Andachten

Kurz innehalten. Sich für einen Moment besinnen, woher wir eigentlich kommen, was wichtig ist im Leben. Dabei helfen uns kurze Andachten. Die Pastorinnen und Pastoren des Kirchenkreises Rotenburg verfassen jede Woche zwei Zeitungsandachten für die Rotenburger Rundschau und die Rotenburger Kreiszeitung. Wir veröffentlichen sie hier und schaffen damit ein Archiv, auf das Sie zurückgreifen können, wann immer Sie möchten. Denn: Ihre Zeitung werfen Sie irgendwann in den Papierkorb. Die Andachten behalten jedoch ihre Gültigkeit jenseits der Tagesaktualität.

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Mi. 16.11.16
Eine deutsch-amerikanische Freundschaft
Meret Köhne
Eine deutsch-amerikanische Freundschaft

„Denkt an uns und betet für uns!“ schrieb mir gestern meine Freundin aus den USA. „Was soll das denn bringen?“, dachte ich mir. Donald Trump ist gewählter Präsident. Er konnte die Mehrheit der Wahlmänner für sich gewinnen. Er hat trotz grenzwertiger sexistischer Äußerungen sogar erstaunlich viele weibliche Wählerinnen erreicht. Das wäre die Gelegenheit gewesen, zum ersten Mal in der Geschichte eine Frau zur amerikanischen Präsidentin zu machen. Stattdessen nun ein Mann, der sich nicht die Bohne für das Weltgeschehen außerhalb Amerikas interessiert. Das Thema Außenpolitik war für Trump während des Wahlkampfes ein blinder Fleck. „America first“ lautet seine Devise. Warum sich auch mit den Problemen anderer beschäftigen?

Da wirkte die Bitte meiner Freundin ziemlich absurd. „Denkt an uns und betet für uns, im fernen Deutschland!“ Warum sollten wir uns Gedanken machen, um das politische Geschehen im Ausland, wenn man sich in Amerika auch nur um sich selber schert?

Eine gute Frage vor allem am Buß- und Bettag. Dieser kirchliche Feiertag geht bei uns in Deutschland gerne mal unter. Erst recht seitdem er als arbeitsfreier Tag abgeschafft wurde. Umso mehr lohnt es sich heute, an die Bedeutung des Buß- und Bettages zu erinnern. Es ist ein Tag zum Nachdenken über geschehene Irrtümer oder persönliche Fehler auch Anderen Gegenüber. Das ein oder andere bereut man und nimmt sich fest vor, es zu ändern. Da hab ich glatt vergessen, meiner Freundin in den USA zu antworten. War wieder nur mit meinen eigenen Problemen beschäftigt. „Meret first!“. Dabei wollte ich mich doch in ihre Lage hineinversetzen, in Gedanken und Gebeten bei ihr sein. Gut, dass dafür extra ein Tag im Jahr reserviert ist, der mich daran erinnert.

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Meret Köhne

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Meret
Köhne
Vikarin in Horstedt
So. 13.11.16
Vier Maurer auf einem Dach
Dr. Matthias Wilke
Vier Maurer auf einem Dach

Vier Maurer saßen einst auf einem Dach. Da sprach der erste: "Ach!" Der zweite: "Wie ists möglich dann?" Der dritte: "Daß das Dach halten kann!!!" Der vierte: "Ist doch kein Träger dran!!!!!!" Und mit einem Krach/ Brach das Dach.

Kurt Schwitters beschreibt in seinem Gedicht „So, so!“ einen ungeahnten Übergang. Während vier noch staunend über das reden, was wunderbar ist, ist die Wirklichkeit schon ganz anders: „mit einem Krach/ Brach das Dach“. Es reicht nicht, dass wir uns an den kommenden Sonntagen wieder staunend von den prophetischen Worten vom „Frieden auf Erden“ tragen lassen. Sie tun gut, keine Frage. Sollen sie aber mehr sein als ein kurzes „Ach!“, dann braucht es Träger für das Dach – das Dach des Friedens, auf dem wir „sitzen“. Man schaue etwa auf die vielen Jugendlichen aus unseren Dörfern, die nach der Schule oder Lehre für einige Monate dorthin gehen, in alle Welt, wo alles fremd ist und allzu oft auch dunkel. Sie sind solche Träger. Da sprach der zweite: "Wie ists möglich dann?" Der dritte: "Daß das Dach halten kann!!!"

Frieden ist möglich – Gott helfe uns. Mit dieser Einstellung stellen wir uns mit den Jugendlichen und anderen mehr bittend neben einen Fünften, von dem das Gedicht Schwitters schweigt: den Zimmermann. Er hielt mit dem, was er sagte und tat, den Frieden Gottes in die Höhe – auch und gerade da, wo es zu spät zu sein schien. Am Volkstrauertag, am Ewigkeitssonntag – es tut gut, auf den Zimmermann aus Nazareth zu schauen „als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in [unseren] Herzen“ (2. Petrus 1,19). Vier Maurer saßen einst auf einem Dach.

 

 

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Dr. Matthias Wilke

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Pastor/-innen
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Matthias
Wilke
Pastor
Westerwalseder Straße 7
27386
Kirchwalsede
Tel.: 
(04269) 9320121
Fax: 
04269-2187
So. 13.11.16
Es ist Martinstag
Franziska Heimann
Es ist Martinstag

Er sitzt auf einer Bank. Es ist nass und die Kälte kriecht in seinen Körper. Der Herbst ist ungemütlich. Ein rhythmisches Geräusch dringt in seine Ohren. Bumm, bumm, bumm. Es wird immer lauter. Eine Trommel. Bumm, bumm, bumm. Nun kann er auch andere Instrumente hören. Trompeten und Flöten. Und Gesang. An der Querstraße sieht er Lichter vorbeiziehen. Kinder halten Laternen an Stöcken in den Händen. Dann erkennt er das Lied. „Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind, sein Ross, das trug ihn fort geschwind. Sankt Martin ritt mit leichtem Mut, sein Mantel deckt ihn warm und gut.“

Er erinnert sich an die Geschichte vom Heiligen Martin. Er selbst hatte sie in der Schule gehört. Jahr für Jahr. Und sein Sohn hatte einmal den Heiligen Martin in einer Schulaufführung gespielt. Wie stolz sein Sohn auf den prächtigen roten Mantel gewesen war. Wie der adelige Martin durfte er den Umhang tragen. Auf seinem Steckenpferd ritt sein Sohn über die Bühne und traf auf ein anderes Kind. Das Kind hatte keinen roten Mantel. Es hatte noch nicht einmal Schuhe an. Das Kind zitterte und fror. Da stieg sein Sohn von seinem Pferd, nahm seinen Mantel ab und teilte ihn mit seinem Holzschwert in zwei Stücke. Einen Teil hängte er sich selbst wieder um und den anderen legte er dem anderen, armen Kind um die Schultern, damit ihm wieder warm wurde. Dann stieg sein Sohn wieder auf sein Pferd, lächelte das andere Kind an und ritt davon.

