Andachten

Kurz innehalten. Sich für einen Moment besinnen, woher wir eigentlich kommen, was wichtig ist im Leben. Dabei helfen uns kurze Andachten. Die Pastorinnen und Pastoren des Kirchenkreises Rotenburg verfassen jede Woche zwei Zeitungsandachten für die Rotenburger Rundschau und die Rotenburger Kreiszeitung. Wir veröffentlichen sie hier und schaffen damit ein Archiv, auf das Sie zurückgreifen können, wann immer Sie möchten. Denn: Ihre Zeitung werfen Sie irgendwann in den Papierkorb. Die Andachten behalten jedoch ihre Gültigkeit jenseits der Tagesaktualität.

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Sa. 13.10.18
Freude an der Sonne?
Karin Klement
Freude an der Sonne?

Ich weiß nicht, wie es Ihnen ergeht, aber meinetwegen könnte der goldene Oktober bis Ende November gehen. Morgens leuchtender Sonnenschein mit erfrischend-kühler Luft. Weiße Wolkenbänke, hinter denen die Sonne Verstecken spielt. Wie ein kleines Kind lugt sie immer wieder hervor: Bist du noch da, Mensch? Ich sende dir meine Wärme ins Gesicht, mein Licht in deine Sinne, damit du dich freust. Was für ein Spätsommer! Während ich sonst die kanarischen Inselbewohner um ihren Dauersonnenschein beneide, erschrecken mich jetzt Sturzfluten auf Mallorca, Tsunamis und Erdbeben in Indonesien. Unwetterkatastrophen auf den Trauminseln?? Dafür Dürre und Ernteverluste auf den sonst so saftig-grünen heimatlichen Feldern. Die Natur spielt verrückt, scheint es. Dabei weiß ich eigentlich, dass der Klimawandel kein Märchen ist. Mein Gewissen schlägt an, schon wieder Lebensmittel in Plastik gekauft. Sorgsam getrennt bleibt dennoch ein unnötiger Haufen Abfall. Die Freude am Sonnenschein geht unter in der Sintflut meiner Missachtung der Natur. Viel schlimmer noch: Was kann ich überhaupt tun gegen die Übermacht falscher Entwicklungen?Mir fällt der alte Mann ein, Noah und seine Arche. Er tat alles, was Gott ihm gebot. Im kleinen Maßstab, soweit es eben möglich war, aber effektiv. Am Ende entströmte seinem Werk ein neues Leben für ihn selbst und für die Erde. Voller Dankbarkeit baut er Gott einen Altar. Denn er weiß, wie klein und zaghaft seine eigenen Kräfte waren. Nur sein Glaube war groß – und das hatte gereicht: Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. (1. Mose 8,22)

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Karin Klement

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Pastor/-innen
Karin
Klement
Pastorin
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27374
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Sa. 06.10.18
Wos is?
Dr. Matthias Wilke
Wos is?

„Alois Hingerl, Dienstmann Nr. 172 am Münchner Hauptbahnhof, erledigte einen Auftrag mit solcher Hast, daß er vom Schlag getroffen zu Boden sank und starb. Zwei Engerln schleppten ihn mit vieler Mühe in den Himmel, wo er vom Heiligen Petrus empfangen wurde.“ So beginnt die Geschichte von Ludwig Thoma „Ein Münchner im Himmel“. „Petrus ... überreichte ihm eine Harfe und machte ihn mit der himmlischen Hausordnung bekannt: "Von morgens 8 Uhr bis mittags 12 Uhr: frohlocken; von mittags 12 Uhr bis abends 8 Uhr: Hosianna singen."“ Alois aber verstand nicht recht und fragt nur: „Wos is?“

Morgen zwischen 8 Uhr und 12 Uhr werden wir frohlocken – in unseren Kirchen, mit Orgel und Posaunen – Alois aber wird fragen: „Wos is?“

Alois Hingerl erledigte seine Arbeit sein Leben lang mit solcher Hast, dass er … und dann findet er sich im Himmel wieder und soll nun dauern nur dankbar sein. Zu viel verlangt – von Alois. War er doch tagein tagaus mit ganz viel anderem beschäftigt, fühlte sich eher als Nummer denn als Engel. Er rannte von da nach dort, war stets zu Diensten und schulterte, was es zu tun galt. In der wenigen freien Zeit aber, die er hatte, da wollte er dann einfach nur mal sitzen, beim Maß oder Stamperl und ohne Bewegung. Da war er zum bewusst dankbaren „Luhja singen“ einfach zu müde.

Morgen zwischen 8 Uhr und 12 Uhr sitzen hunderte von Menschen in unseren Kirchen und hören und singen. Bestimmt sitzen viele von uns darunter, die eigentlich nur müde sind. Viel gelaufen, viel gekümmert und jetzt – „Wos is?“

Feiertag ist! Ernte-Dank! „Ich danke dem HERRN von ganzem Herzen“ (Psalm 111). Denn er gibt mir Kraft. Ich esse, trinke, liebe, lebe – und bin bei Dir. Danke!

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Dr. Matthias Wilke

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Matthias
Wilke
Pastor
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Kirchwalsede
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(04269) 9320121
Fax: 
04269-2187
So. 23.09.18
Grundgesetz und Nächstenliebe
Roger Moch
Grundgesetz und Nächstenliebe

Die Vorkommnisse in Chemnitz verunsichern nicht nur die Bürgerinnen und Bürger, sondern auch die Politikerinnen und Politiker in unserem Land. Ich habe das Gefühl, dass auf allen Seiten eine große Ratlosigkeit herrscht. Keiner überblickt so recht, wie man auf den Mord an einem 25-jährigen Deutschen, mutmaßlich von Migranten begangen, reagieren soll. Rechtsgesinnte machen Stimmung gegen Migranten, der Verfassungsschutz äußert sich über die „Bildzeitung“ mit noch zu beweisenden Vermutungen. Kanzlerin Merkel wird vorgeworfen: „Wir schaffen das nicht“. Parolen und Worthülsen kursieren überall im Land und im Netz.

