Andachten

Kurz innehalten. Sich für einen Moment besinnen, woher wir eigentlich kommen, was wichtig ist im Leben. Dabei helfen uns kurze Andachten. Die Pastorinnen und Pastoren des Kirchenkreises Rotenburg verfassen jede Woche zwei Zeitungsandachten für die Rotenburger Rundschau und die Rotenburger Kreiszeitung. Wir veröffentlichen sie hier und schaffen damit ein Archiv, auf das Sie zurückgreifen können, wann immer Sie möchten. Denn: Ihre Zeitung werfen Sie irgendwann in den Papierkorb. Die Andachten behalten jedoch ihre Gültigkeit jenseits der Tagesaktualität.

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Datum
Titel
Name
Mo. 16.06.14
Himmlisches Dream-Team
Frank Hasselberg
Himmlisches Dream-Team

Von ihren ganz irdischen Mannschaften träumen jetzt wieder Menschen in aller Welt. Ausnahmezustand. Und ich frage mich: Was würde wohl Jesus über Fußball sagen? Mit seinen Jüngern hätte Jesus eine starke Truppe gehabt für sein Spiel: Den draufgängerischen Judas kann ich mir gut als Mittelstürmer vorstellen, Petrus als zuverlässigen Spielführer… Ich stelle mir vor, Jesus würde sich bei der Weltmeisterschaft an den Spielfeldrand setzen, beobachten und überlegen, wen er mit Gott vergleichen könnte. Vielleicht den Schiedsrichter? Der darf keinen bevorzugen, ist unparteiisch. Jesus könnte sagen: Gott ist wie ein guter Schiedsrichter: Er ist gerecht, für alle da und unbestechlich. Niemand kann Gott für sich allein beanspruchen. Oder: Gott ist wie ein guter Linienrichter. Er hat den Überblick und sieht von seiner Position aus mehr als wir alle zusammen. Ihm kann keiner was vormachen.

Gott als guter Trainer? Er hat uns durch seinen Sohn Jesus Christus gesagt und vorgelebt, wie man gut miteinander „spielt“, wie man als Christ in der Welt leben kann. Er hat uns Mut gemacht, unser Leben Gott anzuvertrauen und nicht nur auf unsere eigene Kraft zu setzen. Dazu braucht man Training! Immer wieder zum Beispiel im Gottesdienst, im persönlichen Gebet oder Gespräch mit anderen Christen.

Gott als Torwart? Der muss ja den Ball halten, damit er kein Tor reinkriegt. Aber das gelingt nicht immer. Und ohne Tore wäre das Spiel nun mal uninteressant. Das gehört dazu, wie es wohl im Leben dazugehört, dass ich hin und wieder „ein Tor reinkriege“. Gott hält nicht alles Schwere in meinem Leben ab, aber – und das unterscheidet ihn vom Fußball-Torwart – er fängt mich auf. Er gibt mir die Kraft, immer wieder aufzustehen und „weiterzuspielen“.

Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist: ein Dream-Team, das seinen Namen verdient!

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Frank Hasselberg

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Frank
Hasselberg
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Do. 12.06.14
Der Geist des Friedens, der Wahrheit und der…
Karin Klement
Der Geist des Friedens, der Wahrheit und der Liebe

Dieses Jahr erinnert mit mehreren Jubiläen an gewaltige staatliche und menschliche Konflikte: Vor 100 Jahren begann der erste Weltkrieg, vor 75 Jahren der Zweite. Vor 25 Jahren fiel die deutsch-deutsche Mauer und verwandelte sich das chinesische „Tor zum himmlischen Frieden“ (Tian`anmen) in eine offen sichtbare Hölle, als der friedliche Protest für Freiheit und Demokratie von der chinesischen Regierung brutal niedergeschlagen wurde.

Doch der Geist der Freiheit lässt sich nicht von Panzern überrollen, nicht durch staatliche Macht wegsperren oder aus dem Wissen der Menschen verdrängen. Er durchdringt nicht nur Gedanken, er berührt Herz und Seele.

Als am 5. Juni 1989, am Tag nach der blutigen Unterdrückung, in Peking eine Panzerkolonne vorbei an abgesperrten Demonstranten über den Boulevard des „Ewigen Friedens“ rollt, läuft plötzlich ein einzelner Mann auf den ersten Panzer zu. Mit zwei weißen Plastiktüten in der Hand stellt er sich dem rollenden Machtwerkzeug in den Weg. Atemlose Stille, nur das Dröhnen der Panzerketten, die sich drohend nähern. Knapp vor dem schmalen Menschen bleibt der erste Panzer stehen und nach ihm die gesamte Kolonne. Er versucht, um ihn herum zu fahren; der Mann stellt sich erneut in den Weg. Er bleibt hartnäckig – lebensmüde oder naiv? Schließlich klettert er, immer noch mit seinen Beuteln in der Hand, ohne Eile auf das Kriegsgerät und versucht, mit den Soldaten zu reden. Niemand öffnet; er klettert wieder herunter, stellt sich neben den Metallkoloss, spricht mit Händen und Gesten. Irgendwann wird er von Menschen am Seitenrand fortgebracht. Die Militärmacht rückt weiter vor.

Das Bild vom kleinen Menschen gegen die Kriegsmacht eines Staates wird zum Symbol für Widerstand und für die Kraft des Geistes. Dass Widerstand im Geist des Friedens sich lohnt, auch, wenn es Jahrzehnte und länger dauern kann. Mächtige versuchen, die Gedanken ihrer Untertanen zu manipulieren, die Wahrheit zu verdrehen oder totzuschweigen. Wenn gar nichts mehr hilft, werden Menschenleben vernichtet. Doch der Tod hält den Geist nicht auf.

Der Geist des Friedens, der Wahrheit und der Liebe scheint äußerlicher Macht unterlegen. Doch in jedem Menschenkind glüht ein Feuer seiner Lebendigkeit und setzt der Welt ein Licht auf. Gott sei Dank! Zu Pfingsten feiern wir, dass Gott uns mit seinem Geist des Friedens, der Wahrheit und der Liebe begabt.

 

 

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Mo. 02.06.14
Wo ist der Himmel?
Frank Hasselberg
Wo ist der Himmel?

