Andachten

Kurz innehalten. Sich für einen Moment besinnen, woher wir eigentlich kommen, was wichtig ist im Leben. Dabei helfen uns kurze Andachten. Die Pastorinnen und Pastoren des Kirchenkreises Rotenburg verfassen jede Woche zwei Zeitungsandachten für die Rotenburger Rundschau und die Rotenburger Kreiszeitung. Wir veröffentlichen sie hier und schaffen damit ein Archiv, auf das Sie zurückgreifen können, wann immer Sie möchten. Denn: Ihre Zeitung werfen Sie irgendwann in den Papierkorb. Die Andachten behalten jedoch ihre Gültigkeit jenseits der Tagesaktualität.

Seiten

Datum
Titel
Name
Mo. 09.09.13
Die Mitte – ist doch logisch!
Frank Hasselberg
Die Mitte – ist doch logisch!

Wieso heißt der Mittelfinger eigentlich Mittelfinger? Na logisch: Weil er der mittlere von fünf Fingern ist. Und warum heißt der Mittwoch Mittwoch? Na, ist doch auch klar, weil er die Mitte…. Aber Moment mal: Sieben Tage hat die Woche, und sie fängt doch mit dem Montag an, oder?! Dann ist der Mittwoch der dritte Tag, das kommt aber mit der Mitte nicht hin. So wenig es eine kleinere oder größere Hälfte von etwas gibt, so wenig kann eine Mitte an den Rand rücken. Da muss irgendwo ein (Denk-) Fehler sein.

Also schaue ich in die beiden Bücher, die kaum eine Antwort schuldig bleiben: Das Internet-Lexikon „Wikipedia“ und die Bibel. Das Lexikon sagt, es wird unterschiedlich gezählt: Nach bürgerlicher Zählung ist der Mittwoch der dritte Wochentag, nach jüdischer, christlicher und islamischer Zählung der vierte – und damit der mittlere. Wie kam es dazu?

Gleich zu Beginn der Bibel lesen wir, dass Gott an sechs Tagen die Welt erschuf und am siebten Tage ruhte. Dieser Ruhetag ist der Sabbat der Juden, wir nennen ihn Samstag oder Sonnabend. Auch die Christen haben an dieser Zählung festgehalten: Jesus ist am Ostersonntag auferstanden, „als der Sabbat vorüber war und der erste Tag der Woche anbrach“ (Matthäus 28, 1). Wegen der fundamentalen Bedeutung der Auferstehung Jesu wurde der erste Tag dann als Sonntag der Feiertag der Christen. Und wenn der Sonntag der erste Tag ist, stimmt es mit dem Mittwoch natürlich.

Und tatsächlich war der Sonntag in Deutschland bis Ende 1975 offiziell der erste Wochentag! Diese Regelung wurde dann durch die DIN 1355-1 abgelöst, die den Montag dazu bestimmte. In vielen anderen Teilen der Welt ist – entsprechend der jüdisch-christlichen Zählung – noch immer der Sonntag der erste Wochentag. Bei uns wird heute der Sonntag zusammen mit dem Samstag zum „Wochenende“ gerechnet. Aber man muss ja nicht jeden Unsinn mitmachen. Die Bibel ist mir wichtiger als alberne staatliche Regelungen. Sie ist für mich die Mitte.

Darum wünsche ich Ihnen kein „schönes Wochenende“, sehr wohl aber einen gesegneten Sonntag!

KONTAKT

Frank Hasselberg

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Öffentlichkeitsarbeit
Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Frank
Hasselberg
Pastor, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis
Schneverdinger Straße 14
29640
Schneverdingen
Tel.: 
(05193) 4130
Mo. 02.09.13
Fest fürs Leben
Frank Hasselberg
Fest fürs Leben

Sieben auf einen Streich waren es beim tapferen Schneiderlein, wer kennt dieses Märchen nicht. Sieben auf einen Streich könnten es auch bei Ihnen sein, schon gewußt? Im Märchen geht es um Fliegen, im wahren Leben um Menschen. Der Schneider hat die Insekten getötet, Sie können sieben Menschenleben retten. Auf einen Streich!

Vorigen Sonntag fand im Landpark Lauenbrück ein „Fest fürs Leben“ statt. Mit großem Aufwand hatten die Organisatoren Information mit Unterhaltung gepaart, um auf das Thema „Organspende“ aufmerksam zu machen. Bei herrlichem Sommerwetter waren zahlreiche Menschen der Einladung gefolgt. Ich fand es beeindruckend, daß Prominente auf ihre Gage verzichteten und viele ehrenamtliche Helfer dies Anliegen unterstützten. Denn in letzter Zeit ist das Thema Organspende ins Gerede geraten, weil einige raffgierige Ärzte Transplantationen nicht nach Dringlichkeit, sondern nach dem Geldbeutel vorgenommen haben. Die Bereitschaft zur Organspende hat stark abgenommen. Aber dürfen unter diesem Verhalten einiger weniger schwarzer Schafe Menschen leiden, die dringend auf ein Spenderorgan warten?

Ich meine: Schon daß wir Menschen Geschöpfe Gottes sind, macht uns füreinander verantwortlich. So hat es auch Jesus immer wieder gesagt, am bekanntesten ist sein Gleichnis vom barmherzigen Samariter. Dem Notleidenden wurde zum Nächsten, „der die Barmherzigkeit an ihm tat“ (Lukas 10, 37). Jeder kann sogar noch nach seinem Tod etwas für andere tun - und sollte es. Bis zu sieben Menschen können mit meinen Organen weiterleben. Das tut mir nicht mehr weh. Es hängt nicht vom Alter ab. Man muß nur einen Organspenderausweis ausfüllen. Ich trage meinen immer bei mir.

 

 

KONTAKT

Frank Hasselberg

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Öffentlichkeitsarbeit
Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Frank
Hasselberg
Pastor, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis
Schneverdinger Straße 14
29640
Schneverdingen
Tel.: 
(05193) 4130
Mo. 26.08.13
24.08.1992, ein historischer Tag…?
Thomas Nuxoll
24.08.1992, ein historischer Tag…?

24.08.1992, ein historischer Tag…?

Wohl kaum !

Bestensfalls ein Gedenktag, ein Gedenktag der Sorte, an die man sich nur ungern und mit Widerwillen erinnert.

Rostock-Lichtenhagen, seit jenem Abend vor 22 Jahren trauriges Synonym für so etwas wie ein Progrom, jedenfalls nehmen Journalisten und Politiker nach mehr als 45 Jahren in Deutschland zum ersten mal wieder dieses Wort in den Mund.

