Andachten

Kurz innehalten. Sich für einen Moment besinnen, woher wir eigentlich kommen, was wichtig ist im Leben. Dabei helfen uns kurze Andachten. Die Pastorinnen und Pastoren des Kirchenkreises Rotenburg verfassen jede Woche zwei Zeitungsandachten für die Rotenburger Rundschau und die Rotenburger Kreiszeitung. Wir veröffentlichen sie hier und schaffen damit ein Archiv, auf das Sie zurückgreifen können, wann immer Sie möchten. Denn: Ihre Zeitung werfen Sie irgendwann in den Papierkorb. Die Andachten behalten jedoch ihre Gültigkeit jenseits der Tagesaktualität.

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So. 20.08.17
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Matthias Richter
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Die Kollegin guckte fast so, als hätte ich ihr einen unanständigen Antrag gemacht. Sie hatte mich auf ein Interview angesprochen. Da hatte ich gesagt, dass ich Frau Twesten gewählt habe und jetzt sauer bin, dass sie in ihrem Ego-Trip mit meiner Stimme fremdgeht und das tut, was ich definitiv nicht gewählt habe. Das finde ich charakterlos und ich sehe keinen Grund, damit hinter den Berg zu halten. „Und was wählst Du so?“, war meine Frage an die Kollegin. Uups, das war zu viel. Sie antwortete mir was von Wahlgeheimnis und dass man ja mit allen gut auskommen müsse. „Ich will mich nicht über Politik streiten und womöglich die Freundschaft riskieren, das muss jeder selbst wissen.“ Ja, natürlich muss jeder selbst wissen, wen oder was er wählt. Aber vor Streit habe ich hier keine Angst – im Gegenteil. Wenn es um Politik geht, finde ich Streit wichtig. Mit Worten, die auf Fakten gründen. Da darf es leidenschaftlich sein, schließlich geht es darum, welchen Kurs unser Land in der Zukunft nimmt. Wem traue ich es zu, dass er oder sie am besten für Gerechtigkeit sorgt? Wer macht Deutschlands Stimme in der Welt für Frieden laut? Wer redet nicht nur, sondern tut auch was, dass unsere Kinder noch gesunde Luft, Erde und Wasser haben? Diese Fragen haben für mich auch mit christlicher Verantwortung zu tun und sind jeden Streit wert. Streit heißt für mich aber nicht, das ich die Person mit dem anderen Kreuz auf dem Stimmzettel ablehne oder wegen ihrer politischen Einstellung weniger nett finde. Oft ist das Gegenteil der Fall. Ich stelle mir vor, wenn in Freundeskreisen, Gemeindegruppen, auf der Arbeit mit aufgeklapptem Visier über Politik diskutiert wird, dann kommen die echten Fragen zur Sprache, weitet sich so mancher Horizont – und das zieht Kreise und bringt das Miteinander in unserem Land nach vorne.

Im letzten Buch der Bibel wird ziemlich schlecht über Christen gesprochen, die nicht mehr erkennbar sind, weder heiß noch kalt, sondern einfach lau. Die bringen nichts nach vorne. Das gleiche gilt sicher für ein Land, in dem man sich nicht traut oder sich nicht die Mühe macht, sein politisches Profil zu zeigen.

Meine Autowerkstatt wacht über das Profil meiner Reifen. Zu wenig ist gefährlich. Für mein Profil bin ich selbst verantwortlich.

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Matthias Richter

Matthias
Richter
Theologischer Direktor des Agaplesion Diakonieklinikums
Elise-Averdiek-Straße 17
27356
Rotenburg
Tel.: 
(04261) 77-0
So. 13.08.17
Bauanleitung gesucht
Alexa Wilke
Bauanleitung gesucht

Eine Strandmuschel, zum Beispiel, ist ja auch nicht immer so hilfreich, wie man es sich wünschen würde. Beim Stangenmodell bringt man sich und das Augenlicht der Mitreisenden schon beim Aufstellen in Gefahr. Wohingegen das sich selbst aufbauende Modell „pop-up“ sich beim abendlichen Rückzug vom Strand gern geheimnisvoll gibt und nur mit einigem Widerstand wieder „down“ gefloppt werden kann.

Der Grund liegt auf der Hand. Strand und Sand sind für Traumschlösser und Kleckerburgen. Bei Ankunft von Flut, Wind oder dem nächsten spielenden Kind fallen sie in sich zusammen. So entsteht immer wieder Platz für Neues: Staudämme oder Seerobben aus Sand etwa. Das ist die besondere Freiheit am Meer. Nichts bleibt hier draußen lange wie es ist.

Und doch: Die viele Freiheit und der aufgewirbelte Sand werden manchem auf Dauer zu mühsam. Hier und da erwacht die Sehnsucht nach Behausung. Wohin dann? Doch die Strandmuschel? Der Freigeist wütet: „Du wirst doch nicht ernsthaft versuchen, sogar Meer und Strand zur windstillen Komfortzone zu machen! Der Sand zwischen deinen Zähnen – das ist der Preis der Weite!“ Und der Architekt sagt: „Bau nicht auf Sand!“ (Matthäus 7,24-27).

„Aber wohin denn dann am Abend?“, frage ich zerknirscht. Bauen, ohne Wind und Weite zu verraten. Heimisch werden, ohne die Freiheit zu verlieren. Das wär’s. „Bau auf das, was ich Dir sage“, mischt sich der ins Gespräch, den keiner am Strand erwartet hätte. Er selbst, Jesus von Nazareth, war ständig unterwegs und hatte keinen sicheren Platz. Nicht mal in der Nacht. Er lebte die Freiheit und herrscht über Wind und Wellen. Sein Vater im Himmel hält ihn und er hält auch mich am Strand des Lebens, mit und ohne Strandmuschel.

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Alexa Wilke

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Öffentlichkeitsarbeit
Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Dr. Alexa
Wilke
Pastorin der Stadtkirchengemeinde, Fundraiserin
Goetherstraße 20
27356
Rotenburg //Postadresse: Westerwalseder Str. 7, 27386 Kirchwalsede
Tel.: 
(04261) 6303914
So. 06.08.17
„Komm, wir gehen in die Schule!“
Peter Thom
„Komm, wir gehen in die Schule!“

Viele kleine Mädchen und Jungen haben in diesen Tagen aufgeregt ihren Schulranzen gepackt, haben stolz die Zuckertüte in den Arm genommen und sich fröhlich auf den Weg in die Schule gemacht. Endlich ist es so weit! Was für ein spannender Tag: Erst der Schulanfänger-Gottesdienst in der Kirche, dann die Einschulungsfeier.

Als Erwachsene spüren wir: Unsere Erstklässler sind ziemlich aufgeregt, aber sie freuen sich schon lange auf die Schule. „Jetzt geht es los, ich komme in die Schule!“ Wir merken, die Kinder sind offen für alles Neue. Sie sind so neugierig. Sie wollen ganz viel wissen. Lernen ist ihr Ding.