Das alles ist lange her, denkt der Mann. Nicht nur die Geschichte vom Heiligen Martin, sondern auch die Zeit mit seinem Sohn. Die Zeit, als er selbst noch ein richtiges Zuhause hatte. Und eine Arbeit, zu der er jeden Tag gehen konnte. Die Zeit, als er nicht jeden Tag überlegen musste, wie er über die Runden kam. Die Zeit, als er noch dazugehörte und ihn die anderen Menschen noch ansehen mochten. Er schließt die Augen und atmet durch.

„Hier“, hört er eine Stimme sagen und sieht eine dampfende Tasse vor seinen Augen auftauchen. „Hier, nehmen Sie. Ein Becher Punsch. Schmeckt gut. Und Sie sehen aus, als könnten Sie ihn gebrauchen.“ „Danke.“, murmelt der Mann, blickt auf und sieht in das Gesicht eines Jungen. Er lächelt. Es ist Martinstag.

 

 

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Franziska Heimann

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Pastor/-innen
Franziska
Heimann
Vikarin in der Peter-und-Paul-Kirchengemeinde
Schneverdingen
So. 06.11.16
Freiheit für den Glauben!
Frank Hasselberg
Freiheit für den Glauben!

Endlich ist sie da: Die neue Bibel, nahe am Text der Übersetzung Martin Luthers. Sehr gelungen, wie ich finde, und allemal lesenswerter als manch freie Übertragungen der vergangenen Jahre. Man kann sie bei uns in jeder Buchhandlung erwerben. Leider ist das nicht überall selbstverständlich: Christen sind die am meisten verfolgte Glaubensgemeinschaft weltweit. Gegenwärtig sind es etwa 100 Millionen Christen in über 50 Ländern, die wegen ihres Glaubens misshandelt werden, von Gefängnis oder Tod bedroht sind, benachteiligt und diskriminiert werden. In Nordkorea, Iran und Saudi-Arabien ist die Lage am schlimmsten, aber auch in Ländern wie Tunesien und der Türkei sind Christen bestenfalls geduldet. Das beginnt schon in der Bibel: Laut Apostelgeschichte 7 ist Stephanus der erste in einer langen Reihe von Christen, die wegen ihres Glaubens hingerichtet wurden, die ihr Glaubenszeugnis und ihre Standhaftigkeit (und oft nur ihre Zugehörigkeit zur Kirche) mit dem Leben bezahlen mussten.

Dies geschieht weitgehend unbemerkt von der Weltöffentlichkeit, die das auch nur mäßig zu interessieren scheint. Die Politik setzt da wohl andere Schwerpunkte, beachtet vor allem wirtschaftliche Interessen. „Erst kommt das Fressen, dann die Moral“, wusste schon Bertolt Brecht. Und immer wieder höre ich Einwände, von Christen gehe doch auch Gewalt aus, damals die Kreuzzüge, die Missbrauchsskandale… Natürlich: Auch die Kirchen und manche Menschen in ihr haben Schuld auf sich geladen. Aber dagegen kann man doch nicht anderes Unrecht aufrechnen. Gerade weil wir wissen, dass Gott es anders will, dass unser Herr ein Gott des Friedens ist. Und wir dürfen nicht schweigen, wenn Unrecht geschieht und das Blut anderer Menschen schreit. Ich will für sie eintreten, wo immer es möglich ist. Und Gott danken, dass ich noch in aller Freiheit meinen Glauben bekennen kann.

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Frank Hasselberg

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Pastor/-innen
Frank
Hasselberg
Pastor in der Markusgemeinde
Ernst-Dax-Straße 8
29640
Schneverdingen
Tel.: 
05193 4130
So. 23.10.16
Welche Farbe hat dein Glaube?
Haike Gleede
Welche Farbe hat dein Glaube?

Rot ist die Liebe, Grün ist die Hoffnung und Blau die Treue – sagt der Volksmund. Tatsächlich spielen Farben eine große Rolle in unserem Leben. Jeder hat seine Lieblingsfarbe und wir kleiden uns in den Farben, die uns gut stehen.

Aber: Welche Farbe hat dein Glaube? Dazu wurden Jugendliche befragt, die dazu so antworteten:

Lara meint, ihr Glaube sei violett. Das steht für Treue, Ehrlichkeit und Vertrauen.

Anton findet, dass der Glaube blau ist wie der Himmel und das Wassers. Für ihn ist Gott wie eine Lebensquelle.

Anna stellt sich ihren Glauben grün vor. Das ist die Farbe der Hoffnung.

Felix denkt an die Farbe rot, wenn es um seinen Glauben geht. Rot ist die Liebe und darum geht es doch im Christentum.

Alle Farben haben ihren Sinn und ihre Wirkung. Auch in der Kirche haben die Farben eine Bedeutung: Weiß, grün, violett und rot prägen das Kirchenjahr. Weiß steht für die Christusfeste. Grün steht in der Sommerzeit im Fokus und erinnert an das Wachstum und Gedeihen. Violett ist die Farbe für die Passionszeit und die Adventszeit. Das sind Zeiten der Besinnung, der Buße und der Umkehr. Rot steht für den Heiligen Geist, der Pfingsten im Mittelpunkt steht, aber auch bei der Konfirmation und dem Reformationsfest.

Der Wechsel der Farben spiegelt den Lebensrhythmus wieder. Es gibt Zeiten der Ruhe und inneren Einkehr und Zeiten, in denen wir feiern und jubeln.

Oft eilen wir durch die Wochen und merken gar keinen Unterschied. Kein Wunder, wenn im September die Lebkuchen und Weihnachtsmänner uns verwirren, Obst und Gemüse ganzjährig zu haben und an den Feiertagen die Geschäfte geöffnet sind.

Wenn alle Zeiten gleich sind, stört das den Lebensrhythmus und der Glaube verliert an Bedeutung.