In einem Telefongespräch mit meinem fast 93-jährigen Vater sprach er davon, dass er sich durch die jetzigen Ereignisse an die Zeit kurz vor der Machtübernahme Hitlers erinnert fühle. Damals, sieben Jahre alt, in Berlin aufwachsend, könne er sich gut daran erinnern, wie die SA (Sturmabteilung der NSDAP) als reine Schlägertruppe für provozierte Zusammenstöße mit linksgerichteten Parteien und anderen sorgte. Vielfach arteten die in brutale Straßenkämpfe aus. Weiter erinnere er sich, dass fast jeden Nachmittag ein nebenan wohnender Postbote, der bei der SA war, völlig zerbeult und blutend nach Hause kam.

Noch hat keine erneute „Machtergreifung“ stattgefunden. Aber nationalsozialistisches Vokabular kursiert, teilweise unbestraft, immer wieder in unserer Gesellschaft.

Dabei haben wir staatlicherseits oder von religiöser Seite, ob gläubig oder nicht gläubig, zwei ganz eindeutige Grundsätze in unserem Land, nach denen wir handeln sollen. Das Liebesgebot des Neuen Testamentes „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ (Mk 12,32 ff). Und die Artikel eins bis drei unserer Verfassung: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Das sollte als Kompass für gesellschaftliches Handeln in den Mittelpunkt rücken.

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Roger Moch

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Schulpastor/-innen
Weltanschauungsfragen
Roger
Moch
Schulpastor
Schmezer-Str. 8
27283
Verden
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(04231) 9378888
So. 16.09.18
Lastenträger
Jens Ubben
Lastenträger

Von „Sherpas“ war oft die Rede, letztes Jahr beim G-20-Gipfel in Hamburg. Von den erfahrenen Chefunterhändlern also, die bis kurz vor dem Ziel Kompromisse berieten. Die schon Monate vorher über Vereinbarungen verhandelt hatten und nun die letzte Kurve vor dem Gipfel ihren Vorgesetzten überließen. Die Lastenträger der großen Politik.

In der Welt der Bergsteiger kennt man den Begriff schon lange, erfuhr ich: Sherpas sind Lastenträger, die die Wege zu den ganz großen Gipfeln kennen. Die sich als Gepäckträger engagieren lassen. Die unterwegs die Knochenarbeit machen und ihren Auftraggebern dann die Ziellinie überlassen. Sherpas machen sich kaputt, damit andere ihr Ziel erreichen. Aber das gehört dazu. Schließlich verdienen sie damit ihr Geld. Leistung für Gegenleistung.

Die Sherpas kamen mir wieder in den Sinn, als ich letzte Woche über einen Abschnitt aus dem Neuen Testament nachdachte: „Einer trage des anderen Last!“ ermutigt der Apostel Paulus! Hat er einen Tauschhandel vor Augen? Soll das Miteinander optimiert werden? Jeder trägt einen Teil bei, und alle profitieren, indem sie gleichwertigen Einsatz erbringen?

„Einer trage des anderen Last“: Im Neuen Testament höre ich eine andere Motivation. Der schönste Beweggrund ist nicht, dass ich eine Gegenleistung erwarte, sondern dass ich mich innerlich leicht, entlastet erlebe und deshalb aktiv werden möchte! Dahinter steht die Überzeugung: Jesus Christus selbst hat sich zu meinem Lastenträger gemacht. Ohne dass ich ihn gebucht oder bezahlt hätte. Er will mir den Rücken freihalten von dem, was ich so mit mir rumschleppe. Von der Last, Ansprüchen nicht zu genügen. Von der Last, mich selbst rechtfertigen zu müssen, für alles Mögliche, vor allen Möglichen, vor mir selbst. Grundlegende Lasten hat mir jemand vom Rücken genommen!

„Einer trage des anderen Last“: Lieber nicht, weil ich auf die Gegenleistung spekuliere. Besser auch nicht, weil ich meine, das tun zu sollen. Am besten doch, weil ich selber Entlastung erfahren habe!

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Jens Ubben

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Gemeindebrief
Pastor/-innen
Jens
Ubben
Pastor
Große Straße 16
27383
Scheeßel
Tel.: 
(04263) 4920
So. 09.09.18
Sondermüll
Hartmut Nack
Sondermüll

Deutschland soll ja Weltmeister im Mülltrennen sein. Nirgends wird so genau darauf geachtet, dass der Müll genau in die Tonne kommt, die für ihn vorgesehen ist. Das ist gut für die Umwelt, kann aber auch manchmal etwas nervig sein, wenn man mal nicht so genau weiß, welcher nun der richtige Ort für diesen oder jenen Müll ist. Trotzdem lohnt es sich, darauf zu achten. Müll muss ja schließlich richtig entsorgt werden.

Aber wir sind damit auch noch nicht am Ende. Zu viel Verpackungsmüll oder Mikroplastik sind immer noch eine hohe Belastung für die Umwelt. Wir können in unserem Umgang mit dem Müll immer noch besser werden. Und dann gibt es ja auch immer noch die Sachen, die wir gar nicht so richtig loswerden wollen. Eigentlich sollte ich mich davon trennen,aber so richtig komme ich nicht dazu. Aber dann kann es doch diesen kurzen richtigen Moment geben. Die alte Tasse mit dem Riss sehe ich im Schrank stehen und ohne groß darüber nachzudenken, landet sie endlich im Müll. Dann ist es gut, dass ich mich überwinde und das Alte wegwerfe.

Schwieriger ist es da aber mit anderen Dingen. Mit Sachen, die ich mir schon lange angewöhnt habe oder schon lange mit mir rumtrage. Vor allem Sorgen können so etwas sein. Das, was ich länger schon im Kopf oder im Herzen hin und her bewege, und was dann schon mal zu schlechter Laune führt oder mich sogar schlechter schlafen lässt. Da ist es gut, wenn ich auch da den richtigen Ort kenne,wo ich so etwas wegwerfen kann.

Der Wochenspruch für die kommende Woche hat da eine gute Empfehlung. Zu Jesus Christus kann ich mit meinen Sorgen kommen und sie da auch einfach mal wegwerfen. „All eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch“ (1. Petrus 5,7).

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Hartmut Nack

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Gemeindegruppen
Mitarbeit im Gottesdienst
Pastor/-innen
Hartmut
Nack
Vikar in Kirchwalsede
So. 02.09.18
#ZSMMN?
Anja Bohling
#ZSMMN?