Als Eltern und Großeltern erleben wir ihre Begeisterung für das Lernen vielleicht mit etwas Neid. Wir wissen, dass das Lernen ein lebenslanger Prozess ist und eigentlich nie aufhört. Aber leider lässt die Begeisterung für das Lernen mit den Jahren nach. Je älter man wird, umso schwerer fällt es, offen zu sein für Neues. Aber genau das ist die Herausforderung, vor der wir immer wieder stehen: Wir müssen uns mit neuer Technik, neuen Möglichkeiten, neuem Denken auseinandersetzen. Und empfinden das manchmal als Zumutung.

Die Bibel erzählt von Abraham. Er war schon sehr alt, als Gott ihm zumutete: „Auf, mach dich auf den Weg in ein fremdes Land.“ Und Abraham ging los. Er vertraute auf Gott. Und darum wurde sein Leben gut.

Also machen wir uns mit unseren Kindern auf den Weg, lassen uns anstecken von ihrer Freude am Lernen. Und entdecken: Die Zukunft ist ein weites Land. Es lohnt sich aufzubrechen. Wir wagen vertrauensvoll den nächsten Schritt. Wer den nicht geht, bleibt stehen. Und verpasst die Zukunft.

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Peter Thom

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Kindergottestdienst
Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Peter
Thom
Pastor
Lüdinger Str. 5
27374
Visselhövede
Tel.: 
(04260) 507
Mo. 03.07.17
Schön gehört?
Harm Cordes
Schön gehört?

Haben Sie schon gehört? Von dem Kollegen, der sich von seiner Frau trennen will? Er soll eine neue Partnerin haben. Ist vielleicht auch besser so. Er war eh immer unterwegs. Und seine Frau, naja …

Haben Sie noch nicht gehört? Dann vielleicht die Sache mit dem Geschäft in der Hauptstraße, das bald zumacht. Da war ja sowieso nie was los. Kein Wunder, bei der Auswahl. Und überhaupt – diese Mitarbeiter …

Wussten Sie auch nicht? Doch von der Familie, drei Straßen weiter, die in dem komischen Haus, von denen haben Sie gehört, oder? Ein Kind soll vor Gericht stehen; irgendwas mit Diebstahl; naja, er wäre ja, wie man hört, nicht das erste Mal …

Haben Sie alles noch nicht gehört: von dem Kollegen, dem maroden Geschäft, den schwierigen Kindern? Dann sind Sie zu beneiden. Man kommt ja kaum durch den Tag, ohne massenweise Gerüchte und Halbwahrheiten aufzuschnappen – und leider (!) weiterzutragen. Was wäre die Frühstückspause ohne morgendlichen Tratsch, das Bier nach dem Sport ohne Schwank aus der Straße, die Kartenrunde ohne das Neuste aus der Stadt?

Ich weiß, wovon ich rede. Auch ich kann meine Gedanken, meine Zunge nicht immer im Zaum halten. Im Nachhinein ärgere ich mich. Ich weiß, wie verletzend Gerede ist. Ich ahne, wieviel Vertrauen durch Gerede zerstört wird. Wie leer muss mein Leben sein, wenn die Sorgen anderer Leute mich aufmuntern?

Manchmal fällt mir in solchen Momenten Luthers Erklärung zum achten Gebot ein. Er schlägt vor, den Mitmenschen nicht zu verleumden oder ins schlechte Licht zu rücken. Stattdessen könnte ich, so Luther, „ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden und alles zum besten kehren …“

Das meint natürlich nicht, dass ich Schlechtes schön reden, Falsches mit dem Mantel des Schweigens umhüllen soll. Aber doch, dass ich sorgsam mit Worten über meinen Mitmenschen umgehen sollte. Nicht jedes Gerücht weitertragen. Einfach mal aufstehen, wenn es zu hässlich wird. Mich aus der WhatsApp-Gruppe abmelden, die mehr und mehr zur Läster-Gruppe verkommt.

Oder den anderen in Schutz nehmen. Für ihn einstehen. Ihn entschuldigen. Ihm den Rücken stärken. Ihm wird das guttun. Und unserer Gemeinschaft allemal. Haben Sie das schon gehört?

 

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Harm Cordes

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Gemeindebrief
Pastor/-innen
Stiftung
Harm
Cordes
Pastor
Bruchstraße 3
29640
Schneverdingen
Tel.: 
(05193) 986860
Mo. 03.07.17
Immer reicher an Erkenntnis und Erfahrung
Susanne Briese
Immer reicher an Erkenntnis und Erfahrung

500 Antworten von Pädagogen wurden in einer Studie der Universität Oldenburg gesichtet mit dem Ergebnis, dass die Trennung von Name und Person keine leichte Sache ist. Das ist meistens kein Problem. Zum Beispiel beim Vornamen Astrid, der sich von den altnordischen Begriffen „ass/oss“ (Göttergeschlecht) und „frior“(Schönheit) ableitet. Somit kann man zum Vornamen Astrid die Bedeutung „göttlich Schöne“ assoziieren. Das ist gut so. Dass allerdings ein Vorname mit einer Voreinstellung gehört werden kann, könnte da, wo Kinder und Jugendliche neu in Gruppen oder Schulklassen zusammenkommen, auch schwierig sein. Es ist gut, wenn wir einander ohne Bedingungen vorurteilsfrei begegnen. Denn alle tragen die gleiche Würde in sich und müssen die gleichen Chancen haben.

Trotz aller Bemühungen jedoch von Eltern, Freunden und Lehrern im wertschätzenden und vorurteilsfreien Umgang mit Namen ist ungefähr jeder zehnte Deutsche mit seinem Vornamen unzufrieden. Manche leiden geradezu unter ihrem Namen. Das ist kein einfaches Thema. Manche versuchen, ihren Namen zu ändern. Schwerwiegende, sehr ernst zu nehmende Gründe werden vorgetragen und sind auch Voraussetzung für eine eventuelle Änderung. Andere finden im Laufe des Lebens ein positives Verhältnis zu ihrem Namen und prägen ihm ihr eigenes Bild auf: Durch die Art, wie sie ihren Namen repräsentieren, bestimmen sie die Bedeutung ihres Namens mit, und es wird ihr Name.

„Ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung“, heißt es im Monatsspruch für den Monat Juli (Philipper 1,9). Ein gutes Motto. Auch für den Umgang mit Namen.

 

 

 

 

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Susanne Briese

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Superintendentur
Susanne
Briese
Superintendentin
Goethestraße 20
27356
Rotenburg
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(04261) 630 39 10
Fax: 
(04261) 630 39 19
So. 25.06.17
Spaltet Religion die Welt?
Werner Burfeind
Spaltet Religion die Welt?

