KIRCHE MIT MIR

Evangelische Kirche lebt davon, dass Menschen Verantwortung übernehmen und ihre Kirche mitgestalten. Mit ihrem Sachverstand, ihrer Persönlichkeit und ihrem Glauben. Die Mitglieder des Leitungsgremiums der Gemeinde tragen die Verantwortung für die Gemeinde.

Die zweite Amtszeit zum Genießen

Kirchenvorstand ist ein Ehrenamt auf Zeit mit vielen Tätigkeitsfeldern

Rund 180 Ehrenamtliche arbeiten in den Kirchenvorständen der 16 Kirchengemeinden des Kirchenkreises Rotenburg. Am 11. März 2018 stehen die nächsten Wahlen an. Zurzeit suchen die Gemeinden neue Kandidatinnen und Kandidaten für die nächste Amtszeit. Sie dauert sechs Jahre. In die neue Legislatur startet ein Team aus erfahrenen und ganz neuen Mitgliedern. Nicht mehr dabei sein wird beispielsweise Marianne Hoffmann aus Brockel.

„Das ist ganz normal. Es ist ein Amt auf Zeit“, sagt die 67-Jährige, die zwei Amtszeiten dabei war. „Würde ich noch eine Periode dranhängen, wäre ich 74 Jahre alt. Das finde ich zu alt.“ Auch Ralf Danker aus Kirchwalsede beendet einige seiner kirchlichen Ehrenämter. Er wird für den Vorsitz im Regionalverband der Kirchenregion Brockel-Kirchwalsede-Visselhövede sowie für den Vorsitz im Kirchenkreisvorstand nicht mehr kandidieren, tritt aber als Kirchenvorsteher für die Gemeinde Kirchwalsede wieder an. „Es ist ein bisschen viel geworden“, sagt der Familienvater, und er ist überzeugt: „Es tut der Sache immer gut, wenn neue Leute dazukommen“.

Beide haben bewegte Jahre in ihren Leitungsgremien hinter sich. „Ich hätte nie gedacht, was da alles passieren wird“, sagt Danker. In seiner Amtszeit wurden beispielsweise sowohl die Kirchwalseder Kirche als auch das Gemeindehaus saniert. Als spannend empfand der 51-Jährige zudem die Gründung des Kirchengemeindeverbandes zwischen Brockel, Kirchwalsede und Visselhövede. „Da haben wir es geschafft, klare Strukturen zu schaffen“, freut er sich. Jetzt werden in dem Gremium verschiedene Aufgabenbereiche gemeinsam bearbeitet, um die Kirchenvorstände vor Ort zu entlasten. „Wir sind gut vernetzt und können trotzdem vor Ort eigene Dinge tun.“ Danker ist überzeugt davon, dass die Identität der einzelnen Kirchengemeinden nicht verloren geht.

Auch Hoffmann setzt für die Zukunft auf eine Verstärkung der Regionalisierung. „Wir können in den Gemeinden nicht mehr alles selber machen und müssen noch mehr zusammenwachsen. Das wird mit den Jahren selbstverständlicher werden“, sagt die engagierte Ehrenamtliche, die sich innerhalb des Kirchenvorstands Brockel um die Friedhofsverwaltung kümmert. Auch für sie steht fest, dass das Amt des Kirchenvorstehers vielfältige und abwechslungsreiche Herausforderungen mit sich bringt, von denen die Beteiligten bei Amtsantritt noch nichts ahnen „Wir mussten beispielsweise drei Pastoren verabschieden. Aber wir haben auch gute Nachfolger gefunden.“ Besonders viel Spaß hat der Rentnerin, die früher bei der Post tätig war, die Arbeit gemacht, wenn es darum ging, Gottesdienste in neuer Form zu entwickeln oder auf andere Weise die Gemeinde inhaltlich weiterzubringen.

„Ich kann es nur empfehlen, für eine Zeit in einem Kirchenvorstand mitzuarbeiten, weil man unheimlich viel dazulernt und viele interessante und nette Menschen kennenlernt“, sagt Danker. Auch von Fortbildungen profitiert er. So ließ sich der Krankenkassenbetriebswirt in Hannover zum Fachberater für Kirchenvorstände ausbilden, der andere Ehrenamtliche zu Fragen der Sitzungsleitung, des Zeitmanagements und vielem mehr unterstützt. „Das kann ich auch in meinem Beruf gut gebrauchen.“

Marianne Hoffmann möchte ihre Zeit im Kirchenvorstand ebenfalls nicht missen. „Es ist ja nicht so, dass es keinen Spaß mehr machen würde“, sagt sie. Zwölf Jahre waren auf keinen Fall zu lang: „Die ersten zwei Jahre braucht man, bis man das meiste kennt und verstanden hat, wie es läuft. Bis zum Ende der ersten Amtsperiode weiß man dann alles. Und die zweiten sechs Jahre sind zum Genießen.“

 

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Marianne Hoffmann und Ralf Danker freuen sich über neue Gesichter in ihren Kirchenvorständen
Marianne Hoffmann und Ralf Danker freuen sich über neue Gesichter in ihren Kirchenvorständen

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