Der Kirchenkreis Rotenburg

So ist Kirche hier im Kirchenkreis Rotenburg. Das macht sie. Dazu ist sie in unserer Welt nützlich und notwendig. Das sind die Menschen, die sich hier engagieren. Das sind ihre Erfahrungen, Ideen und Ziele. Und immer wieder wird deutlich: In dieser Kirche ist Platz, um selbst dabei zu sein, mitzuerleben und auch mitzugestalten.

Neues aus dem Kirchenkreistag

Der Kirchenkreistag hat auf seiner jüngsten Sitzung in Sottrum zwei Projekte aus dem Innovationsfonds unterstützt und die Weichen für die Einchrichtung einer "Projektstelle Gemeindeinnovation" gestellt.

Taufalbum und Glaubenskurs

Innovationsfonds: Kirchenkreistag Rotenburg fördert zwei beispielhafte Projekte

Zwei Projekte wurden während der jüngsten Sitzung des Kirchenkreistags in Sottrum mit einer Förderung aus dem Innovationsfonds ausgezeichnet. „Ich freue mich immer wieder, wie interessant und vielseitig die Projekte sind, die hier eingereicht werden. Dieses Mal drehen sie sich sehr nah um die Menschen in den Gemeinden“, sagt Hartmut Ladwig, Vorsitzender des Kirchenkreistags.

2.000 Euro erhielt das Projekt „Taufgeschenk“ der Kirchengemeinde Scheeßel. Die Gemeinde verschenkt seit vielen Jahren an Täuflinge und Eltern ein kleines Geschenk. Seit rund sechs Jahren ist es eine CD mit Kinderliedern, die eigens produziert worden war. „In etwa einem Jahr werden diese vollständig verschenkt sein“, erklärt Wolfgang Rose von der Projektgruppe, der dem Kirchenkreistag das Vorhaben vorstellte.

Jetzt planen er und weitere Aktive aus dem Kinderausschuss des Kirchenvorstands ein Nachfolgeprojekt. Es soll ein Album entstehen, das zur Taufe überreicht wird. Bis hin zur Konfirmation und darüber hinaus soll dieses Album anregen, Tauferinnerungen altersgerecht in den Familien zu gestalten. Es soll Informationen zur Taufe und zum Glauben vermitteln und einen Zugang zu Angeboten der Kirchengemeinde schaffen. Auf die musikalische Komponente möchte die Planungsgruppe zudem nicht verzichten. Die Taufalben werden eine neu produzierte CD enthalten, die wiederum von musikalischen Gruppen der Kirchengemeinde gestaltet sind. „Das Taufalbum soll ein Begleiter auf dem Weg zu einem persönlich angeeigneten Glauben werden,“ sagt Rose.

Mit ebenfalls 2.000 Euro wurde ein Glaubenskurs-Projekt bezuschusst, das in der Peter-und-Paul-Gemeinde Schneverdingen entstanden ist. Der dortige Pastor Dr. Harm Cordes hat dieses Projekt zusammen mit Dr. Georg Gremels aus Hermannsburg entwickelt. Glaubenskurse sind in den vergangenen Jahren zunehmend auch in den unterschiedlichen Kirchenregionen des Kirchenkreises Rotenburg durchgeführt worden. „Sie haben zur Intensivierung des Gemeindelebens und zur Ansprache bisher eher kirchendistanzierter Menschen geführt“, erklärt Cordes.

Extra im Hinblick auf das Reformationsjubiläum 2017 haben er und Gremels unter dem Titel „Evangelisch.glauben.leben“ einen Glaubenskurs entwickelt, der dazu anleiten soll, am Leitfaden der großen Themen von Luthers Katechismus die Grundthemen evangelischer Theologie und Spiritualität zu entdecken. Der Kurs möchte auf der einen Seite wichtige Inhalte des christlichen Glaubens vermitteln und auf der anderen Seite zu Einübungen in persönlicher Stille und Gebet einladen. Dabei ist der Kurs ausdrücklich für Einzelpersonen gedacht, die ihn in täglichen Übungen für sich praktizieren, aber er ermöglicht gleichzeitig den Austausch mit anderen in wöchentlichen Treffen.

„Evangelisch.glauben.leben“ ist inzwischen in Form eines kleinen Buches erscheinen, das neben dem eigentlichen Kursmaterial alle wesentlichen Informationen für die Durchführung des Kurses erhält. „So ist die Umsetzung in der Gemeinde sehr einfach“, erläutert Cordes. Das Buch ist über den Buchhandel inzwischen erhältlich.