Zeichen für den Frieden

Im Namen Gottes

 

Nun ist es passiert. In der Nacht zu Montag dieser Woche wurden Muslime Ziel eines Attentats. Ein 47 jähriger Mann aus Wales steuerte einen Lieferwagen in eine Menschenmenge nahe einer Londoner Moschee. Offenbar aus Vergeltung.

Spaltet Religion also unsere Gesellschaft?

Es scheint so kommen zu können. Dieser Angriff gegen ein Gruppe gläubiger Muslime spricht dafür. Aber es ist kein muslimisches Phänomen. Es ist nicht allzu lange her, da spaltete die Frage nach der Konfession ganz Nordirland. Evangelische Christen kämpften gegen katholische Christen.

Geht es bei allem um Religion? Ich wage es zu bezweifeln. Es geht um Macht. Es braucht einen Sündenbock, um den eigenen Zielen näher zu kommen. Dabei wird nicht nach dem Anteil des Einzelnen am eigenen Leid gefragt. Es reicht die Zugehörigkeit zu einer Gruppe.

Die Menschen aus der Londoner Moschee sind unschuldig an den Anschlägen zuvor auf der London Bridge oder der Westminster Bridge. Sie beten lediglich zu dem Gott, in dessen Namen die Attentäter dort gemordet haben.

Ich denke, wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht im Netz der Terroristen verfangen, die unsere Zivilgesellschaft spalten wollen. Wir müssen unterscheiden zwischen Islam und islamistischem Terror.

Im Namen Gottes lässt sich nicht töten. In der Bibel lesen wir die Aussage Jesu: „Glücklich sind, die Frieden stiften. Sie werden Gottes Kinder heißen“ (Bergpredigt). Auch im Begriff Islam steckt das Wort „Salam“, arabisch für Frieden. Im Namen Gottes können wir also nur für den Frieden eintreten. Für das Miteinander der Menschen.

Gut finde ich, dass wir in der letzten Woche eine Demonstration von Muslimen in Köln gegen den Terror gesehen haben. Bemerkenswert ebenso die Meldung, der Imam der Londoner Moschee habe sich schützend vor den 47-jährigen Waliser gestellt, als er nach seiner Tat attakiert wurde.

Von dieser friedenstiftenden Kraft der Religionen brauchen wir im Moment mehr.

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Werner Burfeind

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Jugendarbeit
Werner
Burfeind
Kirchenkreisjugenddiakon
Am Kirchhof 12
27356
Rotenburg
Tel.: 
(04261) 2531
Fax: 
(04261) 3786
So. 25.06.17
Mit der Bibel in der Hand
Frank Hasselberg
Mit der Bibel in der Hand

Gerade komme ich von einer Gemeindefahrt „Auf den Spuren Martin Luthers“ zurück. Doch seit einiger Zeit schon steht er neben mir auf dem Schreibtisch. Und vielleicht auch bei den Jugendlichen, die ich kürzlich konfirmiert habe, denn sie bekamen ihn geschenkt. Playmobil macht’s möglich. Gerade mal siebeneinhalb Zentimeter ist er hoch. Wo sonst Indianer, Polizisten und Prinzessinnen vom Band gehen, werden jetzt auch Luther-Figuren produziert. Die erste Auflage war innerhalb von drei Tagen ausverkauft, was den Preis zeitweise in astronomische Höhen trieb. Hunderttausende wurden nachproduziert, ein echter Kassenschlager!

Die Figur hält eine Bibel in der Hand. Martin Luther war der erste, der sie in verständliches Deutsch übersetzt hat. Sein Ziel: Jeder sollte selbst die Bibel lesen können, sich ein eigenes Bild machen von dem, was da drinsteht. Ungefiltert, unzensiert. Was steht da über Jesus Christus? Wie wird über Gott geredet? Welche Erfahrungen haben Menschen mit ihm gemacht? Und was hat das alles mit mir heute zu tun?

Luther hat schon damals, vor 500 Jahren, gemeint: Solchen Fragen sollte man selbst nachgehen können, sich selbst eine Meinung bilden. Anders geht es nicht, wenn ich ergründen will, was ich persönlich glaube und wie ich zu Gott stehe. Darum hat er die Bibel übersetzt. Eine Bibel für normale Leute in normalem Deutsch wollte er. „Dem Volk auf’s Maul schauen“ hat er das in seiner kräftigen Ausdrucksweise genannt. So reden und schreiben, dass alle es verstehen können. Nicht über die Köpfe der Menschen hinweg.

Ich weiß nicht, was Luther zu der Playmobil-Figur gesagt hätte. Oder zu den ganzen anderen Dingen, mit denen jetzt geworben wird, von Kunst bis Kitsch. Aber schließlich feiern wir 500 Jahre Reformation. Und das mit der Bibel in der Hand, glaube ich, hätte ihm gefallen. Denn im Leben kann einem nichts Besseres passieren, als Gottes Wort zu vertrauen. Das gibt Kraft und macht Mut, jeden Tag auf´s Neue! Daran möchte ich unsere Jugendlichen erinnern, und wenn es denn hilft, auch mit dem Spielzeug-Luther.

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Frank Hasselberg

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Öffentlichkeitsarbeit
Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Frank
Hasselberg
Pastor, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis
Schneverdinger Straße 14
29640
Schneverdingen
Tel.: 
(05193) 4130
So. 04.06.17
„Segelst Du schon?“
Thomas Steinke
„Segelst Du schon?“

- „Oder ruderst Du noch?“ So könnte die Karikatur überschrieben werden, die mir vor Augen ist: Verbissen legen sich zwei Ruderer ins Zeug, während ganz entspannt und gelassen ein Paar Arm in Arm in einem Segelboot an ihnen vorbeifährt.

Für mich ist dies auch ein pfingstliches Bild. Gott hat seinen Geist versprochen, der weht, wo er will. Wie der Wind kommt er von außen. Wir können ihn nicht selbst machen, aber wir können uns dafür öffnen. Wir können die Paddel aus der Hand legen und die Segel setzen. Indem wir z.B. einen Gottesdienst besuchen. Jesus Christus hat die Nähe in seinem Geist in besonderer Weise zugesagt, wo wir in seinem Namen zusammen kommen. So laden z.B. sieben Gemeinden aus Rotenburg, die in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen verbunden sind, am Pfingstmontag um 11 Uhr zu einem gemeinsamen ökumenischen Gottesdienst auf dem Pferdemarkt ein. Auch in anderen Regionen unseres Kirchenkreises werden an diesem Pfingstfest besondere Gottesdienste gefeiert. Ebenfalls am Pfingstmontag findet etwa im Schulwald Lauenbrück neben der Kirche um 10 Uhr ein regionales Tauffest an der Wümme statt.

