebenden aus dem KZ Auschwitz. Auf einer Tafel der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem steht zu lesen: Das Geheimnis der Erlösung heißt Erinnerung. Ein erlösender, befreiender Blick in die Zukunft gelingt nur mit einem ehrlichen Blick in die Vergangenheit. Kein belangloses Zurückschauen ohne Wirkung auf die eigene Person. Vielmehr ein Gedenken, das den Menschen hineinzieht. Filme, Bücher, letzte Überlebende erzählen aus verschiedenen Blickwinkeln, was damals geschah. Auszüge aus einer Geschichte, die auch meine Geschichte ist. „Denk an uns!“

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Karin Klement

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
Pastor/-innen
Karin
Klement
Pastorin
Große Str. 8a
27374
Visselhövede
Tel.: 
(04262) 2824
Mo. 20.01.20
Gott ist treu
Anja Bohling
Gott ist treu

Treue? Was für ein altes Wort… Wenn ich nach dessen Herkunft suche, lese ich Bedeutungen wie „fest sein“ und „sicher sein“. Weiter lese ich „Treue ist einerseits die innere feste Bindung einer Person zu einer anderen Person oder Idee (…).“ Ist das nicht schrecklich unmodern und langweilig? Überhaupt nicht zeitgemäß… Ist es nicht viel angesagter, überall seine heißen Eisen im Feuer zu haben? Sich lieber nicht zu früh festlegen, wenn eine Terminanfrage oder Einladung kommt? Wir sind es gewohnt, ständig mehrere Optionen zeitgleich zu haben. Positiv betrachtet ist es ein Gewinn unserer Zeit, dass so viel möglich ist. Aber umso nötiger ist es, einmal innezuhalten und zu überlegen, was wirklich wichtig für mich ist: Der Monatsspruch für Januar sagt klar und einfach: „Gott ist treu.“ (1. Korinther 1,9).

Gott ist für mich da. Und bleibt. Ohne Hintertürchen, ohne Vielleicht, ohne Gegenleistung. Was für eine wunderbar feste Zusage! Das gibt mir Sicherheit, ich muss daran nicht zweifeln. Das tut gut in einer oft unverbindlichen Zeit. Das stärkt mich, an mich zu glauben und mir selbst treu zu bleiben. Mir fällt das Lied „Irgendwas bleibt“ von Silbermond ein. Da wird gesungen: „Gib mir ein kleines bisschen Sicherheit. In einer Welt, in der nichts sicher scheint. Gib mir in dieser schnellen Zeit irgendwas, das bleibt.“ Das Lied ist bereits über zehn Jahre alt, aber die Sehnsucht bleibt die gleiche: Ich suche Sicherheit und Beständigkeit, damit ich Halt finde im Leben. Für mich ist es der Glaube an Gott, der mir dieses „fest sein“ und „sicher sein“ gibt. Da tut es mir gut, die Zusage aus der Bibel zu hören: Gott ist treu.

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Anja Bohling

Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
Diakon/-innen
Anja
Bohling
Diakonin
Kirchstraße 9
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Sottrum
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So. 08.12.19
Weihnachten lässt die Herzen erweichen
Weihnachten lässt die Herzen erweichen

Kennen Sie Charles Dickens‘ Geschichte „Ein Weihnachtslied“? Sie handelt von Ebenezer Scrooge, einem reichen Geschäftsmann. Ein alter Geizhals ist er, griesgrämig und missmutig. Am 24. Dezember lädt ihn sein Neffe zum Weihnachtsessen ein. Der Onkel lehnt ab. Von Weihnachten will er nichts wissen. Aber dann ereignen sich merkwürdige Dinge: Scrooge sieht drei Geister, den Geist der vergangenen Weihnacht, dann die Geister der gegenwärtigen und der künftigen Weihnacht. Der erste Geist zeigt Scrooge den Tag, als sich seine Verlobte von ihm trennt, weil sie das Gefühl hat, Scrooge interessiere sich viel zu sehr fürs Geld. Es folgt der Geist der gegenwärtigen Weihnacht. Er lässt Scrooge die fröhliche Feier im Hause seines Neffen sehen. Schließlich kommt der dritte Geist, der Geist der künftigen Weihnacht, der unheimlichste von allen. Der zeigt dem gestrengen Mann, was ihn erwartet, wenn sich nichts ändert in seinem Leben. Da geschieht etwas mit Scrooge. Er verwandelt sich. Am Morgen des 25. Dezember ist er ein neuer Mensch. Er besucht seinen Neffen und fortan spendet er stets großzügig für wohltätige Zwecke. Aus dem Geizhals wird über Nacht ein gütiger, hilfsbereiter Mensch.