#ZSMMN – so lautete das Motto der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der diesjährigen WM. Das aktuelle Fazit des Trainers: Es sei nicht gelungen, einen „Teamspirit“ zu schaffen. Zu dem Motto gab es ein passendes Lied von den Fantastischen Vier zusammen mit Clueso. In dem Video dazu setzt der Manager den Fanta 4 einen jungen Künstler vor die Nase, um die Verkaufszahlen zu steigern. Die Fanta 4 sind verärgert und zeigen das Clueso deutlich. Bei den Aufnahmen zum Video machen sie gute Miene zum bösen Spiel – hinter den Kulissen kracht es gewaltig. Nichts ist mit „Denn nur zusammen ist man nicht allein, komm lass uns alles miteinander teil‘n“, wie es im Lied heißt. Wie sieht es bei uns selbst aus? In unseren Bezügen zu anderen Menschen? In diesen Tagen finden Menschen neu zusammen: Erstklässler in der Schule, Schul- bzw. Klassenwechsel, Auszubildende in der Firma, Start ins Studium. Überall gibt es Gruppen, die bunt zusammen gewürfelt sind: Es kommen unterschiedliche Ansichten und Erfahrungen, soziale und geografische Herkunft, junge und ältere Personen zusammen. Konflikte sind dabei normal, die Frage ist nach dem Umgang damit. Im besten Fall werden Konflikte für alle Beteiligten gelöst. Das ist Voraussetzung für ein echtes Miteinander, ein echtes Zusammensein! In dem Video von „Zusammen“ sieht man am Ende auf dem T-Shirt von Clueso das Wort „NEUANFANG“. Voraussetzung dafür ist, dass wir einander so annehmen wie wir sind und anderen eine Chance geben. Leicht gesagt… In der Bibel werden wir dazu im Römerbrief ermutigt: „Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.“ (Römer 15,7) Lassen Sie sich davon ermutigen, jeden Tag einen Neuanfang mit Ihren Mitmenschen zu starten. Ich bin mir sicher: Das ist der Anfang für ein gutes #ZSMMN!

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Anja Bohling

Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
Diakon/-innen
Anja
Bohling
Diakonin
Kirchstraße 9
27367
Sottrum
Tel.: 
(04264) 836241
So. 26.08.18
Paradies mit Baustelle
Alexa Wilke
Paradies mit Baustelle

Die Ferien sind vorbei, die Tage werden kürzer und die Autoschlangen am Morgen länger. Im Auto neben mir hängt ein Traumfänger am Spiegel. Unwillkürlich muss ich grinsen. Ich kenne diesen indianischen Schmuck aus Schlaf- und Kinderzimmern. Er soll schlechte Träume auffangen und gute bescheren. Ich schaue die Fahrerin von der Seite an. Sie sieht nicht so aus, als würde sie gleich einschlafen. Zum Glück. Nicht dass sie irgendwann mit besonders schönen Träumen schlafend weiterfährt.

Ich bin abgebogen und komme nun zügiger voran. Im Auto träumen. Wie viele von denen, die gerade auf dem Weg zur Arbeit sind oder zur Schule, träumen sich wohl in diesem Moment zurück in den Urlaub und in die schönen Sommertage ohne Verpflichtung? Das Leben kann so leicht sein. Ich höre mich seufzen.

Im Verlauf des Tages treffe ich meinen Kollegen, der den ersten Tag wieder im Dienst ist. Ich freu mich richtig, ihn zu sehen: „Schön, dass Du wieder da bist!“ Es steht einiges an, was gemeinsam geplant werden soll. Und jetzt geht es endlich los.

Auf der Heimfahrt denke ich an den Traumfänger im Nachbarauto. Und an die Urlaubsträume am Morgen. Immer so viel Freiheit haben wie in den Ferien, das wär‘s. Oder? Ich zögere: Wär blöd gewesen, wenn der Kollege einfach weggeblieben wäre.

Mein Kollege wird gebraucht hier, und auch ich habe meine Aufgaben. Sei es im Beruf, unter Nachbarn, in der Familie. Ja, mein Ferien-Ich fehlt mir. Aber mein Alltags-Ich hat seine ganz eigene Würde. „Bebauen und bewahren“ nennt die Bibel die täglichen Mühen (1. Mose 2,15). Etwas schützen, etwas wachsen lassen, Verantwortung tragen. Das gehört eben auch zu mir. Und für das Ferien-Ich reserviere ich den Sonntag.

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Alexa Wilke

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Öffentlichkeitsarbeit
Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
Pastor/-innen
Dr. Alexa
Wilke
Pastorin der Stadtkirchengemeinde, Fundraisingbeauftragte im Kirchenkreis Rotenburg
Am Kirchhof 9
27356
Rotenburg //Postadresse: Westerwalseder Str. 7, 27386 Kirchwalsede
Tel.: 
(04261) 3061644
So. 12.08.18
War es das jetzt?
Martin Söffing
War es das jetzt?

Soll es das gewesen sein? So oder so ähnlich klingen Fragen wenn etwas zu Ende geht, wenn es ums Abschied nehmen geht. Schon höre ich die Frage als nach gefühlt wochenlanger Hitze der Himmel wieder bedeckt ist und die Temperaturen sinken – war es das jetzt mit dem Sommer?

Ernster klingt die Frage wenn Menschen zurückschauen. Auf eine Zeit, die zu Ende geht, wenn klar wird dass das Leben fortan nicht mehr so sein wird wie früher. Wenn plötzlich alles anders ist. Ein Lebensabschnitt, der zu Ende geht. Wenn eine Krankheit alles verändert, wenn die Hoffnung auf Heilung schwindet. Dann schauen wir zurück, ziehen Bilanz. Oft wird dann, in der Rückschau erst deutlich, was wichtig war, was und wen ich geschätzt, geliebt habe, worauf ich nicht verzichten mag.

Dieses Bilanzieren ist wichtig, es kann zeigen, wofür ich dankbar bin, was bisher geglückt ist, womit ich zufrieden bin. Und zugleich ist da angesichts einer größeren Veränderung auch die Aufgabe, mich neu zu arrangieren. Zu versuchen, mich auf die Situation einzulassen. Wenn das gelingt, lässt sich neu entdecken, was anders zwar als bisher, was aber dennoch gut und reizvoll ist. Diese Bereitschaft zur Veränderung ist nicht immer leicht. Und zugleich wissen wir, dass es mit dem Hüttenbauen nicht klappt, dass unser Leben ein Unterwegssein, Veränderung bedeutet.