Also: Welche Farbe hat dein Glaube? Mein Glaube wechselt ab und zu die Farbe, je nach dem, was im Kirchenjahr gerade los ist. Und manchmal schillert er in allen Regenbogenfarben. Der Regenbogen erinnert an das Ende der Sintflut.

Als die Arche Noah wieder auf Land gelaufen ist, gibt Gott Noah ein Versprechen:

„Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“

Und ein Zeichen: „Meinen Bogen habe ich in die Wolken gesetzt; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde.“

Und welche Farbe hat Ihr Glaube?

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Haike Gleede

Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
Pastor/-innen
Haike
Gleede
Pastorin
Kirchstraße 6
27367
Horstedt
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(04288) 320
So. 16.10.16
Glaube – ein Stück Lebensqualität
Marita Meixner-Ander…
Glaube – ein Stück Lebensqualität

 

In den Nachrichten war in letzter Zeit immer wieder zu hören, wie sehr die Menschen heutzutage unter Druck stehen. Stress ist der Krankmacher Nr.1 in unserer Industriegesellschaft. Eine Fülle von sogenannten Zivilisationskrankheiten sind seine Folgen. Jedoch der Ruf nach mehr Freizeit ist kein Ausweg. Wir bringen es fertig, auch die Freizeit gehetzt, ruhelos oder in Verkehrsstaus zu verbringen.

Die Sehnsucht des Menschen nach Ruhe ist uralt. Damit ist keineswegs das Nichtstun gemeint, sondern, dass wir innerlich wie äußerlich frei sind von einem Druck, der Angst und Hektik verbreitet.

Solch einen Druck erlebte das Volk Gottes damals in der Wüste, wie es im 2.Buch Mose beschrieben wird. Wir erleben ihn vor der Operation im Krankenhaus oder vor hohen Leistungsanforderungen, ob in der Schule, im Beruf oder auch in der Familie. So wird leider die Ruhelosigkeit oft zu einem Teil unserer Seele. Sie wird zu einer inneren Unruhe, die krank macht. Doch der Glaube an Gott, in dessen Liebe wir Menschen geborgen sein dürfen, hilft uns, unsere innere Unruhe zu besiegen. Insofern ist der Glaube ein Stück Lebensqualität.

Aus einer inneren Ruhe heraus, wird unser Leben in Arbeit und Freizeit zwar nicht ohne äußere Herausforderung sein, jedoch frei von innerem und zerstörerischem Druck. Wo es an uns liegt, brauchen und werden wir dann nicht mehr selbst Unruhe und Stress verbreiten, sondern vielmehr helfen, dass auch andere Menschen Ermutigung und Ruhe, Gelassenheit und Selbstvertrauen finden.

Gott sprach: Mein Angesicht soll vorangehen; ich will dich zur Ruhe leiten.

2 Mose 33,14

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Marita Meixner-Andersohn

Marita
Meixner-Andersohn
Pastorin
Im Specken 3
27367
Ahausen
Tel.: 
(04269) 5288
So. 09.10.16
Zeit für Wunder
Frank Hasselberg
Zeit für Wunder

Warum ist der Himmel blau? Wie weit ist es bis zur Sonne? Wo ist Gott, wie sieht er aus und was macht er den ganzen Tag? – Kinder können tausende dieser Fragen stellen. Und wenn sie eine Antwort bekommen haben, kommen meist zwei neue Fragen hinterher. Sie wollen die Welt erforschen, alles wissen. Alles herauskriegen. Neues entdecken, bis sie auf den Grund der Dinge stoßen.

Sie erinnern mich daran, dass es so Vieles gibt, worüber man staunen kann. Ich erinnere mich, wie ich als Kind manchmal stehenblieb und mit großen Augen zusah, wenn im Herbst die bunten Blätter zu Boden schwebten. Oder wie ich mich neben eine Ameisenstraße hockte und die fleißigen kleinen Arbeiter beobachtete. Wie sie sich einen neuen Weg bahnten, wenn ich mit meinem Finger einen Strich durch ihre Sandstraße machte.

Für ein Kind ist die Welt voller Wunder, mit denen es sich unentwegt beschäftigen kann, die es erforschen und lüften will. Fröhlich und leicht ist diese Neugier. Aber diese Zeit geht vorbei. Und dann? An manchen Wundern wird man in der Hektik des Alltags vorbeigezogen, obwohl man gern näher hingeschaut hätte. Andere Dinge werden wichtiger – oder erscheinen zumindest so. Es fehlt die Zeit. Die Fragen hören auf, und mit den Fragen verschwindet die Neugier. Und irgendwann wundert man sich, wo denn die Zeit geblieben ist und die Freude der Kindheit.

Erwachsene haben es oft schwer, ein Wunder zu sehen. Und doch: Die Welt ist voll davon. Man muss nur mit offenen Augen hinsehen. Sich Zeit nehmen. Der Neugierde nach der Mitte des Lebens wieder freien Lauf lassen. Um zu erkennen, wie schön die Schöpfung ist, wie wunderbar Sonne und Regen, Pflanzen und Tiere – und der Mensch neben mir. Und wer das alles geschaffen hat. Dann wird schnell klar, dass nicht der Mensch „Macher“ des Lebens ist, sondern alles von Gott getragen wird. Wir leben auf wunderbare Weise. Darüber können wir nur staunen und Gott dafür danken. Wie sang einst Katja Ebstein: „Wunder gibt es immer wieder – wenn sie dir begegnen, musst du sie auch seh´n.“ So einfach ist das.

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Frank Hasselberg

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Öffentlichkeitsarbeit
Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Frank
Hasselberg
Pastor, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis
Schneverdinger Straße 14
29640
Schneverdingen
Tel.: 
(05193) 4130
Mo. 03.10.16
Bierzeltkrieg
Peter Handrich
Bierzeltkrieg

Am Mittwoch hat sich das „Forum Diakonie“ in der Flüchtlingsunterkuft im Glummweg in Rotenburg getroffen. Das „Forum Diakonie“ ist ein loser Zusammenschluss diakonischer Einrichtungen im Kirchenkreis Rotenburg.

Manfred Kröger, Bereichsleiter der Flüchtlingshilfen Rotenburg, hat uns von viel Improvisation, viel Engagement, vielen Fortschritten und auch von ein bisschen Sand im Getriebe erzählt. Die beste Nachricht fand ich, dass Flüchtlinge aus Syrien zur Zeit sehr schnell ein Bleiberecht erhalten. Die schlechteste Nachricht fand ich, dass sie zur Zeit nur einen so genannten „subsidiären“ Status erhalten. Das bedeutet: Sie sind eigentlich keine echten Flüchtlinge. Ihre Anerkennung bekommen sie erst einmal für ein Jahr. Sie dürfen keine Familienangehörigen aus Syrien nachkommen lassen.