Obwohl gar nicht erwähnt wird, warum wir Weihnachten feiern, zeigt die Erzählung doch, was an diesem Fest so berührt. Gott kommt in die Welt, und da merken die Menschen, was es heißt, ein Mensch zu sein. Dickens schreibt: „In dieser schönsten Zeit des Jahres sehen die Menschen einander an als das, was sie eigentlich sind: Geschöpfe, die gemeinsam durchs Leben gehen.“ Weihnachten lässt die Herzen erweichen, weil wir angesichts des Gotteskindes merken, dass wir alle Gottes Kinder sind.

So. 01.12.19
Bitte warten - Please hold the line
Jutta Wendland-Park
Bitte warten - Please hold the line

Mit schnellen Schritten laufe ich in den Bahnhof, um den Zug zu erreichen. Am Bahnsteig angekommen, lese ich an der Anzeige, dass der Zug 25 Minuten Verspätung hat. Warten ist angesagt. Auf dem Weg nach Hannover beglückt die A7 mit einer langen Baustelle, die mich wieder einmal im Stau stehen lässt. Also heißt es warten. Ich versuche eine Störungsstelle zu kontaktieren, doch aus meinem Handy tönt nur eine Stimme, die sagt: „Bitte warten- Please hold the line“. Frustriert stelle ich fest, dass ich in einer Warteschleife gefangen bin. Oftmals empfinde ich dann diese Zeit als verlorene Zeit, die ich hätte besser nutzen können.

Doch das stimmt nur begrenzt. Wartezeit ist nicht gleich Wartezeit. Das Warten auf das Ergebnis einer wichtigen Untersuchung im Vorzimmer eines Arztes kann sich qualvoll in die Länge ziehen und die Minuten gefühlt zu Stunden werden lassen. Ganz anders dagegen das freudige Warten auf die Geburt eines neuen Lebens. Dort können sich auch die Minuten wie Stunden hinziehen, aber sie sind nicht gefüllt mit Angst und Sorge, sondern mit Vorfreude und Hoffnung auf das, was kommt. Und die Zeit bis zur Geburt kann genutzt werden, um sich auf die neue Situation einzustellen und sich darauf vorzubereiten.

In den kommenden Wochen geht es wieder um die Einübung im Warten. Advent ist eine besondere Zeit des Wartens. Wir dürfen uns vorbereiten auf den, der zu uns kommen will in unser Leben mit seinen Ängsten und Sorgen. Wir dürfen die Hoffnung in uns wachsen lassen für den, der Heil und Leben mit sich bringt. Dieses Warten ist keine verlorene Zeit.

In diesem Sinne bekommt sogar die Ansage „Bitte warten - Please hold the line“ fast eine adventliche Bedeutung. Es lohnt sich, denn Rettung naht.

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Adventszeit

Jutta Wendland-Park

 

 

 

 

 

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Jutta Wendland-Park

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Diakonische Einrichtungen
Jutta
Wendland-Park
Pastorin, Geschäftsführerin der Rotenburger Werke gGmbH
Lindenstraße 14
27356
Rotenburg
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(0426) 920212
Fax: 
(0426) 920200
So. 24.11.19
Bei Glühwein und Bratwurst
Florian Hemme
Bei Glühwein und Bratwurst

Bei Glühwein, Kinderpunsch und Bratwurst den Glauben leben. Wie bitte? Wie soll das denn funktionieren? Auf den ersten Blick ist das Essen von Gegrilltem keine besonders christliche Handlung. Essen muss jeder, trinken auch. Als Christenmenschen können wir die Nahrungsaufnahme nutzen, um unseren Glauben zu leben. Bei Glühwein, Kinderpunsch und Bratwurst. Dafür eignet sich die kalte Jahreszeit besonders gut.

Ein befreundetes Ehepaar von mir lädt einmal im Winter Menschen zu sich nach Hause ein. Die meisten sind davon um die dreißig Jahre alt. Manche haben bereits kleine Kinder. Alle sind willkommen, egal wie alt. Die Ehefrau sorgt dafür, dass viele Kerzen, Licht in das Dunkel des Abends bringen. Ihr Ehemann kümmert sich um den Grill, die Getränke und den Feuerkorb. Wer möchte, bringt etwas mit. Selbstgebackenen Kuchen, Kekse oder Pralinen. Das friedliche Beisammensein steht im Vordergrund.