Rechte Randalierer setzen unter dem Beifall einer johlenden Menge das Sonnenblumenhaus in Brand. Ein Plattenbau mitten in einer Plattenbausiedlung, eigentlich gedacht als Schutzraum für Asylanten und nebenan ein Wohnheim für vietnamesische Fremdarbeiter, zu DDR-Zeiten ins Land geholt, nun von der Geschichte überrollt und in Rostock gestrandet. Das Haus, von 150 Menschen bewohnt, wird in Brand gesetzt, Steine fliegen, Hassparolen werden skandiert, niemand gebietet dem Treiben Einhalt, Feuerwehr wird vertrieben, Polizei zieht sich zurück, nein, Hunderte, nein Tausende stehen dabei, klatschen Beifall und kommentieren dieses Fanal mit Zustimmung oder Nichtstun ! Wie konnte es nur dazu kommen ?

Wer trägt die Schuld, Verantwortung? Rechte Schlägertrupps? Politik? Staat? oder nicht doch wir alle?

Wir alle, die wir immer wieder „nur dabei“ stehen? teilnahmslos, wenn Unrecht geschieht, fasziniert von Gewalt, Live-Übertragung des Wahnsinns zur besten Sendezeit….Syrien…Mali…Ägypten….Berlin Alexanderplatz… immer wieder stehen wir nur dabei und glauben die Schuld würde nicht auch uns treffen….

Es gibt immer eine Alternative….Widerstand ist nie zwecklos! Hunderttausende versammelten sich im Herbst 1992 auf den Straßen um mit Kerzen in den Händen gegen rechte Gewalt zu demonstrieren…zu spät für das Sonnenblumenhaus in Rostock-Lichtenhagen, aber nicht zu spät für uns heute, um nicht mehr nur dabei zu stehen.

 

KONTAKT

Thomas Nuxoll

Thomas
Nuxoll
Katholischer Militärseelsorger, Lent-Kaserne Rotenburg
Tel.: 
04261 (1883860)
Mo. 19.08.13
Die Entdeckung der Langsamkeit
Die Entdeckung der Langsamkeit

Das Fahrrad ist doch eine geniale Erfindung! Ursprünglich hat es den Menschen geholfen, schneller als zu Fuß von einem Ort zum anderen zu kommen und auch größere Entfernungen zurückzulegen. Heute ermöglicht es den Menschen, im Vergleich zum Auto, langsamer und beschaulicher Strecken zu bewältigen.
Seit ein paar Jahren habe ich meinen „inneren Schweinehund“ überwunden und fahre  mit dem Fahrrad zur Arbeit, in diesem Sommer zunehmend lieber. Ich erlebe diese 25 Minuten, die ich ganz für mich habe, in der ich an der frischen Luft und in Bewegung bin, wie ein Geschenk. Ich sehe die Veränderungen in der Natur, die blühenden Blumen am Wegrand, ich nehme die Gerüche der verschiedenen Jahreszeiten wahr, ich grüße die Radler, die mir entgegenkommen und werde zurückgegrüßt. Ich habe Zeit, mich auf den Tag einzustellen bzw. von der Arbeit Abstand zu gewinnen, Menschen, denen ich begegnet bin, gute Gedanken zu schicken. Ich habe eine Pause zum Denken. Kein Verkehrsstau, keine Parkplatzsuche. Dafür nehme ich gerne in Kauf, langsamer und länger unterwegs zu sein als mit dem Auto.
Das Leben „entschleunigen“, eine Pause einlegen, zur Besinnung kommen trotz oder vielleicht auch gerade wegen all meiner Termine, das erlebe ich als hilfreich.
Gerade jetzt nach der Urlaubszeit, wenn der Alltag mit seiner Routine und all seinen Anforderungen wieder eingekehrt ist, wünsche ich uns allen immer wieder solche Auszeiten mittendrin, die wir einplanen und uns auch wirklich nehmen. Denn schließlich hat Gott uns die Zeit gegeben, aber von Eile – von Stress und Termindruck, von möglichst schnell und ähnlichem – hat er nichts gesagt.

Sa. 17.08.13
Alltags-Theater
Matthias Richter
Alltags-Theater

An diesem Wochenende sind sie wieder unterwegs in Rotenburg, Artisten und Comedians. Für sie wird die Straße zur Bühne. Viele werden sie zum Lachen bringen, verzaubern und manchmal auch in melancholische Stimmung versetzen.

Dabei ist das, was uns auf der Straße vorgeführt wird, dichter dran an unserem Leben, als uns das manchmal bewusst und vielleicht auch lieb ist. Wir Menschen spielen Rollen – in der Familie, der Partnerschaft, auf der Arbeit. Wir sagen Sätze, hinter denen wir nicht ganz stehen können. Wir machen Dinge, die wir eigentlich anders machen wollen. Wir benutzen Masken gegenüber unseren Freunden und Kollegen und auch denen gegenüber, die uns ganz nahe sind. Dann lachen wir, obwohl wir traurig sind oder machen gute Miene zum bösen Spiel.

Solches „Alltags-Theater“ kommt nicht gut an. Wo zu offensichtlich eine Rolle nicht zu einer Person passt, ist uns das unangenehm. Wo jemand seine Maske fallen lässt, sind wir enttäuscht oder erschrocken, dass wir nicht gemerkt haben, dass unser Gegenüber ganz anders ist.

Ein Freund hat aber neulich eine Lanze für das Maskenspiel im Alltag gebrochen. Er saß mit Kollegen in einer Besprechung und man war sich herzlich uneins. Mehr noch: Die Luft war dick, die Fronten verhärtet, man fand sich gegenseitig unmöglich. „Idioten sind es, wo bin ich hier hingeraten?“, das musste er immer denken. Beim Rausgehen aber ließ er dem größten Idioten an der Tür höflich den Vortritt: „Nach Ihnen, werter Kollege!“ Das mit dem „werten Kollegen“ ist ihm so rausgerutscht. Im Nachhinein aber freute er sich drüber. Im Moment hatte er es nicht so gemeint. Er hat damit aber spielerisch vorweggenommen, dass es beim nächsten Treffen vielleicht die Chance gibt, sich gegenseitig ganz anders und eben mit Wertschätzung zu begegnen. Die höfliche Maske hat ihm geholfen, ein Stück aus dem Ärger herauszutreten und das Gegenüber noch einmal anders zu betrachten – und die Chance auf eine bessere Zukunft wachzuhalten.

