KIRCHE MIT MIR

Evangelische Kirche lebt davon, dass Menschen Verantwortung übernehmen und ihre Kirche mitgestalten. Mit ihrem Sachverstand, ihrer Persönlichkeit und ihrem Glauben. Die Mitglieder des Leitungsgremiums der Gemeinde tragen die Verantwortung für die Gemeinde

„Man kann einiges bewegen“

Kirchenvorstandsarbeit ist auch eine gute Möglichkeit für Neubürger
Rund 180 Ehrenamtliche arbeiten in den Vorständen der 16 Kirchengemeinden des Kirchenkreises Rotenburg. Am 11. März 2018 stehen die nächsten Wahlen an. Zurzeit suchen die Gemeinden neue Kandidatinnen und Kandidaten für die kommende Amtszeit. Sie dauert sechs Jahre. In die neue Legislatur startet ein Team aus erfahrenen und ganz neuen Mitgliedern. Auch für Menschen, die noch nicht so lange in Schneverdingen leben, kann so ein Amt interessant sein.
So war es auch beispielsweise für Jutta Hag. Sie lebte erst seit vier Jahren in der Heideblütenstadt, als Pastor Frank Hasselberg ihr Mut machte, sich zur Wahl zu stellen. Für ihn war sie keine Unbekannte mehr, denn sie hatte kurz vorher damit begonnen, die monatlichen Kirchenkonzerte in der Eine-Welt-Kirche zu organisieren. „Das ist eine wirklich sehr spannende Aufgabe. Ich muss Termine absprechen, mit den Agenturen Kontakt halten und auch Gagen aushandeln“, sagt die 72-Jährige.
Sie hatte vor dem Umzug 20 Jahre lang in Nürnberg gelebt. „Als ich dann nicht mehr berufstätig war, hatte ich den Wunsch, mich mehr einzubringen“, erzählt die Psychotherapeutin. Weil sie in der Markus-Gemeinde noch nicht so bekannt war, rechnete sie allerdings auch nicht mir ihrer Wahl. Doch sie wurde erste Nachrückerin und konnte bereits nach zwei Jahren in das Gremium einziehen, nachdem ein Kirchenvorstandsmitglied zurückgetreten war.
Die Einarbeitungszeit dauerte für sie nicht lange, weil sie als Nachrückerin bereits an den Sitzungen teilnehmen durfte. „Zwar konnte ich noch nicht mit abstimmen, aber ich lernte die Kolleginnen und Kollegen bereits kennen und die Themen, an denen gearbeitet wurde.“ Der Kirchenvorstand trägt als Leitungsgremium der Kirchengemeinde zusammen mit dem Pfarramt insbesondere die Verantwortung für Finanzen, Gebäude und Grundstücke. Als Arbeitgeber hat er darüber hinaus die Dienstaufsicht für die in der Gemeinde angestellten Mitarbeitenden. Schließlich ist er auch mitverantwortlich für den Gottesdienst und die Konfirmandenarbeit.
Auch als Kirchenvorsteherin organisiert Jutta Hag weiterhin die Konzerte in der Eine-Welt-Kirche. Aber sie hat auch weitere Aufgaben auf Kirchenkreis-Ebene übernommen. Dort sitzt sie im Kuratorium Kirchenmusik und hatte vor Kurzem beispielsweise mit über die Einstellung des neuen Kreiskantors zu entscheiden. „Man kann einiges bewegen“, sagt Hag. Ihr macht es am meisten Freude, wenn sie im Kirchenvorstand an konkreten sozialen Projekten arbeiten kann. Beispielsweise entscheidet das Gremium über kleine Geldspenden für Menschen, die unverschuldet in finanzielle Not geraten sind.
Wichtige Vorhaben in der nächsten Legislaturperiode sind Bauvorhaben am Gemeindehaus und die Organisation der engeren Zusammenarbeit mit den Kirchengemeinden Peter-und-Paul in Schneverdingen sowie den Gemeinden in Neuenkirchen und Heber. „Da haben wir gerade einen gemeinsamen Gemeindebrief auf den Weg gebracht, der inzwischen das erste Mal erschienen ist. Das hat gut geklappt“, sagt Hag.
Sie kann die Arbeit im Kirchenvorstand nur empfehlen. Als Voraussetzungen sieht sie eine Zuneigung zur Kirche und Durchsetzungsvermögen als notwendig an. Allerdings müsse man auch andere Ansichten respektieren und in seine eigenen Überlegungen mit einbeziehen können. „Und man muss sich ganz auf Teamarbeit einlassen“, sagt die engagierte Schneverdingerin, die sich auch für die nächsten sechs Jahre wieder zur Wahl stellen wird. Besonders freuen würde es sie, wenn sich auch junge Menschen entschließen könnten, als Kirchenvorsteher aktiv zu werden. Bereits mit 18 Jahren ist jedes Kirchenmitglied dazu berechtigt. Auch das Wahlalter soll junge Menschen ermutigen, sich für die Belange der Kirche einzusetzen. Es liegt im März 2018 erstmals bei 14 Jahren.

Bildunterschrift:
Jutta Hag schätzt am Kirchenvorstand die Teamarbeit

 

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Jutta Hag schätzt am Kirchenvorstand die Teamarbeit
Jutta Hag schätzt am Kirchenvorstand die Teamarbeit