Bankett im Kreml. Chruschtschow zieht Gagarin beiseite: „Hast du - ich meine - da oben - IHN gesehen?“ Der Astronaut nickt. „Habe ich mir doch gedacht!“ stöhnt der Boss. „Niemandem was sagen, verstanden?!“

Kurz darauf greift sich der Metropolit der russisch-orthodoxen Kirche den Kosmonauten. „Hast du - ich meine, als du da draußen warst - IHN, hast du IHN gesehen?“ Gagarin schüttelt den Kopf. „Habe ich es mir doch gedacht!“, seufzt der Bärtige. „Niemandem was sagen, verstanden?!“

Wo ist Gott? Jedenfalls thront er nicht auf Wolke sieben. Das ist die Gefahr des Himmelfahrtsfestes: dass wir zu sehr in die Ferne blicken. Dass wir denken: Jesus ist in den Himmel gefahren, das muss ganz weit weg sein. Irgendwo hoch oben, für uns unerreichbar. Dabei ist das Wichtige oft direkt vor unserer Nase. Gott ist nicht da, wo der Himmel ist. Sondern der Himmel ist da, wo Gott ist. Wenn wir nur in den Himmel über uns blicken, in die Ferne, dann werden wir Gott nicht finden. Wenn wir aber nach vorn blicken, wenn wir die Welt sehen, in der wir leben, die Menschen, mit denen wir zusammenleben und denen wir begegnen, dann werden wir auch Gott finden und erleben.

Dann werden wir merken: Gott ist nicht da, wo alles leer ist. Er ist auch nicht unendlich weit weg. Gott ist da, wo Menschen sind, wo wir sind. Und wo Gott ist, da ist auch ein Stück Himmel. Da ist auch ein Stück von dem, was wir uns wünschen, erträumen, erhoffen.

Das Fest Christi Himmelfahrt sagt, dass Jesus zu Gott zurückgekehrt ist. Aber das ist nur die halbe Botschaft. Die andere Hälfte besteht darin, dass er uns weiterhin nahe ist. Da er für uns da ist und in unser Leben eingreift. Wenn wir davon etwas merken, werden wir staunen!

 

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Frank Hasselberg

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Mo. 26.05.14
Unter freiem Himmel
Haike Gleede
Unter freiem Himmel

Die Sonne scheint. Einige Männer machen sich auf den Weg. Sie wollen ihren Feiertag gebührend feiern. Hinter sich her ziehen sie einen Bollerwagen mit Getränken. Es ist Vatertag. Er hat seine Wurzeln in den USA. Präsident Richard Nixon erklärte ihn in den 70er Jahren zum offiziellen Feiertag. Begangen wird er dort am dritten Sonntag im Juni. Nur in Deutschland fällt der Vatertag auf Himmelfahrt. Himmelfahrt ist ein wichtiges Fest im Kirchenjahr.

Am Himmelfahrtstag sammeln sich zahlreiche Besucher unter freiem Himmel. Der Posaunenchor spielt. Draußen ist ein Altar aufgebaut. Der Gottesdienst beginnt und die Menschen lauschen auf die Worte aus der Apostelgeschichte. Sie erzählt, wie der auferstandene Jesus sich auf sehr ungewöhnliche Art und Weise von seinen Jüngern verabschiedet. Mit ihm haben seine Jünger und Jüngerinnen einiges erlebt. Er war gekreuzigt worden, doch dann stand er plötzlich leibhaftig vor ihnen. Auferstanden! Jetzt ist es sicher:

Er ist Gottes Sohn. Ehrfürchtig hören sie ihm zu. Plötzlich wird er von einer Wolke in den Himmel emporgehoben. Zum Abschied verspricht er ihnen: “Ihr werdet bald die Kraft des Geistes empfangen.“ Mit offenen Mündern stehen sie da und starren in den Himmel. Jesus ist längst verschwunden. Aber zwei weißgekleidete Gestalten stehen da und holen die Freunde zurück auf den Boden der Tatsachen. Jesus ist weg. Er wird wiederkommen- eines Tages, aber jetzt seid ihr dran.

Jesus hat sein Versprechen gehalten. Zehn Tage später werden sie von Gottes Geist erfasst. Sie werden zu Botschaftern Jesu auf dieser Welt. Hier auf der Erde haben sie ihren Auftrag zu erfüllen. Und sie gehen los und tragen Gottes Liebe und Jesu Worte und Taten in die Welt.

Es ist gut, wenn uns jemand an unseren Auftrag erinnert. Jeder Mensch hat seinen Platz und seine Aufgabe. Manchmal braucht es einen Anstoß von außen, damit wir uns aufraffen. Wer voller Begeisterung für eine Sache ist, der wird viel bewegen. Unter dem offenen Himmel und doch fest geerdet gehen wir unseren Weg. Beides ist wichtig, die Kraft des Geistes und die Lust zum Handeln.

Das wünsche ich den Vätern und Müttern, wenn sie nach den Feiertagen in ihren Alltag zurückkehren.

Das wünsche ich auch denen, die sich heute zur Wahl stellen, Männer und Frauen, die etwas bewegen wollen in ihrem Land, ihrem Kreis oder ihrer Stadt.

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Mo. 12.05.14
Augenringe(n)
Dr. Matthias Wilke
Augenringe(n)

 

Es gibt Tage, da sehe ich einfach „alt“ aus. Denken Sie z.B. an einen Morgen wie diesen: Die ganze Nacht haben Sie kaum zur Ruhe gefunden, weil ihr Kind Bauchschmerzen hatte oder vor Schnupfen nicht schlafen konnte; oder weil so viele Gedanken in Ihrem eigenen Kopf kreisten, dass der Schlaf einfach nicht kommen konnte. Am Morgen nun fragen Sie Ihren Spiegel, ob es diese Augen auch ohne dunkelmüde Einfassung gibt. Und jetzt stellen Sie sich ferner vor, an einem solchen Morgen setzen Sie sich statt in die Küche in die Kirche und jemand erzählt ihnen: „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“ Und das heute...