Immer geht es darum, dass wir uns an dem orientieren, was Christus in unsere Welt gebracht hat. Nicht verkrampft, nicht verbissen, nicht engstirnig sind wir unterwegs. Sondern von seinem Geist wollen wir uns bewegen lassen. Dieser Geist ist nicht ein Geist der Furcht oder der Abschottung. Nein, es ist der Geist Christi: Der Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit! (2. Timotheus 1,7)

Möge dieser Geist kräftig in unser Leben hineinwehen - bei uns persönlich und in unseren Kirchen und Gemeinden. Setzen wir die Segel, dann werden wir seine Kraft spüren! Gesegnete Pfingsten!

Thomas Steinke,
Pastor in Fintel

 

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Thomas Steinke

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Superintendentur
Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Thomas
Steinke
Pastor
Rotenburger Str. 11
27389
Fintel
Tel.: 
04265/9540641
So. 28.05.17
Worauf warten Sie?
Haike Gleede
Worauf warten Sie?

Eine interessante Runde sitzt am Tisch. Ein bescheidenes Abendessen ist vorbereitet: Frisches Brot, Wein, Trauben, Käse. Sie reden. „Wisst ihr noch, wie er damals mit uns zum Fischen rausfuhr. Da haben wir den Fang unseres Lebens gemacht!“ beginnt Petrus. „Wisst ihr noch, wie er die Kinder gesegnet hat?“ Maria lächelt bei dem Gedanken daran. Nach einer Weile sagt Johannes:

„Wisst ihr noch, wie sie ihn verurteilt und gekreuzigt haben!“ Schweigen.

Jakobus ergreift das Wort: „Wisst ihr noch, wie er uns danach begegnet ist und mit uns gesprochen hat?“ „Ich konnte es erst nicht glauben,“ bekennt Thomas, „aber jetzt weiß ich, dass Jesus hält, was er verspricht!“

„Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen!“ verspricht Jesus seinen Freunden, bevor er in den Himmel entschwindet.

Darauf warten sie. Sie wissen nicht wann, sie wissen nicht wie, aber sie wissen, dass Jesus ihnen Kraft senden wird.

Die Zeit zwischen Himmelfahrt und Pfingsten ist eine Wartezeit. Pfingsten erleben die Jünger den Durchbruch. Sie sind vorbereitet. In ihren Gesprächen haben sie Klarheit gewonnen. Nun können sie allen Menschen von Jesus erzählen. Sie setzen damit etwas in Bewegung, was die Welt verändern wird.

Meistens warten wir nicht gern. Warten – das ist schwer auszuhalten. Leerlauf, Stillstand – das ist unerträglich. Dennoch: Ich glaube, Wartezeiten sind wichtig.

Sie zwingen uns, anzuhalten und nicht gleich weiterzueilen. Darin liegt die Chance zu überdenken: Wo komme ich her? Wo will ich hin? Wo will Gott mit mir hin? Warten schafft Klarheit. Selbst das Warten auf den Bus, an der Kasse im Supermarkt oder an der Ampel können entscheidende Momente sein. Gerade in dieser kleinen Zwischenzeit kommt ein zündender Gedanken oder es ergibt sich ein Lächeln.

Manchmal fällt gerade dann der göttliche Funke in einen Menschen. Das ist Pfingsten!

 

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Haike Gleede

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Notfallseelsorge
Öffentlichkeitsarbeit
Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
Pastor/-innen
Haike
Gleede
Pastorin
Kirchstraße
27367
Horstedt
Tel.: 
(04288) 320
Fax: 
(04288) 1382
So. 21.05.17
Mit der Bibel in der Hand
Frank Hasselberg
Mit der Bibel in der Hand

Seit einiger Zeit steht er neben mir auf dem Schreibtisch: Martin Luther. Und bald vielleicht auch bei den Jugendlichen, die ich diesen Sonntag konfirmiere, denn sie bekommen ihn geschenkt. Playmobil macht’s möglich. Gerade mal siebeneinhalb Zentimeter ist er hoch. Wo sonst Indianer, Polizisten und Prinzessinnen vom Band gehen, werden jetzt auch Luther-Figuren produziert. Die erste Auflage war innerhalb von drei Tagen ausverkauft, was den Preis zeitweise in astronomische Höhen trieb. Hunderttausende wurden nachproduziert, ein echter Kassenschlager!

Die Figur hält eine Bibel in der Hand. Martin Luther war der erste, der sie in verständliches Deutsch übersetzt hat. Sein Ziel: Jeder sollte selbst die Bibel lesen können, sich ein eigenes Bild machen von dem, was da drinsteht. Ungefiltert, unzensiert. Was steht da über Jesus Christus? Wie wird über Gott geredet? Welche Erfahrungen haben Menschen mit ihm gemacht? Und was hat das alles mit mir heute zu tun?

Luther hat schon damals, vor 500 Jahren, gemeint: Solchen Fragen sollte man selbst nachgehen können, sich selbst eine Meinung bilden. Anders geht es nicht, wenn ich ergründen will, was ich persönlich glaube und wie ich zu Gott stehe. Darum hat er die Bibel übersetzt. Eine Bibel für normale Leute in normalem Deutsch wollte er. „Dem Volk auf’s Maul schauen“ hat er das in seiner kräftigen Ausdrucksweise genannt. So reden und schreiben, dass alle es verstehen können. Nicht über die Köpfe der Menschen hinweg.

Ich weiß nicht, was Luther zu der Playmobil-Figur gesagt hätte. Oder zu den ganzen anderen Dingen, mit denen jetzt geworben wird, von Kunst bis Kitsch. Aber schließlich feiern wir 500 Jahre Reformation. Und das mit der Bibel in der Hand, glaube ich, hätte ihm gefallen. Denn im Leben kann einem nichts Besseres passieren, als Gottes Wort zu vertrauen. Das gibt Kraft und macht Mut, jeden Tag auf´s Neue! Daran möchte ich unsere Jugendlichen erinnern, und wenn es denn hilft, auch mit dem Spielzeug-Luther.

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Frank Hasselberg

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Öffentlichkeitsarbeit
Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Frank
Hasselberg
Pastor, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis
Schneverdinger Straße 14
29640
Schneverdingen
Tel.: 
(05193) 4130
So. 14.05.17
Frankreich hat gewählt
Olaf Feuerhake
Frankreich hat gewählt

Emmanuel Macron gegen Marie Le Pen. Viele haben aufgeatmet, als das Ergebnis feststand. Überall ist zu lesen, dass ein Wahlsieg von Le Pen das Ende von Europa gewesen wäre. Denn ohne Frankreich als einem Motor der europäische Einigung wäre eine Zukunft der Europäischen Union undenkbar, so die Auffassung aller Fachleute.

Europakritik ist in Mode. Die Argumente sind oft dieselben: Es kostet uns mehr, als es bringt, die offenen Grenzen und der Immigrantenzustrom seien unerträglich. Die Parole: Grenzen zu und kein Geld mehr für die EU.