Vielleicht ist unser Alltags-Theater manchmal doch hilfreich. Mich erinnert es an das Sprichwort: „Gott nimmt mich zwar, wie ich bin. Aber zum Glück besteht er nicht darauf, dass ich auch so bleibe, wie ich gerade bin.“

KONTAKT

Matthias Richter

Matthias
Richter
Theologischer Direktor des Agaplesion Diakonieklinikums
Elise-Averdiek-Straße 17
27356
Rotenburg
Tel.: 
(04261) 77-0
Sa. 10.08.13
„Merci, dass es mich gibt!“
Thomas Steinke
„Merci, dass es mich gibt!“

Was sollen sie lernen, die über 72.000 Kinder, die heute niedersachsenweit eingeschult werden? „Lesen, schreiben, rechnen natürlich!“, ist der erste Impuls. Bei weiterem Nachdenken wird schnell klar, dass es im Leben doch um mehr als das ABC und das Einmaleins geht. Entscheidend ist nicht nur reine Wissensvermittlung. In den Lehrplänen der verschiedenen Schulformen wurde in den vergangenen Jahren mit Recht der Kompetenzerwerb betont: Dass Schülerinnen und Schüler z.B. Prozesse einüben, dass sie in vergleichbaren Situationen selbstständig Dinge sich erarbeiten oder gestalten können usw.
Andere Tendenzen wie verkürzte Schulzeiten, Fokussierung auf Noten und Abschlüsse oder später verschulte Studiengänge werfen bei mir allerdings die Frage auf: Welche Ziele verfolgen wir tatsächlich in unserem Bildungssystem, ja in unseren Familien und in unserer Gesellschaft überhaupt?
Für mich sind das lohnende Ziele bei der Erziehung von Kindern und Jugendlichen: Dass diese glücklich und selbstbewusst sind, kooperativ und verlässlich, dass sie zu verantwortungsbewussten Erwachsenen werden.
Das ist mein Wunsch fürs neue Schuljahr, dass wir die Heranwachsenden ermutigen: „Wie gut, dass wir verschieden sind!“ – „Du musst nicht immer die Beste, der Schnellste… sein!“ – „Gemeinsam schaffen wir’s, gemeinsam geht’s besser!“ – „Fehler gehören zum Lernen dazu!“

Im Einschulungsgottesdienst werde ich es den Erstklässlern jedenfalls zusagen: „Vergiss es nie: Dass du lebst, war keine eigene Idee, und dass du atmest, kein Entschluss von dir.

Vergiss es nie: Dass du lebst, war eines anderen Idee, und dass du atmest, sein Geschenk an dich. Du bist gewollt, kein Kind des Zufalls, keine Laune der Natur, ganz egal, ob du dein Lebenslied in Moll singst oder Dur. Du bist ein Gedanke Gottes, ein genialer noch dazu. Du bist du, das ist der Clou, ja der Clou. Ja, du bist du!“ (Jürgen Werth)
Und nicht nur den Einschulungskindern, sondern uns allen wünsche ich, dass wir Gott, unserem Schöpfer, so danken können: „Merci, dass es mich gibt!“ – oder wie es der Psalmbeter sagt: „Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin!“ (Psalm 139,14)

KONTAKT

Thomas Steinke

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Superintendentur
Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Thomas
Steinke
Pastor
Rotenburger Str. 11
27389
Fintel
Tel.: 
04265/9540641
Di. 30.07.13
Träume dein Leben - lebe deinen Traum!
Frank Hasselberg
Träume dein Leben - lebe deinen Traum!

Ich sitze im Auto, endlich nach Hause! Das Radio läuft so nebenbei, ich höre gar nicht richtig zu. Aber dann erklingt ein Lied, das mich aufhorchen lässt. Ich drehe das Radio lauter und beginne mitzusingen. Seit Ewigkeiten habe ich es nicht mehr gehört, trotzdem fällt mir jedes einzelne Wort des englischen Textes spontan wieder ein. Das Lied heißt „Que sera“ und wird gesungen von Doris Day. „When I was just a little girl, I asked my mother: What will I be? Will I be pretty, will I be rich…” – Zu deutsch: „Als kleines Mädchen fragte ich meine Mutter: Was wird aus mir werden? Werde ich schön sein, werde ich reich sein…“

Wie wohl jeder junge Mensch habe auch ich mir damals Gedanken darüber gemacht, wie mein Leben wohl verlaufen wird. Hatte ehrgeizige, auch romantische Vorstellungen von meinem Berufs- und Familienleben. Wusste irgendwann ziemlich genau, was ich wollte und was nicht. Mit zunehmendem Alter wandelten sich meine Vorstellungen, wurden angereichert mit schönen Erfahrungen, bitteren Enttäuschungen und neuen Sichtweisen. Mein Lebensweg bis heute ist geprägt von Höhen und Tiefen, von Umwegen und Sackgassen. Aber so wie ich heute bin, bin ich geworden, weil ich diesen Weg gegangen bin. Und ich habe erfahren: Gott kann auch auf krummen Wegen gerade schreiben. Er hat mich begleitet, mir Mut gemacht, wenn es nötig war, und mein Herz springen lassen, wenn es glücklich war.

Und wie ist es mit Ihnen? Immer alles nach Plan verlaufen? Das wird wohl niemand ernsthaft von sich behaupten können. Wir können unsere Zukunft nicht bis ins Letzte planen oder sie gar vorhersehen. Aber wir können – so gut es geht - unser Leben in die Hand nehmen. Die Verantwortung für uns selber kann uns niemand abnehmen. Und ich darf träumen und mir die Erfüllung des einen oder anderen Traums erhoffen, denn ein Stück meines Lebens liegt immer vor mir und will gelebt werden. Beim Träumen hilft mir manchmal Musik aus dem Radio. Und beim Leben hilft mir der, der versprochen hat: „Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“

KONTAKT

Frank Hasselberg

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Öffentlichkeitsarbeit
Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Frank
Hasselberg
Pastor, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis
Schneverdinger Straße 14
29640
Schneverdingen
Tel.: 
(05193) 4130
So. 14.07.13
Bittet, so wird euch gegeben!
Werner Hagedorn
Bittet, so wird euch gegeben!

„Bittet, so wird euch gegeben“, sagte Jesus. Wie ist das, wenn Menschen einander um etwas bitten? Bei Tisch kann ich sagen: „Reich mir doch bitte das Salz!“ Niemand wird antworten: „Hol's dir selber!“ Sondern die Person, die ich angesprochen habe, wird mir das Salzfässchen reichen. Wenn ich bei Tisch gebeten werde, jemand anders etwas zu reichen, freue ich mich. Gern erfülle ich die Bitte, und ich reiche nicht nur das Salzfässchen, sondern schenke dem andern auch noch einen freundlichen Blick und ein nettes Wort: „Aber gerne!“ Dagegen spreche ich nicht so gern eine Bitte aus. Ich möchte nicht stören, niemandem lästig werden. Bitten fällt schwer, trotz des Umkehrschlusses: Ich helfe andern gern, also helfen mir andere ebensogern. Wir leben in einer Gesellschaft, in der wir stark, erfolgreich und unabhängig sein sollen. An mir selber beobachte ich: Ich spiele lieber die Rolle dessen, der geben und helfen kann, als die Rolle dessen, der bitten muss.
 

Wie aber verhält es sich, wenn ein Mensch um Asyl bittet, also um Schutz für Leib und Leben? Möglicherweise hängt sein Leben von der Erfüllung der Bitte ab. Er richtet diese Bitte aber nicht an einen Menschen, sondern an eine Institution. Er bringt sie vor der zuständigen Stelle vor. Er muss sein Asyl beantragen. Was einem Menschen bei Tisch nicht einfallen würde: dem Gegenüber eine Bitte um etwas fast Belangloses abzuschlagen, das vollführen von Menschen eingerichtete Institutionen mit mechanischer Routine: Die Bitte ums Überlebendürfen abzuschlagen. Einer alleinerziehenden Mutter gelingt es nicht, ihre Kinder bis zum Monatsende zu versorgen. Ihre Anträge und Bitten werden abschlägig beschieden. Das menschliche Kollektiv erhört weder die Bitte, den Antrag der Mutter noch die stummen Bitten der Kinder. Trotz aller Sonntagsreden über die Bedeutung der Kinder für unser Land und unsere Zukunft.

