Andachten

Kurz innehalten. Sich für einen Moment besinnen, woher wir eigentlich kommen, was wichtig ist im Leben. Dabei helfen uns kurze Andachten. Die Pastorinnen und Pastoren des Kirchenkreises Rotenburg verfassen jede Woche zwei Zeitungsandachten für die Rotenburger Rundschau und die Rotenburger Kreiszeitung. Wir veröffentlichen sie hier und schaffen damit ein Archiv, auf das Sie zurückgreifen können, wann immer Sie möchten. Denn: Ihre Zeitung werfen Sie irgendwann in den Papierkorb. Die Andachten behalten jedoch ihre Gültigkeit jenseits der Tagesaktualität.

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So. 05.03.17
Du siehst mich
Franziska Heimann
Du siehst mich

Eine Plakatwand. Sie ist leuchtend orange. Auf der großen Fläche sind nur zwei Augen und ein Mund abgebildet. Die Augen sehen aus wie Bastel-Kulleraugen zum Aufkleben. Der Mund besteht aus einem nach oben gebogenen Satz: „Du siehst mich.“ Das Plakat wirkt freundlich mit den Augen und dem Mund auf dem orangefarbenen Hintergrund. Es ist die Werbung für den Deutschen Evangelischen Kirchentag 2017 in Berlin und Wittenberg. Er steht unter dem Motto „Du siehst mich“. In der Bibel wird das über Gott gesagt. „Du bist ein Gott, der mich sieht.“
Ein Gott, der mich sieht. Egal, wo ich bin, egal was ich tue. Ob ich allein bin oder zusammen mit anderen. Ob ich schlafe, oder wach bin. Ob es dunkel ist oder hell. Das ist ein Gedanke, der manch einem zu viel und zu nah ist. Nichts an mir ist ihm verborgen. Gott durch-schaut mich. Das kann beängstigend sein. Als wolle er mich kontrollieren, mir bei allem auf den Mund und die Hände schauen. Will ich das? Diskussionen um Überwachungskameras oder die Nachverfolgung jeder meiner Schritte im Internet zeigen: eigentlich will ich das nicht.
Ich denke entscheidend ist die Motivation, die dahintersteht, wenn jemand mich und mein Leben ansieht. „Du bist ein Gott, der mich sieht.“ Immer. Ob ich gerade stolz auf mich bin, weil mir etwas wirklich gut gelungen ist. Oder ob ich mich klein fühle. Ob ich gar nichts geschafft habe, ob ich allein bin und das eigentlich nicht möchte. Gott wendet seinen Blick nicht ab. Er sieht hin. Er sieht mich an. Es ist kein drohendes, überwachendes Sehen. Es ist vielmehr ein aufmunterndes, mitfühlendes und mutmachendes Sehen. Gott sieht mich an. Immer. Und er schenkt mir damit An-sehen. Ich finde es ist ein schöner Gedanke, dass da immer jemand ist, der mich sieht. Der da ist, auf den ich mich verlassen kann. Du siehst mich, Gott. Danke dafür.

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Franziska Heimann

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Franziska
Heimann
Vikarin in der Peter-und-Paul-Kirchengemeinde
Schneverdingen
So. 26.02.17
Hätte ich mehr getan?
Matthias Richter
Hätte ich mehr getan?

Seit einigen Wochen ist sie als Buch zu kaufen: Die historische Untersuchung „Über Leben in der christlichen Kolonie“. Sie behandelt die Geschichte des Diakonissen-Mutterhauses, der Rotenburger Werke und ihrer Vorsteher von 1905-1955. Ein renommierter Historiker hat dafür über ein Jahr lang geforscht, alte Archive gewälzt und dann alles aufgeschrieben. Beim Lesen entsteht bei mir ein Bild, wie die diakonischen Unternehmen in Rotenburg wachsen und ein Segen für viele werden. Aber es geht es mir auch neu unter die Haut, wie damals Menschen mit Behinderung in unserem Diakonieklinikum zwangssterilisiert worden sind. Noch mehr erschüttern mich die Berichte, wie Menschen aussortiert worden sind und dann im Rahmen der sog. T4-Aktionen abgeholt und feige ermordet wurden.

Und mitten drin in diesen Zeiten als Vorsteher Johannes Buhrfeind, nach dem auch die Straße benannt ist, in der ich wohne. Wie könnte es anders sein, dass er als Mensch seiner Zeit in hervorgehobener Position verstrickt ist mit allem, was um ihn herum passiert. Durch die Lektüre verstehe ich manche seiner Handlungen besser. Wie er bei den T4-Aktionen versucht hat, das Schlimmste zu verhindern oder zumindest hinauszuzögern. Auch wird deutlich, dass er niemals überzeugter Vertreter der NS-Ideologie oder ein Haupttäter der Verbrechen jener Zeit ist. Aber gleichzeitig kommt mir beim Lesen die Frage: Lieber Amtsbruder Johannes, hättest Du nicht etwas mutiger sein und etwas mehr tun können? Aber kaum gedacht kommt die nächste Frage an mich: Wäre ich in Deiner Situation mutiger gewesen und hätte ich mehr getan?

Ich bin froh, dass die Studie vorliegt und sich jeder selbst diese Fragen stellen kann. Noch wichtiger ist mir aber das Bewusstsein dafür, dass jede Zeit solche Fragen hervorbringt und das Gewissen herausfordert. In diesen Tagen ziehe ich für mich diese Parallele: Ich bin Zeuge, wie Menschen sich nach Deutschland geflüchtet haben und in Sicherheit sind. Dann werden sie in ein Flugzeug gesetzt und nach Afghanistan geflogen, wo es vielleicht auch sichere Ecken gibt, wo vielleicht aber auch der Tod wartet.

Vielleicht werde ich im Himmel gefragt werden, warum ich nichts dagegen getan habe. Geschichte wiederholt sich niemals genau gleich. Aber die Herausforderungen, sich für den Wert und den Schutz des Lebens einzusetzen, die bleiben.