Man sagt am Ende wird alles gut
Und wenn es nicht gut ist, kann es auch nicht das Ende sein, so heißt es in einem Song von Casper.

Ist es wirklich so einfach? Vermutlich nicht. Mir gefällt die Widerständigkeit, mit der es dort weiter heißt:

Am Ende wird alles gut
Und ist es nicht gut, ist es verdammt nochmal nicht das Ende
Nein

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Martin Söffing

Martin
Söffing
Pastor Klinikseelsorge AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM
Elise-Averdieck-Straße 17
27356
Rotenburg
Tel.: 
(04261) 77 - 2003
Fax: 
(04261) 77 - 2029
Mobil: 
(0172) 8450895
Mo. 06.08.18
Sommer für die Seele
Hilke Bauermeister
Sommer für die Seele

Bis zum 8. August haben die Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen noch frei. Ferienzeit ist Urlaubszeit. Fahren Sie weg im Urlaub oder bleiben Sie zu Hause?

Was bedeutet eigentlich das Wort Urlaub? Im Wörterbuch steht, „Urlaub“ kommt von „Erlaubnis“. „Urlaub“ ist die „Erlaubnis, von der Berufsarbeit fernzubleiben“. Urlaub ist die Erlaubnis zum Ausspannen. Wer Urlaub hat, der darf für eine Weile aus dem Alltag aussteigen. Egal, ob man wegfährt oder zu Hause bleibt: Man kann sich all’ jenem widmen, was im täglichen Trott meistens unterbleibt: gemütlich frühstücken, ein gutes Buch lesen, lange Spaziergänge machen und nachdenken über sich und Gott und die Welt. – Sommer für die Seele hieße für mich, sich auch Zeit und Raum dafür zu gönnen, dem eigenen Dasein nachzuspüren: Die freie Zeit dafür nutzen, den Spuren nachzugehen, die Gott in unserem Leben hinterlassen hat. Da mag es Schönes und auch Schweres geben. Traurige Tage sind einem womöglich stärker im Gedächtnis als die schönen. Wir neigen schnell zum Vergessen. Das Schwere lässt vergessen, was es schon alles an Schönem und Gelungenem gab im Leben. In der Bibel heißt es: „Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“ (Psalm 103,2) Manchmal muss man einen Augenblick innehalten, um sich an die schönen Stunden zu erinnern. Manchmal muss man einen Moment überlegen, bis es einem einfällt, wie viel Glück und Wohlergehen es für uns schon gab – trotz so mancher schweren Stunde. Dass Ihnen vieles einfällt, was Sie froh stimmt, und wofür Sie Gott danken mögen, wünsche ich Ihnen für Ihre Augenblicke des Innehaltens.

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Hilke Bauermeister

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Pastor/-innen
Hilke
Bauermeister
Pastorin
Berliner Ring 19
27356
Rotenburg
Tel.: 
(04261) 961 33 90
So. 08.07.18
Leg doch mal das Handy weg...
Harm Cordes
Leg doch mal das Handy weg...

Neulich in der Heide. Abendstimmung. Sonnenuntergang. Mir kommen zwei Reiter entgegen. Kann das Leben schöner sein? Denke ich, bis ich bei einem der Reiter eine typische Körperhaltung wahrnehme, die nicht zu meinem Bild vom Reiter auf dem Pferd passt: Kopf nach vorne geneigt. Richtung Handinnenfläche, die einen flachen Gegenstand hält.

Näher dran erkenne ich, dass wahr ist, was ich nicht glauben konnte: Der gute Mann ist mit Jeep und Pferdeanhänger aus dem Nachbarkreis in die Heide gefahren, um auf dem Pferd – mit seinem Handy rumzudaddeln. Geht`s noch?

Szenen, wie ich sie immer wieder beobachte: Eltern mit den Kindern auf dem Spielplatz. Die Kinder toben, lachen, rufen sogar: „Mama, guck mal …“. Doch die Eltern sind mit ihren Gedanken irgendwo in virtuellen Welten, anstatt wahrzunehmen, wie toll der Spielplatz ist: „Papa, jetzt guck doch endlich …!“

Bestes Bild zu diesem Thema: Ein kleiner Junge im Fernsehen. Er hat das große Glück, mit Papa bei einem Achtelfinal-Spiel der Fußball-Weltmeisterschaft dabei zu sein. Doch was macht der Junge: spielt mit seinem Handy! Papa steht daneben und sagt nichts. Und ich frage mich: Wer hat das arme Kind ins Stadion geschleppt? Und wenn der Junge freiwillig da ist: Warum nimmt ihm keiner das Handy weg. Erklärt ihm, was auf dem Spielfeld los ist?

Ich weiß: das alles klingt weltfremd. Technikfeindlich. Typisch Pastor.

Aber so ist es nicht gemeint. Ich weiß durchaus, was ein Handy ist. Freue mich an vielen Errungenschaften unseres Zeitalters. Komme manchmal aus dem Staunen nicht raus. Und werde trotzdem traurig, wenn ich merke, wie Menschen in virtuellen Welten versacken und das Leben um sich aus dem Blick verlieren.

„Alles hat seine Zeit“ heißt es im Prediger Salomo. Und meint vielleicht auch dieses: Manchmal darf das Handy auch Pause haben. Um den Sonnenuntergang live zu bestaunen und dabei den Schritt des Pferdes zu spüren. Um mit dem Kind zu toben, zu lachen und zu raufen, anstatt Bilder davon zu verschicken. Einfach mitzujubeln und zu leiden, anstatt allen und jedem zu schreiben: „Bin gerade im Stadion. Echt cool hier …“

Jetzt, in der Urlaubszeit, wär das doch mal ein Gedanke. Immer mal wieder das Handy zu Hause zu lassen. Und einfach loszugehen. Ganz da zu sein, wo ich doch extra hingefahren bin. Mit denen, die gerade dabei sind, zu erleben, weshalb wir unterwegs sind. Darum geht es doch eigentlich. Oder etwa nicht?

 

DIESE ANDACHT STAND VORÜBERGEHEND UNTER FALSCHEM NAMEN AUF DIESER HOMEPAGE. WIR BITTEN DIESEN FEHLER ZU ENTSCHULDIGEN.

