Der Kirchenkreis Rotenburg

So ist Kirche hier im Kirchenkreis Rotenburg. Das macht sie. Dazu ist sie in unserer Welt nützlich und notwendig. Das sind die Menschen, die sich hier engagieren. Das sind ihre Erfahrungen, Ideen und Ziele. Und immer wieder wird deutlich: In dieser Kirche ist Platz, um selbst dabei zu sein, mitzuerleben und auch mitzugestalten.

Fortbildung ev.-luth. Kita-Verband: Elternarbeit

Evangelische Kindertagesstätten aus drei Kirchenkreisen auf gemeinsamer Fortbildung

Mehr als 230 Erzieherinnen und Erzieher aus den 19 evangelischen Kindertagesstätten der Kirchenkreise Rotenburg, Verden und Osterholz-Scharmbeck trafen sich zu einem gemeinsamen Fachtag, die die pädagogische Leitung der Ev.-luth. Kita-Verbände Rotenburg-Verden und Osterholz-Scharmbeck für ihre Mitarbeitenden organisiert hatte. Im Haus Niedersachsen der Rotenburger Werke setzten sich die Teilnehmenden in diesem Jahr intensiv mit dem Thema Zusammenarbeit mit Eltern auseinander.

„Das Thema wurde von den Mitarbeitenden gewünscht“, sagt Bettina Paul-Renken, Pädagogische Leitung des ev.-luth. Kita-Verbandes Rotenburg-Verden. Sie organisiert regelmäßig Fortbildungen für die Mitarbeitenden der zwei Kita-Verbände. Die Expertin unterstreicht die Relevanz des Themas, denn kleine Menschen verbringen immer mehr Lebenszeit in Einrichtungen. Sie kommen immer jünger und werden immer häufiger ganztags betreut. „Für eine gelingende Kita-Arbeit ist eine gute Zusammenarbeit mit den Eltern wichtig“, sagt Paul-Renken.

In einem Impulsvortrag informierte Dr. Sabine Lottermoser, Leitende Ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie an der Fachklinik St. Vitus in Fisbek, über die entscheidende Bedeutung von verlässlichen Bindungen für Kinder. Bereits in den ersten drei Jahren stellen Bezugspersonen die Weichen für die persönliche Entwicklung eines Kindes. Das Fehlen einer sicheren Bindung führt beim Kind zu Dauerstress im Gehirn. Das kann unterschiedliche Reaktionsarten nach sich ziehen wie beispielsweise sich selbst ausschalten, Unruhe und Überaktivität oder aggressives und destruktives Verhalten gegenüber Sachen und Personen.

Für viele Anwesende neu war die Erkenntnis, dass es dabei nicht auf die Menge der Bindungspersonen ankommt. Bereits eine einzige Person ist ausreichend. „Und wenn Eltern das nicht können, finde ich es gut, wenn Sie das können“, richtete sich der Appell der Referentin an die Erzieherinnen und Erzieher im Raum.

Doch Eltern, die ihren Kindern aus unterschiedlichen Gründen keine ausreichende Bindung geben können, sind nur eine sehr kleine Gruppe, mit denen es die Mitarbeitenden in Kitas zu tun haben.

Allerdings ist es notwendig, mit dieser Thematik vertraut zu sein, denn auch in den Kitas muss eine gute und sichere Bindung zu den Kindern aufgebaut werden. „Das ist die Grundlage für die Arbeit mit den Kindern und die vertrauensvolle Zusammenarbeite mit den Eltern. Unsere Herausforderung ist es, Eltern in verschiedenen Lebensphasen zu begegnen, sie zu verstehen und Zugang zu ihnen zu finden“, sagt Paul-Renken.

Deshalb folgten auf den Impulsvortrag rund 15 Workshops, in denen die verschiedenen Lebenssituationen von Eltern und Möglichkeiten für eine effektive Elternarbeit näher beleuchtet wurden. Dazu gehörten beispielsweise Eltern in Trennungssituationen, Eltern mit Suchtproblemen, Eltern, die nicht von ihrem Smartphone lassen können, Eltern mit Schulden oder auch Eltern mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen. Darüber hinaus gab es Workshops zu Gesprächsführung, zur Elternkooperation oder auch zu gelingenden Elternabenden.

„Aus den Workshops kamen sehr positive Rückmeldungen. Dort wurde sehr intensiv und hochmotiviert gearbeitet“, sagt Paul-Renken. Die Workshop-Leitungen hatten Fachleute übernommen, die in verschiedensten Institutionen und Beratungsstellen arbeiten. „Es ist gut zu wissen, dass wir Erzieherinnen und Erzieher in ein großes Netz eingebunden sind, auf das wir zugreifen können, wenn wir Hilfe brauchen.“

Um den inhaltlich anspruchsvollen Tag ein wenig aufzulockern, hatten die Veranstalter die Schauspieler Saher Khanaqa-Kükelhahn und Frank Stuckenbrok vom Bremer Impro-Theater „Inflagranti“ eingeladen, das Thema Bindung und Kindergartenalltag auf humorvolle Weise in Szene zu setzen. Zusammen mit ihrer Pianistin Bettina Fischer zeigten sie die Dinge aus völlig ungewöhnlichen Blickwinkeln – sehr zum Vergnügen der Tagungsteilnehmenden.

 

DATUM

11. Juni 2018

AUTOR

Anette Meyer
BILDER (1)
Sorgten für einen informativen und und unterhaltsamen Tagungsauftakt: Dr. Sabine Lottermoser (von links), Bettina Paul-Renken, Saher Khanaqa-Kükelhahn, Frank Stuckenbrok und Bettina Fischer.
Sorgten für einen informativen und und unterhaltsamen Tagungsauftakt: Dr. Sabine Lottermoser (von links), Bettina Paul-Renken, Saher Khanaqa-Kükelhahn, Frank Stuckenbrok und Bettina Fischer.
Sorgten für einen informativen und und unterhaltsamen Tagungsauftakt: Dr. Sabine Lottermoser (von links), Bettina Paul-Renken, Saher Khanaqa-Kükelhahn, Frank Stuckenbrok und Bettina Fischer.

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