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Matthias Richter

Matthias
Richter
Theologischer Direktor des Agaplesion Diakonieklinikums
Elise-Averdiek-Straße 17
27356
Rotenburg
Tel.: 
(04261) 77-0
So. 19.02.17
Hilft auch bei Verstockung
Dr. Matthias Wilke
Hilft auch bei Verstockung

Ein junger Mann aus Tuttlingen, sagt der Dichter, kam einmal ins reiche Amsterdam. Er blieb vor einem prächtigen Gebäude stehen. Was für eine Villa! „Wem gehört das Haus?“, fragte er einen Vorübergehenden. Doch der, Niederländer der er war, sagte nur: „Kannnitverstan“. Aha, dachte der junge Mann und ging weiter. An einer Gracht sah er ein großes Schiff mit vielen reichen, fröhlich feiernden Menschen. „Wau“, sagte er, „wem das wohl gehört?“ Wieder erhielt er die Auskunft: „Kannnitverstan“. „Dem gehört wohl alles“, grummelte er. Und als er auch noch hörte, dass der Jackpot der Lotterie geknackt worden war und wieder, klar, von einem „Kannitverstan“, da hielt es ihn nicht mehr, sondern er murmelte so platte Gedanken wie: „Ja, wenn einer hat, dann wird ihm auch noch alles andere … einfach so nachgeschmissen.“ So ging er weiter und sah vom Rand aus grummelnd dem Leben zu. Sein Herz wurde hart. Verbittert kam er an eine Straßensperre. Ein Leichenzug zog des Wegs. „Wer wird denn begraben?“, fragte er und bekam die Antwort: „Kannnitverstan“. „Och“, sagte der junge Mann und war sofort etwas ergriffen, „so was. Nun liegt er da, hat nichts von seinem Gewinn, der Herr Kannitverstan…“.

Ich denke nach über diese Geschichte, der einmal eine wahre Begebenheit zugrunde lag. Wer hätte das gedacht? All der Groll hätte bei dem jungen Mann auch zu Dauerverstockung führen können. Doch Gott rüttelt an ihm durch das, was er hört und erlebt – und löst die Verstockung. Möge er auch mein Herzensgegrummel lösen. Auf dass sich erfüllt, was die Losung für die kommende Woche fordert: »Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht“ (Hebräer 3, 15).

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Dr. Matthias Wilke

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
Pastor/-innen
Matthias
Wilke
Pastor
Westerwalseder Straße 7
27386
Kirchwalsede
Tel.: 
(04269) 9320121
Fax: 
04269-2187
So. 12.02.17
Was mich trägt
Peter Thom
Was mich trägt

Ich schaue aus dem Fenster: Ein paar Schneeflocken schweben herab und wirbeln umher. Vom Wind getrieben und getragen tanzen sie eine Weile den Schneeflockentanz. Und sinken schließlich hinunter zu den vielen anderen, die schon wieder tauen.

Was bewegt mich im noch jungen Jahr 2017? Bin ich auch nur eine Schneeflocke unter vielen anderen, die den Mächten und Kräften dieser Welt gehorchen müssen? Was trägt mich? Was treibt mich?

Nein, Schneeflocke bin ich nicht. Ich habe Willen und Verstand, meine Kräfte einzusetzen, Neues zu bewegen und Gutes zu tun. Dafür bin ich ein erwachsener Mensch und trage Verantwortung für mich und andere. Ich bin nicht Getriebener; ich betreibe meine Sache. Ich habe Vorsätze für’s neue Jahr und guten Willen, die Zukunft zu gestalten.

Was treibt mich in alledem? Ist es die Angst vor der Unberechenbarkeit des neuen amerikanischen Präsidenten? Oder der drohende Wirtschaftskrieg, der mich bangen lässt? Was wird aus Europa? Oder ist es die Furcht vor Krankheit oder Unglück? Ich muss mir bewusst machen, was mich treibt; denn Angst und Sorge sind schlechte Ratgeber. Sonst bin ich am Ende doch nur Getriebener von Ängsten und allgemeiner Panikmache.

Welche Hoffnungen habe ich für das neue Jahr? Was trägt mich, was gibt mir guten Mut, Neues zu wagen? Was begeistert mich? Ich muss mir das bewusst machen, sonst bleibe ich abhängig von den wohlfeilen Illusionen dieser Zeit.

„Die der Geist Gottes treibt, die sind seine Kinder.“ Ich will mich leicht machen – wie eine Schneeflocke so leicht – und mich treiben lassen von Gottes lebensschaffender Energie. Ich will mich tragen lassen von seinem guten Geist.

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Peter Thom

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Kindergottestdienst
Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Peter
Thom
Pastor
Lüdinger Str. 5
27374
Visselhövede
Tel.: 
(04260) 507
So. 29.01.17
Zeit zum Leben
Frank Hasselberg
Zeit zum Leben

Kaum hat ein neues Jahr begonnen, da geht es auch schon wieder zu Ende - zumindest in Gedanken. Der erste Monat ist fast um, und ich sehe, wie sich mein Terminkalender für 2017 längst wieder füllt. Geburtstage, Konfirmation, Urlaub, Weihnachten – alles verplant. Manchmal habe ich das Gefühl, dass mir die Zeit unter den Händen zerrinnt. Wenn ich mich umhöre, geht es vielen Menschen ähnlich. Muss das so sein? Woher kommt der Eindruck, dass die Zeit immer schneller vergeht?

Ein Europäer wollte einmal von einem chinesischen Weisen wissen, welches der wesentliche Unterschied sei zwischen einem westlichen und einem östlichen Menschen. Der Chinese antwortete: „Ihr Abendländer lasst euch ständig hetzen und nehmt euch keine Zeit zu leben. Wenn du am Morgen aufwachst, planst du schon. Wenn du frühstückst, liest du nebenbei die Zeitung. Während du zur Arbeit fährst, bist du in Gedanken schon dort. Und so manches kannst du kaum erwarten. Am Morgen freust du dich auf den Feierabend, am Abend wartest du auf den folgenden Tag, zu Beginn der Woche sehnst du dich nach dem Wochenende, und am Sonntag gönnst du dir auch keine Ruhe.“

„Und wie machst du es?“ fragte der Europäer den Weisen. „Ganz einfach: Wenn ich aufwache am Morgen, bin ich dankbar, dass mir ein neuer Tag geschenkt ist. Wenn ich mich an den Tisch setze, genieße ich den Geschmack der Speisen. Wenn ich mich auf den Weg mache, betrachte ich neugierig, was mir begegnet. Ich lebe in der Gegenwart, ohne mich allzu sehr darum zu sorgen, was gestern war und was morgen sein wird. Dies ist das Geheimnis der Ruhe und inneren Gelassenheit.“

Vielleicht ein guter Vorsatz für das noch recht neue Jahr: Ich will – bei aller notwendigen Planung – die Zeit mehr genießen, bewusster erleben, sie wieder als Geschenk begreifen. Kein Biergarten am Karfreitag, kein Spekulatius im August, kein Stress am Sonntag, sondern alles zu seiner Zeit. Machen Sie mit? Einen Versuch ist es wert!