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Harm Cordes

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Gemeindebrief
Kirchenvorstand
Pastor/-innen
Harm
Cordes
Pastor, Vorsitzender des Kirchenvorstands
Bruchstraße 3
29640
Schneverdingen
Tel.: 
(05193) 986860
So. 01.07.18
Sport ist gesund
Peter Handrich
Sport ist gesund

Die Weltmeisterschaft läuft. Nein, nicht die Go-Weltmeisterschaft oder die Weltmeisterschaft der Highland Games, sondern die Fußballweltmeisterschaft. Dem kann man ja nicht entgehen.

Schon Wochen vorher – besonders seit dem Ende der Bundesliga, dem Pokalfinale und dem Endpsiel der Champions-League – war von nichts anderem mehr die Rede. Wer fährt mit, wer darf nicht mit, wird Manuel Neuer fit sein? Und können „wir“ den Weltmeisterschaftstitel verteidigen, wenn wir schon gegen Österreich verlieren?

Ehrlich gesagt, das hat genervt. Außer Fußball gab es noch so viele andere sportliche Themen. In Kiel waren vor sechs Wochen die Special Olympics, und viele Sportlerinnen und Sportler aus Rotenburg haben viele Medaillen geholt. Ganz ohne Doping. Aus der Lebenshilfe und aus den Werken. Und der größte Spaß, haben mir gleich zwei Sportlerinnen versichert, war dabei die Sportlerdisco. OK, die Medaillen waren auch nicht schlecht, aber die Disco … Toll.

Für uns andere ist Sport manchmal gar nicht so spaßig, sondern eher mit Krieg zu vergleichen. Es muss gedopt werden, damit Höchstleistungen erzielt werden können. Und die Großen im Fußball dürfen auf keinen Fall gegen die Kleinen verlieren, sonst muss der Trainer weg. Und dass Deutschland in der Vorrunde ausscheiden könnte – undenkbar. Jedenfalls bis Mittwoch noch.

Dass jetzt im deutschen Team Köpfe rollen sollen, wie es am Donnerstag in fast allen Zeitungen zu lesen war, finde ich Quatsch. Das ist auch wieder so ein Kriegsgerassel. Man kann nicht zwei Weltmeisterschaften hintereinander so richtig gut sein, dass alles stimmt. Nicht, wenn man gerade schon mal Weltmeister war. Und ich finde: Das macht überhaupt nichts. Freuen wir uns, wenn diesmal Belgien Weltmeister wird. Oder Kroatien. Und Island dann 2022.

Dann würde es bestimmt eine großartige Fußball-Disco geben.

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Peter Handrich

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Peter
Handrich
Pastor in den Rotenburger Werken
Lindenstraße 14
27356
Rotenburg
Tel.: 
(04261) 920889
So. 24.06.18
Lichtwende
Hartmut Nack
Lichtwende

Das war`s schon wieder. Ab jetzt werden die Tage wieder kürzer. Die Zeit, in der die Sonne am Himmel zu sehen ist, wird weniger. Das bekommen wir so direkt gar nicht unbedingt mit. Die Abende, an denen wir noch draußen auf der Terrasse sitzen können, sind immer noch lang. Das Licht der Sonne sorgt für schöne Abendstunden.

Aber auf Dauer macht es sich doch bemerkbar. Die Nächte nehmen zu und die Tage nehmen ab.

Genau in dieser Zeit wird in vielen Kirchen der Johannistag gefeiert. Weihnachten ist zwar noch lange hin – ziemlich genau ein halbes Jahr – aber mitten im Sommer gibt es jetzt eine kurze Erinnerung an das, was im Dezember gefeiert wird. Dabei wird an Johannes den Täufer gedacht. Der ist nur ein paar Monate vor Jesus geboren und hat den Menschen damals auch schon etwas von Gott erzählt. Aber vor allem wollte er zeigen, dass mit Jesus noch etwas größeres als er selbst kommt: „Er muss wachsen, ich aber muss kleiner werden.“

Und so passiert im Glauben etwas, was auch in der Natur beobachtet wird. Die Dunkelheit wächst immer wieder an. Die Schwierigkeiten bei uns und in der Welt werden einfach nicht weniger. Stück für Stück wird es dunkler und ungemütlicher. Aber dann an dem Punkt, wo die Dunkelheit am größten ist, machen sich neue Lichtstrahlen bemerkbar. Endlich wird es wieder heller. Das Licht, das Jesus Christus uns bringt, setzt sich durch. Es kämpft gegen die Dunkelheit an und vertreibt sie. Das Blatt hat sich gewendet. Das Licht kommt zurück und bringt Wärme und Leben.

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Hartmut Nack

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Gemeindegruppen
Mitarbeit im Gottesdienst
Pastor/-innen
Hartmut
Nack
Vikar in Kirchwalsede
So. 17.06.18
Grün
Hilke Bauermeister
Grün

Grün ist die Farbe der Natur und der Pflanzen. Im Internet kann man auch die Hinweise finden, Grün sei die Farbe der Frische und Natürlichkeit, und Grün sei die Farbe der Hoffnung und der Zuversicht. In alter Zeit war Grün auch das Sinnbild beginnender Liebe. In unserer Sprache gibt es noch Hinweise auf diese Bedeutung von früher: „Jemandem die grüne Seite zeigen,“ bedeutet, dass man sich freundlich und entgegenkommend verhält. Aber wenn man „jemandem nicht grün ist,“ dann heißt das, dass man den anderen nicht mag.

Ob es in den Ländern der Bibel auch viel Grün gibt? An der östlichen Mittelmeerküste? So viel grüne Natur wie bei uns? In Nordeuropa gibt es viele Wälder, viel Grün auch in Gärten und Parkanlagen. In der Bibel steht jedenfalls eine Geschichte über hervorsprießendes Pflanzengrün: „Jesus sprach: Womit wollen wir das Reich Gottes vergleichen, und durch welches Gleichnis wollen wir es abbilden? Es ist wie ein Senfkorn: wenn das gesät wird aufs Land, so ist’s das kleinste unter allen Samenkörnern auf Erden; und wenn es gesät ist, so geht es auf und wird größer als alle Kräuter und treibt große Zweige, so dass die Vögel unter dem Himmel unter seinem Schatten wohnen können.“ (Markus 4, 30-32)

Jesus spricht vom Hervorsprießen einer Senfstaude. Das Senfkorn ist überaus klein – man braucht mehr als 700 Samenkörner, bevor man nur 1 g beisammen hat – und aus diesen kleinen Körnchen wachsen Stauden von bis zu 3 m Länge hervor. So, sagt Jesus, so ist es auch mit dem Reich Gottes: Es ist da, klein und unscheinbar, und mit der Zeit wird es größer, bis es einmal groß und erhaben sein wird. Kleine Ursache, große Wirkung. – Bei Gott sind alle Dinge möglich.