Wie kann ich „neu“ aussehen, wenn ich mich doch echt alt fühle? Wenn ich mit den Augenringen ringe, kann mir jemand noch so gut gemeint zu sagen versuchen, ich sei doch „top frisch“. Ich werde es ihm nicht glauben (mich höchstens, wenn es gut kommt, nicht veräppelt, sondern geschmeichelt fühlen). Aber eben genau darum geht es: was im Regelfall nicht klappt, passiert. Der Glaube sieht nicht nur darauf, wie ich mich selbst fühle, sondern auf „Christus“. „Ist jemand in Christus, so ist er… “. „In Christus“? Klingt krude, aber übersetzen Sie es einmal so: „Sieht sich jemand mit den Augen Christi an, so ist er“ … neu – und dann wird das schon eingängiger. Ich sehe meine Augenringe – gebrauchtes Leben. Die Augen, mit denen Christus mich anschaut, sehen den Glanz, der in den Ringen schläft. Liebe … Augenringe …

Übrigens, wenn Sie Lust haben, den Satz einmal nachzulesen: Er steht im Neuen Testament, im 2. Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 5, Vers 17.

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Dr. Matthias Wilke

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Mo. 05.05.14
Brüder zur Sonne zur Freiheit
De van Nguyen
Brüder zur Sonne zur Freiheit

Wie haben Sie den 1. Mai verbracht? Nelke im Knopfloch? Waren Sie demonstrieren? Haben Sie den „Tag der Arbeit“ verbracht oder nur einen freien Tag genossen? 1889 wurde dieser Tag zum ersten Mal begangen in Erinnerung an den Haymarket Riot in Chicago. Da hieß er noch „Kampftag der Arbeiterbewegung“.

Ich mag diesen Tag, weil er einer der wenigen Feiertage ist, an denen ein Pastor frei hat. Aber viel mehr noch, weil er für etwas steht, von dem unsere Gesellschaft profitiert hat. Dass am Sonntag nicht gearbeitet werden soll, ist keine Leistung der Kirche, sondern der Arbeiterbewegung. Soziale Veränderungen, Verbesserung der Arbeitsbedingungen – Leistungen der Arbeiterbewegung, die am 1. Mai gefeiert werden sollen. Vergleicht man die sozialen Forderungen der Bibel mit den Forderungen der Arbeiterbewegung, dann finden sich Gemeinsamkeiten in rauer Menge. Hält man das Liedgut nebeneinander, so finden sich fast wörtliche Übereinstimmungen.

Jedes Jahr am 1. Mai frage ich mich, warum es nie einen breiten Schulterschluss zwischen Kirche und Arbeiterbewegung gegeben hat.

Aber es gibt auch einen Unterschied: „Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will“ – so heißt es im Bundeslied des Arbeitervereins. „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ – so klingt es aus dem Evangelischen Gesangbuch.

Wer es richten soll, was falsch läuft in dieser Welt, auf wen man vertrauen soll – auf sich selbst oder auf Gott, das ist die scheinbar unüberbrückbare Differenz.

Die Kirchen waren nicht bereit, in Erwägung zu ziehen, dass Gott vielleicht auch durch die Arbeiterbewegung wirken könnte und die Not der Arbeiter war zu groß, als dass sie noch länger bereit waren auf den Arm Gottes zu warten.

Beide Seiten haben Recht. Beide Seiten setzen sich für das Wohl der Menschen ein. Beide Seiten sehen die Unerlöstheit der menschlichen Kreatur und richten ihre Hoffnung auf eine Zukunft, in der die Verhältnisse andere sein werden.

 

Brüder, in eins nun die Hände

Brüder, das Sterben verlacht

Ewig der Sklaverei ein Ende

Heilig die letzte Schlacht

Ob dies ein Vers aus der Bibel ist, oder eine Zeile aus einem Arbeiterlied – das dürfen sie selber nachschlagen.

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De van Nguyen

De
van Nguyen
Pastor i. R.
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Mo. 28.04.14
Gesucht wird...
Frank Hasselberg
Gesucht wird...

„Deutschland sucht den Super-Konfi“. Nein, keine Sorge, das ist nicht schon wieder eine neue Casting-Show, davon gibt es wirklich genug im Fernsehen. Der Super-Konfirmand wird diesen Sonntag beim Vorstellungsgottesdienst in der Eine-Welt-Kirche gesucht. Es gibt Moderatoren, eine Jury – und Kandidaten. Einige der Jugendlichen treten zum „Wettbewerb“ an mit Themen wie zum Beispiel „Die Taufe – mehr als nass werden“, „Psalm 23 in moderner Form“, „Warum der Mittwoch die Mitte der Woche ist“ oder „Die 10 Gebote der Jugend“. Sie haben sich dazu ernsthaft Gedanken gemacht und wollen natürlich gut abschneiden. Allerdings wird die Jury keinen „Super-Konfirmanden“ küren, denn am Ende wird deutlich, wohin die Reise bei Gott geht: Er liebt uns, ohne dass wir uns verbiegen oder miteinander konkurrieren müssen.

Wahrscheinlich ist es in uns Menschen drin, dass wir immer die besten sein wollen. Schon zwei der Jünger, Jakobus und Johannes, wollten zur rechten und linken Seite Jesu sitzen, so heißt es im Evangelium (Markus 10, 35-45). Er weist ihre Bitte zurück. Das Gespräch gipfelt in der Aussage: „Wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein; und wer unter euch der Erste sein will, der soll aller Knecht sein.“ Darauf ist von den Konfirmanden noch keiner gekommen, und auch uns Erwachsenen fällt es oft schwer, zurückzustecken. Wer ist schon gerne Diener oder Knecht? Warum soll ich nachgeben, soll doch der andere… Aber bei Gott gelten andere Gesetze. „Superstars“ sind bei ihm, die ihre Mitmenschen mehr im Blick haben als ihre eigenen Interessen. Die nicht zuerst an ihren eigenen Vorteil denken. Die rücksichtsvoll sind und anderen helfend die Hand ausstrecken. Das können ganz kleine Dinge sein. Und es ist oft leichter, als sich abzustrampeln, um als Erster durch´s Ziel zu gehen. Zumal das immer nur einer sein kann.

Gefragt sind „Gottes Team-Player“. Mal sehen, wann meine „Super-Konfirmanden“ das verstehen. Ich wünsche es ihnen und allen Jugendlichen, die in den nächsten Wochen konfirmiert werden.

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Frank Hasselberg

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Frank
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Pastor, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis
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Di. 22.04.14
"Und was hast du für ein Hobby?"
"Und was hast du für ein Hobby?"

