Der Kirchenkreis Rotenburg

So ist Kirche hier im Kirchenkreis Rotenburg. Das macht sie. Dazu ist sie in unserer Welt nützlich und notwendig. Das sind die Menschen, die sich hier engagieren. Das sind ihre Erfahrungen, Ideen und Ziele. Und immer wieder wird deutlich: In dieser Kirche ist Platz, um selbst dabei zu sein, mitzuerleben und auch mitzugestalten.

27 Jahre Einsatz für die Tschernobyl-Hilfe

Barbara Koll als Koordinatorin im Kirchenkreis Rotenburg verabschiedet

Am 26. April 1986 erschütterte der Reaktorunfall in Tschernobyl die ganze Welt. Im Kirchenkreis Rotenburg ließ sich die Schneverdingerin Barbara Koll vom Schicksal der Menschen im verstrahlten Gebiet in Weißrussland anrühren. Fünf Jahre später holte sie zusammen mit anderen engagierten Menschen erste „Tschernobyl-Kinder“ für eine Erholungsreise in den Kirchenkreis Rotenburg. Seitdem arbeitet sie ehrenamtlich als Koordinatorin der Tschernobyl-Hilfe im Kirchenkreis. Nach 27 Jahren wurde Koll jetzt in einem festlichen Gottesdienst in der Stadtkirche Rotenburg von Superintendentin Susanne Briese aus diesem Amt entpflichtet.

„Auch 32 Jahre nach dem Reaktorunfall ist die Hilfe für Tschernobyl-Kinder leider immer noch enorm wichtig. Deshalb können wir das Engagement von Barbara Koll gar nicht hoch genug loben“, sagt Superintendentin Susanne Briese. Die Zahl der schweren Erkrankungen wie Leukämie, Schilddrüsenkrebs und Missbildungen nimmt in Regionen wie Gomel in Weißrussland immer noch weiter zu, denn die Zerfallsprodukte der radioaktiven Stoffe sind zum Teil gefährlicher als die Ausgangsstrahlung. Aber nicht nur diese Erkrankungen machen den Menschen zu schaffen. Ganz allgemein beobachten Ärzte und Lehrer, dass junge Menschen häufig müde sind und unter Konzentrationsstörungen leiden. Auch das ist eine Folge der permanenten Strahlung, der die Kinder bereits im Mutterleib ausgesetzt sind.

Deshalb ist es das Ziel, Zehn- bis Zwölfjährige aus der verstrahlten Region Gomel vier Wochen im Kirchenkreis Rotenburg mit vitaminreicher, unverstrahlter Nahrung zu versorgen und dadurch ihre Lebens- und Abwehrkräfte in einer wichtigen Wachstumsphase zu stärken.

Diese Idee setzte sich in der gesamten Landeskirche Hannovers durch, in der eine Arbeitsgemeinschaft „Hilfe für Tschernobyl-Kinder“ entstand. Der langjährige Geschäftsführer Lars-Torsten Nolte, der nicht persönlich im Gottesdienst dabei sein konnte, ließ zur Verabschiedung ein Grußwort an Barbara Koll verlesen. Darin würdigte er ihre unermüdliche Arbeit und ihre besondere Verbundenheit mit der Aktion. „Ich habe großen Respekt davor.“

Zusätzlich zu den Ferienaktionen kümmert sich die „Hilfe für Tschernobyl-Kinder“ im Kirchenkreis Rotenburg auch seit vielen Jahren darum, Konvois mit Medikamenten und weiteren nützlichen Dingen nach Gomel zu bringen. Koll war selbst viele Male in Gomel gewesen. Daraus sind einige sehr enge Freundschaften entstanden.

Und so wird sie sich auch nicht komplett aus der Tschernobyl-Hilfe zurückziehen, sondern bleibt weiterhin aktiv in der Ferienaktion im Kirchenkreis Rotenburg. „Die Gebiete um Gomel in Weißrussland werden auch in 1.000 Jahren noch verstrahlt sein. Da können wir nicht einfach sagen, dass wir nicht mehr helfen“, sagt Koll. Sie informiert Interessierte gern, die sich am Ferienprogramm beteiligen möchten, Telefon: (05193) 6851 und Email: info@tschernobylhilfe-row.de.

 

DATUM

19. März 2018

AUTOR

Anette Meyer
BILDER (1)
Superintendentin Susanne Briese (links) lobte das große Engagement von Barbara Koll
Superintendentin Susanne Briese (links) lobte das große Engagement von Barbara Koll
Superintendentin Susanne Briese (links) lobte das große Engagement von Barbara Koll