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Hilke Bauermeister

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Pastor/-innen
Hilke
Bauermeister
Pastorin
Berliner Ring 19
27356
Rotenburg
Tel.: 
(04261) 961 33 90
So. 10.06.18
Beten ist mein Antrieb
Ralf Altebockwinkel
Beten ist mein Antrieb

Es ist schönes Wetter, die Sonne lacht, Vögel zwitschern. Eigentlich ein Grund tief durchzuatmen und sich über die Schönheit von Gottes Schöpfung zu freuen. Aber ich bin befangen von einem mulmigen Gefühl. Im Hintergrund ist ein umzäuntes Gelände. Einige Rohre stechen aus dem Boden hervor. „Gas-Bohrstelle Z 11“ heißt dieser Platz. Ich bin der Einladung zu einem Schöpfungsgebet gefolgt. Wir singen, der Waffensener Bürgermeister hält eine bewegende Ansprache, Pastor Meyer macht auf eine erfrischende aber ernsthafte Art und Weise auf unsere Verantwortung für Gottes Schöpfung aufmerksam. Wir beten mit Worten von Papst Franziskus: „Heile unser Leben, damit wir Beschützer der Welt sind und nicht Räuber, damit wir Schönheit säen und nicht Verseuchung und Zerstörung.“

Im Anschluss bei Kaffee und Eis herrscht eine fröhliche aber auch kämpferische Stimmung. Ich erfahre einiges von Unfällen in der Vergangenheit, ungeklärten Krebsfällen, Trinkwassergefährdung. Ich weiß, auch ich bin Teil des Systems – auch ich brauche Energie für meinen hohen, verschwenderischen deutschen Lebensstandard. Es fällt mir schwer, den Finger auf bestimmte Menschen, selbst auf milliardenschwere Konzerne zu richten. Es sind nicht nur „die“, es ist auch „ich“. Aber eines ist mir deutlich geworden: Ich darf nicht einfach zuschauen und schweigen. Ich muss beten und das Beten ist mein Antrieb zum Handeln. Gott ist der Herr dieser Schöpfung, wir sind nur seine Verwalter. Mich im Gebet dieser Einsicht hinzugeben, verändert meinen Blick. Das ist nicht nur angenehm, denn das mulmige Gefühl bleibt. Doch ich weiß: Gott will mein Leben heilen, dass ich Beschützer der Welt und nicht Räuber bin.

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Ralf Altebockwinkel

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Kirchenvorstand
Pastor/-innen
Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
Kirchengemeindeverband
Pastor/-innen
Ralf
Altebockwinkel
Pastor + stellv. Vorsitzender Kirchenvorstand
Kirchstraße 3
27386
Brockel
Tel.: 
04266/955565
Mobil: 
(0151) 18941641
So. 03.06.18
Knopf im Ohr
Thomas Steinke
Knopf im Ohr

Über 100 Jahre lang war der Knopf im Ohr ein Markenzeichen für Plüschtiere. Seit einiger Zeit hat er auch unsere Spezies erreicht: Mutieren wir immer mehr zum "Homo headsetiensis"? Das ist keine Ausnahme mehr, sondern wird für unsere Gesellschaft zunehmend prägend: Egal wo ich mich befinde, der Knopf im Ohr gehört dazu. Egal was hier gerade passiert, meine Aufmerksamkeit ist woanders – eben bei dem, was an mein Ohr dringt. Egal wer um mich herum ist, ich rede scheinbar vor mich hin – eben mit der Person, mit der ich über den Knopf verbunden bin; nur nicht mit derjenigen, die mir vielleicht sogar gegenübersitzt. Gerate ich durch die Technik, die uns doch miteinander verbinden soll, in Gefahr, mich zu isolieren? Verpasse ich im analogen Leben eine echte Begegnung von Angesicht zu Angesicht, weil die Band oder die Info oder die Frau oder der Mann im Ohr mich in Beschlag nimmt? Verpasse ich so vielleicht sogar manche Begegnung mit Gott selbst?
Im biblischen Leitspruch für die kommende Woche heißt es: "Christus spricht zu seinen Jüngern: Wer euch hört, der hört mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich." (Lukas-Evangelium 10,16)
Die Digitalisierung ist Realität und ich muss lernen, damit umzugehen. Die Technik verteufele ich nicht – ich nutze sie selbst täglich und bin froh über die Möglichkeiten, die sie mir bietet. Aber ich möchte wach sein für das, was gerade dran ist. Ich möchte nicht achtlos an denen vorbeilaufen, auf die ich treffe. Und ich will erwarten, dass Christus selbst mir in anderen begegnet und mir etwas zu sagen hat. Deshalb erbitte ich mir von Gott die Weisheit im Umgang mit der Technik, damit ich nicht im Digi-Tal versacke. Das würde dann auch unserem Namen als "Homo sapiens" alle Ehre machen.

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Thomas Steinke

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Mission, Ökumene und Partnerschaft
Thomas
Steinke
Pastor für Gemeindeinnovation in den Kirchenkreisen Rotenburg und Bremervörde-Zeven
Querweg 2a
29640
Schneverdingen
Tel.: 
(05193) 9662586
So. 20.05.18
Da weht ein frischer Wind
Rolf Hirte
Da weht ein frischer Wind

Menschen gehen auf die Straßen, und sagen, was sie glauben, hoffen, sich wünschen. Sie verstecken sich nicht mehr ruhig in ihren Häusern, fragen sich nicht ängstlich, was werden denn wohl die Nachbarn sagen, wie reagieren die anderen darauf? Hat mein Engagement etwa Nachteile für mich?