Ich lese gerade ein Buch von Helmut Schmidt. „Deutschland und seine Nachbarn“ heißt es. Es ist schon 30 Jahre alt. Besonders interessant fand ich sein Kapitel über England. Ich lernte, dass Großbritannien bereits seit seinem EU-Beitritt 1973 ständig schwankte, ob es überhaupt zur EU gehören wolle. Der Brexit 2016 war schon der dritte Volksentscheid, in dem die Engländer darüber abgestimmt haben, ob sie in der EU (oder früher EWG) bleiben wollen. Der Euroskeptizismus ist in England so alt wie die englische Mitgliedschaft. Helmut Schmidt ist in seinem Urteil deutlich: Eine solche Haltung sei „nationaler Egoismus“. Natürlich fällt es nicht leicht, wenn man mehr Geld an die EU überweisen muss als man zurückbekommt. Natürlich ist es ein Opfer, wenn man Entscheidungskompetenzen an eine übergeordnete Instanz abgibt. Und natürlich läuft in Brüssel nicht alles optimal.

Europa ist ein Projekt der Solidarität. Stärkere Länder helfen schwächeren (selbst in kritischen Fällen wie Griechenland). Das Ziel: zusammenwachsen zu einer politischen Größe, die auch in Zukunft in der Welt von Bedeutung ist und die langfristig für gleichgute Lebensbedingungen innerhalb Europas sorgt. Helmut Schmidt warnt vor einer scheiternden Integration: Wir würden gegenüber China und den USA in die Bedeutungslosigkeit versinken. Und wir würden so arm werden, dass wir uns unseren Sozialstaat nicht mehr leisten können.

Solidarität – dieses Wort kommt in der Bibel noch nicht vor. Aber man kann es ganz gut verwenden, um den Geist christlicher Lebenshaltung zu beschreiben: den Schwächeren helfen, die Opfer nicht alleine lassen. Und zwar ohne Eigennutz, betont Jesus. Und doch frage ich mich, ob auf lange Sicht nicht jede solidarische Tat – gewissermaßen automatisch – auch für den Helfenden zum Vorteil wird. Im Falle Europa jedenfalls wird es so sein.

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Olaf Feuerhake

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Olaf
Feuerhake
Pastor
Kirchstraße 11
27367
Sottrum
Tel.: 
042642089
Fr. 31.03.17
Kirche und Werbung?
Haike Gleede
Kirche und Werbung?

Täglich werden wir mit Werbung überflutet. Werbung lockt mit tollen Angeboten und verspricht: Wenn du dieses Produkt kaufst, steigerst du damit deine Lebensqualität, dann bist du ein glücklicher Mensch.

Dabei haben wir es doch längst durchschaut. Nur Weniges ist wahr, nicht alles tut uns wirklich gut und nützlich ist es meistens auch nicht. Dennoch: Je lauter und je bunter etwas beworben wird, um so tiefer prägt es sich ein.

All die vielen Angebote überfordern mich und sie kosten mich viel Kraft und Lebensenergie. Ich schalte sie weg, werfe sie achtlos ins Altpapier und höre gar nicht hin. Und doch erreichen sie mich. Woher kommt es, dass die Medien uns so in ihren Bann ziehen, während das Wort Gottes uns nur gelegentlich erreicht? Macht die Kirche zu wenig Werbung? Aber passt das überhaupt – Kirche und Werbung? Jesus hat uns den Auftrag erteilt: Geht in die Welt und erzählt den Menschen, was ihr von mir gehört habt! Verkündet ihnen den Weg zum ewigen Leben! Macht die Menschen zu meinen Jüngern! Ladet sie ein in meine Gemeinde!

Auch Paulus hat sich nicht geschämt, für das Evangelium zu werben.

Für ihn war es die einzig seligmachende Kraft. Dafür hat er sich eingesetzt, weil ihm daran lag, dass immer mehr Menschen davon erfahren und aus dieser Kraft leben.

In vielen Gemeinden werden an diesem und den nächsten Sonntagen Konfirmationen gefeiert. Jugendliche sagen „Ja“, ich gehöre zu Christus, seine Botschaft ist für mein Leben wichtig.

Und bald schon werden Menschen in den Gemeinden gesucht, die sich als Kirchenvorsteher für die Kirche vor Ort einsetzen, sie verantwortlich gestalten und dafür sorgen, dass die wertvolle Botschaft der Bibel im Bewusstsein bleibt.

Bis heute verkünden wir Jesu Botschaft, weil wir glauben, dass sie unserem Leben eine neue Qualität gibt.

Für mich gibt es sonntags um halb zehn nichts Schöneres, als in die Kirche zu gehen und eine Botschaft zu verkünden, die hält, was sie verspricht.

 

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Haike Gleede

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(04288) 320
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Mo. 17.04.17
Ostern bewegt sich
Frank Hasselberg
Ostern bewegt sich

Haben Sie sich auch schon mal darüber geärgert – über den wechselnden Ostertermin? Für Urlauber, Skilehrer, Hoteliers und Biergärten jedenfalls ist das ein Ärgernis und Ostern immer zu früh oder zu spät. Zwischen dem 22. März und dem 25. April kann das Osterfest liegen. So springt es hin und her, je nach den Mondphasen am Frühlingsanfang, und die Frage: „Wann ist dieses Jahr eigentlich Ostern?“ gehört zu den Standardfragen für Leute, die mit einem Terminkalender leben.

Das könnte ein Hinweis auf den Sinn von Ostern sein. Auf den Inhalt des Festes, die Auferstehung Jesu von den Toten. So wenig der Ostertermin ein- für allemal feststeht, sowenig ließ sich Jesus festlegen – vor seinem Tod nicht, und selbst als Gekreuzigter ließ er sich nicht auf Dauer festnageln. Das Grab war für ihn nur eine Durchgangsstation. So wie Ostern in einem geordneten Jahresplan ein „unordentliches“ Fest ist, so bringt Jesus alles aus der gewohnten Ordnung: Während seines irdischen Lebens wirbelt er all das durcheinander, was die Menschen von Gott zu wissen meinten. Und mit der Überwindung des Todes erwies er selbst das Wort „todsicher“ als falsch. Damit ist das Fundament aller dauerhaften Ordnung zerbröselt. Denn wenn selbst der Tod nicht mehr unverrückbar feststeht, dann ist alle Ordnung relativ. Wir erfahren: Unser Leben verläuft nicht immer in geordneten Bahnen, es hält immer wieder Überraschungen für uns bereit. Irgendwo, irgendwann bricht es aus, und sei es nach drei Tagen aus einem Grab.

