Religiöse Begleitung von Babys und Kindern

Werteorientierte Erziehung ist vielen Eltern wichtig. Sie wünschen sich eine klare Lebensorientierung für ihre Kinder. Auf diesen Seiten haben Maren Zerbe, Michael Alex und Johannes Drömann, Pastoren aus dem Kirchenkreis Rotenburg, Antworten auf häufig gestellte Fragen und Anregungen für die religiöse Erziehung zusammengestellt.

Mit Kindern beten

 

  • Gebete müssen sich nicht reimen!
  • Gebete müssen nicht lang sein! Ein paar Mini-Gebete als Beispiele:

Lieber Gott, ich bin noch klein. Behüte mich vor Gefahren. In unserer Straße fahren die Autos schnell. Hilf, dass die großen Leute an uns Kinder denken.

Heute bin ich fröhlich, ich kann laufen und tanzen, sprechen und singen, hören und sehen. Dafür danke ich dir, lieber Gott.

Guter Gott, gib den großen Leuten gute Ideen, damit die Erde wieder sauber wird. Lass uns zu Hause damit anfangen.

Lieber Gott, Mama und Papa haben sich gestritten. Hilf bitte, dass sie sich wieder versöhnen. Ich hab sie doch beide so lieb.

  • Haben Sie Mut, selbst zu beten! Sagen Sie, was dem Papa/der Mama am Herzen liegt, was „dran“ ist. Fragen Sie sich: Wofür kann ich Gott danken? Um was will ich Gott bitten? Für wen will ich Gott bitten?

 „Wenn das Kind noch klein ist und auf dem Schoß der Mutter, auf dem Arm des Vaters das Beten erlebt, begreift es den Vorgang noch nicht. Aber es empfindet die Stille, in der sich die Eltern beim Gebet sammeln, und es spürt das Vertrauen, das sie Gott entgegenbringen. Es faltet die Hände, wie sie es tun, und versucht allmählich, die Gebete mitzusprechen. Gern wiederholt es sie auch allein, wenn es sie gut kennt. So gewinnt das Kind eine Beziehung zum Glauben, in der das Verstehen dem Empfinden folgt. Mit wachsendem Verständnis erschließen sich die vertrauten Gebete und Lieder. Darum ist es wichtig, dass schon die ersten Gebete nur solche Aussagen enthalten, die auch für Heranwachsende wahr sind.“ 
(aus: Evangelisches Gesangbuch, Ausgabe für die Evangelisch-Lutherischen Kirchen in Niedersachsen und für die Bremische Evangelische Kirche, EG 860)

 

Wenn Kinder Fragen stellen

Wo wohnt Gott? 

Wird Gott naß, wenn es regnet?

Trägt Gott eine Brille?

Vielleicht haben Sie von Kindern schon einmal solche oder ähnliche Fragen gehört.

  • Nehmen Sie die Fragen Ihres (Enkel-/Paten-)Kindes ernst und nehmen sich, wenn möglich, Zeit für ein Gespräch.
  • Fragen Sie zurück: Was denkst du denn darüber? Hören Sie sich den Lösungsansatz des Kindes an und fragen nach.
  • Vielleicht können Sie daran anknüpfen und die Idee weiterdenken.
  • Vielleicht können Sie Ihre eigenen Gedanken dazu beitragen, auch wenn Sie sie nur suchend formulieren können oder gar stottern.
  • Es ist nicht schlimm, wenn Sie zugeben müssen: „Das weiß ich auch nicht. Da hätte ich auch gerne eine Antwort darauf.“ Und wenn Sie glauben, sagen Sie das auch dazu: „Aber ich glaube trotzdem.“ Am wichtigsten: Seien Sie ehrlich!

 

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