Auch im nächsten Jahr wird es wieder Förderungen durch den Innovationsfonds des Kirchenkreises Rotenburg geben und der Kirchenkreistagsvorsitzende Ladwig lädt alle Kirchengemeinden und kirchengemeindlichen Gruppen ein, sich mit innovativen Projekten zu beteiligen. „Ich bin jetzt schon gespannt auf die Anmeldungen.“

Aufbruch zu den Menschen

Kirchenkreis Rotenburg möchte Pfarrstelle für neue Wege in der Gemeindearbeit einführen

Auf der Suche nach neuen Wegen in der Gemeindearbeit ist der Kirchenkreis Rotenburg einen entscheidenden Schritt vorangegangen. Er plant die Einrichtung einer „Projektstelle Gemeindeinnovation“, in der ein Pastor die Aufgabe erhält, zusammen mit Interessierten, neue Formen von Gemeinde anzustoßen und zu erproben sowie Akteure zu beraten und zu unterstützten.

„Diese Aufgabe kann kein Gemeindepastor neben seinen Verpflichtungen übernehmen. Die neue Personalstelle weitet den Blick über das kirchliche Alltagsgeschäft hinaus“, sagt Thomas Steinke, Pastor in Fintel und Vorsitzender des Innovationsausschusses im Kirchenkreis Rotenburg. Der Ausschuss hat den Auftrag, in einer sich wandelnden Zeit Veränderungen in der Kirche anzuregen und Mut zu machen, neue Wegen zu gehen.

Steinke hält das für nötig. „Wir sind darin geübt, eine einladende Kirche zu sein. Und dann erwarten wir, dass die Menschen zu uns kommen. Allerdings müssen wir auch wahrnehmen: Für immer mehr Menschen spielen Kirche oder der christliche Glaube nur noch eine sehr unbedeutende oder gar keine Rolle mehr“, sagt der Theologe. Deshalb gibt es im Kirchenkreis Rotenburg seit einiger Zeit erste Versuche, den kirchlichen Auftrag neu zu bedenken und neu hinzuhören, was die Menschen bewegt. Neu daran ist, dass die Menschen dort aufgesucht werden sollen, wo sie sind. „In der Bibel steht ja nicht: Setzt euch hin und ladet ein. Dort steht: Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur“, sagt Steinke.

Ermutigende Beispiele dieser neuen Bewegung kommen aus England. Dort nennt sie sich „fresh expressions of church“, was so viel bedeutet wie „unverbrauchte Formen der Kirche“. Ihre Anzahl nimmt stetig zu. Es entstehen beispielsweise Kletterkirchen, Gospel-Churches, Jugendgemeinden, Caféthralen, Social baking, Gottesdienste in einer Bar, Christliche Fußball-Fanclubs oder Kirchen auf dem Bauernhof.

Auch in Deutschland gibt es erste Aufbrüche und gute Beispiele. Die Landeskirche Hannovers unterstützt solche Initiativen. Sie fördert 100%-Pfarrstellen inklusive Sachmittel für eine „Projektstelle Gemeindeinnovation“ für fünf Jahre mit 75 Prozent der Kosten. Der Kirchenkreistag hat nun beschlossen, einen Antrag auf diese Förderung zu stellen. Allerdings soll ein zweiter Kirchenkreis mit ins Boot geholt werden, so dass sich die restlichen 25 Prozent noch einmal halbieren. Ein 12,5%-Stellenanteil inklusive Sachmittel bedeuten pro Kirchenkreis dann rund 12.000 Euro. „Das ist ein kleines Investment, für das wir sehr viel mehr herausbekommen werden“, ist sich Steinke sicher.

 

 

 

 

DATUM

12. Dezember 2016

AUTOR

Anette Meyer
BILDER (1)
Hartmut Ladwig, Vorsitzender des Kirchenkreistags (links), gratuliert Wolfgang Rose zum innovativen Projekt der Kirchengemeinde Scheeßel
Hartmut Ladwig, Vorsitzender des Kirchenkreistags (links), gratuliert Wolfgang Rose zum innovativen Projekt der Kirchengemeinde Scheeßel
Hartmut Ladwig, Vorsitzender des Kirchenkreistags (links), gratuliert Wolfgang Rose zum innovativen Projekt der Kirchengemeinde Scheeßel

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