Es bleibt dabei: Ostern lässt sich – anders als Weihnachten – nicht ordentlich auf ein Datum festlegen. Und weist damit auf den Auferstandenen, der Menschen bis heute begegnet, wann, wie und wo er will. Er kann es jeden Tag Ostern werden lassen. Auch bei Ihnen. In diesem Sinne: ein frohes Osterfest!

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Frank Hasselberg

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Öffentlichkeitsarbeit
Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Frank
Hasselberg
Pastor, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis
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So. 16.04.17
Ein Glaube, der lebt und wirkt
Susanne Briese
Ein Glaube, der lebt und wirkt

Sonntag – Auferstehungstag – in Jerusalem. Vor wenigen Stunden hatte Maria Magdalena eine Begegnung mit dem auferstandenen Christus gehabt, die alles auf den Kopf gestellt hatte. Nun sitzen die Jünger hinter verschlossenen Türen. Sie haben Angst. Angst, dass ihnen Unheil droht, dass man sie sucht und verfolgt. Plötzlich steht Jesus mitten im Raum. Durch die verschlossene Tür muss er gekommen sein – wie geht das denn? „Friede sei mit euch!“ Das haben sie schon einmal gehört. War es nicht beim Abschied von ihrem Herrn? Ja, so war es. Und nun wieder diese vertraute Stimme.

Thomas hat das alles nicht mitbekommen. Wenn er ihnen glauben soll, müsste er es selbst sehen. Mehr noch: Er müsste die Wundmale Jesu mit seinen eigenen Händen fühlen. Dann wäre er überzeugt. Ob er wirklich damit gerechnet hat, dass sich dieser Wunsch erfüllt? Am nächsten Sonntag ist es so weit. Wieder sitzen die Jünger – natürlich wieder ohne Judas Iskariot – im Hause zusammen. Die Tür ist zu. Wieder steht Jesus mitten im Raum. Wieder grüßt er mit dem Friedensgruß. Ohne Umschweife wendet er sich Thomas zu und fordert ihn auf, zu tun, was er braucht, um zu glauben. „Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite.“ Das öffnet Thomas die Augen. Es bricht förmlich aus ihm heraus: „Mein Herr und mein Gott!“

Mehr geht nicht. „Selig sind die nicht sehen und doch glauben“, muss er sich anhören. Das ist die Regel für die Zukunft: Nicht sehen und doch glauben. Wie kommt man dazu, an Gott zu glauben, wenn für uns so eine spürbare Begegnung mit dem Herrn, wie sie hier von Thomas berichtet wird, nicht möglich ist? Wie kriegt man das hin? Wie es zum Glauben kommt, ist schwer zu sagen. Trotzdem muss man auf die Frage hin nicht verstummen. Man kann selbst ein gutes Beispiel sein und davon erzählen, was der Glaube im eigenen Leben bewirkt. Man kann sprechen über die größere Klarheit der Entscheidungen, über die Kraft in Krisenzeiten, den Mut, den ersten Schritt zu tun, über die Freude an Versöhnung und Gerechtigkeit. Glaube ist ein Geschehen zwischen Dir und mir, zwischen Gott und Mensch – das aber natürlich trotzdem nach außen hin sichtbar und spürbar werden kann.

Davon erzählen Worte und Taten von Menschen, die in ihrem Beruf, in der Familie und in der Freizeit als Menschen, die auf Gott vertrauen, leben. Vielleicht ganz still und unbemerkt. Vielleicht öffentlich sichtbar. Auf jeden Fall getragen von der Überzeugung, dass es gut ist, sich einzubringen – als Anwälte des Lebens. Zum Beispiel Ingeburg und Werner. Statt im Ruhestand die Füße hochzulegen, entwickelten sie gemeinsam mit dem Diakonischen Werk die Idee, mit dem „Zahnmobil – Hilfe mit Biss“ bedürftigen Menschen eine Zahnbehandlung zu ermöglichen. Ihr Engagement lindert die Not da, wo sie am größten ist. In und im Umkreis einer Großstadt bietet das Ehepaar gemeinsam mit anderen Zahnärzten und weiteren Mitarbeitenden Behandlungen an – auch, wenn etliche der Patienten nicht krankenversichert sind. „Es ist ein tolles Gefühl, anderen zu helfen“, sagt Ingeburg. Entscheidend ist neben der medizinischen Versorgung auch, dass die Patienten durch dieses Angebot Wertschätzung und Aufmerksamkeit erfahren – etwas, was ihnen im Alltag oft fehlt.

Menschen in unserer Kirche geben ihre Zeit und ihre Kompetenz für andere. Gut, dass es sie gibt. Das ist ein Beispiel für einen Glauben, der lebt und wirkt. Christlicher Glaube tut der eigenen Seele gut und hat zugleich eine gesellschaftliche, soziale, politische Dimension. Wer Gott liebt, liebt auch den Nächsten wie sich selbst. Und das kann man sehen und spüren. So soll es sein.

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Susanne Briese

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Superintendentur
Susanne
Briese
Superintendentin
Goethestraße 20
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Fax: 
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Do. 13.04.17
Markenzeichen
Frank Hasselberg
Markenzeichen

Kreuze sind in: Sportler, Schauspielerinnen oder Popstars tragen sie in Gold und Silber, tätowiert oder als Modeschmuck um den Hals, oft ohne zu wissen, was dieses Zeichen überhaupt bedeutet. Bei Jesu Kreuz ging es um kein ästhetisches Detail, sondern um eine grausame Hinrichtung – einen Justizskandal dazu. Denn seine Henker wussten, dass er unschuldig war. Trotzdem erlitt Jesus die grausamste römische Todesstrafe.

Mit ihm begruben die Jünger zugleich ihre hochgesteckten Erwartungen an ihn. Für sie war das Kreuz Ausdruck grenzenloser Enttäuschung. Erst durch Ostern wurde es ein Zeichen des Sieges über den Tod, für viele ein Symbol der Hoffnung und ein persönliches Bekenntnis; für andere bleib es ein Skandal. Der Apostel Paulus schreibt um das Jahr 54 nach Christus: „Das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren gehen; uns aber, die wir gerettet werden, ist es eine Gotteskraft.“

In den ersten Jahrhunderten gehörte viel Mut dazu, sich in einer heidnischen Umwelt zu Christus zu bekennen. Das ist noch heute in manchen Ländern der Erde so. Ich denke nur an die Massaker an Christen in Syrien oder Ägypten. Da haben wir es gut in unserem Land, können unseren Glauben frei bekennen, ohne dass wir Nachteile befürchten müssen. Dennoch: Am Kreuz Jesu scheiden sich die Geister.

Morgen ist Karfreitag. In den Gottesdiensten wird an das Sterben und den Tod Jesu am Kreuz erinnert. Er leidet Höllenqualen – und denkt selbst jetzt noch an uns Menschen, wenn er unmittelbar vor seinem Tod bittet: „Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun!“

Ich bin froh, zu Christus zu gehören. Das Kreuz, das ich an einer Kette um den Hals trage, ist nicht besonders edel – und doch ist es unendlich kostbar.