Seit gut 50 Jahren gibt es James-Bond-Filme. Zum Jubiläum kam Ende 2012 "Skyfall" in die Kinos, ein spannender Agententhriller. Die ersten Worte des Titelsongs lauten "This is the end!" ("Das ist das Ende!") Zunächst trifft das auch auf James Bond zu. Auf dem Dach eines fahrenden Zuges wird er von einer Kugel getroffen und stürzt in die bodenlose Tiefe eines reißenden Flusses. Nach seiner wundersamen Rettung kommt es allerdings zu einem weiteren Absturz: übermäßiger Alkoholkonsum und Tablettenmissbrauch bringen den harten Spion an den Rand. Schmerzhaft verzieht er das Gesicht, ringt nach Luft und hat seine zitternde Hand nicht mehr unter Kontrolle.

 

"Das ist das Ende!" – Wer den Anforderungen nicht mehr genügt, wer den Eignungstest nicht besteht, wer abstürzt, wer den Erwartungen nicht entspricht, der ist am Ende. Aber nicht James Bond! Als er vor seinem Gegenspieler steht, und der ihn fragt: "Und was hast du für ein Hobby?", antwortet "007": "Auferstehen!"

 

Auferstehen – das ist auch die Antwort des christlichen Glaubens auf Abstürze und auf alles, was so aussieht, als sei es das Ende. "This is the end!" haben die Anhänger und Wegbegleiterinnen von Jesus gedacht, als sie ihn am Kreuz qualvoll sterben sahen. Und dann, drei Tage später, hörten sie: "Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier. Er ist auferstanden!" (Lukas 24, 5b+6)

 

In Lebenssituationen, in denen der Boden unter meinen Füßen bedrohlich wankt, fällt es mir schwer, aufzustehen und begehbare Wege zu entdecken. Mir fehlt die Kraft für neue Schritte. Doch ich muss kein Superagent sein, um nach tiefen Krisen, Abstürzen, Versagen und Scheitern Auferstehung zu erleben. Ich kann es Gott zutrauen, dass er besonders an diesen Abgründen an meiner Seite steht und mich – auch durch die einfühlsame Begleitung hilfreicher Mitmenschen – Auferstehung erfahren lässt.

 

Ich wünsche Ihnen ein frohes Osterfest

Di. 15.04.14
Leidtragender Jesus
Roger Moch
Leidtragender Jesus

Mobbing kann jeden betreffen, ob im beruflichen, privaten oder schulischen Bereich. Mobbing wurde schon in der Bibel beschrieben. Gerade in der Passionszeit (= Leidenszeit) vor Ostern wurde Mobbing gegen Jesus betrieben. In der Zeit, in der Jesus von Judas verraten wurde, führte man ihn nach seiner Verhaftung den Obersten Priestern vor. Die herrschenden Priester und der Hohe Rat versuchten, Jesus durch falsche Zeugenaussagen zu belasten. Hier ein kleiner Ausschnitt:

Matthäus 26, 59 ff: Die Hohepriester und der ganze Hohe Rat bemühten sich um falsche Zeugenaussagen gegen Jesus, um ihn zum Tod verurteilen zu können. Sie erreichten aber nichts, obwohl viele falsche Zeugen auftraten. Zuletzt kamen zwei Männer und behaupteten: Er hat gesagt: Ich kann den Tempel Gottes niederreißen und in drei Tagen wieder aufbauen. Da stand der Hohepriester auf und fragte Jesus: Willst du nichts sagen zu dem, was diese Leute gegen dich vorbringen? Jesus aber schwieg. Darauf sagte der Hohepriester zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, sag uns: Bist du der Messias, der Sohn Gottes? Jesus antwortete: Du hast es gesagt. Doch ich erkläre euch: Von nun an werdet ihr den Menschensohn zur Rechten der Macht sitzen und auf den Wolken des Himmels kommen sehen. Da zerriss der Hohepriester sein Gewand und rief: Er hat Gott gelästert! Wozu brauchen wir noch Zeugen? Jetzt habt ihr die Gotteslästerung selbst gehört. Was ist eure Meinung? Sie antworteten: Er ist schuldig und muss sterben. Dann spuckten sie ihm ins Gesicht und schlugen ihn. Andere ohrfeigten ihn und riefen: Messias, du bist doch ein Prophet! Sag uns: Wer hat dich geschlagen?

Das war schon damals Mobbing. Nur weil Jesus lästig war für die Priester und Pharisäer, versuchten sie alles, um Jesus loszuwerden.

Das ist doch heute noch genauso. Nur weil man etwas anders macht als die Mehrheit, eine eigene Meinung hat, andere Wege geht, einfach irgendwo besser ist als andere, kann man verstoßen, verprügelt, ignoriert werden, man wird gemobbt.

Hat Jesus mit den gleichen Mitteln zurückgeschlagen? Nein, hat er nicht!

Jesus wurde sehr oft schikaniert, aber das hat er nicht einfach so hingenommen. Er hat sich Verbündete gesucht. Am Anfang waren es noch nicht viele, im Lauf der Zeit wurden es immer mehr.

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Roger Moch

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Weltanschauungsfragen
Roger
Moch
Schulpastor
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Westerwalsede
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Di. 15.04.14
Ostern gewinnt
Matthias Richter
Ostern gewinnt

Gestern im Büro: „Können Sie den Termin am 16. November übernehmen?“ Strahlend fragt mich die Kollegin, ob ich aushelfen kann. Na klar kann ich, auch wenn der November noch so gar nicht in meiner Vorstellung ist. Und so antworte ich: „Mach ich gerne – so Gott will und ich lebe.“ Der Nachsatz rutscht mir so raus. Ich kenne ihn von meinen Großeltern. Und die haben ihn aus der Bibel. Für mich bedeutet er ganz nüchtern: Plan ruhig dein Leben. Aber vergiss nicht, dass deine Pläne nicht alles sind. So ist er in mein Denken und manchmal auch spontanes Reden übergegangen.

Bei meiner Kollegin kommt das aber ganz anders an: „Herr Richter, so kenne ich Sie ja gar nicht. Besser doch, positiv denken und davon ausgehen, dass wir leben und es uns so gut geht wie heute.“ Da hat sie auch Recht. Und ich komme ins Nachdenken, ob mein Verslein nicht die Lebensfreude ausbremsen kann.