 

„Bittet, so wird euch gegeben!“ Ich denke, Jesus prophezeite eine menschliche, eine lebenswerte und liebenswerte Gesellschaft. In ihr würde es um das Erfüllen des Willens Gottes gehen. Darum sind unsere Bitten an Gott: „unser tägliches Brot gib uns heute ...“ immer zugleich die Bitte um eine gerechte Gesellschaft. Für das Erhören der lauten und noch mehr der leisen Bitten sind Gott und Mensch gemeinsam verantwortlich.

KONTAKT

Werner Hagedorn

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Werner
Hagedorn
Pastor
27356
Rotenburg
Tel.: 
(04261) 82261
Fax: 
(04261) 846227
Mo. 08.07.13
Urlaub zu Hause?
Jens Ubben
Urlaub zu Hause?

Gehören Sie auch zu der Gruppe Menschen, die an unbekannten Orten kaum zu bremsen sind und eine Sehenswürdigkeit nach der anderen entdecken wollen? Da wird keine Attraktion ausgelassen, kein interessanter Platz ist mehr sicher. Fern von der Heimat ruft fast alles Neugierde hervor. Nur zu Hause, da wo ich wohne und lebe, habe ich bei weitem noch nicht alles erkundet, was es zu entdecken gibt. Manche Ziele steuere ich nur an, wenn ich sie Besuchern zeigen möchte. Komisch! Ob das was für mich wäre, zu Hause Urlaub zu machen?

Die Frage können wir nur beantworten, wenn wir überlegen, warum wir eigentlich Urlaub machen. Meine Erfahrung: Wenn wir mit Menschen über Urlaub reden, erfahren wir etwas über Sehnsüchte. Denn fast alle wollen im Urlaub etwas erleben, was im Alltag nicht vorkommt.

Viele nutzen Urlaub, um von etwas wegzukommen. Mal weit weg sein dürfen. Vertrautes hinter sich lassen für eine Zeit. Das ist sicher wichtig, aber auch ein merkwürdiger Ansatz. Sollte Urlaub nicht weniger ein Wegkommen sein, sondern vielmehr ein Ankommen? Ein Ankommen bei mir selbst? Dabei kann es natürlich hilfreich sein, eine andere Umgebung anzusteuern, vielleicht einen Strand, Inspiration durch Kultur, Zeit für Lesen, Natur und vieles mehr. Aber das Drumherum ist ja nicht das Eigentliche. Am Ende des Urlaubs möchte ich sagen können: Ich bin mir selbst ein Stück näher gekommen!

Kennen Sie die biblische Geschichte von Jona? Der hatte so viel Angst davor, sich mit Gottes Herausforderungen beschäftigen. Und das heißt eben auch: Mich mit mir selbst beschäftigen, mit dem, was mich im Tiefsten ausmacht. Jona suchte lieber das Weite. Und buchte kurzerhand einen Platz auf dem nächsten Schiff. Doch seine Flucht klappte nicht: Er fiel über Bord, wurde von einem Wal verschluckt. Und genau da an Land gespuckt, wo er sich den Fragen seines Lebens stellen musste.

Urlaub heißt ankommen. Manchem, der lieber weit fährt, würde das vielleicht zu Hause sogar leichter fallen. Kommen Sie gut bei sich an!

KONTAKT

Jens Ubben

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Gemeindebrief
Pastor/-innen
Jens
Ubben
Pastor
Große Straße 16
27383
Scheeßel
Tel.: 
(04263) 4920
Fr. 21.06.13
Toleranz
Karin Klement
Toleranz

Wer die Bilder aus Istanbul sieht, erschrickt, empört sich. Zumeist junge Menschen, sogar Familien mit Kindern werden mit harten Wasserstrahlen der Polizei über die Straße gejagt. Tränengas brennt in ihren Augen. Mit Schlagstöcken prügeln Männer in Uniform wehrlose Frauen nieder. Öffentliche Proteste, Widerstand gegen den Abriss des symbolträchtigen Gezi-Parks erschüttern die langgepflegte Selbstherrlichkeit des türkischen Ministerpräsidenten. Widerspruch kann er nicht dulden; unzählige Oppositionelle wanderten bereits in Gefängnisse, Reporter werden massiv eingeschüchtert, Ärzte, die den Verletzten helfen, bekommen Druck von oben. Erdogan duldet keine Kritik an seiner Politik; er wehrt sich mit aller Macht, die ihm der Staat bietet.

Wer die Bilder aus Istanbul sieht, leidet mit, als ob er selbst die Schläge ertragen müsste. Zorn brennt auf, Wut, die zurückschlagen will. Jesus ging in den Tempel, trieb alle Verkäufer und Käufer heraus, stieß die Tische der Geldwechsler um und sprach zu ihnen: Gottes Haus soll ein Bethaus sein, ihr aber macht eine Räuberhöhle daraus!

Überall, wo Menschen sich ungerecht behandelt fühlen, äußern sie Protest, werden sogar handgreiflich. Ruhig zu bleiben fällt extrem schwer. Dennoch braucht es die Begrenzung der Gewalt; sie geht einher mit der Bereitschaft zum Erdulden. Toleranz ist eine geistige Einstellung, eine innere Haltung; ich kann sie nicht von anderen fordern, ohne mich selbst darum zu bemühen. Deeskalation fängt in mir – der innerlich Aufgewühlten – an.

Jesus sagt: Liebt eure Feinde. Denn Gott lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute, lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.

KONTAKT

Karin Klement

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
Pastor/-innen
Karin
Klement
Pastorin
Große Str. 8a
27374
Visselhövede
Tel.: 
(04262) 2824
So. 16.06.13
Sich trauen zu bitten
Matthias Richter
Sich trauen zu bitten

Ein Junge bemühte sich vergeblich, einen riesigen Stein hochzuheben. Der Schweiß rann ihm von der Stirn. Sein Vater schaute zu und sagte schließlich: „Du setzt ja nicht deine ganze Kraft ein!“ „Natürlich“, rief der Junge, „das siehst du doch!“. Der Vater widersprach: „Das stimmt nicht. Du hast mich noch nicht um Hilfe gebeten!“

Ich bin sicher, der Junge hat was gelernt. Denn wenn es wichtig und richtig ist, dass der Stein gehoben werden muss, dann ist es genauso richtig und wichtig, um Hilfe zu bitten und Unterstützer zu suchen.