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Frank Hasselberg

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Öffentlichkeitsarbeit
Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Frank
Hasselberg
Pastor, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis
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29640
Schneverdingen
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(05193) 4130
So. 09.04.17
Arabischer Frühling
Peter Handrich
Arabischer Frühling

Vor knapp 2.000 Jahren ritt Jesus auf einem Esel in Jerusalem ein. Die Straße säumten Menschen, die Hosianna riefen und mit Palmzweigen winkten. Sie erwarteten den Messias. Den König der Welt. Den Mann, der der Welt den Frieden bringen würde. Den Mann, der die römischen Besatzer aus ganz Israel vertreiben würde.

Ab Dezember 2010 versuchten viele Bewohner arabischer Länder ihre autoritären Regierungen mit Demonstrationen, Protesten und Aufständen zum Aufgeben zu bewegen und demokratischere Strukturen zu schaffen.

Beides hat nicht funktioniert. Jesus starb nur wenige Tage später am Kreuz. Außer in Tunesien hat der arabische Frühling nur zu noch autoritäreren Regierungen, zu Staaten ohne Regierung und ohne Schutz ihrer Bewohnerinnen oder zu Bürgerkriegen geführt. Syrien und der Jemen sind die traurigsten Beispiele dafür.

Wir Christen glauben, dass Jesus der Messias war, obwohl er am Kreuz starb. Für uns ist der Messias nicht der strahlende Gottmensch, dessen Kraft alles hinwegfegt, was auf dieser Welt schlecht ist. Für uns ist der Messias nur ein Mensch, der das nicht hingekriegt hat, was alle von ihm erwartet haben. Und der gerade deswegen Gottes Sohn war. Weil er so war wie wir: guten Willens – aber hilflos.

Und weil Gott nicht einfach so Frieden im Jemen und in Syrien schafft, weil da alle möglichen Länder ihre unheiligen Suppen am Kochen halten, sind wir in unserer Hilflosigkeit gefragt. Wir versuchen denen, die geflohen sind, ein Zuhause zu geben. Wir spenden für Ärzte ohne Grenzen. Aber vor allem: Wir sprechen mit allen, die das hören wollen und auch mit allen, die das nicht hören wollen, friedlich. Und vom Frieden. Und von der Welt, die Jesus eigentlich wollte, als er vor knapp 2.000 Jahren auf einem Esel in Jerusalem einritt.

Das ändert die Welt täglich.

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Peter Handrich

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Peter
Handrich
Pastor in den Rotenburger Werken
Lindenstraße 14
27356
Rotenburg
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(04261) 920889
So. 09.04.17
Aus der Finsternis ins Osterlicht
Marita Meixner-Ander…
Aus der Finsternis ins Osterlicht

Am Sonntag beginnt die Karwoche. „Von der Finsternis ins Licht“ heißt es in der Region Ahausen-Horstedt-Sottrum.

Karwoche – warum noch? Für viele Menschen wird sie von dem Osterferien überstrahlt: Skifahren oder Sonne tanken irgendwo im Süden, jedenfalls endlich heraus aus dem Alltagstrott.

Doch nicht nur solche erlebnisbedingten Begleitumstände ziehen die Aufmerksamkeit von der Karwoche ab, es ist vor allem ihr Inhalt, der viele auf Abstand hält. Wer lässt sich schon gerne mitnehmen auf einen Weg, der erst einmal in die Dunkelheit, ans Kreuz, in den Tod führt.

Wir dürfen nicht meinen, es ginge uns im Leben besser, wenn wir weniger über Kreuz und Leiden nachdächten. Jeder durchläuft irgendwann in seinem Leben solche Zeiten – aufgrund von Krankheit, Angst, Feindschaft, Not, Verlassenheit oder Misserfolg. Und auch der Tod bleibt niemandem erspart.

Entscheidend ist, wie wir solche Zeiten durchleben. Werfen sie uns um? Bleiben wir in der Dunkelheit stecken? Wer sich mit Jesus auf den Weg durch diese Zeit der Karwoche macht, bekommt Teil an seiner Kraft, seinem Gott-Vertrauen.

Natürlich hat der religiöse Selbstbedienungsladen des 21.Jahrhunderts ganz andere Leckerbissen anzubieten. Zen-Meister, Yogaübungen und tibetanische Klosterweisheit scheinen der christlichen Karwochen-Frömmigkeit bei weitem überlegen zu sein.

Doch die Tragfähigkeit einer Frömmigkeitsform wird sich im konkreten Leben zeigen. Das Evangelium der Karwoche ist jedenfalls kein sinnloses Mantra, kraft dessen alles persönliche Erleben sich in Wohlbefinden auflöst. Es ist vielmehr eine innere Wegbeschreibung zu Gott, die aus der Finsternis heraus zum Osterlicht führt – zu Freude, Kraft und Verantwortung.

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Marita Meixner-Andersohn

Marita
Meixner-Andersohn
Pastorin
Im Specken 3
27367
Ahausen
Tel.: 
(04269) 5288
So. 26.03.17
Dummheit regiert, wenn Bildung krepiert!
Roger Moch
Dummheit regiert, wenn Bildung krepiert!

Dummheit regiert, wenn Bildung krepiert!

Das schrieb Martin Luther in der Schrift: „An die Ratsherren aller Städte deutschen Landes“ 1524, dass sie „christliche Schulen aufrichten und halten sollen.“

Aus dieser Forderung entstand dann erst 1919 durch die Weimarer Verfassung die allgemeine Schulpflicht für ganz Deutschland. Luther war es wichtig, dass die Menschen Lesen und Schreiben lernen. Dabei dachte er bei seiner Forderung nach „Bildung für alle“ aber nicht ursprünglich ans Bibel lesen und auswendig lernen. Er wollte vor allem, dass jeder Mensch sich seine eigene Meinung bilden kann. Dass man fähig ist, ein Thema zu verstehen und zu beurteilen. Deshalb sollten Jungen und Mädchen in die Schule gehen. Das war und ist für mich ein entscheidender Grund in der (Berufs)-Schule zu arbeiten.
Lernen ist eine lebenslange Aufgabe, die auch im Erwachsenenalter nicht aufhört. Deshalb haben die Nachfolger von Luther immer wieder Bildungseinrichtungen gegründet. Der dänische Pfarrer Severin Grundvig hat z.B. die Volkshochschule erfunden Auch da ging es darum, Bildung allen Menschen zugänglich zu machen. Bildung ist aber nicht nur Lesen, Schreiben und Rechnen lernen. Bildung ist, wenn sich etwas im Menschen herausbildet. Eine Meinung, eine Haltung oder ein Standpunkt. Eine gegenwärtige „Kernkompetenz“ für Lernende ist und wird sein, die sogenannten „Fakenews“ und unsinniges "Getwittere" aus den Weiten des Internets von echten Informationen unterscheiden zu können. Hier übernimmt das Erlernen des oftmals zitierten „Faktenchecks“ eine erhebliche Rolle.
Ich bin froh, dass wir ein funktionierendes Schul- und Bildungssystem in Deutschland haben, dass beispielsweise ein Schüler oder eine Schülerin ohne einen Schulabschluss an einer Berufsbildenden Schule die Schullaufbahn noch mit dem Abitur abschließen kann. So werden jungen Menschen wirkliche Chancen für den Übergang in das weitere (Berufs)- Leben ermöglicht. Ich lasse mich darum im 500. Jahr des Reformationsjubiläums gerne an Martin Luther erinnern.