Meinen Freunden ist besonders daran gelegen, Menschen einzuladen, die in diesem Jahr einen Angehörigen verloren haben. Menschen, denen die kalte und dunkle Jahreszeit durch den Verlust eines geliebten Angehörigen besonders schwerfällt. Das Ehepaar möchte für andere Menschen christliche Gemeinschaft stiften. Eine christliche Gemeinschaft, in der man die Sorgen am Feuerkorb teilen kann und sich gegenseitig für den Alltag ermutigt.

Sie lassen sich dabei von einem wichtigen Satz leiten, den unser Herr Jesus Christus uns gesagt hat: „Was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ Durch Glühwein, Kinderpunsch und Bratwurst können auch Sie Ihren Glauben leben. Ich wünsche Ihnen viel Spaß dabei!

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Florian Hemme

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Pastor/-innen
Florian
Hemme
Pastor
Große Straße 8
27374
Visselhövede
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Mi. 20.11.19
Klar sehen, was trägt
Klar sehen, was trägt

Im Moment fliegen uns die großen Zahlen nur so um die Ohren. 800 Millionen Euro für den Wald. Milliarden für den Küstenschutz. Tausende Lehrer, Fachkräfte, Azubis werden gesucht. Allein 106.000 Erzieher fehlen. Riesige Euro-Summen werden genannt, um in Deutschland und der Ferne den Klimawandel zu bewältigen. Was ist nur los? Während uns viele, die Discounter vorneweg, jahrzehntelang vorgemacht haben, gut zu Leben hätte keinen Preis, zumindest keinen, der nicht noch weiter zu senken wäre, scheint es jetzt, als bekämen wir die Rechnung präsentiert. Wir müssen erkennen: unser moderner Alltag und unser Wohlstand wurden auf Pump gebaut – geliehen von der Dritten Welt, der Natur, unseren Kindern und Enkeln. Und gerade ihnen hinterlassen wir nun enorme Schuldenberge und eine Erde kurz vor dem Kollaps.

Heute ist Buß- und Bettag. Ein Tag der Umkehr. Ein Tag, der uns Gelegenheit gibt, das zu tun, was wirklich wichtig ist in unserem Leben. Das zu wählen, was wir wirklich brauchen – lebensnotwendig. Und nur das, weil alles darüber hinaus uns und unserer Welt endgültig das Genick brechen würde. Der Buß- und Bettag schenkt uns Konzentration auf das Wesentliche. Er will hervorheben, was unser Leben wertvoll macht, was uns im Alltag stark und fest macht, weil es uns im Kern zufrieden und glücklich sein lässt.

Die Bibel sagt: „Gerechtigkeit macht ein Volk groß; aber Unrecht macht ihm Schande.“ (Sprüche 14,34) Fragen Sie sich: Was kann ich tun, was brauche ich, damit mein Leben heute gut wird und möglichst gut bleiben kann, ohne anderen, auch zukünftigen Generationen, ihr Glück zu gefährden?

Do. 31.10.19
Tempolimit?
Haike Gleede
Tempolimit?

Der deutsche Bundestag hat sich gegen ein Tempolimit auf den Autobahnen ausgesprochen. Deutschland bleibt das einzige EU-Land, in dem es keine Geschwindigkeitsbegrenzungen gibt. Jeder fährt so schnell er will und kann. Verkehrssicherheit und Klimaschutz scheinen für die Befürworter kein Argument zu sein.

Für mich ist diese Entscheidung gegen eine Geschwindigkeitsbegrenzung ein Spiegel unserer Gesellschaft. Viele Menschen stehen unter Druck. Immer schneller, immer effizienter soll es gehen. So schnell wie möglich das Ziel erreichen, scheint lebenswichtig zu sein. Manchmal wird mir Angst und Bange, wenn ich risikoreiche Überholmanöver beobachte oder mir ein Drängler dicht hinten auffährt, weil ihm 140km/h noch nicht schnell genug ist auf der Überholspur. Wie viel Lebensenergie kostet das!

Gleichzeitig klagen viele: Die Zeit geht so schnell vorbei. Wo ist sie nur geblieben? „Die Zeit vergeht nicht schneller als früher, aber wir laufen eiliger an ihr vorbei.“ schreibt George Orwell George (1903-1950).

Lebenszeit ist begrenzt, aber wer sie sparen will, gewinnt nichts. Durch rastloses Eilen holen wir die Zeit nicht ein.