Angesichts der augenblicklichen Verhältnisse in Aleppo, aber auch in vielen anderen Regionen Syriens, ist das eine ausgesprochen zynische „Anerkennung“. Wie soll sich ein Mensch fühlen, dessen Frau, Mann, Kinder, Eltern in der andauernden Gefahr leben müssen, dass sie bombardiert und beschossen werden, es aber keine Ärzte mehr gibt, kein Operationsbesteck, keine Schmerzmittel? Etwas Schlimmeres kann ich mir kaum vorstellen.

Und dazu das Gerede von den Obergrenzen und dass es christlich sei, wenn wir nur so viele reinlassen, wie sich mit uns vertragen, und dann am besten nur noch Christen, am besten welche mit europäischer Kultur – vielleicht aus Großbritannien? Aus Island? Aus der Schweiz?

Der Krieg tobt in Syrien und im Sudan, im Irak und an vielen anderen hundert Schauplätzen, die es nicht einmal in die Tagesschau schaffen –- und wir fürchten um unsere Bierzeltkultur?

 

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Peter Handrich

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Peter
Handrich
Pastor in den Rotenburger Werken
Lindenstraße 14
27356
Rotenburg
Tel.: 
(04261) 920889
Mo. 19.09.16
Was heißt eigentlich Integration?
Hendrik Becker
Was heißt eigentlich Integration?

Was heißt eigentlich Integration? Bei „Europäischer Integration“ denken wir automatisch an ein Zusammenwachsen gleichberechtigter Partner. Aber bei den Geflüchteten scheint man unter Integration nur einseitige Anpassung zu verstehen.

Als meine Frau 1990 meiner Familie im tiefsten Ostfriesland vorgestellt wurde, verstand sie bei der damaligen Geburtstagsfeier meines Großvaters anderthalb Stunden rein gar nichts. „Ihr hättet arabisch sprechen können…“. Zur Beerdigung des Großvaters kamen die auf dem Nachbarhof einquartierten kurdischen Nachbarn. Opa wurde von den kurdischen Frauen mit Wehklagen betrauert. Man kannte sich gut vom Teedrinken. „Sett fell e´m Teewater up, de Kuur´ komt fut“ „Setz schnell Teewasser auf, der Kurde kommt gleich!“ hieß es. „Kook Tee!“ Zwei „Parallelkulturen“, die sich gut verstanden, die ostfriesische und die kurdische: Ein fast beduinisch-biblisches Erlebnis!

Sie lernen von uns, die Neuen aus dem Orient, aber ich lerne auch von ihnen. Es sind Menschen, die Respekt vor dem Alter haben, die ihre Alten niemals mit Giftspritzen in der Schweiz einschläfern lassen würden, denen Familie etwas bedeutet, Kinder sind für sie ein Segen. Ein Flüchtling sagte bei einem Besuch in einer Grundschulklasse: „Bei euch ist es so kalt. Jeder ist für sich. Darunter leide ich. Bei uns in meiner Heimat spielt sich das Leben auf der Straße ab.“

Ja, wer soll sich eigentlich wem anpassen? - Man lernt aneinander, so entsteht ein neues Ganzes: Integration! Die Bibel fasst diese Erfahrung in der Vision von der sogenannten Völkerwallfahrt zusammen: „Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Denn es wird kein Volk gegen das andere ein Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr Krieg führen lernen.“ (Jes. 2)

Eine schöne Herbstzeit wünscht Ihnen allen Ihr Diakon Hendrik Becker, Familiengarten Oyten.

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Hendrik Becker

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sonstiges
Hendrik
Becker
Diakon im Familiengarten Oyten (Nachbarkirchenkreis Verden)
Jahnstraße 4
28876
Oyten
Tel.: 
(04207) 802479
So. 11.09.16
Zwischen den Wahltagen
Jens Ubben
Zwischen den Wahltagen

Sie kriegen unser Kreuz und fragen bis zur nächsten Wahl nicht nach unserer Meinung. Sie sagen heute das, und morgen erinnern sie sich nicht mehr. Sie schreiben sich Dinge auf die Fahnen, die eigentlich andere getan haben. Manche sagen, dass das bei Politikern so sei.

Andere sagen: Sie wollen etwas bewegen. Sie bewahren einen langen Atem für komplexe Themen. Sie schlagen sich lange Abende um die Ohren. Sie tun das im kommunalen Bereich ehrenamtlich. Sie tun das, obwohl es immer Leute gibt, die die Ergebnisse blöd finden und es sowieso besser wissen.

Was können wir tun als Bürger, zwischen Wahltagen? Neben persönlichen Kontakten zu unseren Volksvertretern, neben konstruktiven Ideen, ermutigenden Worten, kritischen Rückfragen? Was tun, statt gleichgültig-frustriertem Ignorieren?

Christen sind aufgefordert zu beten! So heißt es im Neuen Testament im 1. Timotheusbrief: „So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit.“ Vier Arten des Betens, auch für Politiker!

Beten heißt, Gott einzubeziehen in unser Leben und unser Miteinander. Eine Letztverantwortung bei etwas Größerem anzuerkennen, und den Kontakt zu diesem zu pflegen. „Bitte“ meint: Wir holen Gott hinein in unser Leben, nennen das, was wir brauchen. „Gebet“ steht für das alltägliche Gespräch mit Gott, das die Dinge des Lebens in das vertraute Gespräch mit ihm einfließen lässt. „Fürbitte“ bedeutet, die Not des anderen zu sehen. Zu wissen, dass wir allein es nicht lösen können, und darin dann den eigenen Beitrag zu erkennen. Der „Dank“ schaut wertschätzend zurück und freut sich am nicht Selbstverständlichen.

Tun wir das doch auch im Blick auf unsere Volksvertreter: Die „Bitte“, die Gott bewusst hineinholt in unser Leben. Das „Gebet“, das eigene gesellschaftliche Haltungen im stillen Zwiegespräch mit Gott reifen lässt. Die „Fürbitte“, die um Kraft, gutes Urteilsvermögen, Besonnenheit und Ausdauer für unsere Abgeordneten bittet. Und der „Dank“, der die Wertschätzung für das Gelungene wachsen lässt und auch persönlich zum Ausdruck bringt.