Es ist wie so oft: Beide Sichtweisen, so unterschiedlich sie auch scheinen, ergeben erst das Ganze. Ich will nicht immer alles Schlechte erwarten, alles immer unter Vorbehalt angehen – nach dem Motto: Es kommt sowieso anders. Andererseits will ich aber auch nicht vergessen, dass meine Pläne nicht alles sind. Oft tut es weht, wenn es anders kommt, als ich denke. Manchmal erweist es sich aber auch als Glück. Und in jedem Fall hilft mir die offene Zukunft, dass ich Mensch sein kann, der vieles selbst in der Hand hat, viel Verantwortung für eigenes und fremdes Leben trägt. Aber dass das zum Glück nicht alles ist.

Es ist kein Zufall, dass der Wechsel von der Passions- zur Osterzeit gerade im Frühling liegt. Der karge Winter liegt so dicht neben dem Aufbrechen der Natur. Genau das spiegeln unsere Feste. Die Passion steht für Pläne und Träume, die sich nicht erfüllt haben und den Schmerz darüber, den wir oft aushalten müssen. Ostern zeigt, dass es über unsere Pläne hinaus noch mehr gibt und bei Gott mehr drin ist, als ich machen kann. Beides ist mein Leben – und ich hoffe auch für mich, dass Ostern gewinnt.

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Matthias Richter

Matthias
Richter
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Mo. 07.04.14
Aushalten können
Peter Thom
Aushalten können

Jetzt in den Tagen vor Karfreitag betrachte ich aufmerksam das Bild des Gekreuzigten auf dem Wittorfer Altar. Besonders eindrücklich sind die Frauen unter dem Kreuz dargestellt: Sie sind immer noch bei Jesus. Seine Jünger sind längst davon gelaufen, haben sich in Sicherheit gebracht. Sie, die Frauen sind geblieben. Sie erleben das grauenhafte Leiden, halten mit ihm aus. Er stirbt am Kreuz und sie bleiben ihm nahe. Ihre Anteilnahme ist stärker als alle Angst. Sie werden auch dabei sein, wenn er ins Grab gelegt wird. Und sie werden die ersten Osterzeugen sein.

Aushalten können, das ist die Stärke dieser Frauen. Sie können das Unrecht nicht aufhalten. Sie können am Leiden nichts ändern. Sie sind machtlos. Aber in dieser Ohnmacht haben sie die Kraft zu bleiben.

Ich denke an die Angehörigen, denen es gelingt, mit einem Schwerkranken mitzuleiden und diesen Leidensweg gemeinsam zu ertragen. Ich denke an die Pflegekräfte in den Kliniken und Pflegeheimen, für die es zum Berufsalltag gehört, Leidenden nahe zu sein. Ich denke an die Ehrenamtlichen im Hospiz, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Sterbende zu begleiten. Wie viel Kraft gehört dazu!

Das kann nicht jeder. Das muss auch nicht jeder können. Aber wo Menschen es schaffen, anderen in ihrer schwersten Stunde nahe zu bleiben, da ist das ein großer Segen.

Als Vikar besuchte ich einen Patienten im Krankenhaus. Ich fand ihn abstoßend, geradezu widerlich. Ich erzählte meiner Mentorin davon. Sie riet mir: „Schau diesem Menschen ins Gesicht! Betrachte ihn so lange, bis du seine Schönheit entdeckt hast.“ Das ist es: Ich muss solange aushalten, bis ich im Angesicht des Leidenden den Menschen erkannt habe, den Gott liebt.

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Peter Thom

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Mo. 31.03.14
Allenfalls Märzglocken
Peter Handrich
Allenfalls Märzglocken

Letzte Woche habe ich versucht, für meinen Gottesdienst am Ostersonntag Osterglocken zu bestellen. In unserer Gärtnerei haben sie mir gesagt, das wird schwierig. Ob ich, wenn das nicht klappen sollte, auch andere Blumen nehmen würde. Ja, habe ich gesagt, gerne Tulpen. O, haben sie gesagt, das wird schwierig. Ob auch andere Blumen gehen würden? Ja, was sollte ich anderes sagen als „Sommerblumen“? Sommerblumen gehen.

Überraschend für mich war, dass Blumen anscheinend tatsächlich noch nach ihren Zeiten im Jahr vermarktet werden. Der April, das späte Osterfest, ist zu spät für Osterglocken. Osterglocken sind allenfalls Märzglocken.

Dabei gibt es das ganze Jahr über Tomaten, meist aus den Niederlanden, wo auch die Osterglocken und Tulpen herkommen. Und als Schnittchendekoration sehe ich auch das ganze Jahr über Erdbeeren. Es gibt das ganze Jahr über Zucchini, Paprika, Kohl, Salat, Äpfel. Warum eigentlich keine Osterglocken?

Ich glaube, wir Menschen haben eigentlich ein ausgeprägtes Gefühl für die Jahreszeit. Wir wollen Osterglocken im Frühjahr, Sommerblumen im Sommer, Astern im Herbst und Weihnachtssterne zu Weihnachten. Das ist die jahreszeitliche Dekoration, die mit den passenden Papierservietten und Tischdeckchen harmoniert. Und vermutlich mit unserem eigenen Biorhytmus.

Aber natürlich möchten wir in jeder Dekoration alles das haben, was zum Leben dazugehört: Erdbeeren, Zucchini, Paprika, Kohl, Äpfel und Co. Wir sind doch freie Menschen und wollen die freie Wahl haben. Erdbeeren nur im Mai – unglaublich! Wo kämen wir hin, wenn neben der Deko auch noch das Essen jahreszeitlich beschränkt wäre. Also, außer zu einer besseren Ökobilanz?

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Peter Handrich

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Pastor/-innen
Peter
Handrich
Pastor in den Rotenburger Werken
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Mo. 17.03.14
Glauben – Wahrnehmen – Handeln
Matthias Richter
Glauben – Wahrnehmen – Handeln

Gestern klingeln sie wieder bei mir. Zwei Frauen im langen Rock, eine älter, die andere ein Teenager – Jehovas Zeugen. Ob ich an Gott glaube und mit ihnen darüber reden möchte. Meine Antwort ist ziemlich einsilbig: Ja, ich glaube an Gott, aber ein Gespräch möchte ich nicht führen. Meine Tür ist schon fast wieder zu, da kriegt mich die ältere der beiden Damen doch noch zu packen. Ob ich nicht auch meine: Diese Welt sei so schlecht, da sollte man sich doch am besten aus allem heraushalten und ein gottgefälliges Leben führen, so wie es „Jehovah“ möchte.