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Frank Hasselberg

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Öffentlichkeitsarbeit
Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Frank
Hasselberg
Pastor, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis
Schneverdinger Straße 14
29640
Schneverdingen
Tel.: 
(05193) 4130
So. 22.01.17
Weihnachten ist vorüber
Frank Hasselberg
Weihnachten ist vorüber

Haben Sie es bemerkt? Weihnachten ist vorbei. Natürlich, werden Sie sagen, und zwar schon seit einigen Wochen. Die Weihnachtsbäume sind entsorgt, der Adventsschmuck ist in Kisten verstaut und der Alltag hat uns längst wieder. Genau genommen ist Weihnachten aber noch nicht ganz vorüber: Am 2. Februar ist das Fest der „Darstellung des Herrn“ oder Lichtmeß. Im evangelischen Raum fast unbekannt, spielt es mit der Kerzenweihe in katholischen Kirchen eine größere Rolle. So endet die Weihnachtszeit im Kirchenkalender erst 40 Tage nach der Geburt Jesu.

Ich finde es jedes Jahr wieder schade, wenn die Lichterbögen aus den Fenstern verschwinden. Besonders erlebe ich das in diesen ungemütlichen, kalten Tagen mit Schnee und Eis. Auch wenn die Tage allmählich wieder länger werden. Manchmal möchte ich mich verkriechen. Wie wohl tut es da, im Wohnzimmer eine Kerze anzuzünden oder am flackernden Kaminfeuer zu sitzen. Die Dunkelheit schlägt irgendwie auf´s Gemüt; im Licht leben wir Menschen wieder auf. Das haben wir an Weihnachten gefeiert: Wie Jesus Christus hineinkommt in unsere Welt mit ihrer Dunkelheit. So wie eine einzige Kerze einen Raum in ein ganz anderes Licht taucht, so lässt Jesu Ankunft in dieser Welt unser Leben in einem neuen Licht erscheinen. Ich jedenfalls möchte mich von ihm leiten lassen, weil er mich auch über Abgründe meines Lebens hinwegtragen kann. Der Dichter Christian Morgenstern hat einmal gesagt: „Wer Gott aufgibt, der löscht die Sonne aus, um mit einer Laterne weiterzuwandern.“ Und das gilt nicht nur an Weihnachten.

Die Zeit vergeht schnell, bald beginnt die Passionszeit. Da erinnern wir uns daran, wie Jesus selbst den Weg in die tiefste Finsternis geht, um im Licht des Ostermorgens neues Leben zu finden.

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Frank Hasselberg

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Öffentlichkeitsarbeit
Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Frank
Hasselberg
Pastor, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis
Schneverdinger Straße 14
29640
Schneverdingen
Tel.: 
(05193) 4130
So. 15.01.17
Das neue Jahr: Chancen und Risiko
Hilke Bauermeister
Das neue Jahr: Chancen und Risiko

Die ersten beiden Wochen des neuen Jahres liegen hinter uns. Die Schule hat wieder begonnen. In den Betrieben sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Ferien zurück. Man hatte Gelegenheit genug allen ein frohes neues Jahr zu wünschen. Wir haben die Schwelle zum Jahr 2017 überschritten. Der Alltag hat uns wieder. Und doch erscheint die Frage, was das Jahr wohl bringen wird, noch angebracht: Gut zwei Wochen liegen hinter uns, 50 werden noch kommen, bis wir wieder Silvester feiern. – Der eine freut sich womöglich, weil er Schönes erwartet. Ein anderer sieht vielleicht skeptisch in die Zukunft. Aus Erfahrung weiß man, dass nicht jeder Tag freudige Erwartungen erfüllt. Und vielleicht gibt es auch Menschen, die den kommenden Wochen mit Sorge entgegensehen, weil unangenehme Termine schon festgelegt sind für Prüfungen oder für Krankenhausaufenthalte. Das neue Jahr: Chance und Risiko.

Wenn Risiken Angst machen, tut es gut, sich klar zu machen, dass wir nicht allein mit allem fertig werden müssen. Da sind vielleicht Freunde und Verwandte, auf die man zählen kann. Und da ist auch noch Gott! Er hat versprochen uns beizustehen Stunde um Stunde, Tag für Tag. Ihm können wir klagen, was schwer ist. Ihm können wir danken, was uns froh macht. Ihn können wir um Kraft und Mut bitten: „Wenn ich schlafe, wenn ich wache, wollest du, Herr, bei mir sein; geh ich aus, wollst du mich leiten; komm ich heim, steh mir zur Seiten. Lass dies sein ein Jahr der Gnaden, hilf ab von allem Schaden“ (nach Ev. Gesangbuch, Nr. 61, Strophen 2 und 3). Mit diesen Versen aus dem Gesangbuch grüßt Sie herzlich Hilke Bauermeister, Ihre Pastorin aus der Auferstehungsgemeinde Rotenburg.

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Hilke Bauermeister

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Hilke
Bauermeister
Pastorin
Berliner Ring 19
27356
Rotenburg
Sa. 07.01.17
Rufe mich an...
Benjamin Jäckel
Rufe mich an...

Und wann haben Sie das letzte Mal mit Amerika telefoniert? Vielleicht der fernen Tante ein frohes neues Jahr bzw. eher ein „Happy new year“ gewünscht. Oder doch eher mit Spanien telefoniert? Letztes Jahr, als die Kinder dorthin geflogen sind, eben angerufen haben, dass sie gut gelandet sind. Schon erstaunlich, was heute so möglich ist. Dabei gibt es dieses Telefonieren zwischen fernen Kontinenten schon etwas länger. Heute am 7. Januar vor 90 Jahren gab es zum ersten Mal eine Telefonverbindung zwischen der alten und der neuen Welt. London und New York, die Zentren der Macht, nur einen Anruf entfernt. Nun war es nicht ganz so einfach wie heute: Nummer wählen und anrufen, nein. Aber es war schon eine Übertragung per Funk – Handyanruf sozusagen. Seekabel sollten erst später kommen. Aber wie wichtig sollten diese langen Leitungen noch werden! Das rote Telefon – der heiße Draht zwischen dem weißen Haus und dem Kreml. Sinnbild für den Versuch, folgenschwere Missverständnisse zu vermeiden.