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Jens Ubben

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Gemeindebrief
Pastor/-innen
Jens
Ubben
Pastor
Große Straße 16
27383
Scheeßel
Tel.: 
(04263) 4920
So. 04.09.16
Etwas für´s ganze Leben
Frank Hasselberg
Etwas für´s ganze Leben

„Ein Freund, ein guter Freund,

das ist das Beste, was es gibt auf der Welt.

Ein Freund bleibt immer Freund,

auch wenn die ganze Welt zusammenfällt.

Drum sei auch nie betrübt,

wenn dein Schatz dich nicht mehr liebt.

Ein Freund, ein guter Freund,

das ist der größte Schatz, den´s gibt.“

 

So sangen einst die Comedian Harmonists. Auch in der Bibel wird ein hohes Lied gesungen auf den Wert der Freundschaft. Der Weisheitslehrer Jesus Sirach schreibt: „Ein treuer Freund ist ein starker Schutz; wer den findet, der findet einen großen Schatz. Ein treuer Freund ist nicht mit Geld oder Gut zu bezahlen.“ Und von der tiefen Verbundenheit zwischen David und Jonathan heißt es im Alten Testament sogar, dass sie David wichtiger gewesen sei als die Liebe der Frauen. Die Heilige Schrift weiß an vielen Stellen um den hohen Wert wahrer menschlicher Freundschaft, um den Wert tiefer, verbindlicher Beziehungen. Im Johannesevangelium sagt Jesus sogar direkt zu seinen Jüngern: „Niemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde. Ihr seid meine Freunde“.

 

Ich glaube, manchmal verwenden wir das Wort Freundschaft zu leichtfertig und meinen eher lose Bekanntschaften, etwa im Sinne von Sports-, Partei- oder Geschäftsfreunden. Solche Beziehungen mögen auch wichtig sein, sind aber oft nur oberflächlich und von kurzer Dauer. In der Bibel geht es um echte, tragfähige, lebenslange Freundschaften. Wo ich mich so geben kann, wie ich bin, wo ich mich nicht verbiegen muss und alles erzählen kann, wo ich aufgefangen werde, wenn ich einmal falle. Eine solche Freundschaft bietet Jesus uns an. Er möchte unser treuer und verlässlicher Freund und Wegbegleiter sein. Man sagt, „kleine Geschenke erhalten die Freundschaft“. Er hat uns ein viel größeres Geschenk gemacht, indem er uns ein ganz neues Leben bei Gott eröffnet; wir brauchen es nur anzunehmen. Denn Freundschaften müssen auch gepflegt werden, damit sie nicht verkümmern. Vielleicht bieten die herrlichen Spätsommertage, die wir erleben, wieder einmal die Gelegenheit dazu, an dieser Freundschaft zu arbeiten, sie neu zu beleben. Es wartet jemand darauf.

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Frank Hasselberg

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Öffentlichkeitsarbeit
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Pastor/-innen
Frank
Hasselberg
Pastor, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis
Schneverdinger Straße 14
29640
Schneverdingen
Tel.: 
(05193) 4130
So. 28.08.16
Wer lacht, sündigt nicht
Frank Hasselberg
Wer lacht, sündigt nicht

Warum guckt die Frau an der Kasse mich nur so seltsam an? „Entschuldigung, aber so kennt man Sie ja gar nicht… in kurzen Hosen und T-Shirt. Ich hätte Sie beinahe nicht erkannt.“ Ich muss lachen. Nein, bei der Hitze laufe ich auch als Pastor nun wirklich nicht im schwarzen Anzug herum. Da hat sich im Laufe der Zeit manches geändert – Gott sei Dank!

Anderes hält sich zäh. Zum Beispiel, dass man im Gottesdienst nicht lacht. Wer hat das bloß erfunden? Manchmal bin ich enttäuscht, wenn ich in die Predigt einen Scherz einbaue und niemand sich richtig zu lachen traut. Ein altes Phänomen. Von Wilhelm Buschs Neffen, dem Pastor Otto Nöldeke, wird folgendes erzählt: Als eines seiner Schäfchen krank im Bett lag, brachte Pfarrer Nöldeke einen Band seines Onkels zu dem Kranken in der Hoffnung, die lustigen Zeichnungen und Verse würden ihn etwas aufmuntern. Nach vier Wochen besuchte er den Kranken wieder und fragte, wie ihm das Buch gefallen habe. Die Antwort lautete: „Ich hätte wohl sehr lachen mögen über die Geschichten, aber da ich das Buch von Ihnen erhalten hatte, traute ich mich nicht so recht.“

Schon das ist zum Lachen, oder?! Also ich bin nicht der Mensch, der mit nach unten gezogenen Mundwinkeln herumläuft, im Gegenteil. Ich freue mich des Lebens, und mein Glaube hilft mir dabei, mit schwierigen Situationen umzugehen. Kirche, Glaube und Humor sind keine Gegensätze, für mich gehören sie untrennbar zusammen. Lachen ist gesund für Leib und Seele, und vielleicht stimmt der Titel des Buches, das ich gerade lese: „Wer lacht, sündigt nicht!“ - Wie, die Bibel sprüht nicht gerade vor lustigen Geschichten? Mag sein, zumindest nicht vordergründig, aber wissen Sie was: Nach dem Johannesevangelium (Kapitel 2, Verse 1-12) hat Jesus während der Hochzeitsfeier in Kana das Wasser nun gerade nicht in essigsaure Tonerde, sondern in Wein verwandelt. Das Fest der Freude konnte weitergehen. Das erste Zeichen, das Jesus tat, diente der Lebensfreude.

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Frank Hasselberg

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Öffentlichkeitsarbeit
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Pastor/-innen
Frank
Hasselberg
Pastor, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis
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So. 21.08.16
Die Saat der Diakonie
Matthias Richter
Die Saat der Diakonie

Neulich im Campus Unterstedt – der Landessuperintendent will sich ein Bild davon machen, wie die Diakonie die Flüchtlinge in Rotenburg betreut. Mit dabei sind vier junge Männer, aus Syrien, dem Irak, dem Iran. Sie erzählen, was sie nach Deutschland getrieben hat, was sie erlebt haben. Manche Träne fließt, besonders wenn sie von ihren Angehörigen in der Heimat berichten. Aber Augen leuchten auch, wenn es um die Zukunft geht. Einer hat gerade eine Festanstellung in einer Rotenburger Pizzeria bekommen. Der jüngste in der Runde – gerade 19 Jahre alt – wird rot, als zur Sprache kommt, dass er als erster eine einheimische Freundin hat. Er ist dankbar, dass er auch in ihrer Familie sehr herzlich aufgenommen wurde. Der andere steht in Gesprächen, wie er sein syrisches Studium hier fortsetzen kann. Alle haben in den letzten Monaten Deutsch gelernt, einer spricht holprig, der Student schon ziemlich geschliffen.

