Der Kirchenkreis Rotenburg

So ist Kirche hier im Kirchenkreis Rotenburg. Das macht sie. Dazu ist sie in unserer Welt nützlich und notwendig. Das sind die Menschen, die sich hier engagieren. Das sind ihre Erfahrungen, Ideen und Ziele. Und immer wieder wird deutlich: In dieser Kirche ist Platz, um selbst dabei zu sein, mitzuerleben und auch mitzugestalten.

Kirchenvorstände suchen Kandidaten für Wahl

Ein interessanter und verantwortungsvoller Job“

Sehr gut besucht war das Treffen der Kirchenvorstände im Kirchenkreis Rotenburg in der Auferstehungsgemeinde am Berliner Ring. Es mussten sogar noch Stühle dazugestellt werden. Das gemeinsame Thema waren die Kirchenvorstandswahlen, die im März 2018 stattfinden werden. „Das klingt noch weit weg, aber schon jetzt beginnt der erste wichtige Teil: die Suche nach Kandidatinnen und Kandidaten“, sagte Superintendentin Susanne Briese.

Dafür galt es zunächst, den zeitlichen Rahmen und die gesetzlichen Vorgaben kennenzulernen. Über diese formale Seite informierte Kord Sternberg, Leiter des Kirchenamts in Verden. Anschließend hielt Henning Schlüse vom Haus kirchlicher Dienste der Landeskirche Hannovers einen Vortrag darüber, wie ein Kirchenvorstand heute aufgestellt sein sollte und wie er dafür neue Kandidaten finden kann.

Der Kirchenvorstand ist das von der Gemeinde gewählte Leitungsgremium der Kirche vor Ort. Er nimmt gemeinsam mit dem Pfarramt die Aufgaben der Kirchengemeinde wahr und trägt insbesondere die Verantwortung für Finanzen, Gebäude und Grundstücke. Als Arbeitgeber hat der Kirchenvorstand die Dienstaufsicht für die in der Gemeinde angestellten Mitarbeitenden. Schließlich ist der Kirchenvorstand auch mitverantwortlich für den Gottesdienst und die Konfirmandenarbeit. So nimmt er gemeinsam mit dem Pfarramt die geistliche Leitung der Gemeinde wahr.

„Das ist eine Aufgabe, die ein hohes Maß an Qualifikation und Verantwortung benötigt. Und die erledigen viele Menschen in den 16 Kirchengemeinden des Kirchenkreises Rotenburg ehrenamtlich“, sagte Briese. Sie freute sich, dass Henning Schlüse bei seinem Vortrag sehr viel Wertschätzung für die Arbeit der Kirchenvorsteher mitbrachte, die ihren Dienst ja hauptsächlich fernab der öffentlichen Aufmerksamkeit verrichten.

Als ersten Schritt empfahl der Diplom-Pädagoge einen Rückblick auf die Arbeit der vergangenen Amtsperiode, die sechs Jahre beträgt. „Würdigen Sie die vergangene Arbeit. Sie haben in der zurückliegenden Zeit einiges erreicht“, ermunterte er die Anwesenden. Aber er hielt sie auch dazu an, negative Seiten nicht auszublenden: „Fragen Sie sich auch: Was haben Sie noch nicht geschafft und warum?“ Anschließend sollte die eigene Gemeinde genau betrachtet werden. Was sind markante Trends in der Kirchengemeinde? Was sind die Schwerpunkte des gemeindlichen Lebens? Welche Mitarbeitenden gibt es? Daraus lasse sich dann ermitteln, welche Kompetenzen im Kirchenvorstand gebraucht werden und welche fehlen oder neu besetzt werden müssen.

Ein wichtiger Teil seiner Ausführungen behandelte die Ansprache potenzieller Kandidaten. „Kommunikation ist das A und O“, sagte Schlüse. Dabei plädierte er dafür, sowohl den Personenkreis kirchlich Engagierter anzusprechen, als auch Kontakt zu Menschen außerhalb der Kerngemeinde aufzunehmen. Er warb dafür, auch an ungewöhnlichen Orten auf die Menschen zuzugehen. Er nannte Beispiele von einer Kirchengemeinde, die samstags an einer Autowaschanlage Werbung machte oder von eine anderen, die einen Infostand vor einem Supermarkt aufgebaut hatte.

Wichtig sei, dass die Menschen direkt angesprochen würden: „70 Prozent aller Ehrenamtlichen werden so gewonnen“, sagte Schlüse. Er und Superintendentin Briese wünschten den Anwesenden gute Gespräche und viel Erfolg bei der Suche nach geeigneten Kandidaten. Beide zeigten sich zuversichtlich, dass die Suche gelingen werde. „Man muss auch sehen, dass die Aufgabe als Kirchenvorsteher ein interessanter und verantwortungsvoller Job ist, in dem man viel gestalten kann und der für Bestätigung und Freude sorgt.“

DATUM

28. April 2017

AUTOR

Anette Meyer
BILDER (1)
Superintendentin Suanne Briese und Kirchenamtsleiter Kord Sternberg begrüßten die Abgeordneten der 16 Kirchenvorstände im Kirchenkreis Rotenburg