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Roger Moch

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Schulpastor/-innen
Weltanschauungsfragen
Roger
Moch
Schulpastor
Stühkamp 20
27386
Westerwalsede
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(04269) 1899
So. 19.03.17
Den Blick nach vorn
Jens Ubben
Den Blick nach vorn

Wer am Steuer eines Traktors sitzt, mit einem Pflug im Rücken, wird nicht einfach losfahren. Für mich ist das nachvollziehbar: Wer gerade Furchen in den Acker ziehen möchte, sollte nach vorne sehen. Nur wer den Blick nach vorne hat, nur wer das Ziel fest im Blick hat, wird es auch erreichen können. Wenn die Linie einmal gezogen wurde, dann lässt es sich auch anders orientieren. Und heute hat man Satellitennavigation an Bord. Aber auch die kommt ja nicht aus dem Nichts. Gerade die hat einen festen Bezugspunkt. Und der entsteht durch einen klaren Bezug auf das Ziel.

Wohin geht der Blick am Steuer meines Lebens, frage ich mich. Geht er zurück? Leiten mich Erfahrungen der Vergangenheit? Geht der Blick auf die Erfolge oder Misserfolge einer früheren Zeit? Der Blick in den Rückspiegel ist wichtig. Wer nur darauf schaut, lebt gefährlich.

Oder geht der Blick auf mich selbst und das direkte Umfeld? Auf die direkten Rahmenbedingungen? Meine eigenen Möglichkeiten, meine Grenzen? Auch das greift zu kurz.

Geht der Blick schließlich nach vorne? Auf einen Zielpunkt, den ich nicht aus dem Auge verlieren will? Der vielleicht ganz klein ist, nur schemenhaft zu erkennen, den ich aber klar fokussiere?

Das Beispiel vom Pflügen verwendet Jesus. Er fordert Menschen auf, als Zielpunkt ihn selbst in den Blick zu nehmen. Seinen Worten und Gedanken für diese Welt Gehör zu schenken. Seinen Umgang mit Menschen genau in den Blick zu nehmen. Darauf zuzugehen mit dem eigenen Leben. Das meint er, wenn er von Nachfolge spricht.

Gerade sind wir in der Passionszeit, gehen auf Karfreitag und Ostern zu. Viele nutzen die Wochen, um bewusst auf bestimmte Dinge zu verzichten. Kürzer zu treten, um Freiräume zu schaffen. Ich finde: Wo wir bewusst etwas weglassen, tun wir gut daran zu überlegen, was stattdessen geschehen soll. Gut ist, wenn die entstandene Lücke gefüllt wird durch etwas, was für die Zeit danach hilft.

Das Beispiel vom Pflügen will dabei einen Akzent setzen: Nutzen wir doch die Passionszeit, um das Ziel neu anzupeilen. Wohin geht der Blick am Steuer meines Lebens?

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Jens Ubben

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Gemeindebrief
Pastor/-innen
Jens
Ubben
Pastor
Große Straße 16
27383
Scheeßel
Tel.: 
(04263) 4920
So. 12.03.17
Einen Gang langsamer
Frank Hasselberg
Einen Gang langsamer

„Wenn meine Großmutter ihre Mutter besuchen wollte, brauchte sie dafür drei Tage: Einen Tag fuhr sie in der Pferdekutsche hin, einen Tag blieb sie dort, erzählte und erfuhr das Neueste, half in der Küche oder im Garten. Am dritten Tag fuhr sie heim.

Wenn meine Mutter ihre Mutter besuchen wollte, brauchte sie dafür zwei Tage: Sie fuhr mit dem Zug. Sie erzählte und erfuhr das Neueste, übernachtete dort und fuhr am nächsten Tag zurück.

Wenn wir zu meiner Mutter fahren, brauchen wir dafür mit dem Auto eine halbe Stunde. Lange können wir aber nicht bleiben, denn die Kinder werden unruhig, und wir wollen ja noch einkaufen, und außerdem müssen wir noch unbedingt schnell die Papiere zum Steuerberater bringen.

Wenn mich meine Kinder besuchen wollen?“

Eine Geschichte zum Schmunzeln oder zum Heulen? Niemand hat mehr richtig Zeit (obwohl doch jeder Tag 24 Stunden hat), und die Zeit, die uns bleibt, vergeht so rasend schnell.

Da tut Entschleunigung not. Wie bestellt kommt da das Angebot der Fastenaktion der evangelischen Kirche 2017: „Sieben Wochen ohne sofort“ sollen bis Ostern erlebt werden. Mal Pause machen. Durchatmen. Zu sich selbst kommen. O ja, das brauche ich dringend, und Ihnen täte das doch auch gut, oder?! Denn wir planen und tun und wissen gar nicht mehr, wie die Gegenwart aussieht. Wir essen Fast Food, machen Multitasking, haben so viel vor und merken nicht, wie das Leben an uns vorbeirauscht. „Du hast dich müde gemacht mit der Menge deiner Pläne“, schreibt schon der Prophet Jesaja (Kap. 47, 13).

„7 Wochen ohne“ bietet in dieser Passionszeit eine Kur der Entschleunigung an. Wenn etwas schiefgeht, nicht gleich lospoltern. Wenn es nicht mehr weitergeht, einmal Pause machen, eine Tasse Tee trinken, nachdenken. Zeit finden, den Dingen und sich selber eine zweite Chance zu geben. Dieses Innehalten hat uns Gott ganz am Anfang in unsere Zeitrechnung geschrieben. Denn den siebten Tag segnete der Schöpfer – und ruhte. Dazu sind auch wir eingeladen. Mal nicht funktionieren, nicht Maschine sein, sondern Mensch. Greifen auch Sie zu und feiern „Sieben Wochen ohne sofort“!

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Frank Hasselberg

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Öffentlichkeitsarbeit
Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Frank
Hasselberg
Pastor, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis
Schneverdinger Straße 14
29640
Schneverdingen
Tel.: 
(05193) 4130

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