Würden wir es eigentlich merken, wenn unter unseren Bewohnern jemand radikal, vielleicht sogar gefährlich werden würde? Die erste Antwort auf unsere Frage überrascht uns nicht: Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht – nirgendwo auf der Welt, bei keinem Menschen, egal wo er herkommt. Denn was jemand im Verborgenen seines Herzens oder in den Untiefen des Internets treibt, ist nicht immer erkennbar. „Aber alles andere würden wir merken und gleich an Euch weitergeben“, sagt der angehende syrische Student und zählt die vielen Sprachen auf, die er versteht und die alle im Campus gesprochen werden. Da sind sich die vier Männer einig: Sie haben in den letzten Monaten durch Mama Grube, Madame Clüver und Frau Conny – wie sie ihre Betreuerinnen nennen – so viel Gutes erfahren, Trost gefunden und Hoffnung geschöpft, dass sie und alle, die sie kennen, für Hassparolen nicht anfällig sind.

Für mich ist es ein berührender Moment in dem schlichten Campuszimmer. Hier geht eine gute Saat der Diakonie auf. Das Zugehen auf den Nächsten hilft nicht nur dem Menschen, sondern kommt auch zurück. So wirkt Nächstenliebe mindestens doppelt. Ich glaube, wir schaffen es, die vielen Geflüchteten und Entwurzelten zu integrieren, wenn wir ihnen das Gefühl geben: Ihr seid Menschen, so wie wir – und Euer Schicksal lässt uns nicht kalt. Das ist oft schwierig, bewirkt aber tausendmal mehr als alle Parolen, die weiter spalten und nichts und niemanden nach vorne bringen.

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Matthias Richter

Matthias
Richter
Theologischer Direktor des Agaplesion Diakonieklinikums
Elise-Averdiek-Straße 17
27356
Rotenburg
Tel.: 
(04261) 77-0
So. 21.08.16
Gold für die Liebe
Peter Thom
Gold für die Liebe

Täglich haben wir sie vor Augen, die Sportler bei den olympischen Spielen: Wie sie kämpfen, sich verausgaben, fighten und manchmal unter Schmerzen das Letzte geben. Hochachtung! Und doch können nur die Besten über Medaillen jubeln. Die anderen gehen leer aus und ihnen bleiben nur Trauer und Tränen.

Wofür es bei den olympischen Spielen alles Medaillen gibt! Mindestens ebenso aufschlussreich ist, wofür keine Medaillen vergeben werden. Es gibt viele Ziele, für die zu kämpfen lohnen würde. Aber eben nicht mit Muskelkraft, sondern mit dem Herzen. Die olympischen Spiele der Herzen müssen erst noch erfunden werden. „Fairness im Straßenverkehr“ wäre eine echte Herausforderung. Sehr reizvoll wäre auch ein Wettkampf im Komplimente machen. Wo doch Wertschätzung so wichtig ist! Und warum kämpfen die Nationen dieser Welt nicht für die Menschenrechte, obwohl man dafür ganz viel Kraft, Mut und Ausdauer braucht?

In der Bibel steht: „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei“, die sind die Besten, die gehören auf’s Treppchen. „Aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“ Gold für die Liebe? Wer hätte das gedacht! Mit der Liebe hat keiner gerechnet, die hatte keiner auf dem Zettel. Ausgerechnet die Liebe! Donnerwetter!

Nur Insider wussten es schon immer. Fragen Sie mal die Verliebten, die haben es selbst erlebt: „Die Liebe ist das Größte überhaupt!“ Und die Miteinander-Alt-Gewordenen bekennen: „Nur die Liebe lässt uns leben.“ Christen wissen es ganz genau: „Nächstenliebe ist das höchste Gebot. Das ist die Königsdisziplin im Olympia der Herzen.“ Dafür lohnt es sich, alle Kräfte einzusetzen und zu kämpfen. Keine Frage, ohne Kampf geht es nicht. Keiner soll meinen, er käme kampflos zum Ziel. Das echte Leben ist im Schongang nicht zu haben. Aber der Kampf lohnt sich. Und jeder kann mitmachen. Auf die Plätze, fertig – los!

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Peter Thom

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Kindergottestdienst
Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Peter
Thom
Pastor
Lüdinger Str. 5
27374
Visselhövede
Tel.: 
(04260) 507
So. 14.08.16
Nicht einfach zu knicken
Alexa Wilke
Nicht einfach zu knicken

Eigentlich war einfach ein netter Abend geplant. Daraus wurde nichts. Das hatte er gleich gesehen, als sein Freund in der Tür stand. „Frag nicht!“, sagte der, grüßte kaum und saß kurz danach ziemlich geknickt auf dem Sofa. „Mensch, es gibt Tage…“ fing er an. Der Morgen beim dementen Vater. Und am Nachmittag dann auch noch Streit mit seiner Freundin. „Es gibt Tage, die ziehen einen nur runter...“

Im Laufe des Abends erzählte er. Der Vater am Morgen. Früher war er offen für die Welt, hatte Freunde und stand im Leben. „Er hatte richtig Feuer, weißt Du?“ Und heute erkundigten sich die Nachbarn zwar höflich, wie es ihm ginge. Doch hinter der Hecke hörte er sie munkeln: „Mit dem ist nichts mehr los!“ „Und dabei ist das nicht wahr! Wenn ich Papa Bilder von früher zeige, dann funkeln seine Augen richtig. Und ich sehe wieder den Papa, der er immer für mich gewesen ist.“

Eine Weile blieb er ruhig. „Aber das mit der Moni…“ begann er dann. „Das mit der Moni – ich hab wirklich Angst, dass das in all der Belastung zerbricht.“ Er sackte noch tiefer in sich zusammen: „Mensch, ich will sie nicht so knicken…“