Die Frage ist doch: Wie fülle ich meine Lebenszeit und welche Spuren hinterlasse ich auf dieser Erde – nur eine Staubwolke oder ein freundliches Lächeln. Mit der Zeit gehen, jeden Moment bewusst wahrnehmen und jeden Schritt achtsam setzen, das bringt mich an das Ziel, das Gott für mich bereitet hat. In der Bibel heißt es:

Siehe, ich sende einen Engel vor dir her, der dich behüte auf dem Wege und dich bringe an den Ort, den ich bereitet habe.“ 2. Mose 23, 20

Geben wir unserem Engel eine Chance!

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Haike Gleede

Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
Pastor/-innen
Haike
Gleede
Pastorin
Kirchstraße 6
27367
Horstedt
Tel.: 
(04288) 320
Sa. 12.10.19
Einmal innehalten
Karin Klement
Einmal innehalten

Noch mitten drin leuchtet schon das Ende des goldenen Oktobers voraus. Gerade feierten wir das festliche Jubiläum „30 Jahre deutsche Wiedervereinigung“ und Erntedank, betrachteten die gesammelten Schätze aus friedlicher Protestbewegung und fleißiger Feld- und Gartenarbeit. Erinnerten an Lebens-Ernten. Jetzt ist Pause, Ruhe, Entspannung, Übergangszeit, bevor der trübe, kalte November den Winter ankündigt.

Eigentlich habe ich keine Lust, mir die Nachrichten der Welt anzuschauen, möchte mich lieber einigeln, dem Erlebten nachsinnen. Geschah in diesem Oktober nicht schon Unversöhnliches genug? Thomas Cook sagte alle Flugreisen ab – in Halle (Saale) werden zwei Menschen auf offener Straße erschossen – die Türkei beginnt eine militärische Offensive gegen die Kurden in Nordsyrien – im Dauerthema Brexit rast ein Land sehenden Auges auf den Abgrund zu – Möchte-gern-Alleinherrscher wie Trump und andere verhöhnen Ethik und Anstand in der Politik … Wo bleiben die Schätze, die freudigen Ernten einer besser gewordenen Welt? Wo bleibt die Bereitschaft zur Versöhnung, die damit beginnt, eigene Verfehlungen wahrzunehmen?

Am Tag der Schüsse in der Nähe einer jüdischen Synagoge feierten die Menschen darin Jom Kippur. Dieses höchste und wichtigste Versöhnungsfest erinnert an eine biblische Geschichte kurz nach dem Auszug aus Ägypten. Es war der Tag, an dem Gott den Israeliten verzieh, dass sie das goldene Kalb anbeteten, während er Mose am Berg Sinai die Zehn Gebote übergab. Sie taten Buße, baten aufrichtig um Vergebung, und Gott vergab ihnen.

Das Prinzip, innehalten, auf eigene Verfehlungen schauen und um Vergebung bitten, gilt bis heute. An diesem Tag suchen jüdische Menschen Versöhnung mit ihren Mitmenschen und mit Gott. Auch jene, die sich nicht als besonders religiös einschätzen. Ein Prinzip, das auch uns guttun würde: Einmal bewusst anderen entgegengehen, das Schuldigwerden bei sich selbst erkennen. So kann Versöhnung wachsen, und wir ernten Frieden.

 

 

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Bauern, Greta und ein Traum
Ralf Altebockwinkel
Bauern, Greta und ein Traum

Ich scrolle die Nachrichtenseite herunter: Grüne Kreuze auf deutschen Äckern. Trecker-Konvois auf holländischen Autobahnen. Die Botschaften sind: „Bauern sterben leise“ und „Wir wollen nicht als Tierquäler und Umweltverschmutzer dargestellt werden“.

Gleiche Seite: Greta Thunberg klagt unter Tränen die Politiker beim Klimagipfel in New York an: „Wie könnt ihr es wagen?“ – und während Angela Merkel mit den Schultern zuckt und meint: wir sind doch auf dem richtigen Weg, wird weiter unten berichtet, wie schon wieder ein großer Eisberg in der Antarktis abgebrochen ist. In mir beginnt es zu kochen.

Erstens: ich finde es falsch, wie Landwirte, die auch für mein täglich Brot arbeiten, heutzutage oft verurteilt werden. Viele fürchten um ihre Existenz und werden dann auch noch Zielscheibe von Anfeindungen. Fragen wir uns doch erstmal selbst: wann habe ich mich zuletzt vom günstigen Fleischpreis in den Netto locken lassen? Und habe ich bei meiner letzten Kreuzfahrt an das Klima gedacht? Richte nicht, damit du nicht gerichtet wirst, sagte Jesus – eine bedenkenswerte Haltung bis heute.