Manche setzen sich vielleicht einfach mal eine Kippa (Kopfbedeckung jüdischer Männer) auf, um zu zeigen: “Wir wollen, dass Juden hier bei uns sicher leben können, ohne angefeindet zu werden.“ Vielleicht demonstrieren sie auch für bessere Arbeitsbedingungen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, oder machen sich stark für eine gerechtere Wirtschaftsordnung, von der mehr Menschen profitieren als im Moment. Manchmal lassen Menschen sich begeistern. Dann sagen sie: “Da können wir etwas ändern.“ Dann gehen sie raus auf die Straßen und erzählen den anderen von ihren Hoffnungen und Träumen.

So ähnlich stelle ich mir das auch vor zu Pfingsten in Jerusalem vor etwa 2000 Jahren: Die nach der Kreuzigung Jesu verängstigten Jünger Jesu kommen aus ihren Verstecken und sprechen öffentlich über das, was sie glauben: Gottes Liebe ist stärker als alle Mächte des Chaos und der Zerstörung, ja sogar als der Tod. Das hat damals viele begeistert. Die ließen sich taufen und teilten alles, was sie hatten, damit keiner Not leiden mußte. Da wehte ein frischer Wind. Da bewegte Gottes Geist viele Menschen. Pfingsten hatte und hat es immer noch mit Begeisterung für Gottes neue Welt, mit Mut und Aufbruch zu tun.

Gesegnete Pfingsten

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Rolf Hirte

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Diakonische Einrichtungen
Rolf
Hirte
Klilnikseelsorger am AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM ROTENBURG
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Rotenburg (Wümme)
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(04261) 77-36 63
So. 13.05.18
Gib den Kindern Flügel
Frank Hasselberg
Gib den Kindern Flügel

„Wenn Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln, wenn sie groß werden, Flügel“ – so lautet eine tibetische Weisheit. Zahlreiche junge Menschen feiern in diesen Wochen nach Ostern das Fest ihrer Konfirmation. Sie werden flügge. Sie sind auf dem Weg in ihr eigenes Leben, nabeln sich Stück für Stück von den Eltern ab.

Früher bedeutete die Konfirmation den Einstieg ins Berufs- und Erwachsenenleben. So radikal ist dieser Einschnitt heutzutage nicht mehr. Und doch: Es bleibt ein wichtiger Schritt im Leben der jungen Menschen und ihrer Familien. Die Eltern müssen allmählich lernen loszulassen, die Jugendlichen stehen immer mehr auf eigenen Füßen. Das ist schön, bringt aber auch viele Fragen mit sich: Soll ich weiter zur Schule gehen oder lieber eine Ausbildung machen? Gehe ich mit X oder mit Y? Wichtig ist, dass die jungen Menschen wissen, wo sie hingehören. Dass sie immer zu ihren Eltern und Paten kommen können. Und dass sie wissen: Gott geht meine Wege mit. Er hilft mir auf, wenn ich mal strauchle, und er verzeiht mir, wenn ich einen Fehler mache.

Ich hoffe immer, dass ich das in der Konfirmandenzeit vermitteln konnte. Wenn ich da an meine eigene Konfirmation denke, war Vieles nicht so schön. Vorher gab es eine Prüfung, was mussten wir nicht alles auswendig lernen: Luthers Katechismus mit Erklärungen rauf und runter, dazu gefühlt das halbe Gesangbuch. Alles war so ernst und steif. Natürlich müssen die Konfirmanden auch heute noch einige Kernstücke des Glaubens wissen, sie sollen den Gottesdienst und das Leben ihrer Kirchengemeinde kennenlernen. Vor allem aber sollen sie erfahren, was und wer dahintersteckt: Gott selber nämlich. Auf ihn sollen sie vertrauen, ihn Vater nennen, so wie Jesus es uns beigebracht hat. Das ist wichtiger als stures Auswendiglernen. Darum habe ich meinen Konfirmanden in diesem Jahr ein Psalmwort mitgegeben auf ihren weiteren Lebensweg: „Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen.“ (Psalm 18, 30). Was braucht es mehr im Leben?!

 

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Frank Hasselberg

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Frank
Hasselberg
Pastor, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis
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29640
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So. 22.04.18
Sehnsucht
Haike Gleede
Sehnsucht

„Da wohnt ein Sehnen tief in uns, o Gott, dich zu sehn, dir nah zu sein...“

Dieses moderne Kirchenlied ist beliebt und wird in vielen Gottesdiensten gesungen. Der Text rührt etwas in mir an, eine verborgene Sehnsucht, die in mir schlummert. Wonach?

Vor wenigen Wochen haben wir Ostern gefeiert – das Befreiungsfest der Christen. Am ersten Ostermorgen machten sich die Frauen auf zum Grab Jesu. Sie suchten nach Antworten auf ihre Trauer.

Mit kostbaren Ölen wollten sie seinen Leichnam salben, ihm so noch einmal hautnah sein. Aber sein Grab war leer. Die Stimme des Engels zwang sie ihren Blick zu heben, sich aufzurichten, neu auszurichten. Er sprach: „Fürchtet euch nicht!“. Sie flohen vor Angst zitternd von dem Grab.

Aber diese Sehnsucht blieb und rührte sich in ihren Herzen mehr denn je.

So wagten sie zu glauben, was sie gehört hatten. „Der Herr ist auferstanden!“

Was rührt Ostern in mir an? Mit dem Frühling erwacht die Sehnsucht nach Wärme, nach Aufatmen, nach neuem Leben. Aber das Leben richtete sich nicht nach den Jahreszeiten.

In den letzten Monaten rollte eine Sterbewelle durchs Land, und eine nicht enden wollende Grippewelle sitzt noch vielen in den Knochen.

Sehnsucht nach Heilung und nach Trost ist vielerorts spürbar.

Wie können wir unter solchen Bedingungen die Osterbotschaft wahrnehmen? Wie können wir unseren Blick erheben, wenn wir erschöpft und niedergeschlagen sind? Wie dem „Fürchte dich nicht!“ vertrauen?