Ich wünsche mir auch heute ein ums andere Mal einen solchen Anschluss, um zu verstehen, was da eigentlich zwischen Krisen und Populismus auf unserer Welt so gehörig schief läuft. Einen solchen Anschluss aber haben wir alle. Heißer Draht nach oben sozusagen. Gott sagt selbst: „Rufe mich an, so will ich dir antworten und will dir anzeigen große und gewaltige Dinge, die du nicht weißt.“ Ja, das könnte dieser Tage wirklich nicht schaden, so große und gewaltige Dinge gezeigt zu bekommen! Im Gebet. Schon immer drahtlos.

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Benjamin Jäckel

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Kirchenkreis-Gremien
Schulpastor/-innen
Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Kirchenvorstand
Pastor/-innen
Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
Pastor/-innen
Benjamin
Jäckel
Pastor der Stadtkirchengemeinde
Ackerring 25
27386
Bothel
Tel.: 
(04266) 9848607
Mobil: 
0151-41445627
Sa. 31.12.16
Falsche Propheten
Roger Moch
Falsche Propheten

Anfang eines Jahres haben Hellseher und Wahrsager Konjunktur. Immer wieder spielen sie mit unseren Ängsten und sagen häufig völlig unhaltbare Dinge voraus. Fast überall kann man lesen oder hören, dass das Jahr 2016 genauso schlecht aufgehört habe, wie es angefangen hat. Aufgehört mit dem Anschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt, angefangen mit den Vorfällen auf der Kölner Domplatte. Ich verstehe jeden, der so etwas sagt und den Kopf dabei schüttelt. Doch Angst schüren und Stimmungsmache betreiben gehört nicht zu einer lebendigen Demokratie. Kritisch sein und auf Missstände hinweisen, das ist viel hilfreicher in einer freien und atmenden Gesellschaft. Einige Propheten aus dem Alten Testament, z.B. Amos und Micha, waren sehr sozialkritisch eingestellt und wollten keine Kaffeesatzleserei betreiben, sondern die Missstände in der damaligen Gesellschaft anprangern. Sie machten aufmerksam auf gewinnsüchtige Kaufleute und prunksüchtige Oberschichten, die auf Kosten der Armen lebten, lehnten Kriege und den Missbrauch von Macht ab.

Das ist ungefähr 2800 Jahre her. Und heute? Mir fallen ähnliche Missstände ein: Millionen Flüchtlinge auf der ganzen Welt, eine riesige, neue Völkerwanderung. Ich denke an afghanische Flüchtlinge in unserer Berufsschule, die teilweise in kürzester Zeit die deutsche Sprache lernen, bildungshungrig sind und jetzt Angst haben, einfach abgeschoben zu werden, weil Afghanistan wieder als sicheres Land eingestuft wird. Da frage ich mich, wer bestimmt, wo auf der Welt es sicher oder unsicher ist?

Was können wir da machen, damit diese spannungsgeladene Stimmung nicht weiter anschwillt?

Der Apostel Paulus hat in einem Brief den ersten Christen in der Welthauptstadt Rom einen Rat gegeben. Er empfiehlt den Christen dort: „Haltet fest am Guten!“ (Röm 12, 9) Mitten im Meer von Gewalt und Unrecht: „Haltet fest am Guten!“ Klammert euch daran, wie ein Schiffbrüchiger an ein Treibholz. Wenn er loslässt, wird er untergehen. Dann wird das Böse ihn mitreißen in die Tiefe.

Haltet euch also an das Gute! Glaubt also nicht denen, die sagen: Es hat keinen Sinn, sich Mühe zu geben. Glaubt nicht denen, die sagen: Schluss jetzt mit dem Gutmenschentum.

Mich überzeugen Solidarität und Hilfsbereitschaft in einer Demokratie. Vor der Herrschaft der Straße haben schon alte griechische Philosophen wie Platon, Aristoteles und Polybios gewarnt.

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Roger Moch

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Schulpastor/-innen
Weltanschauungsfragen
Roger
Moch
Schulpastor
Stühkamp 20
27386
Westerwalsede
Tel.: 
(04269) 1899
Sa. 31.12.16
Neues Jahr - neues Herz
Thomas Steinke
Neues Jahr - neues Herz

Wie ist es um Ihr Herz bestellt? Gemeint ist nicht in medizinischer Hinsicht. Gemeint ist: Wie ist es Ihnen ums Herz – am Ende dieses Jahres?

Leicht – weil gerade ein freudiges Ereignis in Ihrer Familie anstand, die Geburt eines Kindes oder Enkelkindes, die Hochzeit oder ein Ehejubiliäum, ein runder Geburtstag oder eine überwundene Krankheit?

Oder eher schwer – weil die Lasten des Alltags Sie niederdrücken, der Stress bei der Arbeit oder Zuhause, die schlimme Diagnose, der Abschied von einem Familienmitglied oder einem guten Freund/einer guten Freundin?

Oder wissen wir gerade gar nicht so genau, wie uns ums Herz ist? Flattert es unruhig hin und her: Einerseits dankbar für viel Gutes in unserem Leben, andererseits verunsichert und traurig wegen mancher Entwicklungen in unserem Land und unserer Welt, die wir nicht richtig einordnen können?
Die Bibel spricht in besonderer Weise vom Herzen:

Das Herz – es steht für die Mitte unserer Person, die das Ganze bestimmt: Unser Denken, unser Wollen, unser Planen und unser Fühlen. Letztlich geht es um die Frage: Wer hat Einfluss auf unser Herz, wo ist es beheimatet? Die Jahreslosung für das kommende Jahr ist ein großartiges Versprechen! "Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch." (Ezechiel 36,26) Gott schenkt uns ein neues Herz, das bei ihm verankert ist in unruhiger Zeit, das sich prägen lässt von seinem Wort. Ein neues Herz, das nicht hart und kalt wie Stein ist, weil wir dicht gemacht haben und verbittert sind wegen der schlimmen Nachrichten tagaus tagein und der schweren Erfahrungen, die hinter uns liegen. Nein, ein neues Herz aus Fleisch und Blut, das wieder spürbar schlägt für andere Menschen und für die Sache Jesu. Es ist sein Geist, der Geist des Auferstandenen, der unser Herz wiederbelebt und brennen lässt für Gott und unsere Mitmenschen. Sind wir offen dafür? Lassen wir uns so beschenken?
Ich wünsche es Ihnen und mir. Denn ein Mensch mit einem solchen neuen Herzen ist ein wirklich freier Mensch: Der wird unabhängiger von den Meinungen der anderen;
der bekommt ein starkes Rückgrat und steht zu seinen Ansichten, die nun von Jesus geprägt werden;
der lässt sich nicht so schnell einschüchtern und auf Linie bringen.
Der lässt sich nicht einfangen von Hassparolen, von Stammtischmeinungen...
Der wird sich in einem Klima der allgemeinen Verunsicherung und Verdächtigungen dennoch für Menschenwürde, für gleiche Rechte für alle einsetzen.
Der wird gegen Populismus und Radikalität eintreten –
für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft!

