Der Kirchenkreis Rotenburg

So ist Kirche hier im Kirchenkreis Rotenburg. Das macht sie. Dazu ist sie in unserer Welt nützlich und notwendig. Das sind die Menschen, die sich hier engagieren. Das sind ihre Erfahrungen, Ideen und Ziele. Und immer wieder wird deutlich: In dieser Kirche ist Platz, um selbst dabei zu sein, mitzuerleben und auch mitzugestalten.

Berichte aus dem Kirchenkreistag

Auf der Tagung des Kirchenkreistags in Schneverdingen hat Landessuperintendent Dr. Hans Christian Brandy dem Gremium den Entwurf der neuen Kirchenverfassung vorgestellt. Jetzt gilt es, darüber zu beraten. Darüber und über die Verabschiedung von Pastor Thomas Steinke aus dem Kirchenkreistag sowie einen Bericht des Jugendausschusses finden Sie hier.

Viel Raum für neue Entwicklungen

Kirchenkreistag Rotenburg beschäftigt sich mit dem Verfassungsentwurf der Landeskirche

Mit dem Entwurf einer neuen Verfassung für die Landeskirche Hannovers beschäftigten sich die Delegierten des Kirchenkreistags Rotenburg in ihrer jüngsten Sitzung in Schneverdingen. Vorgestellt wurde ihnen der Vorschlag von Landessuperintendent Dr. Hans Christian Brandy, der an der Überarbeitung teilgenommen hatte. „Mit der neuen Verfassung soll die kirchliche Wirklichkeit, wie sie sich heute darstellt, besser abgebildet werden“, sagt der Theologe aus Stade.

Die alte Verfassung stammt aus dem Jahr 1965. „Es ist ein Qualitätsmerkmal, dass die alte Verfassung über so viele Jahre gut war. Sie hat eine gewisse Zeitlosigkeit“, sagt Brandy. Dennoch wurde eine Überarbeitung nach Auffassung der Landessynode, des obersten Entscheidungsorgans der Landeskirche, nötig. Das Werk erhielt eine sprachliche Überarbeitung, bei der auch auf eine gendergerechte Sprache geachtet wurde, sowie eine ganze Reihe Neuerungen, die in der Fassung von 1965 noch keine Berücksichtigung gefunden hatten.

So wurden beispielsweise im neuen Entwurf theologische Grundlagen vertiefter eingearbeitet. Darüber hinaus hat das Gremium neue Artikel aufgenommen, die viel Raum für neue Entwicklungen in der Kirche lassen. Dazu gehört zum Beispiel, dass es neben der Ortsgemeinde auch Personalgemeinden geben kann, die sich außerhalb einer Kirchengemeinde organisieren. „Solche Entwicklungen beginnen gerade langsam zu wachsen. Da ist vieles noch Zukunftsmusik“, sagt Brandy.

Neu ist auch ein Artikel, der die Offenheit der Hannoverschen Landeskirche gegenüber einer vielfältigen Gesellschaft dokumentiert. So wendet sich der Verfassungsentwurf gegen jede Form von Diskriminierung und betont ein Zusammenleben in Vielfalt und die Gleichstellung aller Menschen. Dazu findet sich ein weiterer neuer Artikel, der betont, dass die Landeskirche Hannovers eine einladende Kirche ist, in der alle Menschen eingeladen sind, das Evangelium zu hören und am kirchlichen Leben teilzunehmen – auch Menschen, die nicht getauft sind oder anderen Religionen angehören.

Zudem gibt es eine Beschreibung des besonderen Verhältnisses von Kirche und Rechtsstaat. In einem Artikel wird die Unterstützung des demokratischen Rechtsstaats hervorgehoben und die Kirchenmitglieder dazu ermutigt, sich in staatlichen Strukturen zu engagieren. „Wir wollen uns nicht auf uns selber zurückziehen, sondern in die Öffentlichkeit hineinwirken“, erklärt Brandy.

Auch die Zuständigkeitsbereiche von Kirchengemeinden und Kirchenkreisen werden abgegrenzt. Darüber hinaus enthält der Entwurf die Abschaffung des Kirchensenats als Leitungsgremium. „Wir wollten die Strukturen verschlanken. Da wird es aber noch eine Menge Diskussionsbedarf geben“, glaubt der Landessuperintendent.

Jetzt sind alle Interessierten aufgerufen, über den Entwurf mitzudiskutieren. Auf einer Internetseite lassen sich die Artikel der alten Verfassung mit den neuen Entwürfen vergleichen. Es gibt dort auch die Möglichkeit, Kommentare zu den Neuerungen zu lesen und eigene abzugeben. „Ich möchte Sie ermuntern, an dem öffentlichen Stellungnahmeverfahren teilzunehmen“, sagt Brandy. Es endet im Dezember 2017.

Im Anschluss an seine Ausführungen hatten die Delegierten Gelegenheit zu einer ersten Aussprache. Der Kirchenkreistag Rotenburg plant die Vorbereitung einer gemeinsamen Stellungnahme auf seiner nächsten Sitzung. Für Superintendentin Susanne Briese war der erste Eindruck zum Verfassungsentwurf sehr positiv. „Ich freue mich, dass in dem Entwurf ausdrücklich betont wird, dass wir eine einladende Kirche sind, die niemanden ausschließt. Auch eine klarere Regelung der Organisationsstruktur ist gut. In meinen Augen ist der Entwurf sehr zukunftsgewandt.“ Die Internetplattform für weitere Informationen und die Möglichkeit zur Stellungnahme lautet: www.kirchenverfassung2020.de“.