Zu meiner Tätigkeit für Kirche und Diakonie gehört es, dass ich selbst viele Menschen bitte und Unterstützer suche für soziale Aktionen. Außerdem ermutige ich viele Gremien und Kirchenvorstände, dass sie es ihrerseits wagen zu bitten und sich Unterstützer für die Projekte suchen, die sie angehen wollen. Oft suchen wir Menschen, die uns Geld spenden. Häufig geht es auch um gespendete Zeit und praktische Hilfe, manchmal auch um konkrete Gegenstände. Gemeinsam lässt sich viel bewegen: Da können Schwerstbehinderte Ausflüge machen, auch wenn die Krankenkasse das nicht vorsieht. Da können Jugendliche von der Straße geholt und begleitet werden, auch wenn das Gemeindebudget das nicht hergibt. Da können Sterbende und ihre Angehörige so betreut werden, wie ich es auch einmal für mich erhoffe. Für all solche Projekte bitte ich andere um Hilfe, um Zeit und Geld.

„Ist Ihnen das nicht peinlich,“ werde ich manchmal gefragt, „die Leute so zu nerven?“ Nein, das ist es mir nicht. Denn wenn der Stein gehoben werden muss, dann darf man sich nicht zu schade sein, sich Unterstützer zu suchen. Und außerdem ist eine höfliche und transparente Bitte niemals peinlich oder nervend, sondern schlicht menschlich. Viele Aufgaben in der Kirche, in der Arbeit mit behinderten oder kranken Menschen sind eben nur mit Unterstützern zu lösen. Mit Menschen, die über sich selbst hinausdenken. Allen anderen Behauptungen zum Trotz: Viele Menschen helfen gerne, Gott sei Dank.

Wahrscheinlich ist es ein guter Weg, das Glück zu finden: Sich trauen zu bitten. Und auf solche Bitten zu antworten. Und am Ende ist der Stein gehoben.

KONTAKT

Matthias Richter

Matthias
Richter
Theologischer Direktor des Agaplesion Diakonieklinikums
Elise-Averdiek-Straße 17
27356
Rotenburg
Tel.: 
(04261) 77-0
Mo. 10.06.13
Mensch ärgere dich nicht!
Werner Hagedorn
Mensch ärgere dich nicht!

„So kommen wir nie los!“ ärgert sich die Mutter. Ihre kleine Tochter sucht nach den Schuhen. „Ich habe dir doch vorhin Bescheid gesagt, dass wir gehen wollen! Nie hast du deine Sachen beieinander!“ Die Stimmung ist im Keller. Ärger hat von der Mutter Besitz ergriffen.

 

Ist Ihnen schon einmal der genaue Sinn des kleinen Satzes aufgefallen: „Ich ärgere mich?“ Wer ärgert wen? Das kleine Mädchen seine Mutter? Nein! Die Mutter ärgert sich selbst! Sie geht nicht auf ihre Tochter ein, sondern lässt ihre eigene schlechte Laune auf sie los. Sie bildet sich ein, die Tochter ärgere sie. Die war in Gedanken vielleicht noch bei ihrem abgebrochenen Spiel. Der selbstgemachte Ärger vergiftet der Mutter den Stoffwechsel und außerdem ihrer Tochter und ihr selber den Tag. Wir selber sind es, die uns ärgern!

 

„Nun bleib doch gleich stehen!“ blafft der Mann auf dem Beifahrersitz seine Frau an. Seine Hand ist geschient, die Frau muss fahren. Vorsichtig steuert sie dicht an der endlosen Lkw-Schlange entlang. Dem Mann geht es zu langsam. Er verurteilt an seiner Frau, was er an ihrer Stelle selber täte: Mit der Geschwindigkeit nach dem eigenen Gefühl zu gehen. Die Frau tut nichts Verwerfliches, sondern genau das Richtige. Nicht sie ärgert ihren Mann, sondern er sich selbst. Damit verdirbt er sich und seiner Frau das Zusammensein.

 

Ärger ist ein Aggressionsmittel. Er schüchtert die andern ein. Sie sollen sich nach dem Willen des ärgerlich Gewordenen, nicht nach ihrem eigenen Willen verhalten. Die Situation wird als unbefriedigend empfunden und soll im eigenen Sinn verbessert werden. Aber der Ärger verschlimmert sie. Der Mensch, der sich ärgert, geht nicht geduldig und liebevoll ein auf das, was ist. Er ist nicht im Kontakt. Wäre die Mutter bei ihrer Tochter und sähe, was mit ihr los ist, könnte sie sie necken und aus dem Suchen der Schuhe ein Spiel machen. Das würde schneller zum Ziel führen. Der Mann würde die Anspannung seiner Frau wahrnehmen und ihr beim anstrengenden Fahren beistehen, indem er zum Beispiel sagt: „Schon mühsam, diese vielen Lkws!“ Dann würden er und seine Frau während der Fahrt ihre Gemeinsamkeit genießen.

 

„Eure Rede sei Ja, ja; nein, nein. Alles darüber ist von Übel“, sagte Jesus. Wir sollen einander durchaus mitteilen, was wir denken. Unser Ärger aber trägt dazu nie etwas Produktives bei. Der Name des alten Spieles bringt eine große Lebensweisheit zum Ausdruck: „Mensch ärgere Dich nicht!“

 

Werner Hagedorn

Pastor der Auferstehungsgemeinden Rotenburg

KONTAKT

Werner Hagedorn

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Werner
Hagedorn
Pastor
27356
Rotenburg
Tel.: 
(04261) 82261
Fax: 
(04261) 846227
Mo. 10.06.13
Sitzenbleiben kann jede(r)
Sitzenbleiben kann jede(r)

In gut zwei Wochen gibt es in Niedersachsen Zeugnisse. Für die einen bedeutet das 'weitergehen', für die anderen 'wiederholen'. Denn jährlich bleiben in Deutschland etwa eine Viertelmillion Schülerinnen und Schüler sitzen.

Ist Sitzenbleiben nun eine notwendige Chance, ein wirksames Druckmittel? Oder ist es letztlich nur demotivierend und teuer?

Es ist sicherlich wichtig, über das Sitzenbleiben neu nachzudenken, wie es ja auch die neue Landesregierung tut. Denn Sitzenbleiben klingt wie 'sich nicht bewegen, sich nicht verändern'. Und das kann und darf es nicht sein! Sitzenbleiben macht nur dann Sinn, wenn dadurch etwas oder jemand neu in Bewegung kommt.

So bin ich in diesem Zusammenhang noch auf eine ganz andere Geschichte gestoßen: Genau vor 100 Jahren, am 04.02.1913, wurde die Afroamerikanerin Rosa Parks in Alabama geboren. Sie wuchs in einer Welt auf, die strikt in Schwarz und Weiß geteilt war.

Berühmt wurde sie als 'Frau, die sitzen blieb'. Rosa Parks weigerte sich im Dezember 1955, ihren Platz in einem Linienbus für einen Weißen zu verlassen. Wie schon vor ihr andere Frauen wurde sie deshalb verhaftet. Doch ihr Widerstand verwandelte den Kampf um die Bürgerrechte in eine Massenbewegung, die Amerika veränderte.