Ein gesegnetes neues Jahr Ihnen allen – mit einem neuen Herzen!

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Thomas Steinke

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Superintendentur
Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Thomas
Steinke
Pastor
Rotenburger Str. 11
27389
Fintel
Tel.: 
04265/9540641
Sa. 24.12.16
In süßem Jubel
Susanne Briese
In süßem Jubel

„Nun singet und seid froh“ – „In dulci jubilo“! In süßem Jubel – sollen wir singen und froh sein, „denn unseres Herzens Wonne liegt in praesipio“ – in der Krippe. Manchem ist dieses Lied schon längst ein traditioneller Begleiter durch die Advents- und Weihnachtszeit. So ist es eben: Einige finden´s schön, andere finden es kitschig. Das wird wohl immer schon so gewesen sein, je nach Zeitgeist und Geschmack. 1529 soll „In dulci jubilo“ zum ersten Mal im Gesangbuch abgedruckt worden sein. Martin Luther wirkte dabei mit. Aber Heinrich Seuse, ein Dominikaner, auch Suso genannt, kannte es bereits in der Mitte des 14. Jahrhunderts und soll es in einer frühen Form selbst verfasst haben. Die Legende besagt, dass ihm ein himmlischer Spielmann zurief: „Vergiss dein Leiden und tanz mit mir!“ Er fing an, vom Jesuskind „in dulci jubilo“ – in süßem Jubel – zu singen. Und dieser schöne Gesang vom Gottessohn hat das Herz Seuses so sehr berührt, dass er tatsächlich sein Leiden vergaß. Die Musik linderte, heilte vielleicht sogar. Irgendwie beeindruckend. Musik, Vertrauen und Glaube können dabei helfen, einen Heilungsprozess besser zu bewältigen. Für mich ist „In dulci jubilo – nun singet und seid froh“ nicht nur ein schönes und wohltuendes Lied. Ich lese darin auch dies: Jesus Christus ist das A und O, der Anfang und das Ende. Gottes Sohn bringt unser Leben auf die richtige Spur und trägt an den Lasten mit. Das ist gerade in dieser Zeit wichtig, in der wir erschrocken sind über den Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin. Wir gedenken der Opfer und trauern mit den Angehörigen und Freunden. Auf das Licht Gottes sehen und aus dem Licht Kraft und Mut schöpfen – das ist für mich Weihnachten. Weil Gottes Wille Frieden ist für alle Menschen – unabhängig von Herkunft, Religion und Kultur. Gesegnete und friedvolle Weihnachten wünsche ich Ihnen von Herzen.

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Susanne Briese

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Superintendentur
Susanne
Briese
Superintendentin
Goethestraße 20
27356
Rotenburg
Tel.: 
(04261) 630 39 10
Fax: 
(04261) 630 39 19
So. 11.12.16
Klein, aber oho!
Frank Hasselberg
Klein, aber oho!

Mit knapp 600 Gemeindegliedern ist Heber die kleinste Gemeinde im Kirchenkreis Rotenburg. Das „kleine gallische Dorf“ im Osten behauptet sich dank engagierter Mitarbeiter mit zahlreichen Aktivitäten und setzte sich mit einer Beteiligung von 52% bei den letzten Kirchenvorstandswahlen klar an die Spitze.

Größe ist nicht gleich Qualität. Mir zumindest ist der kleine Lebensmittelladen mit persönlicher Bedienung lieber als der riesige Discounter, ich bevorzuge das dörfliche Leben gegenüber anonymen Großstädten, und von Großmäulern halte ich schon lange nichts. Wie sagte eine Großtante von mir, die nicht eben groß gewachsen war, so schön: „Gut, dass ich klein bin, die meiste Arbeit ist am Boden.“

Nun versuchen aber leider immer wieder Große, die Kleinen zu schlucken. Dabei entstehen oft Gebilde, die kaum noch zu kontrollieren sind, wie zum Beispiel riesige Industriekonzerne und Banken oder große, unpersönliche Verwaltungseinheiten. Aber irgendwann zerfallen die Riesen zu Staub, siehe die ehemalige Sowjetunion oder die zerbröselnde EU. Wer zu hoch hinaus will, wird auf ein Mindestmaß zurückgestutzt, davon erzählt schon der Turmbau zu Babel. Und die biblische Geschichte von David und Goliath zeigt, dass auch der Kleine siegen kann, wenn er nur pfiffig ist und nicht aufgibt.

Die Kirchengemeinde Heber feiert am morgigen 3. Advent das 60-jährige Jubiläum ihrer Friedenskirche. Dazu haben fleißige Menschen ein großes, buntes Programm mit einem Festgottesdienst, viel Musik, einer Dampfeisenbahn und einem stimmungsvollen Weihnachtsmarkt vorbereitet. Dazu ist jeder willkommen. Aber gleich in welchem Gottesdienst, begleiten will uns durch die neue Woche das Wort des Propheten Jesaja: „Bereitet dem HERRN den Weg; denn siehe, der HERR kommt gewaltig.“ Nur darauf kommt es an. Einen schönen 3. Advent!

Frank Hasselberg, Pastor der Markusgemeinde Schneverdingen und der Friedenskirche Heber, Öffentlichkeitsbeauftragter des ev.-luth. Kirchenkreises Rotenburg

 

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Frank Hasselberg

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Mi. 16.11.16
Eine deutsch-amerikanische Freundschaft
Meret Köhne
Eine deutsch-amerikanische Freundschaft

„Denkt an uns und betet für uns!“ schrieb mir gestern meine Freundin aus den USA. „Was soll das denn bringen?“, dachte ich mir. Donald Trump ist gewählter Präsident. Er konnte die Mehrheit der Wahlmänner für sich gewinnen. Er hat trotz grenzwertiger sexistischer Äußerungen sogar erstaunlich viele weibliche Wählerinnen erreicht. Das wäre die Gelegenheit gewesen, zum ersten Mal in der Geschichte eine Frau zur amerikanischen Präsidentin zu machen. Stattdessen nun ein Mann, der sich nicht die Bohne für das Weltgeschehen außerhalb Amerikas interessiert. Das Thema Außenpolitik war für Trump während des Wahlkampfes ein blinder Fleck. „America first“ lautet seine Devise. Warum sich auch mit den Problemen anderer beschäftigen?