Ich muss gestehen: Eine solche Einstellung macht mich regelrecht sauer. Natürlich ist diese Welt nicht so, wie sie sein sollte. Und für diese Einsicht muss ich nicht mal bis nach Syrien schauen. Und natürlich fühle ich mich manchmal machtlos, angesichts der komplexen Herausforderungen dieser Welt: Wo fange ich an? Und oft sind die Situationen ja auch undurchsichtig – und da hilft es gar nichts, wenn ich Bibelstellen aus dem zwölften vorchristlichen Jahrhundert aus dem Zusammenhang reiße, um Antworten auf unsere Fragen zu finden.

Aber trotzdem ist die Folgerung für mich immer: Sich einmischen! Auch auf das Risiko, sich angreifbar zu machen. Ohne Besserwisserei und immer auch auf die Gefahr, einen Fehler zu machen. Recht verstanden sind Christen große Einmischer. Der Kern des Glaubens ist ja, dass Gott diese Welt nicht egal ist. Deswegen kann sie es seinen Freunden auch nicht sein. Und deswegen setzen sie ihren Glauben um. Sie haben einen guten Blick für das, was gerade Not tut. Und lassen sich dann nicht lange bitten, vernetzen sich mit anderen, suchen kreative Lösungen, die allen Menschen und unserer Erde dienen.

Das Leitwort unseres Kirchenkreises bringt das so auf den Punkt: Glauben – Wahrnehmen – Handeln. Ich bin froh, dass viele Menschen das schon lange zu ihrem eigenen Motto gemacht haben – und es ihnen ziemlich egal ist, wenn sie dafür schräg angeguckt werden.

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Matthias Richter

Matthias
Richter
Theologischer Direktor des Agaplesion Diakonieklinikums
Elise-Averdiek-Straße 17
27356
Rotenburg
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(04261) 77-0
Mo. 10.03.14
Fasten
Jens Ubben
Fasten

Irgendwann ist Fasching vorbei. Leider, sagen viele. Gott sei Dank, meinen andere. Nach Aschermittwoch kommt dann die Fastenzeit. Sieben Wochen lang verzichten.

Hängen beide Zeiten nicht enger zusammen als gedacht? Bevor Menschen verzichten, möchten sie genießen. Vor sieben Wochen der Zurückhaltung soll es noch einmal großzügig zugehen. Kann ich gut verstehen. Aber Genuss wird erst vor dem Hintergrund des Verzichtes wirklich spürbar und bekommt seinen Sinn.

Das Fasten für 40 Tage erinnert daran, dass Jesus vor der Zeit seines öffentlichen Wirkens selbst erst einmal 40 Tage in die Wüste gegangen ist, um sich auf den neuen Zeitabschnitt vorzubereiten. Um geistliche Kraft zu schöpfen für das, was vor ihm lag.

Früher gehörte das Fasten zum Leben selbstverständlich dazu. Heute kann sich jeder selbst überlegen, ob er die sieben Wochen vor Ostern zu einer besonderen Zeit macht oder nicht. Denn genau das ist das Ziel dieser Zeit. Weniger die Frage, ob ich mal auf Süßigkeiten, Feierabendbier oder das Schnitzel verzichten kann. Sondern, ob ich mir Zeiten gönne, in denen ich aus dem Normalprogramm aussteige und zu mir selbst finde. Mich vorbereite auf neue Zeitabschnitte mit ihren Herausforderungen. Das Fasten drückt dann nur äußerlich aus, dass sich im Inneren ein besonderer Prozess abspielt.

Fasten ist wenig modern. Schade eigentlich. Könnte es sein, dass mancher Mensch nur deshalb in seinem Leben so wenig Außergewöhnliches erlebt, weil so wenig Zeit da ist, das Außergewöhnliche zuzulassen?

Fasten Sie mal!

 

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Jens Ubben

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Gemeindebrief
Pastor/-innen
Jens
Ubben
Pastor
Große Straße 16
27383
Scheeßel
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Mo. 03.03.14
Eine Bereicherung
De van Nguyen
Eine Bereicherung

„Warum sind bei euch in Deutschland die Behinderten eigentlich immer auf einen Haufen untergebracht?“ Mein Schwager Sergio aus Frankreich hat mich zum ersten Mal in Rotenburg besucht und wir hatten einen Spaziergang durch die Werke gemacht. Die üblichen Verdächtigen sind uns dabei entgegengekommen. All die Menschen aus den Werken, denen ich tagtäglich auf der Straße begegne. Sergios Mutter ist mit ihren Eltern in den 1940er Jahren vor den Nazis nach Frankreich geflohen und eine Spur Misstrauen gegenüber Deutschland hat sich in der Familie gehalten. Ich konnte ihm auf seine Frage nicht antworten. Mir ist das immer recht selbstverständlich vorgekommen.

Im Zuge der Inklusion sollen nun nach und nach Wohngruppen aus den Werken in die umliegenden Orte umziehen. Ich weiß zu wenig von den Überlegungen, die zu dieser Entscheidung geführt haben. Aber aus ganz egoistischen Gründen finde ich das schade. Ich fühle mich wohl am Rande der Werke zu wohnen. Maria mit ihrer Gitarre, Florian mit seinen Sorgen, Christian mit seiner etwas vorlauten Art und all die anderen, die nett grüßen und immer bereit für einen Schnack sind – es mag gute Gründe für eine Dezentralisierung geben, aber das, was mein Schwager kritisch beäugt hat, macht für mich ein großes Stück Lebensqualität in dieser Stadt aus. Es ist hier ein Stück entspannter als anderswo und ich bin mir sicher, das verdankt Rotenburg auch den Werken und ihren Bewohnern.

Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe wegführen lassen, und betet für sie zum HERRN; denn wenn's ihr wohlgeht, so geht's auch euch wohl. Diesen Rat gibt der Prophet Jeremia. Ich muss da gar nicht lange suchen, sondern nur aus dem Fenster schauen oder die Lindenstraße entlanggehen.

Liebe Maria, lieber Florian, lieber Christian und wie ihr alle heißt: vielen Dank, dass ihr mein Leben bereichert.

