Innovationsfonds

»Wer unter Euch der Erste sein will, der soll aller Diener sein.« (Markus 10,44)

Dieses Jesuswort ist nicht eine Aufforderung zu Heuchelei oder einem unehrlichen Umgang mit Macht. Wer Gestaltungsmacht hat, soll das nicht verstecken. Aber der Satz aus dem Markusevangelium spiegelt ein sehr fortschrittliches Leitungsverständnis: Leitung ist eine spezifische Dienstleistung. Sie hilft einer Gruppe von Menschen oder einer Organisation, ihre eigenen Ziele zu formulieren und umzusetzen. Sie strukturiert Entscheidungsprozesse, trägt dafür Sorge, dass Betroffene zu Beteiligten werden und erweitert die Entscheidungsalternativen. Eine gute Leitung eröffnet vielen die Möglichkeit, selbst aktiv Funktionen der Leitung wahrzunehmen.

Innovationsfonds für den Evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Rotenburg

Die Idee
„Wer pflügen will, darf nicht nach hinten schauen. Sonst ist er für Gottes Herrschaft ungeeignet.“ (Lukas 9,62)
Die Kirche ist in einem rasanten Veränderungsprozess. Wir lernen, eine kleinere Kirche zu sein und mit weniger Geld auszukommen. Der Auftrag ist klar: glauben – wahrnehmen – handeln, d.h. Gott vertrauen und unter den veränderten Bedingungen in Wort und Tat sein Evangelium für unsere Zeit zu bezeugen. Darum werden sich unsere Methoden und Arbeitsweisen verändern.
Um solche Veränderungen anzuregen und Mut zu neuen Wegen zu machen, legt der Kirchenkreis Rotenburg einen Innovationsfonds auf. Aus außerordentlichen Mitteln stellt der Kirchenkreis jährlich 10.000 € bereit, um Maßnahmen und Projekte zu fördern, die für die kirchliche und diakonische Arbeit im Kirchenkreis neu und verheißungsvoll sind.
Mittel, die in einem Jahr nicht verbraucht werden, werden in das nächste Haushaltsjahr übertragen und stehen weiterhin zur Verfügung.

Was wird gefördert?
Die Projektförderung kann sich auf alle Themen kirchlicher Arbeit beziehen, vom Gottesdienst bis zum Gemeindebüro, von der Arbeit mit Zielgruppen bis zur diakonischen Initiative.

Besonders förderungsfähig sind Ideen und Projekte,
die neu im Kirchenkreis sind und von anderen nachgemacht werden können,
die Menschen erreichen, die bisher von den Aktivitäten der Kirche in der Region nicht angesprochen wurden,
die von der Basis initiiert sind und vornehmlich von Freiwilligen getragen werden können
die helfen, zukünftig begrenzte Ressourcen zu schonen (Finanzen, hauptamtliche Arbeitskraft, Energie etc.)

Das Verfahren
Anträge können von Gruppen, Initiativen und Einzelpersonen im Kirchenkreis initiiert werden. Die Antragstellung erfolgt durch einen Kirchenvorstand oder den Kirchenkreisvorstand. Sie soll formlos und unaufwändig erfolgen:
Notwendig sind eine Beschreibung der Idee bzw. Maßnahme, ein Finanzierungsplan und  ein Zeitplan. Weiterhin sollen die Ziele benannt werden, die das Projekt verfolgt und erläutert werden, was an der Idee als innovativ gelten kann. Bei der Antragstellung ist das Fundraisingbüro gerne behilflich.

Über die Förderung aus dem Innovationsfonds entscheidet eine Jury. Sie  besteht aus dem / der Vorsitzenden des Kirchenkreistages, der /die auch den Vorsitz der Jury wahrnimmt. Dazu kommen ein Vertreter/eine Vertreterin des Fundraisingbüros sowie der/die Öffentlichkeitsbeauftragte des Kirchenkreises. Bis zu fünf weitere Vertreter/innen aus den Kirchengemeinden werden vom Kirchenkreisvorstand berufen. Der Kirchenkreisvorstand achtet bei seiner Auswahl darauf, dass sich im Gremium auch PastorInnen und/oder DiakonInnen befinden.

Die Höhe der konkreten Zuwendung richtet sich nach Umfang des Projektes, der innovativen Bedeutung und dem Finanzbedarf der förderungswürdigen Projekte insgesamt. Die höchste mögliche Fördersumme beträgt einmalig 5.000 € pro Projekt.

Eine Idee kann auch eine Zuwendung erreichen, wenn das Geld gar nicht im Projekt selbst gebraucht wird, die Idee aber prämierungswürdig ist. Dann hat die Antragsstellerin die Förderung zur freien Verfügung, um sie für die Arbeit der eigenen Organisation oder  für andere anerkannt gemeinnützige Zwecke zu verwenden.
Die geförderten Projekte werden in geeigneter Weise im Kirchenkreis veröffentlicht. Die Antragsteller erklären ihre Bereitschaft, eine Auswertung des Projektes zur Verfügung zu stellen und/oder das Projekt in einem geeigneten Rahmen im Kirchenkreis zu präsentieren (z.B. Kirchenkreistag, Kirchenkreisempfang, Internet, Jahrbuch, o.ä.).

Zeitablauf
Anträge werden bis jeweils bis 30.08. eines Jahres erbeten. Sie werden bis spätestens 30.11. beschieden. Beantragte Projekte dürfen bereits begonnen worden sein. Das „Risiko“, dass ein Projekt nicht oder nur begrenzt gefördert wird, verbleibt allerdings beim Antragsteller.