Da wirkte die Bitte meiner Freundin ziemlich absurd. „Denkt an uns und betet für uns, im fernen Deutschland!“ Warum sollten wir uns Gedanken machen, um das politische Geschehen im Ausland, wenn man sich in Amerika auch nur um sich selber schert?

Eine gute Frage vor allem am Buß- und Bettag. Dieser kirchliche Feiertag geht bei uns in Deutschland gerne mal unter. Erst recht seitdem er als arbeitsfreier Tag abgeschafft wurde. Umso mehr lohnt es sich heute, an die Bedeutung des Buß- und Bettages zu erinnern. Es ist ein Tag zum Nachdenken über geschehene Irrtümer oder persönliche Fehler auch Anderen Gegenüber. Das ein oder andere bereut man und nimmt sich fest vor, es zu ändern. Da hab ich glatt vergessen, meiner Freundin in den USA zu antworten. War wieder nur mit meinen eigenen Problemen beschäftigt. „Meret first!“. Dabei wollte ich mich doch in ihre Lage hineinversetzen, in Gedanken und Gebeten bei ihr sein. Gut, dass dafür extra ein Tag im Jahr reserviert ist, der mich daran erinnert.

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Meret Köhne

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Pastor/-innen
Meret
Köhne
Vikarin in Horstedt
So. 13.11.16
Vier Maurer auf einem Dach
Dr. Matthias Wilke
Vier Maurer auf einem Dach

Vier Maurer saßen einst auf einem Dach. Da sprach der erste: "Ach!" Der zweite: "Wie ists möglich dann?" Der dritte: "Daß das Dach halten kann!!!" Der vierte: "Ist doch kein Träger dran!!!!!!" Und mit einem Krach/ Brach das Dach.

Kurt Schwitters beschreibt in seinem Gedicht „So, so!“ einen ungeahnten Übergang. Während vier noch staunend über das reden, was wunderbar ist, ist die Wirklichkeit schon ganz anders: „mit einem Krach/ Brach das Dach“. Es reicht nicht, dass wir uns an den kommenden Sonntagen wieder staunend von den prophetischen Worten vom „Frieden auf Erden“ tragen lassen. Sie tun gut, keine Frage. Sollen sie aber mehr sein als ein kurzes „Ach!“, dann braucht es Träger für das Dach – das Dach des Friedens, auf dem wir „sitzen“. Man schaue etwa auf die vielen Jugendlichen aus unseren Dörfern, die nach der Schule oder Lehre für einige Monate dorthin gehen, in alle Welt, wo alles fremd ist und allzu oft auch dunkel. Sie sind solche Träger. Da sprach der zweite: "Wie ists möglich dann?" Der dritte: "Daß das Dach halten kann!!!"

Frieden ist möglich – Gott helfe uns. Mit dieser Einstellung stellen wir uns mit den Jugendlichen und anderen mehr bittend neben einen Fünften, von dem das Gedicht Schwitters schweigt: den Zimmermann. Er hielt mit dem, was er sagte und tat, den Frieden Gottes in die Höhe – auch und gerade da, wo es zu spät zu sein schien. Am Volkstrauertag, am Ewigkeitssonntag – es tut gut, auf den Zimmermann aus Nazareth zu schauen „als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in [unseren] Herzen“ (2. Petrus 1,19). Vier Maurer saßen einst auf einem Dach.

 

 

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Dr. Matthias Wilke

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
Pastor/-innen
Matthias
Wilke
Pastor
Westerwalseder Straße 7
27386
Kirchwalsede
Tel.: 
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04269-2187
So. 13.11.16
Es ist Martinstag
Franziska Heimann
Es ist Martinstag

Er sitzt auf einer Bank. Es ist nass und die Kälte kriecht in seinen Körper. Der Herbst ist ungemütlich. Ein rhythmisches Geräusch dringt in seine Ohren. Bumm, bumm, bumm. Es wird immer lauter. Eine Trommel. Bumm, bumm, bumm. Nun kann er auch andere Instrumente hören. Trompeten und Flöten. Und Gesang. An der Querstraße sieht er Lichter vorbeiziehen. Kinder halten Laternen an Stöcken in den Händen. Dann erkennt er das Lied. „Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind, sein Ross, das trug ihn fort geschwind. Sankt Martin ritt mit leichtem Mut, sein Mantel deckt ihn warm und gut.“

Er erinnert sich an die Geschichte vom Heiligen Martin. Er selbst hatte sie in der Schule gehört. Jahr für Jahr. Und sein Sohn hatte einmal den Heiligen Martin in einer Schulaufführung gespielt. Wie stolz sein Sohn auf den prächtigen roten Mantel gewesen war. Wie der adelige Martin durfte er den Umhang tragen. Auf seinem Steckenpferd ritt sein Sohn über die Bühne und traf auf ein anderes Kind. Das Kind hatte keinen roten Mantel. Es hatte noch nicht einmal Schuhe an. Das Kind zitterte und fror. Da stieg sein Sohn von seinem Pferd, nahm seinen Mantel ab und teilte ihn mit seinem Holzschwert in zwei Stücke. Einen Teil hängte er sich selbst wieder um und den anderen legte er dem anderen, armen Kind um die Schultern, damit ihm wieder warm wurde. Dann stieg sein Sohn wieder auf sein Pferd, lächelte das andere Kind an und ritt davon.

Das alles ist lange her, denkt der Mann. Nicht nur die Geschichte vom Heiligen Martin, sondern auch die Zeit mit seinem Sohn. Die Zeit, als er selbst noch ein richtiges Zuhause hatte. Und eine Arbeit, zu der er jeden Tag gehen konnte. Die Zeit, als er nicht jeden Tag überlegen musste, wie er über die Runden kam. Die Zeit, als er noch dazugehörte und ihn die anderen Menschen noch ansehen mochten. Er schließt die Augen und atmet durch.

„Hier“, hört er eine Stimme sagen und sieht eine dampfende Tasse vor seinen Augen auftauchen. „Hier, nehmen Sie. Ein Becher Punsch. Schmeckt gut. Und Sie sehen aus, als könnten Sie ihn gebrauchen.“ „Danke.“, murmelt der Mann, blickt auf und sieht in das Gesicht eines Jungen. Er lächelt. Es ist Martinstag.