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De van Nguyen

De
van Nguyen
Pastor i. R.
27356
Rotenburg (Wümme)
Tel.: 
(04261) 5560
Mo. 17.02.14
Kein Beinbruch
De van Nguyen
Kein Beinbruch

„Das schönste am Alter ist, dass man keine Prüfung machen muss." Diesen Satz hat meine Mutter vor vielen Jahren in einer Radioandacht gehört und seitdem bei vielen Gelegenheiten zitiert. Für mich hat dieser Satz erst eine Bedeutung nach meinem Examen bekommen. Keine Prüfungen mehr machen zu müssen. Was für eine unglaubliche Erleichterung. Keine Prüfungen mehr. Frei!

Die Zeugnisferien sind zu Ende. Ob die Zeit nötig war um erst mal durchzuatmen oder sich von einem Schrecken zu erholen, muss jeder Schüler selbst entscheiden. Jetzt geht es wieder los und „nach den Zeugnissen ist vor den Zeugnissen". Ein Hamsterrad - und die Entwicklungen in der Bildungspolitik verstärken dies nur. Früher blieb man mal sitzen. Das war doof, aber kein Beinbruch. Heute ist das mit viel mehr Zukunftsangst verbunden. Die Leistungsschrauben sind fest angezogen in unserem Schulsystem und wer nicht mitkommt ist ein Versager. Ich habe großes Mitleid mit den heutigen Schülern.

Das schönste am Alter ist, dass man keine Prüfungen mehr machen muss. Bis dahin ist dieser Satz kein Trost. Das schönste an Luthers Lehre ist, dass ich vor Gott nicht in eine Prüfungssituation komme und Angst vorm Durchfallen haben muss. Das ist mir jetzt schon Trost und nicht erst später.

Liebe Schüler, es gibt Schlimmeres als eine Fünf - vielleicht ist das jetzt schon ein Trost.

Meinen Großeltern wurde jedenfalls an jedem Zeugnistag schon aus dem Flur zugerufen: „Ist es nicht schön, dass wir alle gesund sind!"

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De van Nguyen

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van Nguyen
Pastor i. R.
27356
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Mo. 10.02.14
Im selben Boot
Frank Hasselberg
Im selben Boot

Kennen Sie den Film „Life of Pi“? Er lief voriges Jahr im Kino, mittlerweile gibt es ihn auch auf DVD. Auf Deutsch heiß er „Schiffbruch mit Tiger“. Ein wundervoller, ungewöhnlicher Film, der mit vier Oscars ausgezeichnet wurde. In atemberaubenden Bildern wird eine skurrile Geschichte erzählt: Es geht um eine verhängnisvolle Schiffskatastrophe, bei der die einzigen Überlebenden der Junge Pi und ein ausgewachsener Bengalischer Tiger namens Richard Parker sind. Sie treiben hilflos in einem kleinen Rettungsboot über den Pazifik, Sturm, Wellen und sengender Sonne ausgesetzt. In dieser Geschichte stoßen höchst unfreiwillig zwei ganz unterschiedliche Wesen und Charaktere aufeinander. Besonders für den Jungen ist der hungrige Tiger nicht ungefährlich. Doch mit der Zeit erkennen beide, dass sie aufeinander angewiesen sind, um zu überleben. So arrangieren sie sich mit der Situation und erreichen einen respektvollen Waffenstillstand. Für Pi wird das Erlebnis schließlich zu einer Offenbarung Gottes.

Eine seltsame, anrührende Geschichte. Fremd und doch gar nicht so weit weg. Wir lernen mühsam, dass alle Geschöpfe, so unterschiedlich sie auch sein mögen, in einem großen Zusammenhang stehen. „Erst sterben die Bienen, dann der Mensch“, wußte schon Einstein. In der Tat: Wir sitzen alle in einem Boot, ob wir wollen oder nicht. Immer wieder sind Menschen aufeinander angewiesen, die sich ihr Gegenüber nicht ausgesucht haben. Damit alle eine Zukunft haben, ist Respekt vor dem anderen wichtig. Vertrauen kann wachsen, auch wenn es Zeit braucht. Und manchmal, da werden aus Fremden sogar Freunde. Kirchengemeinden zum Beispiel sind Orte, an denen sich ganz unterschiedliche Menschen treffen und erleben, dass sie auf eine geheimnisvolle Art miteinander verbunden sind. Ein schönes neueres Lied aus unserem Gesangbuch (EG 619, Strophe 2) sagt es so: „Damit aus Fremden Freunde werden, gehst du als Bruder durch das Land, begegnest uns in allen Rassen und machst die Menschlichkeit bekannt.“

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Frank Hasselberg

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Öffentlichkeitsarbeit
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Frank
Hasselberg
Pastor, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis
Schneverdinger Straße 14
29640
Schneverdingen
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(05193) 4130
Mo. 03.02.14
Gefallener Engel
Frank Hasselberg
Gefallener Engel

Im Baseler Kunstmuseum hängt ein Bild meines Lieblingsmalers Marc Chagall. Es heißt: „Der Engelsturz“. Ein glutroter, kopfüber stürzender Engel symbolisiert den Untergang, die totale Katastrophe im Leben des jüdischen Volkes und auch des Malers persönlich. Im Vergleich dazu ist der Sturz, den die „gelben Engel“ derzeit erleben, harmlos. Und doch ist es für viele Menschen katastrophal, ein weiterer Vertrauensbruch, den sie auch in anderen Institutionen erleben. Der ADAC ist auch nicht besser, sagen uns die Medien, da wird gemogelt, gelogen und betrogen, und die Rettungshubschrauber transportieren Bonzen statt notleidende Menschen. Wie immer schwarz-weiß gezeichnet, aber so ist das nun mal in Zeitung und Fernsehen. Wie sagt man so schön: „Hochmut kommt vor dem Fall.“ Wer sich selbst als „Engel“ bezeichnet, gleich welcher Farbe, muss damit leben, dass er am Ende verteufelt wird.

Da lobe ich mir die Engel der Bibel - und da haben sie schließlich ihren Ursprung. Das Wort bedeutet „Boten Gottes“. Weiß gewandet, haben Engel die Aufgabe, uns Menschen zu behüten und zu tragen. Sie bringen die frohe Botschaft von Gott auf die Erde. Ihre Macht ist größer als die Kräfte dieser Welt, sie sind viel mehr als nur „Pannenhelfer“. Die guten Engel Gottes umgeben uns als schützende Begleiter, sie passen auf, dass wir in den Wirren des Lebens nicht untergehen. Sie wollen kein Geld, und ich muss sie nicht erst rufen, wenn ich in Not bin. Solche Engel brauchen wir! Darum: Schluss mit Tricks und Täuschung, Selbstbedienung und Autolobby-Politik ohne Rücksicht auf die Umwelt. Für mich bedeutet die Abkürzung ADAC künftig: „Auf Dich Achtet Christus.“

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Frank Hasselberg

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Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Frank
Hasselberg
Pastor, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis
Schneverdinger Straße 14
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(05193) 4130
Mo. 27.01.14
Schütze deine Daten!
Roger Moch
Schütze deine Daten!