Eigentlich war ein netter Abend geplant. Und nun saß sein Freund auf dem Sofa, erzählte und schimpfte, versank in Gedanken. Erzählte sich Stück um Stück aus seiner Traurigkeit und seinem Ärger über sich selber heraus und wurde ruhiger. Hätte er den Wochenspruch für die kommende Woche gekannt. Er hätte etwas mit ihm anfangen können. In solchen Begegnungen wie denen, die ihn an diesem Tag runtergezogen hatten, können wir ahnen, was es bedeutet (Jesaja 42,3), „Gott wird das geknickte Rohr nicht zerbrechen und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.“

 

 

 

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Alexa Wilke

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So. 14.08.16
Ber Jesus in der Küche
Thomas Steinke
Ber Jesus in der Küche

Als meine Geschwister und ich klein waren, haben unsere Eltern mit uns abends oft diese Liedstrophe gesungen: „Breit aus die Flügel beide, o Jesu, meine Freude, und nimm dein Küchlein ein...“ (Ev. Gesangbuch 477,8). Warum Jesus in die Küche gehen soll, habe ich nicht verstanden. Aber ich dachte an Onkel Willys und Tante Lenes Bauernhaus: Bei ihnen kam man nämlich von der Diele, auf der die Kühe standen, direkt in die Küche. Hier spielte sich das ganze Leben ab. Hier wurde nicht nur gekocht und gegessen. Hier setzte man sich mit den Besuchern an den Tisch, hier wurden die Pausen und der Feierabend verbracht. Hier gab es außer Schwarzbrot auch Kuchen und Chips. Hier ging es in den Gesprächen um die tägliche Arbeit und die große Politik. Kurz: Dieser Raum stand für mich als Kind für Gemeinschaft und Geborgenheit.
Und deshalb war es für mich ein beruhigender Gedanke: Wenn Jesus abends in der Küche ist, dann ist alles gut. Dann kann ich, falls ich im Dunkeln Angst haben oder falls tatsächlich etwas Schlimmes passieren sollte, ja schnell zu ihm rennen! Später habe ich den ursprünglichen Sinn des Bildes verstanden: Wie die Henne bei Gefahr ihre Flügel schützend über ihre Küken breitet, so möge Jesus in der Nacht segnend seine Hände über uns halten. Dann, wenn wir uns – möglichen äußeren und inneren Feinden wehrlos ausgeliefert – in den Schlaf fallen lassen. „Will Satan mich verschlingen, so lass die Englein singen: »Dies Kind soll unverletzet sein.«“, so geht die Liedstrophe weiter.
Und das tröstet mich noch heute, nicht nur nachts. Sondern auch tagsüber, wenn ich wieder mal den Eindruck habe, es ist buchstäblich „der Teufel los“ in unserer Welt. Dann ist es gut, diesen Zufluchtsort zu kennen: „Wie köstlich ist deine Güte, Gott, dass Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben!“ (Psalm 36,8).

 

 

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Thomas Steinke

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Thomas
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Wie schön, es läutet!
Frank Hasselberg
Wie schön, es läutet!

„Fest gemauert in der Erden

Steht die Form, aus Lehm gebrannt…“

So beginnt Friedrich von Schillers „Lied von der Glocke“. Generationen von Schulkindern mussten es auswendig lernen. Hören Sie manchmal die Glocken Ihrer Kirche? Und wenn ja: Hören Sie das Geläut gern, stört es Sie, oder gehört es einfach dazu? Schrecken Sie aus dem Schlaf auf oder sitzen Sie dann beim Essen oder vor dem Fernseher?

Immer wieder einmal beschweren sich Nachbarn über das Läuten der Kirchenglocken. Sie beschweren sich allerdings auch über den „Lärm“ der spielenden Kinder im Kindergarten nebenan. Manche Menschen stört sowieso und aus Prinzip jedes Geräusch, das sie nicht selber verursachen. Dabei rufen Kirchenglocken nicht nur zum Gottesdienst, sondern sie begleiten das Leben von uns Menschen: bei der Taufe, der Trauung, auch am Ende des Lebens. Und was wäre der Heilige Abend ohne volles Geläut?

Glocken gehören seit vielen Jahrhunderten zu unserer Kultur des „christlichen Abendlandes“, das wird leider von manchen vergessen. Sie zeigen die Uhrzeit an, und früher dienten sie auch als Warnsignal vor Unwettern, Feuern oder bei kriegerischen Bedrohungen. Ich denke an die Freiheitsglocke in Philadelphia, die eng verknüpft ist mit der Unabhängigkeit der USA. Glocken als Symbol der Freiheit!

Leider können auch die besten Dinge, kann auch Religion missbraucht werden, das erleben wir nicht nur in dieser Zeit des islamistischen Terrors. Im 2. Weltkrieg mussten viele Kirchengemeinden ihre Glocken an die Machthaber des Nazi-Staates abgeben, das Metall wurde zu Gewehrkugeln umgegossen. So waren und sind unsere Glocken eine Zeitansage in mehrerer Hinsicht. In jedem Fall aber verweisen sie auf die höhere Macht, die unser Leben bestimmt, sie weiten den Blick auf eine andere Dimension. Sie erinnern uns an Gott.

Apropos. Waren Sie schon einmal in einem islamisch geprägten Land? Wer da die Rufe der Muezzin von jedem Minarett, meist noch leicht zeitversetzt, gehört hat, weiß den heimischen Glockenturm zu schätzen. Ich fand das enorm wohltuend, nachdem ich einmal eine Nilkreuzfahrt mitgemacht hatte. Wie herrlich war da der heimische Glockenklang, ein Stück Zuhause. Wie heißt es so schön am Ende von Schillers Glocke:

„Zur Eintracht, zu herzinnigem Vereine

Versammle sie die liebende Gemeine….

Freude dieser Stadt bedeute,

Friede sei ihr erst Geläute.“

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Frank Hasselberg

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Frank
Hasselberg
Pastor, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis
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So. 31.07.16
Wer hat mein Leben eigentlich in seiner Hand?
Theodor Adam
Wer hat mein Leben eigentlich in seiner Hand?

Aber der Herr ist treu; der wird euch stärken und bewahren vor dem Bösen. 2Thess 3,3

 

Im Garten entdecke ich eine kleine Blattlaus auf meinem Pullover. Schnell läuft sie voran. Sie hat zwei lange Fühler, die ständig tastend in Bewegung sind. Bald erreicht sie meine Hand. Und dann verirrt sie sich. Sie läuft immer wieder um meine Hand herum und merkt gar nicht, dass ihr Weg kein Ziel haben wird.