 

 

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Franziska Heimann

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Franziska
Heimann
Vikarin in der Peter-und-Paul-Kirchengemeinde
Schneverdingen
So. 06.11.16
Freiheit für den Glauben!
Frank Hasselberg
Freiheit für den Glauben!

Endlich ist sie da: Die neue Bibel, nahe am Text der Übersetzung Martin Luthers. Sehr gelungen, wie ich finde, und allemal lesenswerter als manch freie Übertragungen der vergangenen Jahre. Man kann sie bei uns in jeder Buchhandlung erwerben. Leider ist das nicht überall selbstverständlich: Christen sind die am meisten verfolgte Glaubensgemeinschaft weltweit. Gegenwärtig sind es etwa 100 Millionen Christen in über 50 Ländern, die wegen ihres Glaubens misshandelt werden, von Gefängnis oder Tod bedroht sind, benachteiligt und diskriminiert werden. In Nordkorea, Iran und Saudi-Arabien ist die Lage am schlimmsten, aber auch in Ländern wie Tunesien und der Türkei sind Christen bestenfalls geduldet. Das beginnt schon in der Bibel: Laut Apostelgeschichte 7 ist Stephanus der erste in einer langen Reihe von Christen, die wegen ihres Glaubens hingerichtet wurden, die ihr Glaubenszeugnis und ihre Standhaftigkeit (und oft nur ihre Zugehörigkeit zur Kirche) mit dem Leben bezahlen mussten.

Dies geschieht weitgehend unbemerkt von der Weltöffentlichkeit, die das auch nur mäßig zu interessieren scheint. Die Politik setzt da wohl andere Schwerpunkte, beachtet vor allem wirtschaftliche Interessen. „Erst kommt das Fressen, dann die Moral“, wusste schon Bertolt Brecht. Und immer wieder höre ich Einwände, von Christen gehe doch auch Gewalt aus, damals die Kreuzzüge, die Missbrauchsskandale… Natürlich: Auch die Kirchen und manche Menschen in ihr haben Schuld auf sich geladen. Aber dagegen kann man doch nicht anderes Unrecht aufrechnen. Gerade weil wir wissen, dass Gott es anders will, dass unser Herr ein Gott des Friedens ist. Und wir dürfen nicht schweigen, wenn Unrecht geschieht und das Blut anderer Menschen schreit. Ich will für sie eintreten, wo immer es möglich ist. Und Gott danken, dass ich noch in aller Freiheit meinen Glauben bekennen kann.

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Frank Hasselberg

Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
Pastor/-innen
Frank
Hasselberg
Pastor in der Markusgemeinde
Ernst-Dax-Straße 8
29640
Schneverdingen
Tel.: 
05193 4130
So. 23.10.16
Welche Farbe hat dein Glaube?
Haike Gleede
Welche Farbe hat dein Glaube?

Rot ist die Liebe, Grün ist die Hoffnung und Blau die Treue – sagt der Volksmund. Tatsächlich spielen Farben eine große Rolle in unserem Leben. Jeder hat seine Lieblingsfarbe und wir kleiden uns in den Farben, die uns gut stehen.

Aber: Welche Farbe hat dein Glaube? Dazu wurden Jugendliche befragt, die dazu so antworteten:

Lara meint, ihr Glaube sei violett. Das steht für Treue, Ehrlichkeit und Vertrauen.

Anton findet, dass der Glaube blau ist wie der Himmel und das Wassers. Für ihn ist Gott wie eine Lebensquelle.

Anna stellt sich ihren Glauben grün vor. Das ist die Farbe der Hoffnung.

Felix denkt an die Farbe rot, wenn es um seinen Glauben geht. Rot ist die Liebe und darum geht es doch im Christentum.

Alle Farben haben ihren Sinn und ihre Wirkung. Auch in der Kirche haben die Farben eine Bedeutung: Weiß, grün, violett und rot prägen das Kirchenjahr. Weiß steht für die Christusfeste. Grün steht in der Sommerzeit im Fokus und erinnert an das Wachstum und Gedeihen. Violett ist die Farbe für die Passionszeit und die Adventszeit. Das sind Zeiten der Besinnung, der Buße und der Umkehr. Rot steht für den Heiligen Geist, der Pfingsten im Mittelpunkt steht, aber auch bei der Konfirmation und dem Reformationsfest.

Der Wechsel der Farben spiegelt den Lebensrhythmus wieder. Es gibt Zeiten der Ruhe und inneren Einkehr und Zeiten, in denen wir feiern und jubeln.

Oft eilen wir durch die Wochen und merken gar keinen Unterschied. Kein Wunder, wenn im September die Lebkuchen und Weihnachtsmänner uns verwirren, Obst und Gemüse ganzjährig zu haben und an den Feiertagen die Geschäfte geöffnet sind.

Wenn alle Zeiten gleich sind, stört das den Lebensrhythmus und der Glaube verliert an Bedeutung.

Also: Welche Farbe hat dein Glaube? Mein Glaube wechselt ab und zu die Farbe, je nach dem, was im Kirchenjahr gerade los ist. Und manchmal schillert er in allen Regenbogenfarben. Der Regenbogen erinnert an das Ende der Sintflut.

Als die Arche Noah wieder auf Land gelaufen ist, gibt Gott Noah ein Versprechen:

„Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“

Und ein Zeichen: „Meinen Bogen habe ich in die Wolken gesetzt; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde.“

Und welche Farbe hat Ihr Glaube?

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Haike Gleede

Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
Pastor/-innen
Haike
Gleede
Pastorin
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27367
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So. 16.10.16
Glaube – ein Stück Lebensqualität
Marita Meixner-Ander…
Glaube – ein Stück Lebensqualität

 

In den Nachrichten war in letzter Zeit immer wieder zu hören, wie sehr die Menschen heutzutage unter Druck stehen. Stress ist der Krankmacher Nr.1 in unserer Industriegesellschaft. Eine Fülle von sogenannten Zivilisationskrankheiten sind seine Folgen. Jedoch der Ruf nach mehr Freizeit ist kein Ausweg. Wir bringen es fertig, auch die Freizeit gehetzt, ruhelos oder in Verkehrsstaus zu verbringen.

Die Sehnsucht des Menschen nach Ruhe ist uralt. Damit ist keineswegs das Nichtstun gemeint, sondern, dass wir innerlich wie äußerlich frei sind von einem Druck, der Angst und Hektik verbreitet.

