Der Kirchenkreis Rotenburg

So ist Kirche hier im Kirchenkreis Rotenburg. Das macht sie. Dazu ist sie in unserer Welt nützlich und notwendig. Das sind die Menschen, die sich hier engagieren. Das sind ihre Erfahrungen, Ideen und Ziele. Und immer wieder wird deutlich: In dieser Kirche ist Platz, um selbst dabei zu sein, mitzuerleben und auch mitzugestalten.

Zwei Kandidaten - zwei Predigten

Kirchenkreis Rotenburg: nächster Schritt für Superintendenten-Wahl getan

Mit je einem Aufstellungsgottesdienst müssen sich die Kandidaten für das Amt des Superintendenten der Öffentlichkeit präsentieren. So sieht es das Wahlverfahren der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers vor. Zuvor hatte ein Wahlausschuss aus einer Reihe an Bewerbern diese zwei Kandidaten ausgewählt. Die Pastoren Dr. Michael Blömer und Torsten Nolting-Bösemann stellten sich an den vergangenen beiden Sonntagen dieser schwierigen Aufgabe.

Den Anfang machte Torsten Nolting-Bösemann. Er war Leiter der Evangelischen Jugendbildungsstätte Asel in Ostfriesland und teilt sich seit 2012 mit seiner Frau die Pastorenstelle für die Kirchengemeinden Funnix-Berdum und Carolinensiel. Der Theologe ging in seiner Predigt darauf ein, dass Christen eine Verpflichtung hätten, große Themen wie Frieden, gesellschaftliche Missstände und die Bewahrung der Schöpfung im Blick zu behalten und sich aktiv einzusetzen. „Wir müssen aufmerksam alle Probleme wahrnehmen, dann denken und handeln“, sagte Nolting-Bösemann und bewegte sich damit sehr nah am Leitbild des Kirchenkreises Rotenburg. Es lautet: „glauben, wahrnehmen, handeln“.

Doch weiß er, dass zwar viele Menschen tun, was ihnen möglich ist, aber: „Am weitesten verbreitet ist es, die Augen zu verschließen und zu sagen: Ich mache mein Ding.“ Das sei falsch, doch sei es menschlich. Der Pastor gab zu, auch selbst nicht immer an das große Ganze denken zu wollen. Doch Christen müssten nicht in ihrer eigenen Unzulänglichkeit stecken bleiben, denn sie bekämen Gottes Liebe geschenkt, ohne etwas dafür tun zu müssen. „Gut sein, um Gott zu beeindrucken, funktioniert nicht.“ Mit dieser Gewissheit sei es leichter, sich den Aufgaben zu stellen.

Pastor Michael Blömer beschäftigte sich in seiner Predigt mit dem Gottesbild, das die Menschen heute haben. Es sei das Bild eines liebenden Gottes, der es immer nur gut meine. „Diese Botschaft ist für viele nicht mehr herausfordernd“, sagt der Theologe. Doch in der Bibel würde auch das Bild eines strafenden Gottes gezeichnet, der sich über die Menschen ärgere, wenn sie nicht nach seinem Wort lebten. „Dieser liebende Gott lässt auch Leiden zu. Und das werden wir nie verstehen“, sagt Blömer. Für ihn habe Gott zwei Seiten – eine nahe und auch eine ferne Seite.

Auch in schweren Zeiten, in denen jemand denken könnte, dass Gott nicht bei ihm sei, ist er in den Augen Blömers doch da. Er beschrieb das am Beispiel des ehemaligen Unternehmers Thomas Middelhoff. Der Geschäftsmann wurde zu drei Jahren Haft wegen Untreue und Steuerhinterziehung verurteilt. Er verlor seine Freiheit, seinen Ruf und sein Geld und zerstörte seine Familie. In einer kürzlich veröffentlichten Biographie beschrieb er, wie er in diesen schlimmsten Zeiten seines Lebens zu Gott fand. Dass der Glaube den Menschen heute immer noch Kraft geben könne, davon ist Blömer, der als Gemeindepastor in Fredenbeck arbeitet, überzeugt und das erlebe er an sich selber. Deshalb sei es ihm wichtig, mit den Menschen über den Glauben zu reden und die Spiritualität in den Mittelpunkt seiner Arbeit zu stellen.

Nach den jeweiligen Gottesdiensten stellten sich die beiden Pastoren den Fragen der Besucher. Am Donnerstag, 21. Juni, wird der Kirchenkreistag ein weiteres Gespräch mit beiden Kandidaten führen und anschließend darüber abstimmen, wer der nächste Superintendent des Kirchenkreises Rotenburg werden soll.

DATUM

5. Juni 2018

AUTOR

Anette Meyer
BILDER (1)
Torsten Nolting-Bösemann (links) und Michael Blömer
Torsten Nolting-Bösemann (links) und Michael Blömer
Torsten Nolting-Bösemann (links) und Michael Blömer

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