Und zweitens: ich finde Greta toll, wie sie den Mächtigen – auch den selbsternannten Vorreitern im Klimaschutz – den Spiegel vorhält. Wie die Propheten aus der Bibel spricht sie die Wahrheit schonungslos aus. Und ich denke: Ja! Wir müssen alles tun, viel radikaler als bisher, um dem Klimawandel und unserem respektlosen Umgang mit Gottes Schöpfung was entgegenzusetzen.

Widerspricht sich das, Respekt für die Landwirte und radikaler Klimaschutz? Ich möchte jedenfalls träumen, dass ein wahrhaftiger, respektvoller Umgang mit Menschen und mit der Natur möglich ist.

 

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Ja!
Dr. Matthias Wilke
Ja!

„Brüderchen, komm, tanz mit mir!“ „Warte, Schwester, ich kann doch nicht einfach so tanzen mit dir. Ich muss doch zuerst noch meine Kinder, meinen Garten, meine alten Eltern, meine Arbeit…“

„Brüderchen, komm, tanz mit mir. Beide Hände reich' ich dir!“ „Ja, das ist lieb, Schwesterchen, aber du weißt doch, wie viel bei mir gerade los ist. Ich kann nun wirklich nicht einfach so wie früher, so unbeschwert, das geht nicht…, ich muss doch…“.

Nehmen wir einfach mal an, wir könnten. Nehmen wir einmal an, wir bekommen einen Nachmittag einfach so geschenkt: Arbeit fällt aus oder es gibt auf einmal keine Aufgaben zu Hause. Nehmen wir einfach mal an, mein Arzttermin hat sich erledigt, weil alles wieder gut ist. Nehmen wir einfach mal an, wir hätten Zeit uns umzuschauen, die anderen da neben uns mit Ruhe zu sehen – würden wir dann nicht …?

„Brüderchen, komm, tanz mit mir, beide Hände reich' ich dir, einmal hin, einmal her, rundherum, das ist nicht schwer“ – und dann wirbelt der eine „plumps!“ auf den Po und die andere hilft ihm wieder auf. Was uns bei Kindern ein Lächeln ins Gesicht zaubert, das tut es bei uns Erwachsenen doch in ernsterer Weise auch. Wenn einer dem anderen die Hände reicht, nach dem Tanze, um gut nach Hause zu kommen, oder auf dem Weg zum Friedhof zwei sich stützen. Es ist ein Stück Glück, wenn wir sehen und erleben, dass Aufmerksamkeit und Liebe uns beflügeln, mal im Lachen, mal im Weinen. „Ich sage euch:“, sagte einmal ein König, das Matthäus-Evangelium schreibt es im 25. Kapitel, „Was immer ihr für einen meiner Brüder getan habt – und wäre er noch so gering gewesen -, das habt ihr für mich getan.“ Die unersetzbare Schönheit geteilten Lebens!

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Was ist messbar?
Hartmut Nack
Was ist messbar?

„Ich hasse ihn – wenn es das gibt – so, wie ich dich vorher geliebt.“ So hat es die Band Die Ärzte vor über 30 Jahren in einem Lied über eine verlorene Liebe gesungen. Das war mal ein Versuch, ein Gefühl wie Liebe messbar zu machen. Natürlich geht so was nicht mit Zahlen und Fakten, sondern hier ist es ein Vergleich mit einem anderen Gefühl.

Das ist ja auch in vielen Lebensbereichen ganz ähnlich. Unsere Gefühle lassen sich nicht mit Daten und Statistiken messen. Wer kann das schon genau prüfen, wie viel Liebe, Vertrauen oder Zuversicht bei einem Menschen vorhanden ist? Messbare Zahlen helfen hier nicht weiter. Was sonst in unserer Gesellschaft oft den Ton angibt, ist hier keine angemessene Methode.

Genauso sieht es doch auch mit dem Glauben aus. Wie stark oder tief der bei einem Menschen ist, kann von außen nicht festgelegt werden. Dafür gibt es keine Zahl.

Und auch wenn die Mitgliederzahlen der Kirchen zurückgehen, ist es doch noch eine andere Frage, ob damit auch der Glaube weniger wird. Er ist ja auch nicht einfach ein aufgedrückter Stempel, der ein Leben lang gleich bleibt. Der Glaube ist doch ein Vertrauen zu Gott, das jeden Tag neu gewonnen werden muss.

Und das Gute daran ist, dass schon kleine Anfänge von diesem Vertrauen bei Gott eine große Wirkung haben. So bringt es auch der Wochenspruch von dem Propheten Jesaja aus der Bibel auf den Punkt:

„Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.“ (Jesaja 42,3)

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Hartmut Nack

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