Solch einen Druck erlebte das Volk Gottes damals in der Wüste, wie es im 2.Buch Mose beschrieben wird. Wir erleben ihn vor der Operation im Krankenhaus oder vor hohen Leistungsanforderungen, ob in der Schule, im Beruf oder auch in der Familie. So wird leider die Ruhelosigkeit oft zu einem Teil unserer Seele. Sie wird zu einer inneren Unruhe, die krank macht. Doch der Glaube an Gott, in dessen Liebe wir Menschen geborgen sein dürfen, hilft uns, unsere innere Unruhe zu besiegen. Insofern ist der Glaube ein Stück Lebensqualität.

Aus einer inneren Ruhe heraus, wird unser Leben in Arbeit und Freizeit zwar nicht ohne äußere Herausforderung sein, jedoch frei von innerem und zerstörerischem Druck. Wo es an uns liegt, brauchen und werden wir dann nicht mehr selbst Unruhe und Stress verbreiten, sondern vielmehr helfen, dass auch andere Menschen Ermutigung und Ruhe, Gelassenheit und Selbstvertrauen finden.

Gott sprach: Mein Angesicht soll vorangehen; ich will dich zur Ruhe leiten.

2 Mose 33,14

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Marita Meixner-Andersohn

Marita
Meixner-Andersohn
Pastorin
Im Specken 3
27367
Ahausen
Tel.: 
(04269) 5288
So. 09.10.16
Zeit für Wunder
Frank Hasselberg
Zeit für Wunder

Warum ist der Himmel blau? Wie weit ist es bis zur Sonne? Wo ist Gott, wie sieht er aus und was macht er den ganzen Tag? – Kinder können tausende dieser Fragen stellen. Und wenn sie eine Antwort bekommen haben, kommen meist zwei neue Fragen hinterher. Sie wollen die Welt erforschen, alles wissen. Alles herauskriegen. Neues entdecken, bis sie auf den Grund der Dinge stoßen.

Sie erinnern mich daran, dass es so Vieles gibt, worüber man staunen kann. Ich erinnere mich, wie ich als Kind manchmal stehenblieb und mit großen Augen zusah, wenn im Herbst die bunten Blätter zu Boden schwebten. Oder wie ich mich neben eine Ameisenstraße hockte und die fleißigen kleinen Arbeiter beobachtete. Wie sie sich einen neuen Weg bahnten, wenn ich mit meinem Finger einen Strich durch ihre Sandstraße machte.

Für ein Kind ist die Welt voller Wunder, mit denen es sich unentwegt beschäftigen kann, die es erforschen und lüften will. Fröhlich und leicht ist diese Neugier. Aber diese Zeit geht vorbei. Und dann? An manchen Wundern wird man in der Hektik des Alltags vorbeigezogen, obwohl man gern näher hingeschaut hätte. Andere Dinge werden wichtiger – oder erscheinen zumindest so. Es fehlt die Zeit. Die Fragen hören auf, und mit den Fragen verschwindet die Neugier. Und irgendwann wundert man sich, wo denn die Zeit geblieben ist und die Freude der Kindheit.

Erwachsene haben es oft schwer, ein Wunder zu sehen. Und doch: Die Welt ist voll davon. Man muss nur mit offenen Augen hinsehen. Sich Zeit nehmen. Der Neugierde nach der Mitte des Lebens wieder freien Lauf lassen. Um zu erkennen, wie schön die Schöpfung ist, wie wunderbar Sonne und Regen, Pflanzen und Tiere – und der Mensch neben mir. Und wer das alles geschaffen hat. Dann wird schnell klar, dass nicht der Mensch „Macher“ des Lebens ist, sondern alles von Gott getragen wird. Wir leben auf wunderbare Weise. Darüber können wir nur staunen und Gott dafür danken. Wie sang einst Katja Ebstein: „Wunder gibt es immer wieder – wenn sie dir begegnen, musst du sie auch seh´n.“ So einfach ist das.

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Frank Hasselberg

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Öffentlichkeitsarbeit
Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Frank
Hasselberg
Pastor, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis
Schneverdinger Straße 14
29640
Schneverdingen
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(05193) 4130
Mo. 03.10.16
Bierzeltkrieg
Peter Handrich
Bierzeltkrieg

Am Mittwoch hat sich das „Forum Diakonie“ in der Flüchtlingsunterkuft im Glummweg in Rotenburg getroffen. Das „Forum Diakonie“ ist ein loser Zusammenschluss diakonischer Einrichtungen im Kirchenkreis Rotenburg.

Manfred Kröger, Bereichsleiter der Flüchtlingshilfen Rotenburg, hat uns von viel Improvisation, viel Engagement, vielen Fortschritten und auch von ein bisschen Sand im Getriebe erzählt. Die beste Nachricht fand ich, dass Flüchtlinge aus Syrien zur Zeit sehr schnell ein Bleiberecht erhalten. Die schlechteste Nachricht fand ich, dass sie zur Zeit nur einen so genannten „subsidiären“ Status erhalten. Das bedeutet: Sie sind eigentlich keine echten Flüchtlinge. Ihre Anerkennung bekommen sie erst einmal für ein Jahr. Sie dürfen keine Familienangehörigen aus Syrien nachkommen lassen.

Angesichts der augenblicklichen Verhältnisse in Aleppo, aber auch in vielen anderen Regionen Syriens, ist das eine ausgesprochen zynische „Anerkennung“. Wie soll sich ein Mensch fühlen, dessen Frau, Mann, Kinder, Eltern in der andauernden Gefahr leben müssen, dass sie bombardiert und beschossen werden, es aber keine Ärzte mehr gibt, kein Operationsbesteck, keine Schmerzmittel? Etwas Schlimmeres kann ich mir kaum vorstellen.

Und dazu das Gerede von den Obergrenzen und dass es christlich sei, wenn wir nur so viele reinlassen, wie sich mit uns vertragen, und dann am besten nur noch Christen, am besten welche mit europäischer Kultur – vielleicht aus Großbritannien? Aus Island? Aus der Schweiz?

Der Krieg tobt in Syrien und im Sudan, im Irak und an vielen anderen hundert Schauplätzen, die es nicht einmal in die Tagesschau schaffen –- und wir fürchten um unsere Bierzeltkultur?

 

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Peter Handrich

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Peter
Handrich
Pastor in den Rotenburger Werken
Lindenstraße 14
27356
Rotenburg
Tel.: 
(04261) 920889

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