 

Neuer Weg für Thomas Steinke

Kirchenkreistag Rotenburg dankt Finteler Pastor für seine Arbeit und seine vielen Impulse

Während seiner jüngsten Sitzung in Schneverdingen hat der Kirchenkreistag Rotenburg Thomas Steinke aus seinen Reihen verabschiedet. Der Pastor der St.-Antonius-Kirchengemeinde Fintel und stellvertretende Superintendent wird demnächst eine neu geschaffene Stelle als Pastor für Gemeindeinnovation in den Kirchenkreisen Rotenburg und Bremervörde-Zeven antreten.

Hartmut Ladwig als Vorsitzender des Kirchenkreistags und Susanne Briese als Superintendentin würdigten die großen Leistungen Steinkes für seine Gemeinde und für den Kirchenkreis. „Er hat sich immer intensiv damit auseinandergesetzt, was die Menschen von ihrer Kirche erwarten und in welcher Form sie ihren Glauben leben möchten“, sagte Ladwig. Wichtige Fragen seien für ihn: Wozu ist Kirche da? Wo finden wir Kirche? Wo kommen wir her und woher bekommen wir unsere Kraft? Mit diesen Themen hat sich Steinke in den vergangenen Jahren bereits als Vorsitzender des Innovationsausschusses im Kirchenkreistag Rotenburg auseinandergesetzt.

Das wird er in seinem neuen Amt intensiv weiter tun können, in dem er zusammen mit Menschen aus den Kirchenkreisen Rotenburg und Bremervörde-Zeven nach neuen Wegen für kirchliche Arbeit sucht. „Deshalb geht uns Thomas Steinke im Kirchenkreis nicht verloren, sondern wir werden mit ihm an anderer Stelle weiterarbeiten können“, freut sich Briese.

Steinke dankte dem Kirchenkreistag und dem Kirchenamt für die vielen Jahre guter Zusammenarbeit, in denen er viele Kontakte knüpfen konnte und Anregungen erhalten hat. Seine offizielle Verabschiedung findet statt am Sonntag, 29. Oktober, in Fintel. Sie beginnt um 14.30 Uhr mit einem Gottesdienst in der St.-Antonius-Kirche. Anschließend lädt der Kirchenvorstand Fintel alle Interessierten zu einem Empfang ins Haus der Begegnung ein.

 

Beteiligung junger Menschen fördern

Kirchenkreistag Rotenburg: Werner Burfeind berichtet aus dem Jugendausschuss

Über neuste Entwicklungen aus dem Jugendausschuss informierte Werner Burfeind auf dem Kirchenkreistag in Schneverdingen. „Wir überprüfen zur Zeit, wieweit die einmal formulierten Grundstandards umgesetzt wurden“, sagt der Kirchenkreisjugenddiakon.

Der sieht vor, dass Jugendlichen gefördert werden sollen, sich in Entscheidungsgremien zu engagieren. „Das liegt uns besonders jetzt am Herzen, weil gerade die Vorbereitungen zu den Kirchenvorstandswahlen beginnen“, sagt Burfeind.

Der Ausschuss erinnert daran, dass Jugendliche aus dem Kirchenkreisjugendkonvent als stimmberechtigte Mitglieder in den Kirchenvorstand und den Kirchengemeindeverband berufen werden können. Die Amtszeit in Kirchenvorständen beträgt sechs Jahre. „Jugendliche können sich für so einen langen Zeitraum aber selten festlegen, weil sie sich häufig im Übergang von Schule zum Studium oder Beruf befinden.“, sagt Burfeind. Scheidet aber ein berufener Kirchenvorsteher aus dem Kirchenvorstand aus, so wird einfach neu berufen. Deshalb begrüßt der Jugendausschuss die Variante mit der Berufung von Jugendlichen.

Zudem ermutigt der Ausschuss-Vorsitzende die anwesenden Vertreter aus den Kirchenvorständen, Jugendvertreter gezielt zu Sitzungen einzuladen, in denen es um Angelegenheiten der Jugendarbeit geht. „Wir wissen alle, dass es besser ist, miteinander zu reden, als übereinander. Gleichzeit lernen sich die Vorstände der Gemeinde und die Evangelische Jugend so besser kennen“, sagt der Diakon.

Darüber hinaus hat sich der Jugendausschuss mit den Auswirkungen des Gebäudemanagements auf Jugendräume auseinandergesetzt. „Das ist eine große Aufgabe für die Regionen“, betont Burfeind. Jugendliche benötigten Räume, die sie selbst gestalten können. Deshalb bräuchten sie spezielle Jugendräume. Reine Mehrzweckräume, die von verschiedenen Gruppen genutzt würden und lediglich zweckmäßig ausgestattet seien, entsprächen diesen Bedürfnissen nicht. Darauf bittet der Jugendausschuss bei Planungen zu achten.

 

 

DATUM

30. September 2017

AUTOR

Anette Meyer
BILDER (1)
Landessuperintendent Hans Christian Brandy stellt dem Kirchenkreistag Rotenburg den neuen Verfassungsentwurf vor
Landessuperintendent Hans Christian Brandy stellt dem Kirchenkreistag Rotenburg den neuen Verfassungsentwurf vor
Landessuperintendent Hans Christian Brandy stellt dem Kirchenkreistag Rotenburg den neuen Verfassungsentwurf vor

KONTAKTE

Hartmut Ladwig

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Kirchenkreis-Gremien
sonstiges
Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Kirchenvorstand
Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
Kirchengemeindeverband
Hartmut
Ladwig
Vorsitzender des KGV der Region Rotenburg & des Kirchenkreistages
27356
Rotenburg (Wümme)