Mit ihrem Sitzenbleiben hat sie viele und vieles in Bewegung gebracht. Christina Brudereck drückt das in ihrem Gedicht "Rosa Parks" so aus:

 

Vor 50 Jahren

blieb sie nicht alleine

andere widersetzten sich

setzen sich und standen auf

und der Bus wurde ein Bus-Boykott

und der Bus-Boykott wurde eine Bus-Boykott-Bewegung

und die Bus-Boykott-Bewegung führte zur Befreiung

Vor 50 Jahren

1. Dezember 1955, Amerika

heute, hier

den Moment verstehen

die Würde hüten

eine Welle auslösen

das richtige Wort sagen

Nein! oder Ja!

andere mitreißen

bewegen, befreien

 

Ich wünsche Ihnen und mir, dass wir uns von Rosa Parks ermutigen lassen für neue Schritte und klare Positionen. Denn „sitzenbleiben kann jede(r)“.

 

Ruth Stieber

Mo. 03.06.13
Die Narben einer Stadt
Die Narben einer Stadt

An einem der regnerischen Tage dieser Woche leuchtete ein überraschend sonniger Abend. Die große romanische Kirche wurde in magisches Licht getaucht. St. Michaelis in Hildesheim gilt als Weltkulturerbe –das erschien in diesem Moment unmittelbar einleuchtend. Der Abendblick auf die Basilika war der Abschluss eines Rundgangs durch Hildesheim, das ich einige Jahre nicht gesehen hatte. An manchen Stellen wurden inzwischen alte Gebäude der Stadt restauriert. In den Lücken dazwischen ist auch interessante neue Architektur entstanden. Nach der Renovierung von St. Michaelis zur 1000-Jahr-Feier vor drei Jahren wird jetzt der ganze Dombezirk renoviert. 2015 soll alles fertig sein.

Ich bin beeindruckt von dem Aufwand, der bis heute betrieben wird. Die Stadt soll noch immer etwas zurückbekommen von der Schönheit, die sie früher einmal berühmt machte: das „Nürnberg des Nordens“. Das Ereignis, das solche Anstrengung bis heute nötig macht, liegt mehr als zwei Generationen zurück: Am frühen Morgen des 22. März 1945 warfen 250 Flugzeuge innerhalb von 15 Minuten über 1000 Tonnen Bomben auf die Stadt und zerstörten sie zu 75 %. Die bewunderte Altstadt lag in Schutt und Asche, 1500 Menschen waren gestorben.

Während ich Hildesheim erlebe, gehen meine Gedanken zu zwei anderen Weltkulturerbe-Städten, – beide noch viel bedeutsamer. Damaskus gilt als die älteste durchgängig bewohnte Stadt in der Geschichte der Menschheit, und in Aleppo hat der Legende nach schon Abraham eine Kuh gemolken. Die, die heute in diesen Städten kämpfen, haben für sich selbst gute Gründe. Wahrscheinlich meinen sie, nicht anders zu können. Was sind alte Gebäude gemessen an dem Unrecht, das man bekämpft oder zu bekämpfen glaubt. Und doch werden die Ruinen in diesen Städten noch Generationen später von der Gewalt unserer Gegenwart erzählen, von der Hilflosigkeit der Völker, die zusehen und keinen anderen Weg finden, von der Brutalität, zu der Menschen ganz augenscheinlich fähig sind. Wo erst einmal Krieg ist, gibt es keine Begrenzung mehr.

Ich denke, dass wir auch in unserem Land wieder konsequenter zu der Einsicht in den Ruinen zurückkehren müssen: Krieg darf um der Menschen und um Gottes willen nicht sein! Und mit Kriegswaffen verdient man anständiger Weise kein Geld.

Mo. 03.06.13
Halbzeit
Frank Hasselberg
Halbzeit

Kinder, wie die Zeit vergeht: Die Hälfte des Jahres ist schon wieder um. Des Kirchenjahres natürlich, das ja mit dem 1. Advent beginnt und am Ewigkeitssonntag endet. Vorbei die Zeit der schönen Feste mit Weihnachten, Ostern und Pfingsten, jetzt kommt die schier endlose Reihe der „Sonntage nach Trinitatis“. Halbzeit, das bedeutet immer Rückschau und Ausblick. Was war gut, und was kann man noch verbessern - wie beim Fußball, wo es in der Kabine eine Standpauke des Trainers oder lobende Worte gibt, je nachdem. Jetzt bloß nicht nachlassen, auch wenn die Beine schwer werden, nicht den Mut verlieren, weiter nach vorne stürmen!
Manche unserer Zeitgenossen erscheinen mir wie Spieler, die sich schon aufgegeben haben. Für sie ist das Glas halb leer, es geht auf das Ende zu, alles schmeckt nur noch schal. Ich sehe das Glas lieber halb voll, sehe, was noch kommen kann an schönen Dingen und bin neugierig auf die Zukunft. Natürlich, mich erschreckt es manchmal auch, wie mir die Zeit unter den Fingern zerrinnt, aber muss ich deswegen vor der Uhr sitzen wie das Kaninchen vor der Schlange und um jedes Kalenderblatt trauern, das ich abreißen muss? Nein, denn ich weiß: Meine Zeit steht in Gottes Händen, wie es in Psalm 31 (Vers 16) heißt. Dazu gibt es ein modernes Kirchenlied, das ich gern singe:

„Es gibt Tage, die bleiben ohne Sinn. Hilflos seh´ ich, wie die Zeit verrinnt.

Stunden, Tage, Jahre gehen hin, und ich frag´, wo sie geblieben sind.

Meine Zeit steht in deinen Händen. Nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in dir.

Du gibst Geborgenheit, du kannst alles wenden. Gib mir ein festes Herz, mach es fest in dir!“

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine schöne 2. Halbzeit!

KONTAKT

Frank Hasselberg

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Öffentlichkeitsarbeit
Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Frank
Hasselberg
Pastor, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis
Schneverdinger Straße 14
29640
Schneverdingen
Tel.: 
(05193) 4130
Sa. 25.05.13
„… dem dreimal einen Gott“
Dr. Matthias Wilke
„… dem dreimal einen Gott“

Nach Pfingsten folgt der Trinitatissonntag. Da wird die Majestät des dreieinigen Gottes gefeiert. Wir Christen glauben an einen Gott, der sich in verschiedener Weise uns Menschen zeigt: Gott zeigt sich als Schöpfer des Universums. Gott zeigt sich im kleinen Kind im Stall von Bethlehem, das als Erwachsener gekreuzigt wurde und wieder auferstanden ist, Jesus Christus. Gottes Geist erfüllt uns mit den Gaben des Vertrauens, der Hoffnung und der Liebe. Es ist derselbe und gleiche Gott, der sich in unendlich verschiedener Weise zu erkennen gibt. Man hat versucht, drei Grundströmungen der göttlichen Offenbarung zu erkennen: die Offenbarung Gottes in der Schöpfung, in der Erlösung durch Jesus und in der Heiligung durch den Heiligen Geist.