Schlagartig wird mir bewusst: Sie ahnt gar nicht, dass sie auf einem Menschen sitzt. Sie weiß nicht einmal, was ein Mensch ist. Sie erkennt mein Gesicht über sich nicht als Gesicht, meine Augen nicht als Augen.

Ich schaue auf ihren Weg wie Gott auf meinen. Und ich habe die Macht über sie: In Bruchteilen einer Sekunde könnte ich sie zwischen den Fingern zerquetschen. Ihr Leben ist in meine Hand gegeben.

 

Wie oft kann ich wie die Blattlaus selbst gar nicht einschätzen, ob mein Weg, mein Lebensweg, ein Ziel haben wird. Angst und Sorge vor Anschlägen und politischer Instabilität rücken näher und lassen mich zaudern. Werde ich vollenden können, was mir wichtig ist, werde ich ans Ziel kommen?

Und wie oft bin ich wie die Blattlaus im Leben unterwegs, ohne mir Gedanken über den Grund zu machen, auf dem ich stehe.

 

Aber der Herr ist treu, der wird euch stärken und bewahren vor dem Bösen.

 

Mit Gottes Gegenwart, die in diese unsere Situation spricht, ändert sich zweierlei:

Zum einen relativieren sich die Ziele: Sind die Ziele, die sich ein jeder von uns gesteckt hat, tatsächlich auch die, zu denen Gott uns führen will? Ist das Bild, das ich von mir entworfen habe, auch das, wie Gott mich meint?

Zum anderen wird der Grund erkennbar: Trotz der Verunsicherungen und politischen Erschütterungen liegt unser Leben nicht in der Hand politischer Entwicklungen oder gar in der Hand von Attentätern oder Terroristen: Unser Leben, unser Sein ist im Leben wie im Sterben allein in Gottes Hand gegeben, denn:

 

Der Herr ist treu, der wird euch stärken und bewahren vor dem Bösen.

 

Viel Mut und Glaubensgewissheit wünscht Ihnen

Theodor Adam,

Pastor in St. Georg, Sottrum

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Theodor Adam

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Theodor
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So. 10.07.16
Mensch, werde wesentlich!
Harm Cordes
Mensch, werde wesentlich!

„ … schnell mal eben …“. Ich weiß nicht, wie oft ich diese Formel benutze. Ich gehe „schnell mal eben“ einkaufen, bin „mal eben“ mit dem Hund draußen oder erledige „schnell mal eben“ einen Anruf. Manchmal vergehen ganze Tage in diesem „schnell mal eben“ – und am Ende lässt sich kaum sagen, was an ihnen Wesentliches geschehen ist.

Wie? Sie leben auch so? Auch Sie bringen schnell mal eben die Kinder zur Schule, schauen „schnell mal“ bei Oma vorbei … Entsetzlich dieses „schnell mal eben …“. Bedeutet es doch zugleich: Das wirklich Wichtige kommt noch. Gleich, wenn das Unvermeidliche aber Unaufschiebbare erledigt ist.

Dabei ist mein Leben viel zu schade, all diese Dinge „schnell mal eben“ zu erledigen. Ganz abgesehen davon, dass ich es nicht mag, wenn mit mir so umgegangen wird. Ich will nicht „schnell mal“ angerufen werden, wer „schnell mal“ zum Geburtstag vorbeikommt, kann gleich zu Hause bleiben; Lob und Tadel „schnell mal eben“ angebracht, berühren mich wenig.

Johann Scheffler hat dieser Hektik und Oberflächlichkeit eine Mahnung entgegengehalten: „Mensch, werde wesentlich!“. Er will sagen: lass die Finger von Dingen, die nicht wichtig für Dich sind. Verschwende Deine kostbare Zeit nicht mit Unwesentlichem. Dafür hat Gott Dir Dein Leben, Deine Mitmenschen, Deine Aufgaben nicht anvertraut. Nimm ernst, was Du tust und lebst. Wo Du bist, da sei ganz. Oder eben gar nicht. Und auch das ganz bewusst.

„Mensch, werde wesentlich!“ Dieser Satz erinnert mich daran, dass jeder Moment meines Lebens kostbar, wesentlich sein kann und darf. Weil genau dieser Moment, diese Begegnung, diese Aufgabe das Leben ist, das Gott mir schenkt. Das aber will ich, darf ich bewusst leben und gerade nicht „schnell mal eben“ hinter mich bringen.

 

 

 

 

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Harm Cordes

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Harm
Cordes
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Sa. 09.07.16
Lieder erklingen
Hilke Bauermeister
Lieder erklingen

Morgen ist das Finale der Fußball-Europameisterschaft. Zwei Mannschaften werden gegeneinander antreten. Fans werden sich im Stadion versammeln. Es werden die Nationalhymnen erklingen. Die Fans werden Gesänge anstimmen während des Spiels. Im Fußballstadion singt man gern und viel. Wie in der Kirche. Da singt man auch gern und viel. Vielleicht denken Sie nun: „Das mag ja sein. Aber die passenden Töne trifft man im Stadion leichter.“ Das stimmt! Viele Kirchenlieder haben schöne, aber anspruchsvolle Melodien. Wer die Melodie nicht kennt, hat es schwer, stets den richtigen Ton zu treffen. Da hat man es im Stadion einfacher.

Kirchenlieder und Fußballgesänge haben dennoch etwas gemeinsam: Singen verbindet. Obwohl sich die vielen Menschen in den Fankurven nicht alle kennen, sind sie doch für die Zeit, in der sie zusammen singen, geeint – geeint in dem Wunsch, ihre Mannschaft kräftig anzufeuern. Kirchenlieder vereinen Menschen im Gebet: Manche Lieder singen wir, um Gott zu danken, andere singen wir, um Gott zu klagen, was uns auf dem Herzen liegt. Lieder helfen, Traditionen zu bewahren, die Erinnerung wach zu halten an die Vergangenheit, sei es die Erinnerung an die glanzvolle Vergangenheit eines Fußballvereins oder die Erinnerung daran, was unser christlicher Glaube ist. Morgen Abend ist das Finale der Europameisterschaft. Morgen Vormittag ist Gottesdienst. In den Kirchen werden Lieder erklingen. Lieder, die uns daran erinnern, woran wir als Christinnen und Christen glauben: „Wenn wir in Frieden beieinander wohnten, Gebeugte stärkten und die Schwachen schonten, dann würden wir den letzten heilgen Willen des Herrn erfüllen.“ (Ev. Gesangbuch, Nr. 221, Strophe 2)

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Hilke Bauermeister

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