Der Kirchenkreis Rotenburg

So ist Kirche hier im Kirchenkreis Rotenburg. Das macht sie. Dazu ist sie in unserer Welt nützlich und notwendig. Das sind die Menschen, die sich hier engagieren. Das sind ihre Erfahrungen, Ideen und Ziele. Und immer wieder wird deutlich: In dieser Kirche ist Platz, um selbst dabei zu sein, mitzuerleben und auch mitzugestalten.

"Ostern - Wichtiger als Weihnachten"

Osterinterview mit Superintendentin Susanne Briese und Bürgermeister Andreas Weber

 

Morgen ist Ostern. Was ist für Sie der schönere Feiertag – Ostern oder Weihnachten?

Weber: Das kann ich gar nicht sagen. Weihnachten wird natürlich viel größer gefeiert. Da sind auch die Kirchen voll. Aber für mich ist Ostern genauso schön. Es ist immer auch ein Aufbruch in den Frühling. Die dunkle Jahreszeit ist überwunden. Das ist sehr, sehr angenehm. Ein Osterspaziergang gehört bei uns immer mit dazu.

Briese: Das ist bei uns auch so. Ich erinnere mich, dass wir schon in meinen Kindertagen mit der der ganzen Familie im Wald spazieren gegangen sind. Das gehört für mich auch zu Ostern. Im Erwachsenenalter sind dann für mich natürlich die Gottesdienste wichtig geworden – Gründonnerstag, Karfreitag und Ostersonntag, ganz besonders auch der Ostermorgen, wenn der Gottesdienst noch in der Dunkelheit beginnt.

Weber: Mich hat als Jugendlicher lange die Frage begleitet, welcher Feiertag wichtiger ist: Ostern oder Weihnachten. Darüber haben wir in der evangelischen Jugend in Rotenburg heiß diskutiert.

Haben Sie eine Antwort gefunden?

Weber: Weihnachten feiern wir die Geburt von Jesus Christus und Ostern seine Auferstehung, nachdem er vorher am Kreuz hat sterben müssen. Eine Geburt feiert sich immer leichter als ein Tod. Aber für die Christen ist wichtiger, was Ostern passiert ist.

Briese: Sowohl menschlich als auch theologisch ist Ostern das wichtigere Fest. Es ist ein Geschenk Gottes an die Menschheit. Durch die Auferstehung Jesu sendet Gott das Signal: Noch nicht einmal im Tod seid ihr allein gelassen. Das wichtigste Zeichen der Christen ist ihre Zuversicht. Dafür steht Ostern.

Traditionell fasten Christen die sieben Wochen vor Ostern. Machen Sie das auch?

Weber: Ich bin kein Freund vom Fasten. Für mich ist die Belastung im Alltag ziemlich groß. Da möchte ich mir nicht noch Einschränkungen beim Essen oder Trinken auferlegen. Große Laster, etwa Schokolade oder Alkohol, habe ich sowieso keine.

Briese: Für mich sind die „7 Wochen ohne“-Aktionen unserer Kirche eine gute Sache. Da beteilige ich mich gern. Dieses Jahr heißt das Motto: „7 Wochen ohne Kneifen“. Gemeint ist, dass man sich mutig dort einsetzt, wo man etwas als richtig erachtet hat und sich nicht faul oder feige heraushält. Ich trainiere mich, solche Situationen auch im Alltag wieder aufmerksamer wahrzunehmen und mir bewusst zu machen. Und ich sehe, was es Gutes bewirkt, wenn ich mich nicht heraushalte.

Gibt es bei Ihnen auch Ostereier?

Weber: Wir haben eine Trauerbirke vor dem Haus. Die wird mit Ostereiern geschmückt. Und natürlich lassen wir beim Osterspaziergang im Wald in günstigen Momenten Eier fallen, damit die Enkel sie finden. Auch im Garten sind Nester versteckt. In diesem Jahr ist Ostern auch deshalb etwas ganz Besonderes, weil wir zu der Zeit unser siebtes Enkelkind erwarten.

Für Sie, Frau Briese, ist Ostern in diesem Jahr sicher auch etwas ganz Besonderes. Denn Sie werden am Ostermontag in einem Abschiedsgottesdienst um 15 Uhr in der Stadtkirche Rotenburg aus Ihrem Dienst als Superintendentin des Kirchenkreises Rotenburg entpflichtet.

Briese: Das stimmt. Und auch das hat wieder etwas mit Ostern zu tun. Man muss Abschied nehmen und lässt etwas zurück und etwas Neues fängt an – mit Gott als rotem Faden.

 

DATUM

31. März 2018

AUTOR

Anette Meyer
BILDER (1)
Für Susanne Briese und Andreas Weber gehört ein Waldspaziergang traditionell zum Osterfest dazu
Für Susanne Briese und Andreas Weber gehört ein Waldspaziergang traditionell zum Osterfest dazu
Für Susanne Briese und Andreas Weber gehört ein Waldspaziergang traditionell zum Osterfest dazu