 

Gern betrachte ich große alte Bäume mit ihrem satten Grün. Sie erinnern mich an die alte Vorstellung vom Lebensbaum. Übertragen auf die Dreieinigkeit Gottes stelle ich mir vor, dass die Wurzel dieses Lebensbaumes Gott, der schaffende Vater selbst ist, welcher alles ins Leben gerufen hat und alles Leben trägt und erhält! Der Baumstamm dieses Lebensbaumes ist der Sohn, Jesus Christus. Die Größe eines Baums erkennen wir am besten durch seinen Stamm. Die Größe Gottes erahnen wir am besten durch seinen Sohn, der in diese Welt gekommen ist, um sie zu erlösen! Der Stamm trägt die Äste und Zweige. Den Lebenssaft eines Baums sehen wir natürlich nicht! Wir sehen aber die schönen Blätter und Früchte! Blätter und Früchte sind ohne den Lebenssaft eines Baumes undenkbar. Diesen Lebenssaft des Lebenssaftes möchte ich mit dem Geist Gottes vergleichen, seine Früchte sind Glaube, Hoffnung, Liebe.

 

Ein Kirchenvater, Gregor von Nazianz, versucht die Dreieinigkeit Gottes so zu erklären: Da ist eine Quelle.Ihr Wasser sammelt sich zu einem kleinen Bach. Dieser Bach gräbt sich nun seinen Weg den Hang hinunter, bis weit hinein in das Tal. Und er wächst dabei, wird größer und mächtiger und wird endlich zu einem richtigen Fluss. Und so haben wir eine Quelle, einen Bach und einen Fluss. Alle drei führen das gleiche Wasser.

 

Genau genommen ist die Lehre von der Dreieinigkeit Gottes nur ein Versuch, das geheimnisvolle Wesen Gottes in Worte zu fassen. Die Legende erzählt vom Begründer der Trinitätslehre, Augustin, dass dieser am Strand ein Kind beobachtete. Dieses Kind lief immer wieder zum Meer, schöpfte Wasser in eine Muschel und goss es in ein Loch. Augustin machte sich über das Kind lustig; „Du willst doch nicht etwa das ganze Meer ausschöpfen?“ Das Kind entgegnete: „Und du willst mit deinem menschlichen Verstand die Dreieinigkeit Gottes erfassen?“

 

Wenn wir nun diesen Trinitatissonntag feiern, sind wir eingeladen, über diese Frage nachzudenken: wo – wie – wann haben wir Gott erfahren. Vielleicht kommen wir sogar mit unseren Mitmenschen darüber ins Gespräch.

 

KONTAKT

Dr. Matthias Wilke

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
Pastor/-innen
Matthias
Wilke
Pastor
Westerwalseder Straße 7
27386
Kirchwalsede
Tel.: 
(04269) 9320121
Fax: 
04269-2187
Sa. 25.05.13
Rechenkünste
Frank Hasselberg
Rechenkünste

Es ist eine alte Streitfrage, wer am schlechtesten rechnen kann: Theologen oder Juristen. Wenn ich auf den heutigen Sonntag blicke, habe ich wohl verloren: Dreieinigkeit, lateinisch Trinitatis. Nach diesem Fest werden alle Sonntage bis zum Ende des Kirchenjahres gezählt. Drei ist gleich eins - was soll das denn? Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist: Für viele ist es ein Rätsel, wieso drei Personen ein Gott sind. Ist das nicht mathematischer Blödsinn?

Auf der anderen Seite ist die Trinität, die Dreiheit vieler Dinge, offenbar: Wir teilen die Geschichte ein in drei Epochen, Antike, Mittelalter und Neuzeit. Der Mensch besteht aus Körper, Geist und Seele. Einen Raum ergeben erst die Maße Länge, Höhe und Breite. Und ein chemisches Element wie Wasser kommt in drei Zustandsformen vor: fest, flüssig und gasförmig. Für mich sind das Spuren der Trinität. So hat sich Gott offenbart als der Schöpfer-Vater, der Erlöser-Sohn und der Erkenntnis-Geist. Dennoch bleibt es letztlich ein Geheimnis des Glaubens, wie ein Gott in drei Personen wirkt. Als Menschen würden wir zu gern diese Grenze des Geheimnisses überschreiten, aber das wird uns nie ganz gelingen.

Dietrich Bonhoeffer umschreibt das Ganze so: „Der Sinn der Dreieinigkeitslehre ist ungeheuer einfach, so dass es jedes Kind verstehen kann: Es ist wahrhaftig nur ein Gott, aber dieser ist die vollkommene Liebe und als solcher ist er Jesus Christus und der Heilige Geist. Die Dreieinigkeit ist nichts als der schwache Lobpreis der Menschen auf das Ungestüm der Liebe Gottes, in der er sich selbst verherrlichte… ist Aufruf zur Anbetung, zur Ehrfurcht, zur Liebe, die sich in Gott versenkt. Dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist sei allein die Ehre von nun an bis in Ewigkeit.“

Dreieinigkeit: Niemand muss weiter als bis drei zählen können, um Gott zu verstehen. Ich finde das klasse, das bekomme ich noch hin!

KONTAKT

Frank Hasselberg

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Öffentlichkeitsarbeit
Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Frank
Hasselberg
Pastor, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis
Schneverdinger Straße 14
29640
Schneverdingen
Tel.: 
(05193) 4130
So. 19.05.13
Begeistert
Begeistert

Wie gelingt Veränderung? Veränderung ist notwendig in vielen Bereichen. Man müsste alles auf den Kopf stellen, noch einmal von vorn anfangen. Grundsätzlich, andere Strukturen, Erneuerung auf ganzer Linie:, im Finanzgebaren, in der Politik, vor allem in der materiellen Grundorientierung dieser Gesellschaft und auch in der Kirche. Gier, Machtgehabe und Mogelei – das muss anders werden. Wenn nichts Grundlegendes geschieht, wird es sich nicht bessern. Nur leider, was kann ein einzelner Mensch tun?

Gottes Geist begeistert Menschen. Er fährt nicht in Strukturen, er zeigt sich nicht im großen Ganzen, sondern immer in Menschen aus Fleisch und Blut. Begeisterte. Begabte. Und es ist keine Masse. Zwölf Leute waren es an dem Anfang, von dem die Bibel erzählt. Und einer von ihnen wie Petrus ist so begabt, dass er den Mund aufmacht und deutet, was geschieht. Veränderung ereignet sich, indem Gottes Geist in die Menschen kommt. Ein Einfall. Inspiration. Innovation. Und die, die sich dem öffnen, teilen miteinander, was sie begeistert. Die Jungen erzählen den Alten von ihren Zukunftsideen. Die Alten verstecken nicht länger verschämt ihre Träume, die ja noch immer da sind. Sie reden miteinander von dem, was möglich ist. Und sie tun, was sie im Inneren begeistert.