Es wohnt da diese Sehnsucht in mir – dass da einer ist, der die Angst und die Trauer sieht. Eine Sehnsucht nach etwas, das größer ist als alle menschlichen Grenzen. Was verlieren wir, wenn wir der Botschaft trauen? Nichts! Aber wir gewinnen alles! Darum gehe ich das Wagnis ein, glaube an den Auferstandenen und stimme ein in den Ruf, der nicht nur Ostern gilt:

„Der Herr ist auferstanden!“

 

Pastorin Haike Gleede, Horstedt

 

 

 

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Haike Gleede

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Haike
Gleede
Pastorin
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So. 15.04.18
Neulich am Lottotresen
Dietmar Meyer
Neulich am Lottotresen

Als ich neulich am Lottotresen darauf warte, dass ich drankomme, steht Jesus hinter mir in der Schlange. Man soll‘s nicht glauben, aber er sieht tatsächlich genauso aus wie man ihn sich vorstellt. Überrascht bin ich trotzdem. „Was machst du denn hier, Jesus?“ frage ich. „Hätte nicht gedacht, dich ausgerechnet hier am Lottotresen zu treffen.“ Passt mir jetzt gar nicht so gut, denke ich. Habe ja den Lottoschein in der Hand und komme jeden Augenblick dran. Und muss noch überlegen, ob ich die 7 oder wie immer die 11 ankreuzen soll. Und nun das. Das letzte Kreuz muss ich noch setzen. „Ich nehme die 12!“ sage ich leise zu mir selbst. „12 Jünger, 12 Stämme Israel, 12 als Zahl für Vollkommenheit“. Vielleicht ist das ja ein Zeichen. Vor mir tut sich nichts. Dauert noch, bis ich dran bin. „Du spielst Lotto, Jesus?“ Ich wundere mich. Er hat das Geld doch gar nicht nötig. Ob er mir seine Zahlen nennt? Er müsste ja wissen, welche fallen werden. Ich drehe mich ganz zu ihm: „Ehrlich gesagt hätte ich nicht gedacht, dass dich der Jackpott reizt“ Ich erinnere ihn an seine eigenen Worte. „Hast Du nicht gesagt, es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr geht, als dass ein Reicher in den Himmel kommt?“ Jetzt bin ich gespannt, was er dazu sagt. Gar nichts. Er steht da. „Oder: Schafft Euch nicht Schätze auf der Erde, wo Motten und Rost sie fressen. Schafft Euch lieber Schätze im Himmel. Hm? Deine Worte!“ Jaja denke ich, sagen kann man also viel. Am Ende geht es doch ums Geld. Sogar bei Christus. Wie komme ich nur an seine Zahlen? „Das wär was: Den Jackpott knacken, oder Jesus? “ Christus kommt einen Schritt näher, und weist mit einer leichten Kopfbewegung nach vorne. Ah, die Schlange vor mir bewegt sich. Gleich bin ich dran. Dass Christus Lotto spielt, nee, ich werd verrückt! „Du weißt aber schon, dass die meisten Gewinner mit dem Geld unglücklich werden?!“ sage ich ihm über die Schulter. Dazu gibt es Studien. Außerdem stellt doch jeder, der auf den Gewinn hofft, sein bisheriges Leben in Frage. Überhaupt, du hast doch alles, was man braucht. Die ganze Welt gehört Dir doch. Sogar der Himmel.
Ich denke plötzlich an die Website, auf der kann man sehen, an welcher Stelle man weltweit mit seinem Einkommen rangiert (http://www.globalrichlist.com/). Mein Platz kann auf der Skala schon gar nicht mehr abgebildet werden, soweit oben rangiere ich. Sogar mit meinem BAFöG-Satz hätte ich damals schon unabbildbar vorne gestanden. „Wo würdest Du da erst stehen, Jesus?!“ Der braucht das doch wirklich nicht. Immer dasselbe, denke ich, je mehr man hat, umso mehr will man. Und wer nicht zufrieden ist, meint, er hätte nicht genug. „Was willst du denn mit dem Geld, Jesus? Noch mehr kaufen?! Noch mehr verbrauchen?! Glücklich werden?!“ Ich werde richtig ärgerlich. Hab ich mich so in Jesus getäuscht? Die anderen gucken schon. Ist mir egal. „Ich an Deiner Stelle würde das Geld lieber sinnvoller einsetzen“ brülle ich ihn an. „Und zufrieden sein!“ Dann ist er verschwunden. Und ich bin gleich an der Reihe.

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Dietmar Meyer

Dietmar
Meyer
Pastor
Kirchstraße 7
27367
Sottrum
Tel.: 
(04264) 422
So. 01.04.18
Normal ist das nicht
Dr. Matthias Wilke
Normal ist das nicht

„Ich hoffe bloß, dass bald Ostern ist!“ Meine Freundin ist genervt. „Gestern“, sagt sie, „Konferenz. Ich stell wie immer Schoki auf den Tisch. Da haut mich einer an, ob ich denn nicht wüsste, dass Fastenzeit ist. Ich so: ‚Zwing ich dich etwa, davon zu essen?‘“ Sie schnaubt: „Und dann haben sich alle gegenseitig erzählt, wie toll sie gerade fasten. Nicht zum Aushalten!“ Sie greift zu den Gummibärchen: „Es ist ja nicht nur die Fastenzeit. Es fängt im Januar an: Gute Vorsätze. Und in der Kantine mümmeln alle nur noch Salat. Im Februar jammern sie, dass sie nicht durchgehalten haben und warum sie schon seit zwei Wochen nicht mehr beim Sport waren. Und dann denkst du, du hast es hinter dir – und die Fastenzeit beginnt. Können die nicht einfach normal sein?“

Zuhause checke ich meine Mails. Wieder eine Nachricht mit Hinweisen für die Fastenzeit. Und ich komme ins Träumen. So wäre ich gerne. Ich will mich mutig für andere einsetzen, Strom sparen und auf Fleisch verzichten, will mehr an die Armen denken, die Frustschokolade drangeben oder am besten ganz auf Zucker pfeifen. Nicht normal sein, sondern gut. Wenigstens für sieben Wochen.

Neben dem Computer liegt ein Kreuz. Die Menschen um Jesus hatten ganz normal Sehnsucht nach einem, der ihnen hilft. Waren schrecklich normal mit ihrer feigen Sorge ums eigene Leben. Und ausgerechnet diese Menschen haben das erste Ostern erlebt. Dazu passt der Spruch für die nächste Woche (Römer 5,8): „Gott erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.“ Und ich steh da mit meinem Frust und meiner Sehnsucht nach gutem Leben. „Danke, Gott, dass du es in all dem Murks Ostern werden lässt!“

 

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Dr. Matthias Wilke

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