Weitgehend ist der Umgang mit den neuen Medien für viele Menschen noch Neuland, sowohl im rechtlichen als auch gesellschaftlichen und menschlichen Bereich. Eltern, Lehrkräfte, Erziehende, aber auch junge Menschen sind oft ratlos, wie sie auf unerfreuliche Situationen, hervorgerufen durch Chatten und Instant Messaging, fehlendem Datenschutz, sorglosem Gebrauch des Handys und Internets, Cybermobbing und Online-Communitys und Abzocke und Kostenfallen im Netz reagieren sollen. Nachstehend eine Orientierungshilfe für die Nutzung von Internet, Handy und Neuen Medien, gewissermaßen 10 Gebote für den Umgang mit den neuen Technologien.

1. Du sollst deine Nummer (oder die von Freunden und Familie) nur Freunden und Leuten geben, denen du vertrauen kannst.

2. Du sollst dich nicht ausfragen lassen! Erzähl Fremden nicht zu viel von dir, vor allem nicht deinen richtigen Namen, deine Adresse oder deinen Aufenthaltsort.

3. Du sollst dich nicht einfach fotografieren lassen. Nicht jeder will fotografiert werden! Aufnahmen sind nur mit Zustimmung in Ordnung. Heimliche Fotos, Videos oder Tonaufnahmen sind nicht erlaubt. Sag auch du deutlich, dass du nicht fotografiert werden möchtest, wenn es dir unangenehm ist.

4. Du sollst keine Dateien öffnen, deren Absender du nicht kennst. Sie können (schädliche) Viren oder eklige Inhalte enthalten. Inhalte, die per Bluetooth gesendet werden, kann man ablehnen!

5. Du sollst auch keine Fotos an Unbekannte verschicken, weder von dir selbst, deiner Familie oder von Freunden. Du weißt nicht, wo sie landen.

6. Du sollst nicht telefonieren: Im Unterricht, im Kino, in der Bibliothek – an allen Orten, wo Leute ihre Ruhe haben wollen. Stell dein Handy aus oder auf "lautlos".

7. Du sollst vertrauliche und private Themen nicht dort besprechen, wo alle mithören (müssen). Mach das lieber zu Hause!

8. Du sollst andere nicht per Handy beleidigen, dass ist unfair, feige und unanständig! Reagiere nicht auf Anrufe oder SMS, die dich ärgern oder dir Furcht einjagen sollen. Behalte die SMS, Bilder usw. als Beweise.

9. Du sollst etwas gegen Mobbing tun! Wenn ein peinliches Foto im Freundeskreis oder in der Klasse verbreitet wird, leite es nicht weiter.

10. Du sollst mit Freunden, Eltern, oder Lehrern sprechen, wenn jemand dich bedrängt. Sie können dir helfen und die Polizei informieren, wenn dich jemand bedroht.

„Wenn du angefragt wirst, bei einem Prozess zu helfen, der irgendwie link abläuft, dann mach da nicht mit [... ] so ein Unrecht musst du verhindern“, steht schon in der Bibel im 2. Buch Mose 23,7 (zitiert nach der Volxbibel).

 

Roger Moch, Berufsschulpastor BBS ROW, qualifizierter Krisen- und Medienberater

 

 

 

 

 

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Mo. 20.01.14
Bildung ist die einzige Lösung
Barbara Dieterich
Bildung ist die einzige Lösung

An einem Vormittag in der Woche mache ich ein offenes Angebot für die Kinder und Jugendlichen in der Schule der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Ich nehme meine Gitarre mit und mit den älteren Jugendlichen singe ich (vorwiegend christliche Lieder). Vor einiger Zeit kam ein Jugendlicher dazu, der Joshua hieß. Ich fragte ihn, ob er denn wisse, woher der Name kommt. Er wusste es nicht und sagte, es interessierte ihn auch nicht. Er meinte, er wäre Atheist. Ich habe ihm gesagt: ich fände, es hat weniger etwas mit dem Glauben, als vielmehr mit Allgemeinbildung zu tun. So wie ich eigentlich Schneewittchen und Rumpelstilzchen kennen müsste, so gehören auch Mose und Josua und Abraham zum Grundwissen hier bei uns, denke ich.

Szenenwechsel. Im Swat-Tal in Pakistan geht ein Mädchen mit Begeisterung zur Schule und saugt alles Wissen auf wie ein Schwamm. Am 9. Oktober 2012 wird sie auf dem Schulweg von Talibankämpfern angeschossen. Angeblich widerspricht es dem Islam, dass Mädchen zur Schule gehen. Bildung überhaupt ist eine Bedrohung für die Taliban, sie sprengen unzählige Schulen in die Luft und lassen Fernseher und Computer verbrennen.

Malala, so heißt das Mädchen, ist gläubige Muslimin. Sie liest im Koran, dass jeder Mensch verpflichtet ist, zu lernen. Malala überlebt und setzt sich weiterhin ein für das Recht auf Bildung für alle, besonders aber für Mädchen. Sie gründet eine Stiftung dafür und sie hält eine Rede vor der UN. Ihr Wissen schützt sie vor den falschen Informationen und Manipulationen der Taliban.

Zurück zu uns hier. Wir haben das Recht und die Pflicht, zu lernen und etwas für unsere Bildung zu tun. Seit Luther können wir die Bibel selbst auf Deutsch lesen. Joshua kann sich informieren, was es mit dem Josua auf sich hat, dem Nachfolger von Mose.

Glaube hat auch etwas mit Bildung zu tun. Erst wenn ich die Geschichten der Bibel kenne, kann ich mich dazu verhalten. Es gibt so viel Spannendes, Tröstliches und Aufrüttelndes darin, das es zu entdecken gilt und das uns zu Mitmenschen bilden kann in unserer einen Welt.

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Barbara Dieterich

Barbara
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