Nicht jede Inspiration verändert die Welt. Aber ohne Inspiration geschieht nichts Lebendiges. Pfingsten erinnert an diese tiefe Wahrheit. Ohne Begeisterung wird sich nichts zum Besseren verändern, - durch den Geist, nicht durch Gewalt.

Manche glauben, früher gab es mehr von Gottes Geist. An dem ursprünglichen Pfingstfest z.B. mit Brausen und Feuerflammen. Aber heute sind wir von guten Geistern verlassen. Ich glaube nicht, dass Gott in unserer Zeit weniger gegenwärtig ist als in anderen. Er geizt nicht ausgerechnet heute und bei uns mit dem Geist, den er auf die Jünger so freigiebig ausgegossen hat. Wir müssen aber den Blick schärfen und Platz lassen für die Begeisterung eines Menschen. In der Begeisterung liegt eine Kraft, die auch uns anstecken kann. Und wir sollten mehr Raum geben für das, was uns selbst inspiriert.

Wenn zwölf ihre Begeisterung teilen, geschieht ein Aufbruch. Mit Gewissheit. Pfingsten heute. Da wird nicht alles anders, aber vieles wird neu in der Kirche, in der Politik und auch im eigenen Leben. In jedem Fall. Es ist gut, wenn wir dabei sind. Gott segne Ihr Pfingstfest!

 

Di. 09.04.13
Die eiserne Lady
Matthias Richter
Die eiserne Lady

Die eiserne Lady ist tot. Am letzten Montag ist die frühere britische Premierministerin Margaret Thatcher im Alter von 87 Jahren gestorben. Davor war sie lange dement, lebte zurückgezogen.

Eigentlich ist das kaum eine Nachricht, die zu großen Gefühlen Anlass gibt. Sie hatte ein langes Leben. Und die großen Zeiten der umstrittenen Dame liegen über 20 Jahre zurück. Für die einen repräsentierte sie die Stärke ihrer Nation. Eine Frau, die anpackt, die endlich mal aufräumt. Für die anderen steht sie für sozialen Kahlschlag und für die Absurdität des Falklandkrieges. Und sie haben nicht ihre Nibelungentreue zum chilenischen Diktator Pinochet vergessen, den sie als aufrechten Kommunistenhasser verehrte.

Jetzt ist sie tot. Eigentlich ein guter Anlass, um noch einmal fair Bilanz zu ziehen. Wären da nicht die Gefühle. Die einen steigern nun ihre Verehrung für eine große Staatsmännin, blenden alles Kritische aus. Sie reduzieren die Lady auf den eindrucksvollen Einsatz ihrer Handtasche und ihre pfiffige Schlagfertigkeit. Die anderen verbrennen öffentlich Porträts von ihr, singen "Ding Dong, die Hex' ist tot!" und schmähen sie posthum als Schlampe.

Natürlich erklärt sich solche fortdauernde Polarisierung mit ihrem Leben, das früher schon nur wenige kalt ließ. Und natürlich wird auch manche Reaktion durch die Medien aufgebläht. Und dennoch beschäftigen mich die Berichte - vielleicht weil ich daran denke, was einmal über mich gesagt wird?

Vielleicht geht es manchen so wie mir, dass sie sich wünschen würden: „Wenn ich einmal soll scheiden, dann erinnert Euch an mich. Seid ruhig ehrlich dabei. Ja, ich habe manches verbockt, habe vieles falsch eingeschätzt. Manchmal war ich kein hilfreicher Zeitgenosse, und es war nicht leicht mit mir. In manchen Sachen war ich aber auch richtig gut. Ein paar Mal war ich wirklich selbstlos. Einige Male konnte man sich ein Vorbild an mir nehmen. Licht und Schatten eben – traut Euch und sprecht über beides. Ich hoffe, dass Euer letztes Urteil nachsichtig ist. Aber wenn das nicht geht, ist es eben auch so. Auf jeden Fall werde ich im Himmel viel über mich selbst lernen – und mit Euch noch viel zu diskutieren haben.“

 

KONTAKT

Matthias Richter

Matthias
Richter
Theologischer Direktor des Agaplesion Diakonieklinikums
Elise-Averdiek-Straße 17
27356
Rotenburg
Tel.: 
(04261) 77-0
Do. 04.04.13
Nimm Dir das Leben!
Jutta Wendland-Park
Nimm Dir das Leben!

Nimm Dir das Leben!

 

Nimm dir das Leben, so heißt es in einem Lied von Udo Lindenberg. Darin erzählt er von einer Freundschaft zwischen zwei „Typen“, die sich einst unsterblich fühlten. Und heute?

„Heut’ stehst du mit einem Bein im Grab

die Welt da draußen macht dich fertig

und du sagst, du hast genug“ so heißt es im Text.

 

Vielleicht fühlen Sie sich bei diesen Zeilen angesprochen, weil das Leben es auch gerade nicht gut mit Ihnen meint. Weil Ihnen alles über den Kopf gewachsen ist; Sie müde und kraftlos geworden sind.

Dann sollten Sie hören, wie es in dem Lied weitergeht. Dort heißt es nämlich:

„Nimm dir das Leben und lass es nicht mehr los

greif’s dir mit beiden Händen

mach’s wieder stark und groß.

Nimm dir das Leben

Und gibt’s nie wieder her

Denn wenn man es mal braucht

Dann findet man’s so schwer.“

 

Das sind hoffnungsvolle Worte. Sie fordern auf, das Leben nicht aufzugeben, weil es so kostbar ist. Und so einzigartig.

Genau das ist die Osterbotschaft. Auch sie beginnt mit der Verzweiflung und Mutlosigkeit der Jünger, als Jesus Christus am Kreuz stirbt und alles verloren scheint.

Doch dann, an jenem Ostermorgen, wird deutlich: Das Grab ist leer.

Das Leben hat gesiegt gegen den Augenschein.

Und sie, die Jünger, verspüren plötzlich neue Kraft. Sie nehmen ihr Leben wieder selbst in die Hand und begreifen: Gott will das Leben. Wir haben eine Zukunft!

 

Gott will das Leben. Er ist das Leben. Mit ihm an der Seite kann es gelingen, immer wieder aufzustehen und einen neuen Anfang zu wagen. Mit ihm an der Seite werden wir zu Protestleuten gegen den Tod, wie es ein Theologe formulierte.

 

Deshalb...

Nimm dir das Leben und lass es nicht mehr los

greif’s dir mit beiden Händen

mach’s wieder stark und groß.

KONTAKT

Jutta Wendland-Park

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Diakonische Einrichtungen
Jutta
Wendland-Park
Pastorin, Vorstandsvorsitzende der Rotenburger Werke
Lindenstraße 14
27356
Rotenburg
Tel.: 
(0426) 920212
Fax: 
(0426) 920200

Seiten